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Lange Wege und viel Engagement: Bundeskonferenz in München

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Wie können sich Verwaltungen für Migrantenorganisationen öffnen? Wie kann das Engagement von migrantischen Aktiven dauerhaft in den Städten verankert werden – ohne, dass sie ihre Unabhängigkeit verlieren? Und was können alle Akteur*innen gemeinsam tun, um die Hürden auf dem Arbeitsmarkt, im Gesundheits- und Bildungssystem zu überwinden? Die samo.fa Bundeskonferenz 2018 hat zu vielen komplexen Fragen spannende Antworten diskutiert – mit Koordinator*innen, Ehrenamtlichen, Politiker*innen und kritischen Freund*innen aus Gesellschaft und Forschung

 

„Ich helfe jetzt anderen, sich hier im Krankenhaus zurechtzufinden.“ „Seit zwei Jahre berate ich Geflüchtete dabei, wie sie sich an der Uni einschreiben können.“ Zwei Beispiele von vielen, von denen Geflüchtete auf der Bundeskonferenz in München 2018 berichteten. Überall in den 32 samo.fa-Städten engagieren sich in 2018 diejenigen ehrenamtlich in der Migrantenorganisation, in der sie vor einigen Jahren im samo.fa Netzwerk Begleitung auf ihrem Weg in den neuen Alltag fanden – und in dem sie jetzt andere durch ihre Erfahrungen in der jeweiligen Stadtgesellschaft stärken: Ehrenamtliches Engagement, das die Rolle von Migrantenorganisationen beim Ankommen vor Ort überdeutlich macht: Sie können nachhaltig beim Ankommen stützen – und das auch in Zukunft tun, weil durch sie Orte und immer neue Gelegenheiten für Engagement entstehen.

„Ohne Migranten schaffen wir es nicht“, sagt auch Tobias Stapf von Minor Projektkontor Bildung und Forschung, einem interdisziplinärem und interkulturellem Beratungs- und Forschungsunternehmen aus Berlin – eingeladen als kritischer Freund auf dem Plenum „Migrantenorganisationen als Bezugspunkte vor Ort.“ Es ist das Ankommen neuer Migrant*innen – aber auch ein gutes Miteinander in der Stadtgesellschaft, deren Schwierigkeiten sich unter anderem aktuell in Chemnitz, aber auch in Sätzen wie „Migration ist die Mutter aller Probleme“ zeigen. „Wir reden nicht mehr von Integration, sondern über Teilhabe“, gab Wilfried Kruse vom samo.fa-Leitungsteam als selbstbewusste Ansage aus: Gestalten, statt mitgestalten, anerkannter Akteur der Stadtpolitik sein, statt Beiwerk. Und: Für eine Arbeit und eine Rolle anerkannt werden, die Migrantenorganisationen vor Ort bereits ausfüllen.

Was unter Experten anerkannt sein mag, ist im Arbeitsalltag der samo.fa-Aktiven aus Migrantenorganisationen aber noch nicht keine durchgehend selbstverständliche Haltung, die ihnen begegnet. Dauerhafte Strukturen in der Stadt schaffen, nicht von einer Projektförderung zur nächsten planen müssen, um erfolgreiche Arbeit aufrechtzuerhalten war deshalb großes Thema der Konferenz. In Workshops zum Zugang zum Arbeitsmarkt, Gesundheitssystem, zum Wohnen und Leben im Quartier, zur Jugend- und Familienpolitik und zur Arbeit mit geflüchteten Frauen diskutierten die samo.fa-Aktiven der verschiedenen Städte ihre lokalen Ansätze miteinander und den Gästen.

Auch in den World-Cafés des zweiten Konferenztages stand die Erfahrungen der Partner im Zentrum: Wie geht es weiter vor Ort? Wie kann Engagement für Menschen mit Fluchtgeschichte kontinuierlich verankert werden? Die Rolle der Kommunen, ihrer politischen Gremien und Verwaltungen, ist dabei zentral: Denn die Strukturen und Angebote, die samo.fa vor Ort aufgebaut hat, wirken auf das Zusammenleben in der Stadt  – in den Schnittstellen der Verwaltung, die entscheiden kann, sie dauerhaft zu etablieren. Wie viel Unabhängigkeit bleibt dabei für die migrantischen Träger? Was können Migrantenorganisationen selber tun, um ihre Wirksamkeit sichtbar zu machen – und damit in etablierten Institutionen zu überzeugen?

Die Ergebnisse der Workshops und Worldcafés stehen in Kürze hier zum Download bereit.

Pressemitteilung: Münchner Samo.fa-Bundeskonferenz 2018 thematisiert die Herausforderungen Geflüchteter bei der Integration

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Pressemitteilung

Was brauchen Geflüchtete in ihrem neuen Alltag?

Münchner Samo.fa-Bundeskonferenz 2018 thematisiert die Herausforderungen Geflüchteter bei der Integration

Was brauchen Geflüchtete, um erfolgreich im neuen Alltag in der Bundesrepublik anzukommen?  Dieser Frage widmet sich die samo.fa-Bundeskonferenz  am 14. und 15. September 2018 zum Rahmenthema „Menschen mit Fluchtgeschichte. Auf dem langen Weg in den Alltag. Migrantenorganisationen an ihrer Seite“. Ort der Veranstaltung ist die Hanns-Seidel-Stiftung in der Lazarettstraße 33, 80636 München. Die Konferenz wird veranstaltet vom Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen mit seinem bundesweiten Projekt samo.fa  (Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit) und seinem Münchner Partner MORGEN e.V. Netzwerk Münchner Migrantenorganisationen. Das Besondere an samo.fa ist, dass das Projekt  vollständig von Migrantenorganisationen getragen wird. In 32 Städten beteiligen sich mehr als 500 migrantische Vereine und Initiativen und mehr als 9.000 Ehrenamtliche.

Nach der Begrüßung durch die Organisatoren ab 13:30 Uhr und einem einführenden Impulsvortrag des Soziologen Prof. Dr. Ludger Pries von der Ruhr-Universität Bochum bietet die Bundeskonferenz diverse Workshops zur übergreifenden Frage, was Geflüchtete zur erfolgreichen Bewältigung ihres Lebensalltags benötigen – und an welchen Stellen sie dabei auf Hürden stoßen: Wohnsituation und Kindererziehung, Ausbildungsmöglichkeiten, Spracherwerb, Gesundheit und die Situation der Frauen stehen im Blickpunkt. Unerlässlich für die erfolgreiche Integration ist das vielfältige Engagement der Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit, deren Aktive sich durch ihre eigene Migrationsgeschichte als „Lotsen“  für Geflüchtete verstehen, die viele soziale Risiken abfedern.

Parallel zum fachlichen Austausch verfolgt die Konferenz das Ziel, die zahlreichen samo.fa- Aktivitäten in 32 Städten mit rund 9.000 Ehrenamtlichen und mehr als 500 beteiligten migrantischen Organisationen nachhaltig zu etablieren. Denn: Der Weg in den neuen Alltag ist noch lange nicht abgeschlossen und die Erfahrungen der lokalen Projekte zeigen, dass es noch viele Integrationshürden in Deutschland gibt. „Wir treffen uns, um unser Wissen in der Flüchtlingsarbeit miteinander zu teilen und im Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Forschung auszutauschen“, sagt Dr. Ümit Koşan, Vorstandsvorsitzende des BV NeMO e.V. und im Leitungsteam von samo.fa. „Ob Integration gelingt, hängt entscheiden davon ab, ob es den Menschen mit Fluchtgeschichte gelingt, den Aufbau eines neuen Alltags zu bewältigen.“

Dass sich dieser Aufwand lohnt, zeigt der bisherige Erfolg: Bundesweit besuchten im Jahr 2017 mehr als 100.000 Menschen Samo.fa-Veranstaltungen. Dieses bemerkenswerte Engagement soll künftig noch breitere Unterstützung aus Politik und Gesellschaft finden. Die rassistischen Angriffe in Chemnitz zeigten, wie wichtig es ist, dass das Engagement von Migrant*innen als Teil der gesellschaftlichen Realität sichtbarer wird. „Für ein gutes Zusammenleben vor Ort ist der Dialog mit allen Akteuren der Stadtgesellschaft zentral“, sagt Koşan. „Die Herausforderungen der Integration lassen sich nur gemeinsam bewältigen.“

Das gesamte Programm der Bundeskonferenz gibt es hier als Download.

Samo.fa ist ein bundesweites Netzwerk mit Koordinierungsstellen in 32 Städten, das von der Beauftragten der Bundesregie-rung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert wird. Es wurde 2016 durch den Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen (NeMO) ins Leben gerufen. Es verbindet Menschen mit Migrationsgeschichte und koordiniert ihr Engagement bei der Unterstützung von Geflüchteten. Ziel ist es, diesen eine gleichberechtigte Teilhabe in allen Bereichen des lokalen und kommunalen Lebens zu ermöglichen. Das Kürzel „Samo.fa“ steht daher für die Stärkung von Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit.

MORGEN e.V. Netzwerk Münchner Migrantenorganisationen ist ein 2013 gegründeter, freiwilliger Zusammenschluss Münchner Migrantenorganisationen. Das Netzwerk fördert gleichberechtigte Teilhabe und aktives Engagement lokaler Migrantenorganisationen. Der Verein vernetzt seine Mitglieder untereinander und bringt sie mit Vertretern aus der Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Die mehr als 70 Mitgliedsvereine leisten täglich Integrationsarbeit für Migranten und Geflüchtete in mehr als 30 Sprachen. Seit Herbst 2016 ist MORGEN e.V. in der Regelförderung der Landeshauptstadt München. Weitere Informationen: www.morgen-muenchen.de.

Pressekontakt: Miriam Bunjes, Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. (NeMO), Haus der Vielfalt, Beuthstraße 21, 44147 Dortmund, Tel.: 0231 28678 164, Fax: 0231 28678 166, presse@bv-nemo.de

 

Pressemitteilung: Geflüchtete: Noch nicht wirklich im neuen Alltag angekommen 5 – Schwieriger Zugang für Geflüchtete zum Gesundheitssystem

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Dortmund, 23. August 2018. Der Zugang zum Gesundheitssystem hat für Geflüchtete viele Hürden – auch, weil der Umgang mit Körper und Krankheit kulturell verschieden ist. Durch bürokratische Hindernisse, sozial-psychologische und sprachliche Barrieren fällt es Geflüchteten in Deutschland oft schwer, auch einfache medizinische Leistungen in Anspruch zu nehmen. Durch kulturelle Unterschiede im Umgang mit Krankheit sind besonders Frauen von diesen Problemen betroffen.

Einige Städte, in denen das samo.fa Projekt tätig ist, ermöglichen mit der Hilfe so genannter Gesundheitsmittler*innen  einen erleichterten Zugang zum Gesundheitssystem für Geflüchtete: dies ist eine Sonderform von Sprachmittler*innen, die selbst aus migrantischen Communities kommen und so Geflüchteten das deutsche Gesundheitssystem besser nahe bringen können. Samo.fa steht für Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisation in der Flüchtlingsarbeit. Das Projekt wird seit 2016 vom Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. organisiert. Im Projekt vernetzen sich vor Ort Aktive aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit miteinander und mit anderen lokalen Akteuren. Deutschlandweit beteiligen sich mehr als 500 migrantische Vereine und Initiativen in 32 Städten am Projekt, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert wird.

Gesundheitsmittler*innen sind zum Beispiel im Rahmen des samo.fa Projekts in Saarbrücken aktiv. Die Koordinatorin vor Ort, Lillian Petry, erklärt die Wichtigkeit der Betreuung durch sie: „Geflüchtete in Deutschland haben, so lange ihr Status nicht geklärt ist, an vielen Orten  keine Gesundheitskarte, mit der sie einfach zum Arzt gehen können. Ohne geklärten Bleibestatus benötigen sie eine amtliche Genehmigung für einen Arztbesuch.“ Und für eine professionelle Behandlung benötigen sie zudem Übersetzer*innen, die sie begleiten.

Kulturelle Unterschiede sind eine weitere Barriere für Geflüchtete. „Sexualität ist in einigen Communities ein Tabuthema“, erklärt Lillian Petry. „Die Themen Aufklärung und Verhütung, Geschlechtskrankheiten oder der erste Gang zum Frauenarzt sind für viele Geflüchtete neu und unangenehm. Deshalb müssen sie besonders kultursensibel begleitet werden.“  Menschen mit eigener Migrationserfahrung können die Situation der Betroffenen nachempfinden und schwierige Themen dementsprechend besser vermitteln. Migrantenorganisationen wie das Haus Afrika in Saarbrücken sind durch ihre Arbeit ein wichtiger Ansprechpartner in der Flüchtlingsarbeit geworden und arbeiten mit anderen Vereinen wie der deutschen AIDS-Hilfe zusammen, um Geflüchtete über Gesundheitsthemen aufzuklären und bei der Behandlung zu unterstützen. In Workshops schulen sie Aktive, die sich engagieren,  zum Thema Gesundheitsvermittlung und nehmen eine Vermittler- und Brückenrolle zu Ärzten und Sozialämtern ein. Die eigenen Erfahrungen des Ankommens in einen neuen Alltag können sie auf diese Weise den Geflüchteten weitergeben.

Ziel des laufenden dritten Projektjahres von samo.fa ist es in allen beteiligten Städten vor allem, die Unterstützung nahe beim Alltagsleben der Menschen mit Fluchtgeschichte zu stabilisieren und eine langfristige Verankerung und die Anerkennung der Rolle der Migrantenorganisationen in der lokalen Flüchtlingsarbeit zu erreichen. Dafür laufen seit Mai im ganzen Land lokale Konferenzen, an denen Akteure der Stadtgesellschaft über nachhaltige Kooperationsmöglichkeiten diskutieren.

Auf der bundesweiten samo.fa-Konferenz am  14./15. September in München  mit allen Projektpartner*innen und Vertreter*innen aus Stadt-, Landes- und Bundespolitik und Zivilgesellschaft wird Bilanz gezogen: Wie kann die erfolgreiche Arbeit der Migrantenorganisationen vor Ort weitergeführt werden?

Im Anhang und hier http://www.samofa.de/zusammenschau-der-staedtedossiers-2017-fuer-das-2-jahr-des-projekts-samo-fa/ gibt es Projektergebnisse.

Ansprechpartner Saarbrücken: Haus Afrika e.V. http://www.samofa.de/leipzig/; Lillian Petry unter 0175 223 406 6.

Eine Übersicht über alle Projektstandorte und weitere Pressemitteilungen befinden sich hier: www.samo.fa.de

Mehr Informationen über den Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. unter: www.bv-nemo.de

Die Pressemitteilung als pdf downloaden

Pressekontakt: Miriam Bunjes 0231-286 78 164,  presse@bv-nemo.de

Pressemitteilung: Geflüchtete: Noch nicht wirklich im neuen Alltag angekommen 4 – Auch Rassismus gehört für Geflüchtete zum deutschen Alltag

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Geflüchtete: Noch nicht wirklich im neuen Alltag angekommen – 4

Auch Rassismus gehört für Geflüchtete zum deutschen Alltag

 Dortmund, 16. August. Das gesellschaftliche Klima ist überall in Deutschland schwieriger geworden: Für Geflüchtete, für diejenigen, die sich für sie und mit ihnen engagieren – und generell für Menschen mit Migrationsgeschichte.

„Vor allem der antimuslimische Rassismus hat zugenommen“, sagt Sara Djahim, Referentin für Antidiskriminierung im Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. Auch die aktuelle Debatte um asylpolitische Fragen, in der oftmals  Zuwanderung als Gefahr erscheine, trage zur Verunsicherung  bei. Dagegen helfe Betroffenen vor allem die Unterstützung von anderen Betroffenen. Deshalb bietet der Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen in samo.fa-Projektstädten Empowermentworkshops an. Der Bundesverband ist Träger von samo.fa und organisiert das Projekt seit 2016. Die Abkürzung samo.fa steht für Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisation in der Flüchtlingsarbeit. Hier haben sich Aktive aus Migrantenorganisationen mit anderen lokalen Akteuren bundesweit vernetzt, insgesamt sind 500 migrantische Organisationen in 32 Städten beteiligt.

„Aktive aus Migrantenorganisationen sind durch ihre eigenen Erfahrungen mit Rassismus, Diskriminierung und auch mit dem Ankommen in Deutschland besonders sensibel im Umgang mit dem Thema und mit Betroffenen“, sagt Djahim. „Vor allem können sie ganz genau an die Bedarfe der einzelnen und die Besonderheiten vor Ort anknüpfen.“ Strategien gegen Rassismus und Diskriminierung seien sehr individuell, so die Referentin. „Menschen können lernen, eine persönliche Haltung zu Hass und Ablehnung zu finden und Halt in ihren Communities finden.“ Das stärke die Betroffenen und hätte Ausstrahlung auf andere.

Das samo.fa-Projekt unterstützt Geflüchtete auf diese Weise z.B. auch in Leipzig: „Durch unser Netzwerk können wir Erfahrungen im Umgang mit Rassismus sammeln und weitergeben “, erklärt Miguel Ruiz,  lokaler Koordinator. „Als Migrantenorganisationen bemühen wir uns außerdem, auch mit anderen Trägern und Initiativen zusammenzuarbeiten, damit Begegnungsräume entstehen und erhalten bleiben. Diese sind für eine Sensibilisierung für das Thema und zum Abbau von Vorurteilen hilfreich.“ Workshops zur Demokratiebildung oder zum Umgang mit Diskriminierung sind solche Begegnungsräume.

Leipzig ist ein Beispiel dafür, wie Kooperationen das gesellschaftliche Zusammenleben einer Stadt verbessern können – und dabei auch die Interessen von Menschen mit Fluchtgeschichte einbringen, die sich auf den langen Weg in den neuen Alltag in Deutschland befinden.

Ein Ziel des laufenden dritten Projektjahres von samo.fa  ist es, Geflüchtete darin zu unterstützen, an den Einrichtungen, Leistungen und dem gemeinschaftlichen lokalen Leben gleichberechtigt teilzuhaben. Sie sollen darin bestärkt werden, Schwierigkeiten zu bewältigen, nicht den Mut zu verlieren und das eigene neue Leben bewusst in die Hand zu nehmen.  Es geht außerdem um eine langfristige Verankerung der Rolle der Migrantenorganisationen in der lokalen Flüchtlingsarbeit. Dafür laufen seit Mai im ganzen Land lokale Konferenzen, an denen Akteure der Stadtgesellschaft über nachhaltige Kooperationsmöglichkeiten diskutieren.

Auf der bundesweiten samo.fa-Konferenz am  14./15. September in München  mit allen Projektpartner*innen und Vertreter*innen aus Stadt-, Landes- und Bundespolitik und Zivilgesellschaft wird Bilanz gezogen: Wie kann die erfolgreiche Arbeit der Migrantenorganisationen vor Ort weitergeführt werden?

Hier gibt es Projektergebnisse.

Die Pressemitteilung als PDF downloaden. 

Ansprechpartner Leipzig: MEPa e.V. http://www.samofa.de/leipzig/; Miguel Angel Ruiz Martínez unter 016091525479 und Marisa Sanchez unter 017668509305.

Mehr Informationen über den Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. unter: www.bv-nemo.de

Pressekontakt: Moritz Makulla 0231-286 78 164,  presse@bv-nemo.de

Pressemitteilung: Geflüchtete: Noch nicht wirklich im neuen Alltag angekommen 3 – (Keine) Krise des Ehrenamtes

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Geflüchtete: Noch nicht wirklich im neuen Alltag angekommen – 3

Migrantenorganisationen: Keine Krise des Ehrenamtes in der Flüchtlingsarbeit

Dortmund, 9. August 2018. Drei Jahre nach dem „Flüchtlingssommer“ 2015 erleben viele soziale Organisationen eine Krise des Ehrenamtes in der Flüchtlingsarbeit: Viele Bürger*innen, die vor drei Jahren spontan gespendet, Menschen in Asylunterkünften zum Beispiel bei Behördengängen und Wohnungssuche unterstützten, haben ihr Engagement verringert oder ganz beendet. Das ist bei spontanem bürgerschaftlichen Engagement nicht selten: Dauert der Anlass für das Engagement über eine längere Zeit an, erlahmen oft Motiv und vor allem auch Kraft. „Außerdem werden die Anforderungen an Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit mit der Zeit komplizierter und es muss immer häufiger auch mit Enttäuschung und Verbitterung umgegangen werden“, sagt Dr. Wilfried Kruse aus dem Leitungsteam des im dritten Jahr laufenden Projekts samo.fa (Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit) des Bundesverbandes Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. (BV NeMO). „Spontane Dankbarkeit wie am Anfang kommt nicht mehr ohne Weiteres zurück.“ Und: Je mehr Helfer*innen sich zurückziehen, desto mehr Belastung und zum Teil Überlastung erleben die verbleibenden Freiwilligen.

Belastungen erleben auch die rund 9.000 Ehrenamtlichen aus Migrantenorganisationen, die im Rahmen von samo.fa bundesweit in 32 Städten aktiv sind. Aber: Anders als bei der spontanen Willkommenskultur bleibt ihre Unterstützung für Geflüchtete stabil und ihre Zahl geht nicht zurück, sondern steigt in einigen Städten sogar. Ein Grund dafür ist die Besonderheit des Projekts: Samo.fa wird von Migrantenorganisationen getragen und umgesetzt. „Im Unterschied zu den meisten Freundes- und Unterstützerkreisen, die sich per se nur zur Unterstützung von Geflüchteten gebildet haben, sind Migrantenorganisationen stabile Gemeinschaften, deren Fokus schon immer die Aufnahme von neuen Mitgliedern war, die neue Ideen einbringen“, sagt Beatrix Butto, samo.fa-Netzwerkbegleiterin für die süddeutschen Städte im Projekt und bei der Partnerorganisation Forum der Kulturen in Stuttgart beschäftigt. Denn viele der Migrantenorganisationen  gebe es schließlich schon seit den Anwerbeabkommen für Gastarbeiter in den 1950er Jahren. Ehrenamtliche aus Migrantenorganisationen sind in ihrem Engagement für Menschen mit Fluchtgeschichte auch deshalb stabiler, weil sie eben durch die Migrantenorganisationen einen gemeinschaftlichen, organisatorisch abgesicherten Rahmen zur Verfügung haben. Das zeigen die Erfahrungen aus allen 32 Städten des seit 2016 laufenden Projektes. Samo.fa vernetzt vor Ort Aktive aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit miteinander und mit anderen lokalen Akteuren. Deutschlandweit beteiligen sich mehr als 500 migrantische Vereine und Initiativen in 32 Städten am Projekt, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert wird.

„Ehrenamtliche mit eigener Migrations- oder Fluchtgeschichte können auch mit Rückschlägen auf dem langen Weg in den neuen Alltag in Deutschland besser umgehen“, sagt Beatrix Butto. „Sie wissen aus eigener Erfahrungen, dass es lange dauert, um alle Hürden des Ankommens zu meistern.“ Ihre eigenen Migrationserfahrungen und interkulturellen Kompetenzen führen zudem dazu, dass diese Ehrenamtlichen die Neuangekommenen beim langen Weg in den Alltag besonders einfühlsam und qualifiziert begleiten können. Das ist die Kernidee des gesamten samo.fa-Projekts, die auch beim stabilen ehrenamtlichen Engagement Erfolge zeigt.

„Es geht in der Flüchtlingshilfe in den meisten Fällen ja nicht mehr um die Beschaffung von fehlender Kleidung oder Möbeln, sondern um die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, sagt Butto. Wo und wie können sie ihre Fähigkeiten und Interesse einbringen? Für Butto steht fest: Bei Migrantenorganisationen, wo sie neue Engagementfelder und sinnvolle Aufgaben finden. „Das wirkt nicht nur der Gefahr von Desintegration  entgegen, sondern zeigt, dass Deutschland ein sehr offenes und vielfältiges Land ist, in der die Existenz von Menschen mit unterschiedlichen Migrationsgeschichten Normalität ist“, sagt die Netzwerkbegleiterin.

Auch für die aktiven Migrantenorganisationen selbst hat dies Vorteile, sagt Beatrix Butto: „Sie gewinnen durch Flüchtlingsarbeit Mitglieder und entwickeln sich damit weiter. Und auch die neuen Bürgerinnen und Bürger mit Fluchtgeschichte werden aktiver Teil dieser Gemeinschaft und bringen ihre Interesse und Kompetenzen mit ein.“

Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Migrationsforschung und interkulturellen Studien der Universität Osnabrück und des Bonner Friedens- und Konfliktforschungsinstituts BICC  haben ein Drittel aller Flüchtlingshelfer in Deutschland eine eigene Migrationsbiographie.

Wie kann die erfolgreiche Arbeit der Migrantenorganisationen vor Ort weitergeführt und das Engagement erhalten bleiben? Am 14./15. September zieht samo.fa auf der bundesweiten samo.fa Konferenz mit Projektpartnern und Vertreter*innen aus Stadt-, Landes- und Bundespolitik und Zivilgesellschaft Bilanz.

Hier gibt es Projektergebnisse.

Die Pressemitteilung als PDF downloaden. 

Mehr Informationen über den Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. unter: www.bv-nemo.de

Pressemitteilung: Geflüchtete: Noch nicht wirklich im neuen Alltag angekommen 2 – Fehlender Wohnraum

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Geflüchtete: Noch nicht wirklich im neuen Alltag angekommen – 2
Fehlende Wohnungen sind ein großes Integrationshindernis

Dortmund, 2. August 2018. Überall in Deutschland fehlt bezahlbarer Wohnraum – vor allem in den Großstädten. Für Geflüchtete bedeutet das, dass sie sehr lange in Übergangseinrichtungen leben. Viele ziehen bereits seit drei Jahren von einer Notunterkunft in die nächste, oft in immer neue Stadtteile. „Eine eigene Wohnung ist aber eine Grundvoraussetzung, um anzukommen und sich Zuhause zu fühlen“, sagt Julia Wellmann, Koordinatorin des Kölner samo.fa-Projektes. Samo.fa steht für Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit und vernetzt in 32 Städten in Deutschland ehrenamtliche Flüchtlingshelfer*innen aus Migrantenorganisationen miteinander und mit anderen Akteuren der Stadtgesellschaft. Bundesweit sind mehr als 500 Migrantenorganisationen an samo.fa beteiligt. Wohnraum für Geflüchtete ist bundesweit ein Problem, zeigen ihre Erfahrungen. Besonders in Städten mit einem angespannten Mietmarkt wie Köln ist es extrem schwierig, als Geflüchteter eine passende Wohnung zu finden: In der Millionenstadt fehlen generell rund 6.000 Wohnungen. Zu Wohnungsbesichtigungen kommen daher hunderte Interessenten, bringen wie für ein Vorstellungsgespräch Mappen mit Referenzen mit.

„Wer warum dann keine Wohnung bekommt, ist überhaupt nicht nachvollziehbar, denn der Mietmarkt ist größtenteils privat“, sagt Wellmann. „Die Vermieter können nach ihren eigenen Vorstellungen entscheiden, wer die Wohnung kriegt: Geflüchtete sind es oft nicht.“ Ohne Wohnung fällt Integration aber schwer, beobachten die samo.fa-Partner vor Ort bundesweit. In Gemeinschaftseinrichtungen fehlt es an Privatsphäre, aber die ist sehr wichtig für das Heimisch-Fühlen. „Der Wohnungsmangel in Deutschland ist eine der größten Hürden bei der Integration“, sagt Dr. Wilfried Kruse vom samo.fa-Leitungsteam auf Bundesebene. Ein Problem, für das allerdings keine schnelle Lösung in Sicht ist. Das sagen auch die lokalen Koordinatorinnen in Köln. Zwar versuchen auch Ehrenamtliche aus Migrantenorganisationen manchmal Wohnungen über private Kontakte zu vermitteln. „Es gibt aber schlicht zu wenige: Dieses Problem können Flüchtlingshelfer nicht lösen“, sagt Yvonne Niggemann, die zusammen mit Julia Wellmann im Solibund e.V. das samo.fa-Netzwerk koordiniert.

Und auch dann, wenn die Wohnungssuche erfolgreich war, bleiben oftmals Probleme, sagen die Kölnerinnen. Denn mit dem Einzug in eine Wohnung könne einhergehen, dass das bisherige Hilfenetz verloren gehe, Isolierung und Vereinsamung könne drohen, das zeigen auch die Erfahrungen aus anderen Städten. Nicht selten befinden sich die Wohnungen, die Geflüchtete letztendlich finden, in Stadtteilen, in denen sich soziale Probleme ballen. „Es ist nicht einfach, die Menschen in den Wohnungen zu erreichen“, sagt Julia Wellmann. In Köln fördert das samo.fa-Projekt deshalb Begegnungsräume in der Nachbarschaft, in denen sich alle Bewohner*innen eines Viertels treffen können – zu Aktivitäten wie gemeinsames Gärtnern oder zum Kaffee trinken. „So lernen sich die Nachbarn untereinander kennen und sind im Alltag füreinander da.“ Migrantenorganisationen sind dabei die Mittler, weil ihre Aktiven aus eigener Erfahrung mit dem Ankommen in Deutschland, ihrer Mehrsprachigkeit und interkulturellem Wissen, eine Brücke in die Nachbarschaft und damit die Stadtgesellschaft sind. Migrantenorganisation bieten selbst oftmals auch einen Ort der Begegnung, wie z.B. das „Haus der Vielfalt“ in Dortmund oder das „Haus der Kulturen“ in Braunschweig.

Ein Ziel des laufenden dritten Projektjahres von samo.fa. ist es vor allem, die Unterstützung nahe beim Alltagsleben der Menschen mit Fluchtgeschichte zu stabilisieren, im Feld von Wohnen und Quartier, wie auch in anderen Lebensbereichen. Und es geht um eine langfristige Verankerung der Rolle der Migrantenorganisationen in der lokalen Flüchtlingsarbeit. Dafür laufen seit Mai im ganzen Land lokale Konferenzen, an denen Akteure der Stadtgesellschaft über nachhaltige Kooperationsmöglichkeiten diskutieren.

Auf der bundesweiten samo.fa Konferenz mit Projektpartnern und Vertreter*innen aus Stadt-, Landes- und Bundespolitik und Zivilgesellschaft am 14./15. September in München wird Bilanz
gezogen: Wie kann die erfolgreiche Arbeit der Migrantenorganisationen vor Ort weitergeführt werden?

Ansprechpartner Köln: Solibund e.V.

Yvonne Niggemeier unter 0163 21 80 958 und Julia Wellmann unter 0176 647 776 28

Hier gibt es Projektergebnisse.

Die Pressemitteilung als PDF downloaden. 

Mehr Informationen über den Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. unter:
www.bv-nemo.de

Pressekontakt: 0231 286 78 754 oder 030 56820303, presse@bv-nemo.de

Pressemitteilung: Geflüchtete: Noch nicht wirklich im neuen Alltag angekommen 1

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Geflüchtete: Noch nicht wirklich im neuen Alltag angekommen – 1

Bundesweites Netzwerk macht auf Integrationshürden aufmerksam

Dortmund, 26. Juli 2018. Drei Jahre nach dem „Flüchtlingssommer“ 2015 zeigt sich: Der Weg der Geflüchteten, die hierbleiben, in ihren neuen Alltag ist lang und schwierig. „Dies gerät angesichts der aufgeheizten öffentlichen Diskussion leicht aus dem Blick – mit Risiken für die Betroffenen, aber auch für die Gesellschaft insgesamt“, sagt Dr. Wilfried Kruse aus dem Leitungsteam des im dritten Jahr laufenden Projekts samo.fa (Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit) des Bundesverbandes Netzwerke von Migrantenorganisationen (BV NeMO e.V.) Der Bedarf dieser Menschen mit Fluchtgeschichte an zugewandter Beratung und Begleitung ist sogar gestiegen, zeigen die Erfahrungen aus den bundesweit 32 Städten, in denen samo.fa das Engagement Ehrenamtlicher aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit unterstützt. „Gleichzeitig steigt auch das Risiko zunehmender Frustration“, sagt der Dortmunder Sozialforscher Kruse. „Denn der Prozess des Ankommens ist noch lange nicht abgeschlossen.“

Eine der größten Barrieren für das wirkliche Ankommen Geflüchteter in der deutschen Gesellschaft sieht auch das bundesweite samo.fa -Netzwerk im angespannten Wohnungsmarkt. „Hier gibt es keine Aussicht auf schnelle Lösungen“, sagt Dr. Wilfried Kruse. Auch auf dem Arbeitsmarkt sind die wenigsten schon angekommen, jedenfalls, wenn es um stabile legale Beschäftigung mit ausreichender Bezahlung geht. Schwierigkeiten bereiten zudem weiterhin die Zugänge zum Gesundheits- und Bildungssystem, zeigt die Projektauswertung. Und: Überall berichten in der Flüchtlingsarbeit Aktive von Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen in einem insgesamt schwieriger werdendem gesellschaftlichen Klima. Auch leben viele Geflüchtete – trotz bereits längerem Aufenthalt in Deutschland – mit unsicherem Aufenthaltsstatus und der Ungewissheit, wann und ob ihre Familienangehörigen nachkommen werden. „Existenzielle Unsicherheiten bestimmen das Leben vieler Geflüchteter“, sagt Kruse. „Es bestehen erhebliche Risiken, auf dem Weg in den Alltag zu scheitern und in einer prekären Lebenslage zu bleiben.“

Migrantenorganisationen und ihre aktiven Ehrenamtlichen übernehmen in den samo.fa-Projekten vor Ort eine Lotsenfunktion beim Ankommen in der Stadtgesellschaft und beim Abfedern von Risiken – in enger Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und mit den Kommunen. Das Besondere: Samo.fa wird von Migrantenorganisationen getragen und umgesetzt. Deutschlandweit beteiligen sich mehr als 500 migrantische Vereine und Initiativen in 32 Städten am Projekt, das seit 2016 vom Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. durchgeführt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert wird. Seitdem haben sich vor Ort Aktive aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit miteinander und mit anderen Akteuren aus ihrer Kommune vernetzt und Migrantenorganisationen zu Verbünden zusammengeschlossen. Ihre Veranstaltungen und Angebote nutzten allein in 2017 mehr als 100.000 Menschen. Durch ihre eigenen Migrationserfahrungen und interkulturellen Kompetenzen konnten und können diese Ehrenamtlichen die Neuangekommenen beim langen Weg in den Alltag besonders einfühlsam und qualifiziert begleiten – so die Kernidee von samo.fa. Das Grundprinzip: Die Migrantenorganisationen arbeiten herkunftsübergreifend miteinander, vernetzen ihre unterschiedlichen Fähigkeiten und Angebote für das gemeinsame Anliegen: Dort, wo sie selbst leben und wohin nun neue Geflüchtete gekommen sind, wollen sie dazu beitragen, die Lebensverhältnisse der Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte zu verbessern und sie „auf Augenhöhe“ mitgestalten. „Würde das Engagement von Aktiven aus Migrantenorganisationen in der nächsten Zeit stark zurückgehen, hätte dies negative Auswirkungen für Integration und Teilhabe der Geflüchteten auf ihrem langen Weg in einen normalen neuen Alltag“, sagt auch Dr. Ümit Koşan, Vorsitzender des BV NeMOs und Teil des dreiköpfigen samo.fa-Leitungsteams. „Ziel des laufenden dritten Projektjahres ist es vor allem, die Unterstützung nahe beim Alltagsleben der Menschen mit Fluchtgeschichte stabil zu machen und eine langfristige Verankerung und die Anerkennung der Rolle der Migrantenorganisationen in der lokalen Flüchtlings-arbeit zu erreichen. Dafür laufen seit Mai im ganzen Land lokale Konferenzen, an denen Akteure der Stadtgesellschaft über nachhaltige Kooperationsmöglichkeiten diskutieren.

Auf der bundesweiten samo.fa Konferenz mit Projektpartnern und Vertreter*innen aus Stadt-, Landes- und Bundespolitik und Zivilgesellschaft am 14./15. September in München wird Bilanz gezogen: Wie kann die erfolgreiche Arbeit der Migrantenorganisationen vor Ort weitergeführt werden?

Hier gibt es Projektergebnisse.

Die Pressemitteilung als PDF downloaden.

 

Mehr Informationen über den Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. unter: www.bv-nemo.de
Pressekontakt: 0231-286 78 754, presse@bv-nemo.de

„Gemeinsam im Alltag“ in Heilbronn

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Heilbronner Migrantenorganisationen engagieren sich für und mit Geflüchteten. Dieses Engagement unterstützt seit 2016 das bundesweite Projekt samo.fa (Stärkung von Aktiven aus Migrantenorganisationen). Der Ende 2017 gegründete Dachverband von Heilbronner Migrantenorganisationen – das Netzwerk der Kulturen Heilbronn e.V. – verstärkt und unterstützt weiterhin Vereine in ihrem Handeln. Um die Zusammenarbeit zu erhöhen, kam der Impuls seitens samo.fas, eine lokale Konferenz unter dem Motto „Gemeinsam im Alltag“ zu veranstalten, wie gerufen.

Mit den beiden Fragen im Hintergrund: „Wie sieht das Engagement von Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit 2019 aus?“ zum einen und „welche Kooperations- und Unterstützungsmöglichkeiten bestehen seitens der kommunalen Akteure?“ zum anderen, gab es ein buntes Potpourri von vier Impulsvorträgen und Plenums-Diskussionen, die eines gezeigt haben: Heilbronns Migrantenorganisationen werden sehr wohl von den politischen Akteuren wahrgenommen und sollten ihre Anstrengung aufrecht erhalten, sich noch besser zu vernetzen.

Dabei geht es zumindest in Heilbronn darum, mit der Arbeitsgemeinschaft Flüchtlingsarbeit näher zu rücken, um einzelne Projekte mit den Vereinen herauszuarbeiten und umzusetzen und das geschaffene Netzwerk der Stabsstelle Partizipation und Integration noch stärker zu nutzen. Alle Teilnehmer der Konferenz haben sich für die Teilnahme an der Bundesgartenschau ausgesprochen und hoffen für die Zukunft, dass das bisherige hohe Engagement auch zukünftig redaktionellen Anklang in den lokalen und überregionalen Medien findet.

Alles in allem war es eine intensive Konferenz, deren Früchte schon absehbar sind.

(v. links n. rechts): Abraham Halle (eritreischer Verein), Shamim Sattar (dt. -Indischer Verein Bharatiya), Sibylle Schmidt (dt. -afrikanischer Verein) Dr. Bora Tuncer (Turkish Round Table Club), Sam Abdoulaye (dt. -afrikanischer Verein), Roswitha Keicher (Stabsstelle Partiziption & Integration), Martin Melke (Suryoye Kirchhausen), Sonia Baptista-Fleckenstein (Beija-Flor-Brasil), Ruth Kafitz (Netzwerk der Kulturen), Tülay Güner (adis e. V.), Kathrin Lehel (Caritas – ARGE Flüchtlingsarbeit), Beatrix Butto (samo.fa) Anja Lobmeier (AWO – ARGE Flüchtlingsarbeit), Panos Pantaliokas (Griechische Gemeinde), Fikri Melke (Suryoye Kirchhausen), Zeki Oztas (Suryoye Kirchhausen)

Flüchtlingsarbeit am Scheideweg. Bundesnetzwerktreffen am 27. Juni 2018 in Dortmund

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Zentrales Thema beim Sondertreffen des samo.fa-Netzwerkes am 27. Juni 2018 im Haus der Vielfalt der Vielfalt in Dortmund war die nachhaltige Verankerung der Arbeit mit Geflüchteten vor Ort: Wie können die Angebote auch nach 2018 weitergehen? Auf welchen strukturellen Ebenen lassen sich Kooperationen aushandeln und wie können andere Akteure angesprochen und von Kooperationen überzeugt werden – in einem sich veränderndem gesellschaftlichen und politischen Klima? „Auch kleine Finanzierungen von Kommunen und anderen Trägern sind dabei wichtig“, betonte Dr. Wilfried Kruse vom Projektleitungsteam. „Sie bedeuten neben dem Fortbestand eines Puzzlestückes im Angebot, dass Migrantenorganisationen als Player wahrgenommen werden und ihre Stimme in der Stadt ein Gewicht hat.“

Best Practice Beispiele von Kooperationen der lokalen Projekte der verschiedenen Städte werden auf der bundesweiten Konferenz am 14./15. September in München vorgestellt. Deren Abläufe waren auch ein weiteres wichtiges Thema des Arbeitstreffens. Eine Checkliste zur nachhaltigen Verankerung vor Ort und eine Analyse der künftigen Herausforderungen in der Arbeit mit und für Menschen mit Fluchtgeschichte stehen ab sofort im internen Bereich zur Verfügung. Auch Beispiele für getroffene schriftliche Vereinbarungen und erfolgreiche Projektanträge werden hier ab sofort regelmäßig aktuell eingestellt – um die Erfahrungen der anderen Netzwerkpartner erfolgreich füreinander nutzen zu können.

Übersicht zum Weltflüchtlingstag 2018

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Am 20. Juni findet der Weltflüchtlingstag statt. Zahlreiche Partner des samo.fa-Projekts nehmen diesen Tag zum Anlass, auf die Lage der Geflüchteten in Deutschland hinzuweisen und den Menschen das Thema „Flucht“ näher zu bringen. Aber es soll auch auf die Stärke und Entschlossenheit der Menschen aufmerksam gemacht werden, die ihre Heimat verlassen mussten und jetzt in einem neuen Land ankommen.

Zum Programm gehört die lokale Konferenz der Reihe „Gemeinsam im Alltag“ in Hoyerswerda, bei der Ehrenamtlich Aktive und Geflüchtete mit Akteuren der Stadt ins Gespräch kommen.

In München veranstaltet der lokale samo.fa Partner MORGEN e.V. zudem eine Party unter dem Motto „Prost- Heimat“.

Interessant ist auch die Radiosendung des Partners Brücke der Kulturen Hildesheim e.V., die zusammen mit dem Arbeitskreis Ehrenamtskoordinierung der Flüchtlingsarbeit (u.a. anderem bestehend aus Vertreter*innen der Stadt Hildesheim, des Landkreises Hildesheim, Caritas, des Diakonischen Werks und den Johannitern) aufgenommen wurde. Thema sind dringende Anliegen von Geflüchteten und Ehrenamtlichen in Hildesheim.

Die Sendung wird um 13:00 Uhr auf dem lokalen Radiosender Radio Tonkuhle 105,3 ausgestrahlt und ist einer von vielen unterschiedlichen Programmpunkten zum Thementag des Projektes Refugee Radio Hildesheim (die Sendung kann auch im Livestream verfolgt werden).

In Witten beteiligt samo.fa sich an einer Großausstellung am Berliner Platz. Dort stellen verschiedene Künstler ihre Werke zum Thema „Flucht“ aus. Zahlreiche Geschäfte dienen an diesem Nachmittag daher als Galerie, statt schoppen kann eindringliche Kunst betrachtet werden.

Zudem findet ein Gesprächskreis in Freiburg statt sowie ein Netzwerktreffen für geflüchtete Frauen im Haus der Vielfalt in Dortmund.

Hasan und die Enkel im neuen Dresdener Weltclub

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Seit dem 5. Mai läuft im Dresdner Weltclub die Wanderausstellung „Hasan und die Enkel“ – erweitert um Themen und Dokumente der Dresdener Migration wie die der Vertragsarbeiter in der DDR. Mit der Ausstellung wurde zugleich der Weltclub eröffnet: Das neue Gebäude des samo.fa-Partners Afropa e.V., das ab sofort ein Ort der Begegnung und der Flüchtlingsarbeit im Stadtteil ist. Gleichzeitig ist der Weltclub der Beginn eines neuen lokalen Verbundes von Migrantenorganisationen aus Dresden. „Wir fordern den Plural von Heimat“, diese Forderung hatten bei der Konzeption Jugendliche aus Dortmund in die Ausstellung eingebracht. Das griff bei der Vernissage auch Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch auf: „Mit Heimat ist es genau wie mit Identitäten: davon gibt es viele“, sagte Klepsch, die hofft, dass die Ausstellung und der Weltclub alle Dresdener Bürger verbinden wird. Fragen zu Heimat, Identität und Zusammenleben wirft die vom Dortmunder Arbeitssoziologen und wissenschaftlichen samo.fa-Leiter Dr. Wilfried Kruse in 2015 initiierte mehrstufige Ausstellung an vielen Stellen auf – und lässt verschiedene Generationen die Antworten geben.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 1. Juli 2018 im Weltclub in Dresden-Neustadt, Königsbrücker Str. 13. Jeden Samstag findet eine Begleitveranstaltung zu Themen der Dresdener Migration statt.

Öffnungszeiten: Montag und Donnerstag von 10:00 bis 16:00 Uhr, Mittwoch und Freitag von 10:00 bis 21:00 Uhr, Samstag von 12:00 bis 16:00 Uhr und Sonntag von 14:00 bis 17:00 Uhr. An jedem Samstag: 19:00 bis 21:00 Uhr Veranstaltung und ab ca. 21:00 Uhr interkulturelle Musik-und Tanznacht.

Ein Pressespiegel zur Veranstaltung gibt es hier zum Download. 

Bundesnetzwerktreffen Dresden : Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

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Unterstützung, die nah bei den Menschen ist, aber keine Bevormundung. Das brauchen Geflüchtete in 2018 – und werden es auch noch einige Jahre lang brauchen. Denn: „Das Risiko des Scheiterns auf dem Weg in die Normalität ist groß“, betonte Dr. Wilfried Kruse auf dem 2. Bundesnetzwerktreffen in Dresden (3.5.-4.5) – bei dem die Nachhaltigkeit des Projekts und vor allem die des Engagements in der Flüchtlingsarbeit im Zentrum stand. Wie können Migrantenorganisationen ihre Strukturen und ihre Arbeit so stabil in der Stadtgesellschaft verankern, dass Angebote bleiben und Migrantenorganisationen Politik vor Ort auf Augenhöhe mitgestalten? „Das kollektive Gedächtnis von Flucht und Migration ist ein Alleinstellungsmerkmal von Migrantenorganisationen“, sagte Kruse. „Es kann jetzt eine Phase beginnen, in denen Migrantenorganisationen die entscheidende Rolle bei der Integration in der Stadtgesellschaft spielen.“ Die detaillierte Auswertung der Städtedossiers steht hier.

Der Weg dahin hat für die Koordinator*innen aus den 32 Städten schon begonnen: Mit kommunalen Gesprächen, deren Ziel es ist, in Bielefeld eine Dienstleistungsstelle aufzubauen. Von der aus wollen Migrantenorganisationen in Bielefeld ihre Arbeit mit Geflüchteten künftig vernetzen und koordinieren. Oder mit der strukturellen Förderung der Landeshauptstadt Dresden, aus der beim samo.fa-Partner und Gastgeber Afropa e.V. mit dem Weltclub ein Ort für Beratung, Kultur und Vierteltreffpunkt eröffnet wurde – und gleichzeitig ein Verbund mehrerer Dresdener Migrantenvereine entstanden ist. Wie und womit Partner vor Ort die verschiedenen Zielgruppen Oberbürgermeister und kommunale Integrationsbeauftragte oder Akteure auf Landesebene ansprechen können, war intensiv diskutiertes Thema der drei Arbeitsgruppen. Die detaillierten Ergebnisse der Arbeitsgruppen stehen bald zum Download im internen Bereich.

 

Wissenkompakt bestimmte den zweiten Tag des Treffens. In zwei Blöcken diskutierten die Koordinator*innen nach kurzen Inputs mit Expert*innen über Themen und Fragen, mit denen sie in ihrer täglichen Arbeit zu tun haben: Asylgesetzgebung und Asylpolitik mit Dr. Sascha Krannich vom Forschungskolleg Siegen, den Umgang mit Rechtspopulismus und Rassismus mit Politikwissenschaftler Dr. Christian Demuth und die Frage, ob Islamische Gemeinden Partner oder Konkurrenten in der Flüchtlingsarbeit sind. Komplexe Fragen, für die es keine Standardantworten geben kann. Zum Beispiel beim Umgang mit Rechtspopulisten, der in vielen Städten großes Thema ist. „Wird der Zusammenhalt aller demokratischen Akteure für Toleranz und Vielfalt betont, nutzen Rechtspopulisten das, um sich als revolutionäre Alternative und Systemopfer zu inszenieren“, sagte Christian Demuth, der in Dresden den Verein Bürger.Courage gegründet hat. Er rät, bei der Argumentation gegen Rechtspopulismus auch andere Perspektiven als die linksliberale und weltoffene zu wählen. Statt auf den Wert Toleranz an sich zu verweisen, sollte in Diskussionen auf die schädliche Auswirkung von Rechtspopulismus beim Zusammenleben in der Nachbarschaft hingewiesen werden oder auf einen gemeinsamen Nenner wie: „alle sollen sich an die Regeln halten“.

Im zweiten Block ging es um Vielfalt im urbanen Alltag, Arbeitsmarktintegration und diskriminierungsfreien Umgang mit Wertekonflikten. Über die Konzepte, Strukturen und Rahmenbedingungen in der Landesflüchtlingspolitik berichteten Andreas Germershausen (Integrationsbeauftragter des Berliner Senats) und Sebastian Vogel (Leiter des Geschäftsbereiches der sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration).

Im letzten Plenum ging es um Erinnerungsorte und gemeinsame Erzählungen und die Frage, wozu Ausstellungen zur Einwanderungen so wichtig sind – Ausstellungen wie „Hasan und die Enkel“, die mit der Eröffnung des Weltclubs in Dresden startete.

samo.fa WissenKompakt: neue Veranstaltungs- und Fortbildungsreihe

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Asylpolitik und Arbeitsmarktintegration, aber auch der Umgang mit Rechtspopulismus und Vielfalt im Alltag stehen im Fokus der neuen Veranstaltungsreihe „samo.fa-Wissenkompakt“. Am 4. Mai kommen hierfür die lokalen samo.fa Partner und Vorstände aus mittlerweile 32 Partnerstädten mit Expert*innen aus dem migrationspolitischen Kontext in Dresden zusammen.

In zwei Blöcken findet in parallelen Arbeitsgruppen ein intensiver Austausch statt, der immer durch einen Inputbeitrag eines Experten eingeleitet wird. Gerahmt und thematisch ergänzt werden die Arbeitsgruppen-Blöcke durch Plenarsitzungen, an denen alle Gäste teilnehmen können. Am Ende des Tages steht ein gemeinsamer Besuch der Ausstellung „Hasan und die Enkel oder: Zusammenleben in Dresden“ auf der Tagesordnung.

Download des kompletten Programms hier.

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Zur Veranstaltung werden kommen:  

Kemal Bozay, Prof. Dr., Fachhochschule Dortmund und Universität Köln, (Mit-) Autor von Studien und Büchern zu „Migration und Bildung“ und zu Diskriminierung und Rassismus, u.a.  gemeinsam mit anderen der Sammelband Die haben gedacht, wir waren das. MigrantInnen über Rassismus und rechte Gewalt (2016)

Wolf-Dietrich Bukow, Prof. Dr., Universität Siegen, Professor am Forschungskolleg Siegen „Zukunft menschlich gestalten“, Forschungsschwerpunkte u.a. Diversität und städtische Räume, zahlreiche Veröffentlichungen, u.a.: (Zusammen mit Melanie Behrens, Karin Cudak, Christoph Strünck) Inclusive City – Überlegungen zum Verhältnis von Mobilität und Diversität zur Stadtgesellschaft. Wiesbaden 2015

Christian Demuth, Dr.  Politikwissenschaftler, Vorsitzender des Herbert-Wehner-Bildungswerks Dresden und Vorsitzender des Vereins Bürger.Courage Dresden

Daniela Di Pinto und Sebastian Miksch sind Studierende der TU Dresden und haben an der von Swen Steinberg initiierten Wanderausstellung „Kommen Gehen Bleiben: Migrationsgeschichte(n) aus Sachsen“ mitgearbeitet.

Andreas Germershausen, Integrationsbeauftragter des Berliner Senats

Matthias Knuth, Prof. Dr. Universität Duisburg-Essen, bis 2011 Forschungsdirektor am dortigen IAT Institut Arbeit und Qualifikation; Forschungs- und Beratungsschwerpunkte sind Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen als WISO-Diskurs 21/2016Juni 2011 Leiter der Forschungsabteilung „Arbeitsmarkt-Integration – Mobilität“ im Institut Arbeit und Qualifikation

Sascha Krannich, Dr., Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungskolleg Siegen, Schwerpunkt Migrationsforschung, Veröffentlichung u.a. 2013: Migrations- und Integrationspolitik im europäischen Vergleich. Einführung in das Buch [Migration and Integration Policies in an European Comparison], in: Migrations- und Integrationspolitik im europäischen Vergleich. Jahrbuch Migration 2012/2013, edited by Uwe Hunger, Roswitha Pioch, and Stefan Rother, Münster: LIT Verlag, 9-16 (with Uwe Hunger, Roswitha Pioch, Stefan Rother and Philipp Karl).

Natalia Loinaz, aktiv bei Inssan e.V. Berlin; Inssan setzt sich für die gleichberechtigte Teilhabe der muslimischen Communities ein. Die Informationswissenschaftlerin Natalia Loinaz ist Projektleiterin des Projektes Wegweiser: Mentor_innen für Flüchtlinge und organisiert das Netzwerktreffen muslimischer Akteure in der Sozialen Arbeit. Sie ist Trainerin für Diversity, Antidiskriminierung und Organisationsentwicklung.

Hermann Nehls, langjähriger DGB-Mitarbeiter im Bereich Berufliche Bildung und Weiterbildung, Sozialattaché an der Deutschen Botschaft in Washington, jetzt als Referent im Bereich Migrations- und Antirassismuspolitik beim Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds

als integralen Teil der Gesellschaft in Deutschland.ch seit Jahren für die gleichberechtigte Teilhabe

Rainer Ohliger, Historiker und Sozialwissenschaftler. Hauptforschungs- und Interessengebiete sind historische und internationale Migration, interethnische Beziehungen sowie Geschichte und Gedächtnis in der Einwanderungsgesellschaft, Vorstand von „Netzwerk Migration in Europa e.V.“, zahlreiche Veröffentlichungen

Düzgün Polat, interkultureller Trainer / Interkulturelle Öffnung / Diversity Management
Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH Augsburg

Swen Steinberg, Dr., lehrt und forscht im Fachbereich Geschichte der TU Dresden, von 2014 bis 2016 war er mit einem DFG-Forschungsstipendium an der University of California in Los Angeles, Mitarbeit im Netzwerk Flüchtlingsforschung, aktuell präsentiert er zusammen mit acht Studierenden in Dresden eine Wanderausstallung „Kommen Gehen Bleiben: Migrationsgeschichte(n) aus Sachsen“

Migrantenorganisationen aus Friedrichshafen für Frauen – Das INTERKULTURELLE FRAUENPROGRAMM 2018 beginnt

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HÄFLER Migrantenorganisationen für FRAUEN – Das INTERKULTURELLE FRAUENPROGRAMM 2018 beginnt

Friedrichshafen – Vier „Häfler“ Migrantenorganisationen veranstalten in Kooperation mit dem Projekt samo.fa des CJD Friedrichshafen von April bis Juli 2018 zehn interkulturelle Veranstaltungen für Frauen. Für den Herbst 2018 ist bereits eine Fortsetzung geplant.
In Friedrichshafen leben fast 30 000 Frauen. Diese Frauen sprechen verschiedene Sprachen und stammen aus verschiedenen Kulturen. Es sind Frauen, die verschiedene Leben führen, vielleicht verschiedene Vorlieben besitzen, sicher auch unterschiedliche Erfahrungen gesammelt haben und vielleicht auch verschiedene Ziele verfolgen. In zwei Punkten sind sich diese Frauen jedoch alle gleich. Sie sind Frauen, die in Friedrichshafen leben. Dabei spielt es in erster Linie keine Rolle, ob diese Frauen in Friedrichshafen geboren oder vielleicht erst vor Kurzem aus privaten oder beruflichen Gründen nach Friedrichshafen gekommen sind.
Gerade wenn Frauen erst kürzlich nach Friedrichshafen gekommen sind und sprachliche oder kulturelle Hintergründe den Zugang zur Öffentlichkeit erschweren, können Migrantenorganisationen als Netzwerk und Bindeglied integrative Arbeit leisten. Mit den kostenlosen Frauenprojekten möchten der Bildungshafen e.V., DITIB e.V., InDiBo e.V. und der interkulturelle Frauenarbeitskreis GEA e.V. ihren Beitrag dazu leisten. Das Projekt „Unter Frauen“ soll gezielt Frauen eine Plattform für gegenseitiges Kennenlernen und Austausch geben, unabhängig von Herkunft, Konfession und Sprache. Das Frauenprogramm ist ein Mix aus Workshops, Vorträgen und netten Gesprächen „Unter Frauen“. Ein Projekt, das auch von der Frauenbeauftragten der Stadt Friedrichshafen unterstützt wird.
Im Rahmen des Programms findet am Donnerstag, dem 26. April 2018 ab 19 Uhr im Theater „Atrium“, in der Caserne Fallenbrunnen, eine Lesung mit der Bestsellerautorin und Journalistin Alexandra Cavelius statt. Sie liest aus ihrem Buch „Ich bleibe eine Tochter des Lichtes“. Eine erschütternde Geschichte von Shirin, einer jungen Jesidin, welche von Terroristen des „IS“ verschleppt, als „Braut“ verkauft und als Sexsklavin gehalten wurde, bis ihr die Flucht gelang. Dies ist die einzige der zehn Veranstaltungen, welche auch für das männliche Publikum geöffnet ist.
Anmeldungen für einzelne Programmtermine nehmen die teilnehmenden Migrantenorganisationen direkt entgegen.

Das gesamte Programm gibt es hier als Download.

Die Pressemitteilung gibt es hier als Download.

Kontinuität und Stabilität in der lokalen Flüchtlingsarbeit – Migrantenorganisationen als zentrale Begleiter in den neuen schwierigen Alltag

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Zur Entwicklung der lokalen Flüchtlingsarbeit und der Rolle von Migrantenorganisationen im Rahmen von samo.fa – ein Rückblick

Dr. Wilfried Kruse, Dr. Ümit Koşan, Ismail Köylüoglu (samo.fa-Projektleitung), Stand 26.3.2018

In 2017 hat sich nicht nur die Lage der Geflüchteten verändert, sondern auch die Rolle von Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit vor Ort. Die Auswertung des Projektjahres 2017 fasst die Herausforderungen in den 30 samo.fa-Städten zusammen, gibt einen Überblick über die im Projekt aufgebauten Strukturen und Kooperationen und ordnet sie in den migrationspolitischen lokalen und überregionalen Kontext von Stadtgesellschaften ein, die im dritten Jahr – nach dem Flüchtlingssommer 2015 – neue Bedürfnisse haben.

Grundlage der Analyse sind die schriftlichen Dokumentationen – die so genannten Städtedossiers – der lokalen Partner und vor Ort-Besuche. Die Ergebnisse geben ein umfassendes Bild über die Arbeit mit Geflüchteten in Deutschland und die Rolle von Migrantenorganisationen. samo.fa ist nicht gleichmäßig über alle Bundesländer verteilt. Zudem ist davon auszugehen, dass die politische Mitbestimmung von Migrantenorganisationen in samo.fa-Städten ausgeprägter ist, weil auf dieses Ziel hingearbeitet wurde.

1. Die Situation Geflüchteter und die Herausforderungen im dritten Jahr des samo.fa-Projekts¹

Die Lage der Geflüchteten² ist Ende 2017 ganz deutlich durch die bereits lange andauernde Aufenthaltszeit geprägt. Für viele von ihnen ist der Eintritt in einen Alltag und seine Normalisierung noch durch diverse Umstände behindert und erschwert.Hierzu zählen insbesondere ein ungesicherter Aufenthaltsstatus bzw. eine drohende Abschiebung und die Unsicherheiten, was den Familiennachzug betrifft. In dem Maße, wie samo.fa in den Communities als eine Stelle bekannt geworden ist, der man Vertrauen schenken und von der man Unterstützung erwarten kann – was vielfach über „Mund-zu-Mund“-Kommunikation verläuft und von den jeweiligen sprachlichen Verständigungsmöglichkeiten abhängig ist – , werden die mit diesen Unsicherheiten verbundenen Belastungen immer deutlicher zum Ausdruck gebracht. Der Bedarf an stabiler, zugewandter Beratung und Begleitung steigt, aber auch das Risiko zunehmender Frustration.

Die Situation auf dem Wohnungsmarkt

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum bzw. der Wohnungsmarkt bedeuten nahezu durchgehend die aktuell größte Barriere in Hinblick auf die Normalisierung des Alltags, oftmals ohne Aussicht auf rasche Lösungen. Insbesondere in den Großstädten ist die Lage dramatisch und führt oftmals dazu, dass der Aufenthalt in den Übergangseinrichtungen verlängert wird oder ein Umzug in andere Gruppenunterkünfte erfolgt. Der Übergang in Wohnungen ist zur einen Seite hin ein wichtiger Schritt zur eigenständigen Lebensführung, birgt aber mindestens zwei Risiken: Zum einen findet sich bezahlbarer Wohnraum oftmals nur in prekären Wohnlagen, zum anderen droht mit dem Übergang in Wohnungen auch Vereinzelung und soziale Isolierung. Als Folge wächst das Erfordernis an stadteilbezogener Arbeit. Genau damit werden Migrantenorganisationen als Ort von gemeinschaftlicher Zugehörigkeit und heimisch Werden immer wichtiger. Aus allen Städten berichten Projektverantwortliche, dass das Bedürfnis nach sicheren Begegnungsräumen stark ansteigt.

Grundsätzlich geht es dabei nicht nur darum, über sichere Begegnungsräume verfügen zu können, sondern auch verlässliche Zeitstrukturen zu etablieren – also Treffpunkte und Beratungsangebote im wöchentlichen Turnus immer zu denselben Zeiten etc. Verlässliche Raum- und Zeitstrukturen bieten in einem Leben, das von den Herausforderungen eines neuen Alltags und vielen, oftmals sehr existentiellen Unsicherheiten geprägt ist, eine Art „Orientierungsrahmen“. Dieser muss aufrechterhalten werden, was erhebliche logistische Disziplin und Ressourcen erfordert.

Geflüchtete Frauen sind an vielen samo.fa-Orten zu einer wichtigen Zielgruppe geworden, mit denen – z.T. gemeinsam mit dem MUT-Projekt der Migrantinnenorganisation DaMigra – gearbeitet wird. Frauen sind – so die durchgehende Beobachtung – in besonders starker Weise in ihrem Radius auf die Wohnräume beschränkt. Um ihnen Gelegenheit zu geben, sich in der neuen Umgebung sicherer zu fühlen und auch außerhalb des Wohnbereichs aktiv am Leben teilzuhaben, sind sichere Begegnungsorte und eine verständnisvolle aber auch professionelle Begleitung erforderlich, was dies zu einem wichtigen Feld von weiblichen Aktiven aus Migrantenorganisationen macht. Nur eine solche Einbettung macht es möglich, auch über Gewalterfahrungen und weibliches Selbstverständnis zu sprechen. Die besondere Verletzlichkeit der Frauen, aber auch ihre solidarische Stärke sind durchgehend Thema in 2017.

Zugang zum Gesundheitssystem

In diesem Zusammenhang wird der Zugang zum Gesundheitssystem, der insgesamt mit vielen bürokratischen Hindernissen und sozial-psychologischen Barrieren belastet ist, besonders kritisch. Kulturelle Unterschiede im Umgang mit Krankheit und sprachliche Barrieren erschweren besonders für neuzugewanderte Frauen die selbstverständliche Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten. Auch diese Problematik wird standortübergreifend thematisiert: Einige samo.fa-Projekte haben darauf mit dem Konzept Gesundheitsmittler*in geantwortet: Eine Sonderform von Sprachmittler*innen, die aus den migrantischen Communities kommen und deren Einsatz im Alltag auf längere Zeit nicht entbehrlich sein wird. Traumabewältigung, die man auch als einen längerdauernden Prozess mit der Möglichkeit von Rückschlägen verstehen muss, gehört auch zu diesem Feld und befindet sich zugleich an einer sehr wichtigen und schwierigen Schnittstelle zwischen verständiger Alltagssolidarität und professioneller Hilfe.

Die besonderen Herausforderungen von Kindern und Jugendlichen

Von Beginn hatten die samo.fa-Partner vor Ort Kinder und Jugendliche, insbesondere auch Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, im Blick – mit einer Fülle von Aktivitäten, über Freizeit, Sport, bis zu sprachaktivierenden Kursen. Nahezu durchgehend wird nun die Beobachtung gemacht, dass es jenseits des – auch nicht immer gewährleisteten – Zugangs zu KiTas und normalem Schulunterricht bei vielen Kindern und jungen Leuten erhebliche Schwierigkeiten und Scheiter-Risiken gibt. Das Bildungssystem ist offenkundig nicht gut darauf vorbereitet und eingestellt, mit sehr heterogenen Kinder- und Schüler*innen-Gruppen fördernd umzugehen. Die Unterstützung, die vielfach vor Ort aufgebaut und betrieben wird, läuft im Grunde auf „Nachhilfe“ hinaus. Die ist keineswegs trivial weil, auch die Eltern in positiver Weise einbezogen werden müssen, um erfolgreich zu sein. In samo.fa mitarbeitende Migrantenorganisationen sind in diesem Feld an verschiedenen Orten aktiv und erproben auch neue Partnerschaften, z.B. mit Hochschulen, um „Mentor*innen“ zu gewinnen. Für die Älteren unter den jungen Leuten, von denen oft gesagt wird, dass sie „auf der Straße abhängen“, gilt im Übrigen auch, dass sie eigene und wenigstens in Teilen selbstverwaltete Räume benötigen.

Arbeitsmarkt

Diejenigen der 2015 Angekommen, deren Aufenthaltsstatus es zulässt, sind inzwischen dem Regelungsbereich des SGB II zugeordnet. Dennoch stehen sie dem Arbeitsmarkt zunächst zu einem erheblichen Teil noch nicht zur Verfügung, weil sie Deutsch- und Integrationskurse besuchen. Es ist zu erwarten, dass ihnen danach vor allem Beschäftigungen offenstehen, die vielfach prekäre Merkmale haben. Damit setzt sich die Instabilität ihrer Lebenslage fort. Durchgehend wird beobachtet, dass das Ausbleiben eigener Arbeitseinkünfte – nicht nur zu materiellen Schwierigkeiten und Glaubwürdigkeitsproblemen gegenüber den im Herkunftsland zurückgebliebenen Familien –, sondern auch zu einer erheblichen Beschädigung des Selbstwertgefühls führen kann – je länger, je dramatischer. Demgegenüber ist Arbeitsmarktzugang als Arbeitsfeld, das ohnehin nur kooperativ zusammen mit anderen Akteuren zu sehen ist, für die meisten samo.fa-Partner noch Neuland, das aber an Bedeutung in den nächsten Jahren erheblich gewinnen wird. Verknüpft mit dieser Frage ist die Anerkennung der vor der Flucht bereits erworbenen beruflichen Kompetenzen, ein leidiges Thema, dessen mangelhafte und zeit- und kraftraubende Regelung eine tatsächliche Barriere für positive Integration darstellt.

Berufsausbildung als Arbeitsmarktzugang wird öffentlich stark beworben, zumal viele Ausbildungsplätze nur schwer zu besetzen sind oder auch unbesetzt bleiben. Diesem öffentlich erzeugten Bild guter Ausbildungschancen auch für Jugendliche mit Fluchtgeschichte steht allerdings in der Realität eine erhebliche Zurückhaltung von Betrieben gegenüber. Auch hier können allerdings – wie samo.fa-Aktivitäten an verschiedenen Orten zeigen – Öffnungen erzielt werden, wenn sichergestellt wird, dass die jungen Leute auf ihrem Weg der beruflichen Ausbildung gut begleitet werden, insbesondere dann, wenn es Schwierigkeiten und Einbrüche bei den hohen, aber zumeist doch zerbrechlichen Motivationen gibt. Auch hier können als „Paten“ Menschen aus Migrantenorganisationen sehr hilfreich sein, weil sie – jungen Leuten wie Betrieben – überzeugend zeigen können, dass es sich lohnen kann durchzuhalten. Aber auch dies sind Begleitungen, die sich über die nächsten Jahre erstrecken.

Schließlich wird überall – aber besonders aus den ostdeutschen Städten – über Diskriminierungserfahrungen und Rassismus berichtet. In dem insgesamt schwieriger gewordenen gesellschaftlichen „Klima“ sind die Einzelnen oftmals hilflos. Ohnmachtsgefühle aber erschweren Integration. Auch hier sind es Migrantenorganisationen, die Rückhalt geben können.

¹ Zahlen zum Bestand der Geflüchteten vor Ort und zu ihrer Struktur und zur weiteren Zuwanderung finden sich in den Berichten und werden an anderer Stelle zusammengefasst. Hier geht es um eine qualitative Problemskizze.

² Zu einer Bestandsaufnahme haben auch die Ergebnisse der Arbeitsgruppen beim Bundesnetzwerktreffen in Halle im Herbst 2017 beitragen. Darauf wird an anderer Stelle eingegangen.

 

2. Kommunale Flüchtlingspolitik und Migrantenorganisationen

Zu beobachten ist, dass viele Städte nach 2016 ihre Flüchtlingsarbeit neu aufgestellt haben oder Ende 2017 dabei sind, dies zu tun. Durchgängige Ziele sind dabei eine höhere Effizienz des Verwaltungshandelns, auch durch Bündelung und verstärkte Querschnittskoordinierung und eine höhere Transparenz, was Mittel und Wirkungen betrifft. Teilweise ging es wohl auch darum, gegenüber einem Feld von Akteuren, das „naturwüchsig“ expandierte, faktische politische Entscheidungshoheit zu gewinnen und Aktivitäten in die als bewährt angesehene Arbeitsteilung zwischen Kommune und Wohlfahrtsverbänden zurückzuführen. Im Hintergrund ging und geht es auch darum, die städtischen Haushalte sukzessive von den Zusatzkosten, die die Flüchtlingsarbeit hervorruft, wieder zu entlasten.

Wie immer im Einzelnen die Entwicklung der kommunalen Flüchtlingsarbeit in der zurückliegenden Zeit zu bewerten ist: Die Notwendigkeit, die Zuweisung von Geflüchteten zu bewältigen, hat Kommunalverwaltung deutlich verändert und Kommunalpolitik zu neuen Herausforderungen geführt – mit welchen nachhaltigen Folgen ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt unklar.

Auch die Landespolitik musste reagieren. Dies taten die verschiedenen Landesregierungen im Detail zwar auf unterschiedliche Weise, jedoch mit der Gemeinsamkeit, dass Förderprogramme aufgelegt wurden, aus denen Kommunen sich für die Flüchtlingsarbeit auch personell verstärken konnten. In der Regel finden also Ende 2017 die Akteure vor Ort – z.B. im Kontext von samo.fa – ihr kommunales Gegenüber zentraler, „sortierter“ und personell gestärkt aufgestellt. Ob dies eher als ein vorübergehendes „Projekt“ funktioniert, oder strukturell nachwirkt, ist aktuell nicht zu erkennen.

Was die Beteiligung von Migrantenorganisationen an der Gestaltung der lokalen Flüchtlingsarbeit betrifft, so ist sie durch die Bank deutlich stärker als 2015. Die Rede ist hier nicht von ihrem tätigen Engagement für die Geflüchteten. Hierin haben manche Migrantenorganisationen eine lange Tradition und andere sind seit 2015 darin aktiv, insbesondere dann auch durch Initiativen wie samo.fa und andere. Gemeint ist hier die Rolle von Migrantenorganisationen bei der Konzipierung, Planung und Koordinierung der lokalen Flüchtlingsarbeit, bei der Gestaltung der kommunalen Flüchtlingspolitik und im öffentlichen lokalen Diskurs über sie.

In allen Städten gibt es – je nach Landesrecht unterschiedliche – Gremien, die städtische Politik aus der Perspektive der Bürger*innen mit Migrationsgeschichte beraten sollen. Sie heißen z.B. Integrationsräte, Migrationsbeiräte oder auch noch Ausländerbeiräte. Diese waren seit 2015 mehr oder weniger intensiv mit der Flüchtlingsfrage befasst. Von ihnen gingen aber – soweit erkennbar – sehr selten gestaltende Impulse aus.

Impulse kamen aber von Migrantenorganisationen, die ganz explizit in der Flüchtlingsarbeit engagiert waren und sind, und insbesondere auch aus dem samo.fa-Kontext, weil Präsenz und Stimme auf der lokalen Ebene dort förderliche Rahmenbedingungen für die Teilhabe der Geflüchteten angesehen und angestrebt wurde.

Im Ergebnis ist Ende 2017 – also nach vergleichsweise kurzer Zeit – festzustellen: In vielen Städten mit samo.fa-Präsenz werden die Koordinator*innen bzw. die migrantischen Trägerorganisationen von samo.fa von der städtischen Seite kontaktiert, in Beratungen einbezogen, zum Teil für Planungsprozesse mit Mandaten versehen und vor allem im Rahmen lokaler Dialoge als Gesprächspartner ernstgenommen.

Oder anders ausgedrückt: Verbünde oder Zusammenschlüsse von Migrantenorganisationen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, werden als Partner in der kommunalen Politik stärker anerkannt. Dies geschieht in unterschiedlichen Formen und nach wie vor wenig institutionalisiert, zuweilen auch nur punktuell; teilweise gibt es sogar Tendenzen zu einer Art „Rückbau“ der Zusammenarbeit (siehe oben). Mit der verstärkten Anerkennung der Migrantenorganisationen als Partner verbunden ist, dass ihre Stimme – als authentische Stimme aus dem Kreis der Menschen mit Migrationsgeschichte heraus – stärker im Interesse der Geflüchteten zur Geltung gebracht werden kann. Dass dies gelingt, ist auch an der wesentlich breiter gewordenen positiven Medienresonanz vor Ort erkennbar.

Drei wichtige „Hebel“, die – von samo.fa ausgehend – hier gewirkt haben, sind hervorzuheben: (1) die möglich gemachte Kontinuität des Engagements in der Flüchtlingsarbeit, (2) das zunehmende stabile Engagement einer größeren Zahl von Migrantenorganisationen und (3) die Initiierung öffentlicher Wahrnehmung und öffentlicher Diskurse durch Aktionstage, und Dialogkonferenzen und professionelle Öffentlichkeitsarbeit. Es ist also die Kombination aus Impulsen nach innen, in die Szene der Migrantenorganisationen hinaus, und nach außen, in die städtische Öffentlichkeit und zur kommunalen Politik, die das Bild deutlich zugunsten einer stärkeren Wahrnehmung der Lage und der Bedürfnisse und Interessen der Geflüchteten „vor Ort“ verändert haben.

In einer Reihe von Städteberichten wird auf eine neue Schieflage hingewiesen, die in ihren möglichen Folgen zu Besorgnis Anlass gibt: der erhöhten Aufmerksamkeit gegenüber den Geflüchteten steht gegenüber, dass Menschen mit Migrationsgeschichte, die schon lange hier leben oder junge Leute aus Familien mit Migrationsgeschichte, die hier geboren und aufgewachsen sind, weiterhin erhebliche Benachteiligungen erfahren. Es sind erneut die Migrantenorganisationen in ihrem breiten Spektrum, die sich auch für diese Menschen anwaltlich stark machen. Im Idealfall fänden beide Anliegen und Perspektiven in gemeinsamen Verbünden von Migrantenorganisationen vor Ort arbeitsteilig & kooperativ Platz.

3. Überlastungskrise des spontanen ehrenamtlichen Engagements

In vielen Städten gibt es die Beobachtung, dass sich das 2015 entstehende breite bürgerschaftliche Engagement gegen Ende 2017 immer stärker in einer Art „Krise“ zeigt. Dies hat verschiedene Gründe:

Zum einen ist spontanes bürgerschaftliches Engagement meist anlassbezogen und punktuell. Dauert sein Grund über eine längere Zeit fort, dann erlahmen oftmals Motiv und vor allem auch Kraft. Außerdem werden die Anforderungen mit der Zeit – wie oben skizziert – auch komplizierter und immer häufiger muss auch mit Enttäuschung und Verbitterung umgegangen werden. Mit spontaner Dankbarkeit, wie am Anfang, kann nicht mehr ohne Weiteres gerechnet werden.

Die Anzahl derjenigen, die weitermachen, geht zurück und damit – ein weiterer Grund – nimmt die Belastung der Verbleibenden zu und geht teilweise in Überlastung über. Das Gefühl, als „Lückenbüßer“ für eigentlich erforderliche staatliche Leistungen zu wirken, nimmt zu.

Zwar gibt es nahezu überall Ehrenamtskoordinator*innen, Arbeitskreise und andere Gruppenformen für diejenigen, die sich engagieren, dennoch fehlt ihnen oftmals ein gemeinschaftlicher, organisatorisch abgesicherter Rahmen, der sie stabilisieren könnte. Dies ist bei jenen Aktiven, die in die Arbeitszusammenhänge von samo.fa und/oder in „ihren“ Migrantenorganisationen eingebunden sind, anders. Auch hier wird beobachtet: Der Kreis der Aktiven wächst nicht mehr, aber ihr Engagement wird kontinuierlicher und geregelter.

4. Entwicklung bei den Migrantenorganisationen

Für diesen Typ von naher und verständiger Flüchtlingsarbeit, um die es hier geht, sind miteinander lokal kooperierende Migrantenorganisationen das Rückgrat. Ihre Zusammenarbeit folgt dabei wichtigen Prinzipien: Nämlich aus eigener Erfahrung als Menschen mit Migrations- und/oder Fluchtgeschichte solidarisch zu handeln, herkunftsübergreifend miteinander tätig zu werden und das gemeinsame Anliegen zu haben, dort, wo man jetzt lebt und wohin die Geflüchteten nun gekommen sind, die Lebensverhältnisse der Menschen mit Migrationsgeschichte zu verbessern.

Das sind wichtige Unterscheidungsmerkmale auch gegenüber manchen anderen migrantisch geprägten Organisationen, die z.B. vor allem religiös ausgerichtet oder vor allem auf ihr Herkunftsland bezogen sind, oder die als eine Art „Lobby“ fast ausschließlich nur die besonderen Interessen einer bestimmten Gruppe vertreten.

Es ist aus den Städtedossiers, aber auch bei Besuchen vor Ort und auf gemeinsamen bundesweiten Treffen spürbar, dass mit diesem Ansatz, wenn er vor Ort gelebt wird, eine Art neuer „spirit“ in die teilweise schon stagnierenden lokalen Szenen der Migrantenorganisationen Einzug hält. Dieser Dynamik einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit öffnen sich vor allem auch kleinere Migrantenorganisationen, die bisher – gemessen an den großen und etablierten – eher „abseits“ gestanden haben, so dass nun die tatsächliche Vielfalt von Herkünften, kulturellen Besonderheiten und Migrationsgeschichten vor Ort besser zum Tragen kommt – ein wichtiger „Schub“ für mehr Teilhabe und einer höheren Identifikation mit dem neuen Zuhause.

In einer Reihe von Städten waren schon 2015 die lokalen Partner Verbünde von Migrantenorganisationen³ – auch aufgrund der Tatsache, dass deren Zusammenschluss, der Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. (BV NeMO), Träger von samo.fa ist. Ein erheblicher Startvorteil für das ambitionierte Vorhaben. Allerdings waren auch diese Verbünde 2015 ganz unterschiedlich aufgestellt. Auch für sie war die Umsetzung des Konzepts einer Kombination von konkreter Flüchtlingsarbeit, Förderung und Unterstützung von Aktiven und der Öffnung von Migrantenorganisationen für die Flüchtlingsarbeit eine Herausforderung. Aber eine wichtige positive Voraussetzung war bei ihnen schon durch eine eingespielte Form der Zusammenarbeit gegeben.

Dabei musste eine wichtige Bedingung stets berücksichtigt werden: nicht alle schon in den Verbünden mitarbeitenden Organisationen waren zu einem Engagement in der Flüchtlingsarbeit bereit und/oder in der Lage. Und – noch wichtiger: Alle Organisationen hatten, vor allem auf der Basis ehrenamtlichen Engagements – ihre jeweilige Palette von Aktivitäten ausgebildet, die sie für Flüchtlingsarbeit vielleicht ein wenig zurückstellen, aber nicht aufgeben wollten und wollen. Für Migrantenorganisationen ist Flüchtlingsarbeit – wenn überhaupt – immer nur eine unter mehreren für sie, ihr Profil und ihr Selbstverständnis wichtige Aktivität. Weil Flüchtlingsarbeit in diesem doppelten Sinn immer nur ein Ausschnitt der Aktivitäten von Migrantenorganisationen ist, entstanden an verschiedenen Orten Netzwerke oder Arbeitsgemeinschaften derjenigen Migrantenorganisationen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind.

In manchen dieser in der Regel im samo.fa-Kontext entstandenen Netzwerke wurden 2017 Initiativen zur Bildung von lokalen Verbünden von Migrantenorganisationen⁴ ergriffen. An anderen Orten gibt es hierzu Diskussionen und Vorklärungen. Mit anderen Worten: Die Idee lokaler Verbünde von Migrantenorganisationen scheint attraktiv zu sein, weil sie verspricht, lokale zu einer deutlicher wahrnehmbaren Stimme zu gelangen. Eine fast logische Konsequenz ist ein engerer bundesweiter Zusammenschluss, dessen „Vorformen“, was das gemeinsame Engagement in der Flüchtlingsarbeit betrifft, die bundesweiten Netzwerktreffen und die Bundesdialogkonferenzen von samo.fa darstellen.

Allmählich gerät aber auch die wichtige Landesebene in den Blick. Aus vielen Städten wird berichtet, dass Geflüchtete selbst auf dem Weg sind, Vereine zu gründen. Diese Selbstorganisation von Geflüchteten findet im samo.fa-Kontext Unterstützung.

Schließlich zeigen die Städtedossiers auch: Viele beteiligte Organisationen sind traditionell auch in der durch Drittmittel geförderten Projektarbeit aktiv, andere haben dies erst – z.B. durch die Übernahme der Koordination von samo.fa – übernommen, bei weiteren besteht die Absicht, einen projektgeförderten Dienstleistungsbereich aufzubauen.

Damit tritt neben das zivilgesellschaftliche, ehrenamtliche Engagement verstärkt auch eine Aktivität professioneller Dienstleistung. Dadurch entstehen zusätzlich zum, bei samo.fa vordergründigen bürgerschaftlichen Engagement, vielfache Schnittstellen, aber auch Grauzonen. Für die Begleitung der Geflüchteten auf ihrem schwierigen Weg zu einem normalisierten Alltag bleiben die Aktiven – also jene, die sich neben ihrem eigenen Alltag ehrenamtlich engagieren – besonders wichtig. Es muss deshalb Vorkehr getroffen werden, dass sie nicht im Ergebnis des verstärkten Einsatzes von „Professionellen“ aus Projekten an den Rand gedrängt werden.

³ Lokale Verbünde als samo.fa-Träger, die 2015 schon Mitglied im BV NeMO waren: moveGlobal Berlin, Haus der Kulturen Braunschweig, vmdo Dortmund, VeMO Halle, MISO Hannover, Brücke der Kulturen Hildesheim, Haus der Kulturen Lübeck, MORGEN e.V. München, Raum der Kulturen Neuss, BIM Reutlingen und Forum der Kulturen Stuttgart.

⁴ Es gilt für Bielefeld, Düsseldorf, Heilbronn, Mönchengladbach.

5. Kontinuität und Stabilität durch samo.fa

Gegen Ende 2017 zeigt sich, dass samo.fa in den meisten Fällen erheblich dazu beigetragen hat, dass miteinander kooperierende Migrantenorganisationen ein Potenzial für Kontinuität und Stabilität in der lokalen Flüchtlingsarbeit geworden sind. Das gilt nicht für alle 30 Städte und es gilt auch nicht in gleicher Weise, dafür waren zum einen die Startbedingungen zu unterschiedlich, zum anderen ist es auch nicht an allen Orten „gleich gut gelaufen“. Über die unterschiedlichen Startbedingungen informiert der erste Zwischenbericht, der 2016 vorgelegt wurde. Es war absehbar, dass die von den Koordinator*innen übernommenen Aufgaben komplex und hinreichend schwierig sein würden. Um sie zu unterstützen, wurden Regionale Netzwerkbegleitungen etabliert, die nahe bei den Koordinator*innen agierten und in 2018 weiter agieren.

Dennoch kam es vor Ort teilweise zu größeren Schwierigkeiten. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und zum Teil direkte Folge des „Kaltstarts“ 2016. Auch komplizierte Machtstrukturen der lokalen Ausgangslagen spielen eine Rolle, ebenso personelle Fehlentscheidungen und/oder personellen Wechsel. Einen vergleichsweise leichteren Start hatten diejenigen Koordinator*innen, deren Trägerorganisationen bereits gut im lokalen Geschehen verankert waren und/oder es gewohnt waren, in Verbundstrukturen zu arbeiten. Dies galt insbesondere für jene, die sich explizit schon zu Verbünden von Migrantenorganisationen zusammengeschlossen hatten, Mitglied des Bundesverbands NeMO sind oder sich auf dem Weg zu solchen engeren Zusammenschlüssen befanden oder befinden. Besondere Herausforderungen waren überall dort gegeben, wo es eine unterentwickelte oder sogar keine „Szene“ von Migrantenorganisationen gab und/oder wo die Trägerorganisation sich erst auf die lokale Handlungsebene einstellen musste, z.B. weil sie als Diaspora-Organisation bislang eher entwicklungspolitisch ausgerichtet war.

In einer kleinen Anzahl von Fällen hatte die Stadt selbst oder eine nicht-migrantische Organisation gewissermaßen „stadthalterisch“ die Trägerrolle übernommen. Dies musste im Laufe der Zeit in Richtung auf migrantische Trägerschaft umgebaut werden. Ende 2017 hat sich die Mehrheit der beteiligten lokalen Partner in einem organisatorischen Sinne stabilisiert. Für einen Ende des Jahres ausgeschiedenen lokalen Partner und aufgrund einer gewissen Umverteilung der Mittel werden nun drei neue lokale Partner in das samo.fa- „Konsortium“ eintreten: aus Göttingen, Krefeld und Stralsund.

Sicherlich war die Tatsache, dass über die Projektförderung Koordinator*innen finanziert und auch in gewissem Umfange Finanzmittel für operative Tätigkeiten vor Ort zur Verfügung gestellt werden konnten, eine wichtige Basis, von der aus Wirksamkeit entwickelt werden konnte – gewissermaßen als „Injektion“ in einen traditionell finanzarmen Sektor. Aber es ist nicht nur das: In vielen Städtedossiers wird ausdrücklich hervorgehoben, dass das Gesamtarrangement von samo.fa – also neben der Finanzierung auch die nahe Begleitung und die bundesweit erarbeitenden gemeinsamen Rahmenorientierungen, der Erfahrungsaustausch, die Medienarbeit und insgesamt das respektvolle und solidarische „interne Klima“ – sehr hilfreich gewesen sei und weiter dringend benötigt wird.

Was für Aktivitäten frei verfügbare Finanzmittel betrifft, so wären solche Ansätze wie das vom BAMF an bundesweit 14 Standorten geförderte House of Resources hilfreich: Das Besondere am House of Resources ist nämlich, dass es keine pauschale Fördersumme wie bei einem Projekt gibt, sondern anlassbezogen und bedarfsgerecht konkrete Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Im Zentrum von samo.fa steht – und das macht das Besondere aus – ein Dreiklang auf der lokalen Ebene: Erstens Maßnahmen, die sich konkret und praktisch auf die Verbesserung der Lage der Geflüchteten und ihre Teilhabe beziehen. Zweitens werden diese mit einer systematischen Unterstützung der Aktiven in Migrantenorganisationen für eine erfolgreiche Tätigkeit in diesen Maßnahmen kombiniert. Und drittens eine weitere und stabile Öffnung von Migrantenorganisationen für die Flüchtlingsarbeit und ihre gleichberechtigte Teilnahme im Rahmen der Koordinierung der kommunalen Flüchtlingsarbeit.

Diese drei „Klänge“ bedingen und verstärken einander. Die Städtedossiers zeigen, dass es in vielen Fällen sowohl in den einzelnen der drei Felder als auch in ihrem Zusammenspiel erhebliche Fortschritte gegeben hat. Zu beobachten ist an vielen Orten – aber nicht überall – eine stetige, wenn auch langsame Erweiterung des Kreises der Migrantenorganisationen, die sich für Flüchtlingsarbeit punktuell oder auch im größeren Umfange öffnen und bei samo.fa mitwirken. Moscheegemeinden wurden dabei bisher kaum erreicht.

Wenn Neue hinzukommen, versteht es sich, dass sie beraten werden müssen und dass ihnen auch Qualifizierung zuteilwerden muss. Beratungs- und Qualifizierungsbedarfe bestehen aber auch bei jenen fort, die von Anfang an dabei sind. Dies hat zum einen mit den veränderten Lebensumständen der Geflüchteten zu tun, auf die richtig eingegangen werden muss. Zum anderen entsteht aber auch aufgrund der oft zu beobachtenden Entwicklung eines „Projektebereichs“ und den damit zusammenhängenden Bedingungen von Projektförderung Bedarf an Wissensvermittlung. Auch das schwieriger gewordene gesellschaftlichen Umfeld stellt neue Anforderungen an Migrantenorganisationen z.B. die einer argumentativen Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus.

Die Aktiven, also jene Menschen, die sich direkt und ehrenamtlich in der Arbeit mit den Geflüchteten engagieren, sind gewissermaßen das „Herzstück“ des samo.fa-Ansatzes – vor allem in Hinblick auf die Begleitung auf dem langen Weg zu einer Normalisierung des Alltags.

Projekte können die Arbeit unterstützen und auch professionelle Dienstleistungen anbieten, aber nicht diese mitmenschliche Brücke ersetzen. Deshalb steht der Umgang mit den Aktiven ganz oben auf der Agenda: samo.fa ist also zu einem erheblichen Teil auch Sich-Kümmern, ist die Pflege guter und vertrauensvoller Beziehungen, ist Respekt und Anerkennung.

samo.fa-Clubs oder Arbeitskreise der Aktiven und ähnliche Gremien und Organisationsformen sind deshalb wichtige Knotenpunkte für stabile Verbindungen und kontinuierliches Engagement – ebenso wie eine gemeinsame Feier am Jahresende, in der auch Dank und Anerkennung zum Ausdruck gebracht werden. Auch diese interne Kultur hat sich gut entwickelt, zeigen die Städtdossiers.

Würde das Engagement von Aktiven aus Migrantenorganisationen in der nächsten Zeit dramatisch zurückgehen, hätte dies negative Auswirkungen für Integration und Teilhabe der Geflüchteten auf ihrem langen Weg in einen normalen neuen Alltag. Denn es würden die „Lotsen“ für diesen Alltag fehlen, die notwendige Stadtteilorientierung könnte sich nicht auf die erforderliche Anzahl von Aktiven stützen und insbesondere das dringende Bedürfnis nach „sicheren Begegnungsräumen“ könnte nach Umfang und Qualität nicht befriedigt werden.

Die samo.fa-Koordination ist ein wichtiges Bindeglied zwischen den Migrantenorganisationen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, den Aktiven und den anderen lokalen Akteuren in der Flüchtlingsarbeit sowie der Stadtverwaltung und der kommunalen Politik. Fast schon kann man sagen, dass genau dieses Bindeglied gar auf längere Sicht unverzichtbar ist. Nicht nur müssen die Bündnisse erweitert werden, um über die unmittelbaren materiellen Lebensinteressen hinaus Lebensqualität zu ermöglichen, sondern es geht auch darum, das städtische Gemeinwesen und seine lebendige Kraft des fairen und friedlichen Zusammenlebens in Vielfalt als gemeinsames Anliegen zu betreiben.

6. Resümee

Der Weg zur Normalität im Alltag ist lang und beschwerlich. Der Bedarf einer unterstützenden und zuweilen auch beschützenden, nahen Begleitung nimmt in naher Zukunft nicht ab, sondern eher zu. Und: Sie muss verlässlich sein. Eine solche Begleitung hat vor allem drei zentrale Aufgaben: (1) die Geflüchteten darin zu unterstützen, an den Einrichtungen, Leistungen und dem gemeinschaftlichen lokalen Leben gleichberechtigt teilzuhaben (Teilhabe), (2) sie darin zu bestärken, Schwierigkeiten zu bewältigen, nicht den Mut zu verlieren und das eigene neue Leben bewusst „in die Hand“ zu nehmen (Selbstwert) und (3) sie darin zu unterstützen, ihre Anliegen selbstbewusst und zu vertreten und sich einzumischen (Stimme). Dies sind von Beginn an zentrale Aufgaben im samo.fa-Arbeitszusammenhang gewesen – und sie sind noch lange nicht erledigt.

Viele Städte haben ihre Flüchtlingsarbeit neu aufgestellt oder sind dabei, dies zu tun. Das hat verschiedene Motive: Rationalisierung, auch in Erwartung nachlassenden Handlungsdrucks, spielt hierbei eine erhebliche Rolle. Dabei kann es sehr wohl sein, dass zu früh an „Entwarnung“ gedacht wird. Zwar sind die Zugänge an neuen Geflüchteten stark zurückgegangen, aber die sozialen Probleme, die mit dem langen und schwierigen Weg der Neubürger*innen zur Normalität des Alltagslebens verbunden sind, bleiben als Aufgabe der nächsten Jahre. Die Migrantenorganisationen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, werden stärker als bisher von den Städten als wichtige Partner wahrgenommen. Samo.fa hat hierzu in verschiedener Weise erheblich beigetragen, nicht zuletzt durch die Initiierung öffentlicher Diskurse nicht nur über Geflüchtete, sondern mit ihnen. Damit wurden die Geflüchteten mit eigener Stimme vernehmbar. Es haben sich unterschiedliche Weisen der Beteiligung der Migrantenorganisationen aus dem samo.fa-Kontext bei der Gestaltung der lokalen Flüchtlingsarbeit herausgebildet; viele von ihnen sind allerdings noch punktuell, wenig institutionalisiert und damit für die kommende Zeit des langen Wegs in die Normalität noch nicht belastbar genug.

Das im „langen Sommer des Willkommens“ entstandene breite spontane bürgerschaftliche Engagement kommt mit der erforderlichen Dauer und Kontinuität der Begleitung und den schwieriger werdenden Anforderungen an seine Grenzen. Dort, wo die Aktiven im samo.fa-Kontext tätig sind, gibt ihnen ihre Rückbindung an Migrantenorganisationen einen Rahmen für ihr weiteres Engagement.

Lokal kooperierende Migrantenorganisationen sind das Rückgrat dieses Typs von Flüchtlingsarbeit. Sie folgen wichtigen gemeinsamen Prinzipien, zu denen aus der eigenen Erfahrung stammende Solidarität mit Geflüchteten ebenso gehört wie eine herkunftsübergreifende und respektvolle Zusammenarbeit und die Orientierung auf eine Verbesserung der Lebensverhältnisse „hier und jetzt“. Flüchtlingsarbeit ist – wenn überhaupt – in der Regel nur ein Ausschnitt aus den breiteren Aktivitäten von Migrantenorganisationen. Netzwerke, die vor Ort gegründet wurden, und jene Migrantenorganisationen umfassen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, wirken oftmals als Anregung und Vorform lokaler Verbünde von Migrantenorganisationen.

Dieser „neue Typ von Migrantenorganisationen“ hat offenkundig erhebliche Attraktivität: Er findet in den Diskursen stärkere Aufmerksamkeit und führt zu einer Reihe lokaler Initiativen. In denselben Zusammenhang einer neuen Dynamik in den lokalen „Szenen“ der migrantischen Organisationen gehört, dass an verschiedenen Orten – von samo.fa unterstützt – Geflüchtete sich selbst organisieren und Vereine gründen.

Viele der beteiligten Migrantenorganisationen und Verbünde haben bei sich auch drittmittelgeförderte Projekte angesiedelt, in denen professionell Ausgebildete hauptamtlich tätig sind. Für die Begleitung der Geflüchteten auf ihrem schwierigen Weg zu einem normalisierten Alltag bleiben die Aktiven – also jene, die sich neben ihrem eigenen Alltag ehrenamtlich engagieren – besonders wichtig. Es muss deshalb Vorkehr getroffen werden, dass sie nicht im Ergebnis des verstärkten Einsatzes von „Professionellen“ aus Projekten an den Rand gedrängt werden.

Die von Beginn an Grund legende Orientierung auf einen „Dreiklang“ von konkreter Arbeit mit Geflüchteten, Unterstützung der Aktiven aus Migrantenorganisationen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren und der (weiteren) Öffnung von Migrantenorganisationen für Flüchtlingsarbeit war zielführend. Nach dem „Kaltstart“ 2016 und vor dem Hintergrund der sehr unterschiedlichen Ausgangslagen in den 30 Städten „lief keineswegs alles rund“.

Aber: Gegen Ende 2017 zeigt sich, dass samo.fa in den meisten Fällen erheblich dazu beigetragen hat, dass miteinander kooperierende Migrantenorganisationen ein Potenzial für Kontinuität und Stabilität in der lokalen Flüchtlingsarbeit geworden sind. Gerade auch für den langen und schwierigen Weg in die Normalität, den die Geflüchteten gehen, bleiben die Aktiven das „Herzstück“ des samo.fa-Ansatzes, das aber ohne die produktive Bindung an miteinander lokal kooperierende Migrantenorganisationen nicht wirksam genug ist.

7. Ausblick auf 2018

Überlegungen zur Schwerpunktsetzung der Arbeit im 3. Jahr von samo.fa

Vorgestellt auf dem Bundesnetzwerktreffen am 5./6. Februar 2017 in Leipzig

Der „lange Sommer des Willkommens“ liegt weit zurück. Und dies in mehrerer Hinsicht: Die Geflüchteten selbst, die geblieben sind, sind schon zwei Jahre und länger in Deutschland. Sie müssen ihren neuen Alltag bewältigen. Dabei gibt es Gemeinsamkeiten, aber auch wichtige Unterschiede, was diesen Alltag ausmacht und prägt: Die Unterschiede hängen davon ab, wie weit der Entscheidungsprozess über den Status gediehen ist und welcher Aufenthaltsstatus schließlich zuerkannt wird, von der lokalen Wohnsituation, den Verhältnissen auf den lokalen bzw. regionalen Arbeitsmärkten, aber auch von der lokalen Flüchtlingsarbeit und der kommunalen Politik, der wiederum in verschiedener Weise von übergreifender staatlicher Politik Rahmenbedingungen gesetzt werden.

Der Weg zur Normalisierung der Lebenslage ist lang

Für diejenigen, die eine Anerkennung erhalten⁶, geht es um Integration in der Weise, dass eine selbständige Lebensführung erreicht wird – in der Regel auf der Basis von Erwerbstätigkeit – und dass – wenn dies gewünscht wird – die Kernfamilien unter akzeptablen Wohnverhältnissen zusammenleben können und es für die Kinder und Jugendlichen einen gleichberechtigen Zugang zu Bildung gibt.

Die vorliegenden ersten Studien, z.B. zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten, und viele andere empirische Fakten zeigen: Der Weg zur Normalisierung des Lebens ist für Geflüchtete – Ausnahmen bestätigen immer die Regel – kompliziert und langwierig. Expert*innen gehen davon aus, dass hierfür mehrere Jahre (man spricht von 5 bis 7 Jahren) erforderlich sind.

Und tatsächlich stehen der Integration Hindernisse im Weg, die sie erheblich verzögern. Diese beginnen bei der überaus langen Bearbeitungszeit im Anerkennungsverfahren, was zunächst für die Betroffenen andauernde Unsicherheit und eine faktische Einschränkung ihres Aktionsradius bedeuten (oder: bedeutet haben, also eine erste grundlegende Erfahrung bildet). Diejenigen aus dem Jahr 2015, deren Aufenthaltsstatus es zulässt, münden nun den Regelungsbereich des SGB II ein, stehen aber dem Arbeitsmarkt zunächst zu einem erheblichen Teil noch nicht zur Verfügung, weil sie Deutsch- und Integrationskurse besuchen. Es ist zu erwarten, dass ihnen danach vor allem Beschäftigungen offenstehen – die sie auch bereit sein werden anzunehmen –, die aber vielfach prekäre Merkmale haben. Damit setzt sich die Instabilität ihrer Lebenslage fort.

Vor allen in den Ballungsgebieten ist die Situation auf dem Wohnungsmarkt äußerst angespannt, so dass sich teilweise die Aufenthaltsdauer in Gemeinschaftsunterkünften verlängert oder dass in (preiswertere) Wohnungen eingemündet wird, die sich oftmals in sozial belasteten Quartieren befinden. Der Hoffnung, dass die Kinder und Jugendlichen hier eine bessere Zukunft haben, stehen vielfältige Engpässe beim Zugang zu Bildung, Ausbildung und Studium entgegen. Schließlich ist der Familiennachzug erschwert. Von Normalisierung des Lebens kann also bislang keine Rede sein.

Verzögerungen und Gefährdungen

In mancher Literatur wird suggeriert, als sei ein Zeitraum von sieben bis zehn Jahren für eine Integration von Eingewanderten „normal“. Manchmal liest sich das wie eine Art menschliches Naturgesetz. Nun mögen solche Zeiträume erforderlich sein, um die eigene Lebenssituation zu optimieren und auch, um mental in der neuen Heimat ganz anzukommen. Was aber die materiellen Voraussetzungen für Normalisierung betrifft – von denen oben die Rede war – , so handelt es sich um Verzögerungen, die aus Mängeln der Ankunftsgesellschaft, aus überforderten Bürokratien und aus gesetzlichen Restriktionen resultieren.

Verzögerungen und Gefährdungen in diesem komplizierten und komplexen Integrationsprozess treten auch dann ein, wenn die erforderlichen Unterstützungssysteme, wie Beratung, barrierefreie Zugänge zu Ämtern, Sprachmittlung, Willkommenskultur…, lokal unzulänglich entwickelt sind oder brüchig werden, weil z.B. die Kommunen keinen akuten Handlungsbedarf mehr sehen. Es gibt vermehrt Hinweise darauf, dass in kommunaler Politik die Flüchtlingsfrage auf der Agenda „nach unten“ rutscht. Gerade bei dem für samo.fa charakteristischen Ansatz bei lokalen Handlungsstrategien wäre dies sehr beunruhigend und muss beobachtet werden.

Als ein „Indikator“ für eine Art „schleichenden Ausstieg“ aus der Flüchtlingsarbeit von Kommunen wäre auch zu werten, wenn die Migrantenorganisationen, die bisher in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, als Partner am Rande verbleiben oder sogar in ihrer Rolle beschränkt werden, anstatt statt stärker als bisher wertgeschätzt zu werden.

Viele der vorliegenden neueren Studien, Gutachten und Memoranden – jedenfalls solche, die für eine wirksame und würdevolle Integration von Geflüchteten stehen – sehen nun angesichts des langen und komplizierten Wegs der Integration das Erfordernis einer nahen und gut zugänglichen kontinuierlichen Begleitung und Unterstützung.

Ein tragendes Argument für den samo.fa-Ansatz der gleichzeitigen Stärkung von Aktiven in der Flüchtlingsarbeit und von Migrantenorganisationen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren war und ist: Gerade bei der Bewältigung des Alltags sind die Migrantenorganisationen und jene Aktiven, die sie als „background“ haben, unverzichtbar. Nun werden die Erfahrungen, die die Menschen mit Migrationsgeschichte selbst oder vermittelt mit Ankommen, Sich-Einrichten und Heimischwerden gemacht haben, besonders wichtig. Sie produktiv weiterzugeben, setzt allerdings einen reflektierten Umgang mit ihnen voraus.

Besonderer Beitrag der Migrantenorganisationen

Migrantenorganisationen, wo kollektiv Migrationserfahrungen „aufbewahrt“ werden, sind wichtig. Gleichzeitig sind sie ein Ort, der den Aktiven Bezug und Stärke gibt und der sich für die Geflüchteten selbst öffnet. In und resultierend aus diesen drei „Funktionen“ sind Migrantenorganisationen im Grunde unverzichtbar. Und dies gilt umso mehr dann, wenn aus dem Kontext der Migrantenorganisationen auch Expertise für die Bewältigung des Alltags in den verschiedenen wichtigen Handlungsfeldern des neuen Alltags zu gewinnen ist. Im zweiten Jahr von samo.fa ging es dabei um die Bereiche Bildung & Ausbildung, Arbeitsmarkt, Wohnen und Gesundheit.

Stets ist bei der Unterstützung von Geflüchteten in ihrem neuen Alltag wichtig zu klären, welchen Beitrag die Aktiven mit Migrationsgeschichte und die Migrantenorganisationen dabei leisten (können). Sie sind keine Lückenbüßer für ausbleibende oder ungenügende Leistungen, die die hierfür vorhandenen zuständigen und verantwortlichen „Systeme“ erbringen müssten. Dort, wo Menschen mit Migrationsgeschichte als Professionelle tätig sind (was aus verschiedenen Gründen sehr wünschenswert ist), müssen sie auch entsprechend anerkannt und vergütet werden.

Was bringen also jene ein, die nicht im strikten Sinne von Ausbildung und fachlichem Profil Professionelle sind? Deren Expertise⁸ dient der Orientierung, der Unterstützung dabei, zu seinem/ihrem Recht zu kommen, der sensiblen Wahrnehmung von Notlagen und Krisen, der Ermutigung, dem Angebot von Vertrauen, Verlässlichkeit, der Stärkung von Durchhaltevermögen und dem Erleben gemeinsamer Lebensfreude. Die Aktiven und die Migrantenorganisationen können also in diesem Sinne nur wirksam werden, wenn sie Teil eines lokalen Unterstützungsnetzwerks sind, also in einem Kontext von Arbeitsteilung und Kooperation. Diese Erkenntnis war ebenfalls für das 2. Jahr von samo.fa leitend. Die lokalen Dialogkonferenzen der 30 samo.fa-Partner haben vielfach in bemerkenswerter Weise diese Kooperationsfortschritte demonstriert.

Stabile Begleitung langfristig erforderlich

Diese Art der Begleitung und Unterstützung, die nahe bei denen angesiedelt ist, die von Geflüchteten zu neuen Mitbürger*innen geworden sind, ohne sie zu bevormunden, wird also noch für einen erheblich langen Zeitraum benötigt, der weit den bisherigen zeitlichen Förderhorizont von samo.fa überschreitet. Außerdem, auch in den Folgejahren nach 2015/2016 hat es weiterhin Zuwanderung geben, und diese wird sich auch fortsetzen. Es ist also angeraten, basale lokale Unterstützungsstrukturen auf Dauer zu stellen, die auch (Stichwort: Arbeitsteilung und Kooperation) im bürgerschaftlichen Engagement verankert sind. Spontane Initiativen der Hilfe und Unterstützung fehlt die erforderliche Stabilität, und zwar sowohl im personellen wie auch im institutionellen Sinne. Migrantenorganisationen sind demgegenüber schon ihrem Sinne nach stärker auf Dauerhaftigkeit angelegt; manche von ihnen bestehen schon viele Jahre oder sogar Jahrzehnte, mit allen „Auf und Abs“, dem bürgerschaftliche Organisationen unterliegen.

Migrantenorganisationen haben also ein erhebliches Stabilitätspotenzial: sie werden also für die weitere Unterstützung von Geflüchteten und neuen Mitbürger*innen mit Fluchtgeschichte nicht nur gebraucht und haben darin nicht nur Erfahrungen gesammelt und Expertise aufgebaut, sie haben auch das Potenzial, mit langem Atem in diesem Feld tätig und wirksam zu sein. Es gibt in der Regel Aktive, die sich kontinuierlich um den Fortbestand sorgen, es gibt Kerngruppen, denen die Organisation ein Teil ihres Lebens ist, es sind in der Regel rechtliche Formen, wie ein Verein, gefunden worden, die eine gewisse Stabilität mit sich bringen, und es gibt Räumlichkeiten für Treffen und Vereinsaktivitäten, wenngleich dies oftmals auch ein „Engpass“ ist. Ihr Engagement im Feld der Flüchtlingsarbeit bleibt dennoch fragil, weil dieses Engagement einen Aktivitätsgrad und eine aktive Öffnung „nach außen“ erforderlich macht, das auf längere Dauer aufrecht zu erhalten eine große Herausforderung darstellt.

Die Förderentscheidung für samo.fa, über die Stellen der lokalen Koordinator*innen ein professionelles „Rückgrat“ zu sichern und die Bereitstellung „lokaler Fonds“ zu ermöglichen, war deshalb weitsichtig; an diesem Modell eines „professionellen Rückgrats“ plus „lokaler Fonds“ bzw. einer Variation dessen müsste sich auch eine weitere Förderung orientieren, wenn Wert darauf gelegt wird, Migrantenorganisationen in der lokalen Unterstützung von Menschen mit Fluchtgeschichte präsent und aktiv zu halten (und damit auch Vorkehr zu treffen, dass die Erfahrungen und die aufgebaute Expertise nicht verloren gehen).

Verbünde neuer und schon länger bestehender Migrantenorganisationen

Zu beobachten ist, dass sich Menschen mit Fluchtgeschichte selbst daran machen, Vereine zu gründen, um sich zu unterstützen und um in der lokalen Öffentlichkeit und gegenüber der lokalen Politik eine eigene „Stimme“ zu erhalten. Diese Neugründungen von Migrantenorganisationen sind für die lokale Flüchtlingsarbeit von Bedeutung, weil sie in authentischer Weise die Lebensbedingungen und Bedürfnisse von Menschen mit Fluchtgeschichte, die erst vor kurzem angekommen sind, spiegeln. Dies macht aber auch zugleich ihre Verletzlichkeit aus: ihnen fehlt die gediegene Erfahrung im Umgang mit den hiesigen Realitäten, die aber bei den schon länger bestehenden Migrantenorganisationen gegeben ist.

Der von samo.fa vor allem im zurückliegenden zweiten Jahr stark gemachte Vorschlag, vor Ort Arbeitsgemeinschaften oder Verbünde jener Migrantenorganisationen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, zu gründen, hat deshalb vor allen Dingen auch unter dem Aspekt von Stabilität Sinn und hierfür auch die neu gegründeten Vereine einzuladen. Solche Verbünde ermöglichen wechselseitige Unterstützung und die Entwicklung von „interner“ Arbeitsteilung und Kooperation, die zum einen entlastend wirken kann, und zum anderen auch ermöglicht, gegenüber den lokalen Partnern in der Flüchtlingsarbeit und gegenüber der lokalen Politik und Verwaltung mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen.

Die Formulierung „Migrantenorganisationen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind“ ist bewusst gewählt. Denn nicht alle Migrantenorganisationen sind dort aktiv, wobei ihre Nichtbeteiligung verschiedene Gründe und Motive hat⁹. Und es gibt auch Migrantenorganisationen, die sich in der einen oder anderen Weise erheblich in der Flüchtlingsarbeit engagiert haben, und nun vielleicht ermüdet sind oder auch (wieder) stärker zu Aktivitäten zurückkehren wollen, die auch zu ihrem Profil und Selbstverständnis gehören. Lokale Verbünde für die Arbeit mit Menschen mit Fluchtgeschichte könnte auch für diese Migrantenorganisationen eine „Ort“ sein, an dem sie sich in moderater Form weiter beteiligen würden.

samo.fa im dritten Jahr

Migrantenorganisationen vor Ort – auch in gerade, wenn sie sich zu Verbünden zusammen schließen- als ein stabiler und stabilisierender Faktor in der Flüchtlingsarbeit zu halten, ist auch angesichts des gesellschaftlichen Klimas, was Asyl betrifft, von großer Bedeutung: zunehmende Restriktionen in der Flüchtlingspolitik spielen mit der Zunahme ausländerfeindlicher, rassistischer, antiziganistischer und antisemitischer öffentlicher Auftritte zusammen zu einem Klima, das mit einer „Willkommenskultur“ immer weniger Ähnlichkeit hat, wenngleich de facto große Mehrheiten eine offenere Haltung haben ( die Strahlkraft des „langen Sommers des Willkommens“ also noch nicht ganz verblasst ist).

Das dritte Jahr von samo.fa sieht drei zentrale Aufgaben vor: Konsolidierung, Nachhaltigkeit und Transfer. Vor dem Hintergrund der hier vorgestellten Überlegungen geht es darum, diese drei Aufgabenfelder dadurch zu verknüpfen, dass die Voraussetzungen, Bedingungen und praktischen Vorkehrungen für eine dauerhafte Stabilität des Engagements von Migrantenorganisationen in der lokalen Flüchtlingsarbeit ins Zentrum gerückt wird.

⁵  Zusammenfassung und Weiterführung einer Diskussion auf dem 1. Treffen des Leitungsteams von samo.fa am 8. Januar 2018 in Dortmund

⁶ Für diejenigen, denen ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht verweigert wird und die unter Abschiebungsdrohung stehen, muss sichergestellt sein, dass sie die Zeit ihres Aufenthalts in Deutschland in Würde verbringen und ihn auch für sich im Sinne der Erweiterung ihrer schulischen und beruflichen Kompetenzen etc. nutzen können. Auch hierfür müssen Lösungen gefunden werden, die auf der lokalen Ebene – dort, wo diese Menschen sind – konkretisiert werden müssen.

⁷ Viele Migrantenorganisationen, die im Kontext von samo.fa aktiv sind, bieten auch – meist über diverse Projekte – professionelle Dienstleistungen an. Dies ist ein weiteres Feld, auf dem Migrantenorganisationen aktiv sind. Dadurch entstehen zu dem, was bei samo.fa im Vordergrund steht, nämlich bürgerschaftliches Engagement, vielfache Schnittstellen, aber auch Grauzonen.

⁸ Auch hierfür ist nötig, was oftmals „Professionalisierung“ genannt wird, aber nicht mit fachlich-beruflicher Professionalität verwechselt werden darf. Es geht eher um eine Verbesserung der Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit, um Orientierungs- und Anschlusswissen usw., usw. Zu diesem Zweck gab und gibt es im samo.fa-Kontext und darüber hinaus vielfältige Weiterbildungs- und Trainingsangebote.

⁹ Allerdings ist es in vielen Orten, an denen samo.fa aktiv ist, gelungen, die Anzahl der Migrantenorganisationen, die sich in der einen oder anderen Weise an der Flüchtlingsarbeit beteiligen, deutlich zu erhöhen.

 

 

Komm an – Der Talk im Haus der Vielfalt (Dortmund)

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Unsere Partner*innen kommen vor der Kamera ins Gespräch: Dank einer Kooperation mit dem Institut für Journalistik der TU Dortmund, der FH Dortmund und dem Bundesverband NeMO wird im Haus der Vielfalt an drei Tagen eine  Sendereihe produziert.  Die fertigen Sendungen werden nach den Osterferien bei dem Lernsender nrwision ausgestrahlt.

Inhaltlich werden unsere lokalen Partner über die konkrete Arbeit vor Ort erzählen: Vom Umgang mit geflüchteten Frauen bis hin zur Flüchtlingsarbeit in den Medien deckt die Reihe das Thema vielfältig ab.

Die 12 Folgen sind das Ergebnis eines Seminars an der FH Dortmund (im Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften), bei dem die Studierenden vorbereitet werden, um vor Ort bei den jeweiligen Partner*innen (die Studiogäste der Sendung) Leitfadeninterviews zu führen. Die Studierenden bekommen so Gelegenheit Einblicke in die Arbeit von Migrantenorganisationen zu bekommen, die sich in der Arbeit mit Geflüchteten engagieren. Durch die Kooperation mit dem Institut für Journalistik der TU Dortmund erarbeiten Studierende in einem Seminar zusätzlich die Sendungen, die bei nrwision ausgestrahlt werden.

Das Haus der Vielfalt wird zum Fernsehstudio

Flüchtlingsarbeit im ländlichen Raum
Elaine Yousef aus Waltrop und Merwan Resho sprechen über die besonderen Herausforderungen der Flüchtlingsarbeit im ländlichen Raum.

Die Folge gibt es in der Mediathek.

Kulturelle Bildungsaktivitäten mit Kindern und Jugendlichen mit Kin-Top Förderungszentrum e.V.
Für das Ankommen von Kindern ist es wichtig, dass die Kinder sich willkommen fühlen. Kinder und Jugendliche sind dann angekommen, wenn sie sich in die Gesellschaft einbringen können. Das will Kin-Top e.V. Düsseldorf mit ganz verschiedenen Angeboten erreichen. Wie sie das machen, erzählen Joana Gerdt und Sören Volkenborn jetzt vor der Kamera.

Die Folge gibt es in der Mediathek.

Flüchtlingsarbeit in den Medien (Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. / AfricanTide e.V.)
Bei der letzten Sendung sprechen Miriam Bunjes vom Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen und Dr. Rosalyn Dressman von AfricanTide über die Flüchtlingsarbeit in den Medien: Wird heute negativer berichtet? Wichtig ist es, mit den Leuten zu reden uns nicht über sie.

Die Folge gibt es in der Mediathek.

Die neue Stadtgesellschaft (Raum der Kulturen Neuss e.V.)
Muna Sukni om Raum der Kulturen Neuss e.V. und Habib Güneşli vom VMDO e.V. waren im Interview zum Thema: Wie verändern sich Städte und welches Lebensgefühl bringen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte mit in eine neue Stadt?

Erwartungen an die Politik (Bundesverband Netzwerke von Mirgantenorganisationen e.V.)
Dr. Ümit Koşan vom Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen spricht im Interview mit NRWision über die  Erwartungen an die Politik und Lobby-Arbeit.

Die Folge gibt es in der Mediathek.

Zugang zum Arbeitsmarkt für Geflüchtete, (WIIK e.V., Witten) 
Vivette Tchuissang Tchiwe und Clovis Njontié aus Witten sprechen in der ersten Aufzeichnung über den Arbeitsmarkt.

Die Folge gibt es in der Mediathek.

Vielfalt: Begegnungsstätte & Entfaltungsraum (Haus der Vielfalt, Dortmund)
Saziye Altundal-Köse und Jeyakumaran Kumarasamy vom VMDO e.V. sind das letzte Duo, das beim ersten Drehtag mit NRWision interviewt wurde. Sie sprachen über Vielfalt und Begegnungen – wie etwa am Drehort, im Haus der Vielfalt.

Die Folge gibt es in der Mediathek.

Wohnungsmarkt für Geflüchtete, (Solibund e.V., Köln) 
Kemal Sovuksu und Anna Kass vom Solibund e.V. Köln sprachen beim Dreh über den Zugang zum Wohnungsmarkt.

Die Folge gibt es in der Mediathek.

Geflüchtete Frauen (Interkultureller Elternverein e.V., Bielefeld)
Cynthia Krell und Hana Hamalatif aus Bielefeld sprachen im Talk mit NRWision über den Alltag geflüchteter Frauen!

Die Folge gibt es in der Mediathek. 

Gesundheit fördern durch Ernährungs- und Sportangebote für Geflüchtete (VKII e.V., Dortmund)
Thierry Monté und Armel Djine aus Dortmund sprechen über den Erfolg des Programms Smart Fit vom VKII Ruhrbezirk e.V.. Sport ist eine Möglichkeit, sprachliche und kulturelle Barrieren zu überwinden. Bei Smart Fit treffen sich Menschen aus 15 Nationen für ein vielfältiges Sportprogramm.

Die Folge gibt es in der Mediathek.

Ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingsarbeit (Mozaik e.V., Bielefeld und IRFAN e.V., Mönchengladbach)
Martina Gehler (IRFAN e.V.) und Cemalettin Özer (Mozaik e.V.) sind die letzten Gäste beim Dreh heute. Sie diskutierten zum Thema: Welche besondere Rolle spielt der eigene Migrantionshintergrund im Ehrenamt? Was sind Herausforderungen und Chancen? 10 Stunden im Monat braucht man mindestens, wenn man sich ehrenamtlich engagiert. Wenn man das den Ehrenamtlichen vermittelt, hat man gute Chancen, Menschen zu motivieren.

Die Folge gibt es in der Mediathek.

Bildung für Geflüchtete (IFAK e.V., Bochum)
Berfîn Balik und Sebastian Hammer aus Bochum sprechen über Bildung für Geflüchtete: Neben der schulischen Bildung und Förderung ist es wichtig, den Geflüchteten eine Sicherheit zu bieten. Denn um wirklich in Deutschland anzukommen, fehlt oft ein wesentlicher Bestandteil: der Halt der eigenen Familie.

Die Folge gibt es in der Mediathek.

Was Orte über die Geschichte der Menschen erzählen

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Finissage der Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ im Museum Pankow

Es ist der letzte Abend in Pankow, bevor die Ausstellung „Hasan und die Generation der Enkel“ weiter durch Deutschland zieht. Entsprechend herrscht reges Treiben in den Fluren des Museums Pankow. Durch den bestuhlten Saal hinweg versuchen die letzten Gäste einen Platz zu finden, ehe das Programm beginnt.

Was in Pankow auch außerhalb der Wände des Museums spürbar ist: Einwanderung, wie in Deutschland insgesamt, ist Teil der gemeinsamen Geschichte, der Gegenwart aber auch einer gemeinsamen Zukunft. Katarina Niewidzial, Integrationsbeauftragte der Stadt Pankow, unterstrich – begeistert von der Ausstellung – Pankow sei eigentlich ein „typischer Ost-Bezirk“. Durch die Migration sei auch der Norden Berlins zum Zuhause von Menschen geworden, die vor allem aus Italien und Vietnam kommen. „Wir fragen uns, ob die Orte die Geschichte der Menschen erzählen?“ Die Frage gibt ungewollt einen roten Faden vor, der immer wieder ergänzt und erweitert wird.

„Hasan in Pankow“ – so der leicht abgewandelte Titel für das Museum Pankow – war seit dem 14. Dezember 2017 dort zu sehen. Ergänzt wurde die Ausstellung um insgesamt acht Veranstaltungen mit Einblicken in die „Migrationgeschichte(n) im Berliner Nordosten“. Diese Geschichten standen auch am letzten Abend noch einmal im Zentrum.

Kemal Karabulut sprach über Flucht aus politisch unerträglichen Verhältnissen und Jeyasangar Gopalapillai berichtete über das Exil der Tamilen. Auch die in Erinnerung von Hamze Bytyci, Leiter von RoMatrial, gibt berührende Einblicke. Gerade Sinti und Roma sind nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Europa Opfer jahrhundertelanger Diskriminierung und Ausgrenzung. „Ich bin geboren in einem Land, dass es heute so gar nicht mehr gibt“, erklärt Hamze. Zunächst im damaligen Jugoslawien geboren, wurde er Serbe, um nach der Unabhängigkeit 2008 plötzlich als Kosovare zu gelten. Diese Problematik habe ihn nach seiner Fluchterfahrung auch in Deutschland stark geprägt und ihm verdeutlicht, wie wichtig es sei, weiterhin sichtbar zu sein. Deshalb hat er RoMatrial, eine Bürgerrechtsorganisation für Sinti und Roma, gegründet. Das Ziel, die Narrative selber zu bestimmen und Identität nachhaltig zu stärken.

Bestärkende Geschichten, wie die von Hamze Bytyci, fanden einen Nachklang in der Vielfalt der musikalischen Darbietungen. In der Musik zeigte sich auf andere Weise die Mannigfaltigkeit der Migrationsgeschichten, die an diesem Abend exemplarisch für ganz viele Geschichten in Pankow, Berlin und Deutschland standen und stehen. Von Saz über Gitarre bis Kora boten sie die musikalische Untermalung für das, was auch ein Großteil der Besucher an diesem Abend verbindet: Migration, oder die Erinnerung daran.

Es versteht sich, dass am Ende einer solchen Sonderausstellung die Frage aufgerufen ist, wie es weitergeht: Wie kann Migration als Teil der gemeinsamen städtischen Geschichte in die Erinnerungsorte Einzug nehmen und dort ständig präsent sein? Und: Wie wird Einwanderung als ein prägender Teil der Stadtgesellschaft wahrgenommen bzw. besser als bisher wahrnehmbar gemacht? Hierüber sprachen – moderiert von Dr. Wilfried KruseProf. Dr. Felicitas Hillmann vom Leibnitz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner, Gülsah Stapel, Stadt- und Regionalplanerin an der Technischen Universität Berlin mit Bernt Roder, dem Leiter des Museums Pankow und mit dem Bezirksbürgermeister von Pankow, Sören Benn.

„Die Stadt ist in erster Linie ein Archiv der Gesellschaft“, unterstrich Stapel und machte deutlich, dass es wichtig sei, die Vielfalt an Erzählungen der Menschen zu hören. Vielfalt sei eine Stärke, so auch Bezirksbürgermeister Sören Benn. Und genau dieser Eindruck lasse sich für das Museum Pankow übersetzen. Das unterstrich schließlich auch der Museumsleiter Bernt Roder. Die Ausstellung habe ihn dazu bewegt, sich zu fragen, wie migrantische Perspektiven Eingang in die Museumsarbeit finden könnten.

Ganz am Ende dann der „Abschied“ aus Pankow und die Übergabe an Luiz Mazuze und Andreas Hempel von dem Verein Afropa e.V. aus Dresden. Im Jahr 2003 haben einige in Dresden lebende Afrikaner*innen und Deutsche die Initiative ergriffen, Afropa e.V. zur Förderung der afrikanisch-europäischen Verständigung zu gründen. Mittlerweile gibt es über 50 Mitglieder aus zehn Nationen. In der Dresdner Neustadt, wo auch Afropa zu Hause ist, wird „Hasan und die Enkel“ ab Anfang Mai 2018 zu sehen sein.

Afropa e.V. ist gleichzeitig einer von 32 Partnern des bundesweiten Projekts samo.fa. Ziel des Projektes des Bundesverbandes Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. ist es, dass die Menschen, die vor längerer Zeit selbst aus den unterschiedlichsten Gründen in Deutschland eine neue Heimat fanden, heute denjenigen eine Brücke in den Alltag bauen, die erst vor kurzem ankamen. Migrant*innen kennen die Bedürfnisse und Herausforderungen des Ankommens im neuen Alltag. Gleichzeitig bieten Migrantenorganisationen Räume, die Erinnerung an die eigene Herkunft zu bewahren. Und genau diese Möglichkeit, ein Raum zum Nachdenken über die eigene Geschichte zu schaffen, bietet die Ausstellung „Onkel Hasan“. Auch und gerade weil sie aus der Perspektive und unter aktiver Beteiligung von Migrantenorganisationen entstanden ist. Dabei setzt die Ausstellung zwei Blickrichtungen miteinander in Bezug: die Arbeitsmigranten der 1. Generation mit der Enkelgeneration, die in Deutschland aufgewachsen ist. Alle – Hasan, seine Frau und seine Kinder, die Verwandten und die Enkelgeneration –  sind die Gesichter der Ausstellung. Die Ausstellung gibt damit Migration, Einwanderung und ihren Geschichten und Erinnerungen ein Gesicht. Und das zeigt auch der letzte Abend in Pankow:  Neben den vielen Geschichten, Erinnerungen und Exponaten wird hier aufs Neue auch die Bedeutung der Vernetzung von Menschen unterschiedlicher Hintergründe spürbar. Damit wäre Onkel Hasan sicherlich auch sehr zufrieden gewesen wäre.

Weiter Informationen unter: www.onkel-hasan.de

Gemeinsam gegen Rassismus – Internationale Wochen gegen Rassismus (12.3-25.3)

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Internationale Wochen gegen Rassismus (12.3-25.3)

Zu viele Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte erleben in Deutschland Rassismus. Allein im Jahr 2017 gab es über 2.200 tätliche Angriffe auf Geflüchtete und etwa 1500 antisemitisch motivierte Straftaten. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus wollen rassistischer Diskriminierung, Vorurteilen, Stereotypen und Gewalt entgegenwirken und ein Zeichen für Solidarität und Miteinander setzen.

Rund um den 21. März, dem Internationalen UN-Gedenktag gegen Rassismus, finden unter dem Motto „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus“ bundesweit Veranstaltungen statt. Aus dem Projekt samo.fa des Bundesverbandes NeMO beteiligen sich die Partner aus München, Lübeck, Freiburg und Halle (Saale) mit ganz unterschiedlichen Veranstaltungen.

 

Forum der Kulturen Stuttgart e.V.
12.März-23.März
Vom 12. bis zum 23. März 2018 finden in Stuttgart unter dem Titel HEIMAT zum dritten Mal in Folge die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Diese sind Teil bundesweiter Aktionswochen, die rund um den 21. März, den Internationalen UN-Gedenktag gegen Rassismus, veranstaltet werden. Das vielseitige Programm umfasst Workshops für Kinder und Jugendliche, Fortbildungen für Multiplikator*innen und Mitarbeiter*innen von Unternehmen, Verwaltungen und Initiativen sowie Abendveranstaltungen für die breite Öffentlichkeit.
https://www.forum-der-kulturen.de/heimat_internationale_wochen_gegen_rassismus/

IKB e.V. Haus der Kulturen Lübeck
15. März-19.März
Antirassistische Kulturtage in Lübeck haben auch dieses Jahr das Ziel, den Gedanken der Völkerverständigung und des Friedens mit den Mitteln der Literatur, der Kultur und der Kunst der Argumente in öffentlichen Veranstaltungen zur Sprache zu bringen. Noch nie gab es so viel Solidarität und Gegenwehr, um dem Hass und der Diskriminierung entgegenzuwirken. Gleichzeitig schüren Populisten Ängste und Terror gegen Minderheiten, verüben Hassgetriebene Anschläge auf Einrichtungen und Flüchtlingsunterkünfte. Auch im Jahr 2018 ist menschenfeindliche Stimmungsmache keine Randerscheinung.
http://www.hausderkulturen.eu/fileadmin/content/media/Antirassistische_Kulturtage.pdf

Morgen e.V., München
21. März
Am 21. März ruft MORGEN e.V. mit vielen weiteren Akteur*innen zu einer bunten und lauten Aktion auf, um Solidarität gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung einzufordern. Rassismus ist ein gesellschaftliches Problem, das alle angeht. Fast täglich gibt es Aktionen und Kundgebungen von rechtsextremen und populistischen Gruppierungen, Angriffe auf Asylunterkünfte, Gewalttaten und rassistische Angriffe gegen Jüdinnen und Juden, gegen Sinti und Roma, gegen Muslim*innen, gegen Schwarze Menschen und gegen People of Color, gegen Geflüchtete und Migrant*innen. Gleichzeitig gibt es Solidarität, das Engagement derjenigen, die nicht bereit sind, Alltagsrassismus und rassistische Gewalt hinzunehmen. Lauterkeit (d.h. Anständigkeit) wird verbunden mit Lautstärke: „Wir wollen Lauter sein gegen Rassismus. Jeder ist
Die Aktion „LAUTER sein gegen Rassismus!“ wird am 21. März 2016 bayernweit durchgeführt. Kommt zahlreich und bringt (Musik-)Instrumente zum LAUTER sein mit!
http://www.morgen-muenchen.de/termine/

IFAK e.V., Bochum
21. März

Newroz ist der Name des Neujahrs- und Frühlingsfestes, das am 20. oder 21. März vor allem im indoiranischen Kulturraum gefeiert wird. Seit dem 10. Mai 2010 ist Newroz auf Beschluss der 64. Generalversammlung der Vereinten Nationen als internationaler Newroz-Tag anerkannt. Die Generalversammlung stellte in ihrer Erklärung fest, dass „Newroz ein Frühlingsfest ist, das von mehr als 300 Mio. Menschen seit mehr als 3000 Jahren in Kurdistan, auf der Balkanhalbinsel, in der Schwarzmeerregion, im Kaukasus, in Zentralasien und im Nahen Osten gefeiert wird“. Am 30. September 2009 hatte die UNESCO den Newroz-Tag in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen und gleichzeitig ist am 21. März 2018 der Internationale Tag gegen Rassismus. Die Veranstaltung richtet sich an alle Menschen, die gegen jeglicher Rassismus sind und natürlich Lust haben mit uns Newroz feiern. Erste Linie richtet sich für Geflüchteten, die als neues Jahr feiern und Nachbarschaften, die was Neues erleben möchten, jede darf traditional kleidet zu Feierlichkeit kommen. (Weitere Informationen zu Ort und Zeit im Veranstaltungskalender dieser Seite)

FAIRburg e.V., Freiburg
22. März
Die Szenische Lesung von „Ein Morgen vor Lampedusa” beruht auf Zeugenaussagen von Fischern und Geflüchteten, die eine Bootskatastrophe vor Lampedusa erlebt haben. Der Text veranschaulicht die unerträglichen Zustände auf dem Mittelmeer, die ohne humane Lösung bis heute andauern. In einer Podiumsdiskussion mit ResQship e.V. und dem Begründer der Lampedusa-Lesung Antonio Umberto Riccò soll die komplexe und andauernde Situation und ihre Hintergründe in der Öffentlichkeit im Bewusstsein gehalten und auch Möglichkeiten aufgezeigt werden, ganz konkret Unterstützung in Freiburg leisten zu können.
http://www.fairburg.de/

VeMo e.V.,  Halle (Saale)
24. März
”Ich habe ja nichts gegen Flüchtlinge, aber … ” – kennen Sie diesen Satz? Ob im Büro, bei der Familienfeier oder in der Straßenbahn, oft ist es nur die Einleitung zu rassistischen Äußerungen, die scheinbar mehr und mehr Platz finden. Im Workshop „Wie reagieren auf rassistische Sprüche?!” wollen wir über die Möglichkeiten und Grenzen des Eingreifens sprechen, die eigene Haltung bewusst machen und wirksame Gegenstrategien diskutieren.
www.vemo-halle.de
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Weitere Hintergrundinformationen zum Thema Alltagsrassismus zeigt auch in Ausschnitten der Film:  Geflüchtete. Neuer Alltag

Menschen mit Fluchtgeschichte „vor Ort“: Migrantenorganisationen haben Stabilitätspotenzial

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Überlegungen zur Schwerpunkt der Arbeiten im 3. Jahr von samo.fa[1]

Vorgestellt auf dem Bundesnetzwerktreffen am 5./6.Februar 2017 in Leipzig

 

Der „lange Sommer des Willkommens“ liegt nun schon weit zurück. Und dies in mehrerer Hinsicht. Die Geflüchteten selbst, die geblieben sind, sind nun schon zwei Jahre und mehr in Deutschland. Sie müssen ihren neuen Alltag bewältigen. Was diesen Alltag ausmacht und prägt: hierbei gibt es Gemeinsamkeiten, aber auch wichtige Unterschiede. Die Unterschiede hängen davon ab, wie weit der Entscheidungsprozess über den Status gediehen ist und welcher Aufenthaltsstatus schließlich zuerkannt wird, von der lokalen Wohnsituation, den Verhältnissen auf den lokalen bzw. regionalen Arbeitsmärkten, aber auch von der lokalen Flüchtlingsarbeit und der kommunalen Politik, der wiederum in verschiedener Weise von übergreifender staatlicher Politik Rahmenbedingungen gesetzt werden.

Der Weg zur Normalisierung der Lebenslage ist lang

Für diejenigen, die eine Anerkennung erhalten[2], geht es um Integration in der Weise, dass eine selbständige Lebensführung erreicht wird – in der Regel auf der Basis von Erwerbstätigkeit – und dass – wenn dies gewünscht wird – die Kernfamilien unter akzeptablen Wohnverhältnissen zusammenleben können und es für die Kinder und Jugendlichen einen gleichberechtigen Zugang zu Bildung gibt.

Die vorliegenden ersten Studien, z.B. zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten, und viele andere empirische Fakten zeigen nun: der Weg zur Normalisierung des Lebens ist für Geflüchtete – Ausnahmen bestätigen immer die Regel – kompliziert und langwierig. Expert*innen gehen davon aus, dass hierfür mehrere Jahre (man spricht von 5 bis 7 Jahren) erforderlich sind.

Und tatsächlich stehen der Integration Hindernisse im Weg, die sie erheblich verzögern. Diese beginnen bei der überaus langen Bearbeitungszeit im Anerkennungsverfahren, was zunächst für die Betroffenen andauernde Unsicherheit und eine faktische Einschränkung ihres Aktionsradius bedeuten (oder: bedeutet haben, also eine erste grundlegende Erfahrung bildet). Diejenigen aus dem Jahr 2015, deren Aufenthaltsstatus es zulässt, münden nun in (?) den Regelungsbereich des SGB II ein, stehen aber dem Arbeitsmarkt zunächst zu einem erheblichen Teil noch nicht zur Verfügung, weil sie Deutsch- und Integrationskurse besuchen. Es ist zu erwarten, dass ihnen danach vor allem Beschäftigungen offenstehen und die sie auch bereit sein werden anzunehmen, die vielfach prekäre Merkmale haben. Damit setzt sich die Instabilität ihrer Lebenslage fort.

Vor allen in den Ballungsgebieten ist die Situation auf dem Wohnungsmarkt äußerst angespannt, so dass sich teilweise die Aufenthaltsdauer in Gemeinschaftsunterkünften verlängert oder dass in (preiswertere) Wohnungen eingemündet wird, die sich oftmals in sozial belasteten Quartieren befinden. Der Hoffnung, dass die Kinder und Jugendlichen hier eine bessere Zukunft haben, stehen vielfältige Engpässe beim Zugang zu Bildung, Ausbildung und Studium entgegen. Schließlich ist der Familiennachzug erschwert; von Normalisierung des Lebens kann also bislang keine Rede sein.

Verzögerungen und Gefährdungen

In mancher Literatur wird suggeriert, als sei ein Zeitraum von 7 bis 10 Jahren für eine Integration von Eingewanderten „normal“; manchmal liest sich das wie eine Art menschliches Naturgesetz. Nun mögen solche Zeiträume erforderlich sein, um die eigene Lebenssituation zu optimieren und auch, um mental in der neuen Heimat ganz anzukommen. Was aber die materiellen Voraussetzungen für Normalisierung betrifft – von denen oben die Rede war –, so handelt es sich um Verzögerungen, die aus Mängeln der Ankunftsgesellschaft, aus überforderten Bürokratien und aus gesetzlichen Restriktionen resultieren.

Verzögerungen und Gefährdungen in diesem komplizierten und komplexen Integrationsprozess treten auch dann ein, wenn die erforderlichen Unterstützungssysteme, wie Beratung, barrierefreie Zugänge zu Ämtern, Sprachmittlung, Willkommenskultur und viele mehr, lokal unzulänglich entwickelt sind oder brüchig werden, weil z.B. die Kommunen keinen akuten Handlungsbedarf mehr sehen. Es gibt vermehrt Hinweise darauf, dass in kommunaler Politik die Flüchtlingsfrage auf der Agenda „nach unten“ rutscht. Gerade bei dem für samo.fa charakteristischen Ansatz bei lokalen Handlungsstrategien wäre dies sehr beunruhigend und muss beobachtet werden.

Als ein „Indikator“ für eine Art „schleichenden Ausstieg“ aus der Flüchtlingsarbeit von Kommunen wäre auch zu werten, wenn die Migrantenorganisationen, die bisher in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, als Partner am Rande verbleiben oder sogar in ihrer Rolle beschränkt werden, anstatt statt stärker als bisher wertgeschätzt zu werden.

Viele der vorliegenden neueren Studien, Gutachten und Memoranden – jedenfalls solche, die für eine wirksame und würdevolle Integration von Geflüchteten stehen – sehen nun angesichts des langen und komplizierten Wegs der Integration das Erfordernis einer nahen und gut zugänglichen kontinuierlichen Begleitung und Unterstützung.

Ein tragendes Argument für den samo.fa – Ansatz der gleichzeitigen Stärkung von Aktiven in der Flüchtlingsarbeit und von Migrantenorganisationen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren war: gerade bei der Bewältigung des Alltags sind die Migrantenorganisationen und jene Aktiven, die sie als „background“ haben, unverzichtbar. Nun werden die Erfahrungen, die die Menschen mit Migrationsgeschichte selbst oder vermittelt mit Ankommen, Sich-Einrichten und Heimischwerden gemacht haben, besonders wichtig. Sie produktiv weiterzugeben, setzt allerdings einen reflektierten Umgang mit ihnen voraus.

Besonderer Beitrag der Migrantenorganisationen

Hierfür sind die Migrantenorganisationen, wo kollektiv Migrationserfahrungen „aufbewahrt“ sind, wichtig, so wie sie als Ort, der den Aktiven Bezug und Stärke gibt und der sich für die Geflüchteten selbst öffnet, sehr wertvoll und in diesen drei „Funktionen“ im Grunde unverzichtbar sind. Und dies gilt umso mehr dann, wenn aus dem Kontext der Migrantenorganisationen auch Expertise für die Bewältigung des Alltags in den verschiedenen wichtigen Handlungsfeldern des neuen Alltags zu gewinnen ist. Im zweiten Jahr von samo.fa ging es dabei um die Bereiche Bildung / Ausbildung, Arbeitsmarkt, Wohnen und Gesundheit.

Stets ist bei der Unterstützung von Geflüchteten in ihrem neuen Alltag wichtig zu klären, welchen Beitrag die Aktiven mit Migrationsgeschichte und die Migrantenorganisationen dabei leisten (können). Sie sind keine Lückenbüßer für ausbleibende oder ungenügende Leistungen, die die hierfür vorhandenen zuständigen und verantwortlichen „Systeme“ erbringen müssten. Dort, wo Menschen mit Migrationsgeschichte als Professionelle[3] tätig sind (was aus verschiedenen Gründen sehr wünschenswert ist), müssen sie auch entsprechend anerkannt und vergütet werden.

Was bringen jene ein, die nicht im strikten Sinne von Ausbildung und fachlichem Profil Professionelle sind? Deren Expertise[4] dient der Orientierung, der Unterstützung dabei, zu seinem/ihrem Recht zu kommen, der sensiblen Wahrnehmung von Notlagen und Krisen, der Ermutigung, dem Angebot von Vertrauen, Verlässlichkeit, der Stärkung von Durchhaltevermögen und dem Erleben gemeinsamer Lebensfreude. Die Aktiven und die Migrantenorganisationen können in diesem Sinne nur wirksam werden, wenn sie Teil eines lokalen Unterstützungsnetzwerks sind, also in einem Kontext von Arbeitsteilung und Kooperation. Diese Erkenntnis war ebenfalls für das 2. Jahr von samo.fa leitend; die lokalen Dialogkonferenzen haben vielfach in bemerkenswerter Weise Kooperationsfortschritte demonstriert.

Stabile Begleitung langfristig erforderlich

Diese Art der Begleitung und Unterstützung, die nahe bei denen angesiedelt ist, die von Geflüchteten zu neuen Mitbürger*innen geworden sind, ohne sie zu bevormunden, wird also noch für einen erheblich langen Zeitraum benötigt, der weit den bisherigen zeitlichen Förderhorizont von samo.fa überschreitet. Außerdem: auch in den Folgejahren nach 2015/2016 hat es weiterhin Zuwanderung geben, und diese wird sich auch fortsetzen. Es ist also angeraten, basale lokale Unterstützungsstrukturen auf Dauer zu stellen, die auch (Stichwort: Arbeitsteilung und Kooperation) im bürgerschaftlichen Engagement verankert sind. Spontane Initiativen der Hilfe und Unterstützung fehlt die erforderliche Stabilität, und zwar sowohl im personellen wie auch im institutionellen Sinne. Migrantenorganisationen sind demgegenüber schon ihrem Sinne nach stärker auf Dauerhaftigkeit angelegt; manche von ihnen bestehen schon viele Jahre oder sogar Jahrzehnte, mit allen „Auf und Ab‘s“, dem bürgerschaftliche Organisationen unterliegen.

Migrantenorganisationen haben also ein erhebliches Stabilitätspotenzial: sie werden also für die weitere Unterstützung von Geflüchteten und neuen Mitbürger*innen mit Fluchtgeschichte nicht nur gebraucht und haben darin nicht nur Erfahrungen gesammelt und Expertise aufgebaut, sie haben auch das Potenzial, mit langem Atem in diesem Feld tätig und wirksam zu sein. Es gibt in der Regel Aktive, die sich kontinuierlich um den Fortbestand sorgen, es gibt Kerngruppen, denen die Organisation ein Teil ihres Lebens ist, es sind in der Regel rechtliche Formen, wie ein Verein, gefunden worden, die eine gewisse Stabilität mit sich bringen, und es gibt Räumlichkeiten für Treffen und Vereinsaktivitäten, wenngleich dies oftmals auch ein „Engpass“ ist. Ihr Engagement im Feld der Flüchtlingsarbeit bleibt dennoch fragil, weil dieses Engagement einen Aktivitätsgrad und eine aktive Öffnung „nach außen“ erforderlich macht, das auf längere Dauer aufrecht zu erhalten eine große Herausforderung darstellt.

Die Förderentscheidung für samo.fa, über die Stellen der lokalen Koordinator*innen ein professionelles „Rückgrat“ zu sichern und die Bereitstellung „lokaler Fonds“ zu ermöglichen, war deshalb weitsichtig; an diesem Modell eines „professionellen Rückgrats“ plus „lokaler Fonds“ bzw. einer Variation dessen müsste sich auch eine weitere Förderung orientieren, wenn Wert darauf gelegt wird, Migrantenorganisationen in der lokalen Unterstützung von Menschen mit Fluchtgeschichte präsent und aktiv zu halten (und damit auch Vorkehr zu treffen, dass die Erfahrungen und die aufgebaute Expertise nicht verloren gehen).

Verbünde neuer und schon länger bestehender Migrantenorganisationen

Zu beobachten ist, dass sich Menschen mit Fluchtgeschichte selbst daran machen, Vereine zu gründen, um sich zu unterstützen und um in der lokalen Öffentlichkeit und gegenüber der lokalen Politik eine eigene „Stimme“ zu erhalten. Diese Neugründungen von Migrantenorganisationen sind für die lokale Flüchtlingsarbeit von Bedeutung, weil sie in authentischer Weise die Lebensbedingungen und Bedürfnisse von Menschen mit Fluchtgeschichte, die erst vor kurzem angekommen sind, spiegeln. Dies macht aber auch zugleich ihre Verletzlichkeit aus: ihnen fehlt die gediegene Erfahrung im Umgang mit den hiesigen Realitäten, die aber bei den schon länger bestehenden Migrantenorganisationen gegeben ist.

Der von samo.fa vor allem im zurückliegenden zweiten Jahr stark gemachte Vorschlag, vor Ort Arbeitsgemeinschaften oder Verbünde jener Migrantenorganisationen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, zu gründen, ergibt deshalb vor allen Dingen auch unter dem Aspekt von Stabilität Sinn und hierfür auch die neu gegründeten Vereine einzuladen. Solche Verbünde ermöglichen wechselseitige Unterstützung und die Entwicklung von „interner“ Arbeitsteilung und Kooperation, die zum einen entlastend wirken kann, und zum anderen auch ermöglicht, gegenüber den lokalen Partnern in der Flüchtlingsarbeit und gegenüber der lokalen Politik und Verwaltung mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen.

Die Formulierung „Migrantenorganisationen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind“ ist bewusst gewählt. Denn nicht alle Migrantenorganisationen sind dort aktiv, wobei ihre Nichtbeteiligung verschiedene Gründe und Motive hat[5]. Und es gibt auch Migrantenorganisationen, die sich in der einen oder anderen Weise erheblich in der Flüchtlingsarbeit engagiert haben, und nun vielleicht ermüdet sind oder (wieder) stärker zu Aktivitäten zurückkehren wollen, die zu ihrem Profil und Selbstverständnis gehören. Lokale Verbünde für die Arbeit mit Menschen mit Fluchtgeschichte könnte auch für diese Migrantenorganisationen eine „Ort“ sein, an dem sie sich in moderater Form weiter beteiligen würden.

samo.fa im dritten Jahr

Migrantenorganisationen vor Ort – auch und gerade, wenn sie sich zu Verbünden zusammen schließen – als ein stabiler und stabilisierender Faktor in der Flüchtlingsarbeit zu halten, ist auch angesichts des gesellschaftlichen Klimas, was Asyl betrifft, von großer Bedeutung: zunehmende Restriktionen in der Flüchtlingspolitik spielen mit der Zunahme ausländerfeindlicher, rassistischer, antiziganistischer und antisemitischer öffentlicher Auftritte zusammen zu einem Klima, das mit einer „Willkommenskultur“ immer weniger Ähnlichkeit hat, wenngleich de facto große Mehrheiten eine offenere Haltung haben ( die Strahlkraft des „langen Sommers des Willkommens“ also noch nicht ganz verblasst ist).

Das dritte Jahr von samo.fa sieht drei zentrale Aufgaben vor: Konsolidierung, Nachhaltigkeit und Transfer. Vor dem Hintergrund der hier vorgestellten Überlegungen geht es darum, diese drei Aufgabenfelder dadurch zu verknüpfen, dass die Voraussetzungen, Bedingungen und praktischen Vorkehrungen für eine dauerhafte Stabilität des Engagements von Migrantenorganisationen in der lokalen Flüchtlingsarbeit ins Zentrum gerückt wird.

(W. Kruse 10.1.2018)

 

[1] Zusammenfassung und Weiterführung einer Diskussion auf dem 1. Treffen des Leitungsteams von samo.fa am 8. Januar 2018 in Dortmund.

[2] Für diejenigen, denen ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht verweigert wird und die unter Abschiebungsdrohung stehen, muss sichergestellt sein, dass sie die Zeit ihres Aufenthalts in Deutschland in Würde verbringen und ihn auch für sich im Sinne der Erweiterung ihrer schulischen und beruflichen Kompetenzen etc. nutzen können. Auch hierfür müssen Lösungen gefunden werden, die auf der lokalen Ebene – dort, wo diese Menschen sind – konkretisiert werden müssen.

[3] Viele Migrantenorganisationen, die im Kontext von samo.fa aktiv sind, bieten auch – meist über diverse Projekte – professionelle Dienstleistungen an. Dies ist ein weiteres Feld, auf dem Migrantenorganisationen aktiv sind. Dadurch entstehen zu dem, was bei samo.fa im Vordergrund steht, nämlich bürgerschaftliches Engagement, vielfache Schnittstellen, aber auch Grauzonen.

[4] Auch hierfür ist nötig, was oftmals „Professionalisierung“ genannt wird, aber nicht mit fachlich-beruflicher Professionalität verwechselt werden darf. Es geht eher um eine Verbesserung der Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit, um Orientierungs- und Anschlusswissen usw., usw. Zu diesem Zweck gab und gibt es im samo.fa-Kontext und darüber hinaus vielfältige Weiterbildungs- und Trainingsangebote.

[5] Allerdings ist es in vielen Orten, an denen samo.fa aktiv ist, gelungen, die Anzahl der Migrantenorganisationen, die sich in der einen oder anderen Weise an der Flüchtlingsarbeit beteiligen, deutlich zu erhöhen.

 

Radio-MH e.V. gründet ersten Verband für Kultur und Integration in Mönchengladbach

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In Mönchengladbach ist dem lokalen samo.fa Partner Radio-MH e.V. etwas gelungen, was es so noch nie in der Stadt gab: Am 24. Januar gründete der Verein zusammen mit 10 weiteren Migrantenorganisationen und Vertretern des Integrationsrats und der Stadt Mönchengladbach einen Verband für Kultur und Integration (VKI MG e.V.).

„Wir wollen so gemeinsam in der Kommune arbeiten“, erklärt der lokale samo.fa Koordinator Alpha Ibrahima Balde, „um Migrantenorganisationen zu stärken und Parallelstrukturen abzubauen.“ Die  Entscheidung zur Verbandsgründung stamme unter anderem aus einem Integrationskonzept von 2012, ist jetzt aber endlich umgesetzt worden. „Die Gründung ist ein Riesenerfolg für uns, der ohne das Projekt samo.fa nicht möglich gewesen wäre“, so Balde.

Die Mitgliedsvereine sind sehr aktiv in der Arbeit mit Geflüchteten. Über die Schnittstelle samo.fa lag eine Kooperation mit dem Partner Radio-MH e.V. nahe. Jetzt können die Migrantenorganisationen sich in Mönchengladbach auch über samo.fa hinaus vernetzen und zusammen in der Kommune arbeiten, ganz im Sinne des thematischen Schwerpunkts für samo.fa 2018, der Nachhaltigkeit.

Zum 1. Vorsitzenden des neu gegründeten Verbandes ist Alpha Ibrahima Balde (samo.fa Koordinator Mönchengladbach) gewählt worden, die 2. Stellvertretende Vorsitzende ist Marghuba Saleh , Schatzmeisterin Natalia Bigler und Schriftführer Sedik Salimi. Geschäftsführer ist Wolfgan Riehn.

Am 25. Januar wurde zudem ein Kooperationsvertrag zwischen Irfan e.V. und RMH e.V. beschlossen. Das Ziel ist noch mehr Migrantenorganisationen für die Flüchtlingsarbeit zu gewinnen und zur Zusammenarbeit zu motivieren.

Bei der Gründungsveranstaltung des Verbands für Kultur und Integration Mönchengladbach (VKI MG e.V.) waren auch die Integrationsbeauftragte Marion Blinten (links) und der Vorsitzende des Integrationsrates Yilmaz Karaca (rechts) zugegen.

Der Oberbürgermeister von Mönchengladbach Hans Wilhelm Reiners gratuliert samo.fa Koordinator Alpha Balde, Martina Gehler, Koordinatorin von Irfan e.V., und Ali Kalayci, dem Vorsitzenden von Irfan e.V. zur Zusammenarbeit. Die beiden Vereine arbeiteten gemeinsam einen Kooperationsvertrag aus.

Fördermittel in der Flüchtlingshilfe kommen bei vielen Initiativen nicht an

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Wie eine Studie der Bertelsmann-Stiftung feststellte, erhalten kleine Flüchtlings-Initiativen oft keine öffentlichen Fördergelder, weil die bürokratischen Hürden zu hoch sind. Samo.fa Projektleiter Ismail Köylüoglu erklärt im Gespräch mit der Nachrichtenagentur epd die Problematik der Förderbedingungen.

Netzwerk fordert flexiblere Förderung von Flüchtlingsprojekten
epd-Gespräch: Holger Spierig
Dortmund/Gütersloh (epd). Experten der Flüchtlingsarbeit mahnen eine unbürokratischere und ortsnähere Förderung von Flüchtlingsprojekten an. Zentral vergebenen Fördermittel seien oft an Bedingungen geknüpft, die zwar im Grundsatz richtig seien, aber nicht immer mit der Wirklichkeit der verschiedenen örtlichen Gegebenheiten übereinstimmten, sagte Ismail Köylüoglo vom Bundesverband Netzwerk von Migrantenorganisationen (Nemo) in Dortmund dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Zentral in Berlin festzulegen, was kleinere Initiativen vor Ort für die Flüchtlingsarbeit benötigen, funktioniert oftmals nicht“, kritisierte Köylüoglo. Besonders für strukturschwache Initiativen seien die Hürden für öffentlichen Förderungen oft zu hoch, monierte Köylüoglo. Zwischen dem berechtigten Anliegen, Projektvorhaben und Maßnahmen nachzuweisen, und einer flexibleren, unbürokratischen, bedarfs- und anlassbezogenen Hilfe müsse immer wieder abgewogen werden. Für mehr Flexibilität sollten Förderungen unbürokratischer gewährt werden. Auch sollten bei der Planung von größeren Fördervorhaben Migrantenorganisationen bereits im Vorfeld stärker eingebunden werden, erklärte Köylüoglo, der auch ein Projektleiter bei dem Netzwerk Samo.fa (Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit) ist. Positive Modelle einer unbürokratischeren und bedarfsbezogenen Förderung sind nach Worten Köylüoglos das vom Bundesinnenministerium geförderte Projekt „House of Resources“ oder das von der Bundesintegrationsbeauftragten geförderte Projekt Samo.fa. Im „House of Resources“ würden in 14 Städten soziokulturelle Organisationen ausgewählt, die an ihrem Standort Ressourcen, Zugänge und geringere Fördergelder in eigener Verantwortung vergeben könnten. Über größere Fördersummen entscheide dann eine Jury mit Vertretern aus Kommunen, Behörden, freien Trägern und der Zivilgesellschaft. Die Unterstützung beschränke sich dabei nicht allein auf Fördergelder, erläuterte Köylüoglo. Durch eine zentrale Projektkoordinierung könnten Flüchtlingsinitiativen, die beispielsweise einen Versammlungsraum brauchen, kostenlose Räume für ihre Treffen zur Verfügung gestellt werden. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung erhält mehr als jede dritte Flüchtlingsinitiative keine öffentlichen Fördermittel. Viele kleinere Initiativen stellten erst gar keinen Förderantrag, weil die bürokratischen Hürden hoch und die Bedingungen nicht erfüllt werden könnten, hieß es. So dürften oft Projekte noch nicht begonnen haben, wenn sie Fördermittel erhalten wollten. Auch wiederkehrende Ausgaben würden selten gefördert.

(Quelle: epd-West Nr. 36, 20.02.2018, Seite 4, www.epd-west.de)

Die Ergebnisse der Studie und eine Einschätzung des Projektleiters aus dem Interview finden sich auch in folgenden Medien:

Evangelische Zeitung, WAZ, Goettinger Tageblatt, Op-Marburg, Migazin,

Eine der 100 besten Ideen für Engagement: Samofa-Fußballturnier im Heft des Handels vom Projekt Demokratie leben

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Interkulturelles Kicken als Anstoß für mehr gelebte Demokratie: Die zusammen mit dem Stuttgarter samofa-Projekt im Forum der Kulturen Stuttgart, mehreren Migrantenselbstorganisationen  und dem Verein SportKultur organisierte Veranstaltung am 1. Juli 2017 hat es in das Heft des Handelns  des Bundesprogrammes Demokratie leben geschafft – als Beispiel für besonders gelungenes Engagement für gelebte Demokratie vor Ort. Bei der Kampagne „Wer, wenn nicht wir – Demokratie leben“ des vom Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend getragenen Programmes wurden mehr als 1.200 kleine und große Ideen zusammengetragen, 100 davon hat das Ministerium in einer Broschüre zusammengestellt.

Zehn Mannschaften kickten in Stuttgart beim interkulturellen Fußballturnier. Das Besondere: Sportvereine öffnen sich hiermit interkulturell, kooperieren mit Migrantenvereine, die im Rahmen ihrer Vereinsarbeit für und mit Geflüchteten arbeiten: „Dies ist der Ort für große Spiele“ stand auf den von „Demokratie Leben“ geförderten Bannern für das Stuttgarter Fußballereignis – bei dem es um noch mehr ging als das Spiel.

Eine Kette von Herausforderungen – Statements der lokalen Dialogkonferenzen

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Bei allen lokalen samo.fa Dialogkonferenzen wurden Sprechblasen ausgelegt, damit Geflüchtete, Ehrenamtlich Aktive und andere Interessierte die Herausforderungen und Probleme der Flüchtlingsarbeit und ihre persönlichen Erfahrungen beim Ankommen in Deutschland aufschreiben konnten, sodass der Dialog nicht nur angestoßen, sondern auch festgehalten wird.

Die Ergebnisse der vielen Beiträge werden bei der bundesweiten Dialogkonferenz in Berlin am 17. November zusammengetragen.

Für den Filmdreh über das samo.fa Projekt haben wir einmal einen Bruchteil der gesammelten Ergebnisse im Dortmunder Westpark aufgehängt, um zu verdeutlichen, wie wichtig die Arbeit in diesem Bereich ist und wie lang die Kette der Herausforderungen noch reicht.

Bestandsaufnahme zur Migrations- und Flüchtlingsarbeit bei der lokalen Dialogkonferenz in München

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Bei der Münchner Dialogkonferenz ging es wie bei allen lokalen Konferenzen darum, zu zeigen, wie wichtig Migrantenorganisationen (MOs) in der Arbeit mit Geflüchteten sind. Bei der einen Gesprächsrunde lag der Fokus auf den Rahmenbedingungen der kommunalen Politik und der sich daraus ergebenden Konsequenzen und Perspektiven für das ehrenamtliche Engagement der Migrantenorganisationen. In der zweiten Gesprächsrunde standen Kooperationen zwischen Einrichtungen der Integrationsarbeit und Migrantenorganisationen im Zentrum. Zu Beginn bedankte sich SPD-Stadtrat Cumali Naz in seinem Grußwort für die Idee eine Dialogkonferenz, unterstrich den einmaligen Charakter und sprach über die Notwendigkeit einer solchen Veranstaltung.

Er und Franziska Szoldatits sprachen über den Gesamtplan Integration für Flüchtlinge (GIF) der LH München, der im Herbst noch dem Münchner Stadtrat vorgelegt wird. Hier zeigte Frau Szoldatits (LH München/Sozialreferat/Leitung des GIF) die Interesse für eine engerere Zusammenarbeit mit samo.fa bei der Zusammenstellung des GIF (M4/M7). Klaus Grothe-Bortlik von Selbsthilfezentrum (SHZ) sprach über das Potential von MO als Partner der kommunalen Integrationsarbeit. Er wies auf eine Studie hin, die das SHZ Anfang 2016 durchgeführt hat. Diese Studie zeigt das Potential und Engagement der MOs. Die Ergebnisse der Studie werden auch bei der Veranstaltung „Teilhabe als Menschenrecht“ im Bayerischen Landtag am 9. Dezember 2017 erneut vorgestellt). Ahmad Abbas, Chorleiter des Syrischen Friedenschors, neuerdings Vorsitzender der Syrischen Sozial- und Kulturverein in München e.V. und Mahbuba Maqsoodi von den afghanischen Frauen in München e.V. sprachen über ihr Engagement als migrantische Vertreter*innen.

In den Gesprächen ging es auch um Abschiebung und die Probleme, mit denen Geflüchtete konfrontiert sind. Yosief Embaye von der Eritreischen Union stellte sein Angebot, ein Computer-Kurs auf Tigrinya für Geflüchtete vor. Er erklärte die besondere Erfahrung, dass durch es durch den Kurs gelungen sei, geflüchtete Jugendliche als Lehrkräfte für muttersprachlichen Unterricht in Tigrinya zu gewinnen. Auf diese Weise sind die Geflüchteten nicht nur „Hilfsempfänger“ sondern auch Lehrende. Von den Kindern lernen die Jugendlichen wiederum Deutsch. Nasima Ebrahimi von der afghanischen Initiative „Aryana Schule“ sprach über Empowerment von afghanischen Frauen, die in Afghanistan lebensgefährlich diskriminiert werden, sich aber hier in Deutschland in ihrer Schule z.B. beim Musikunterrichten, Singen und Tanzen frei entfalten können. Juliette Bethancourt von dem Verein Urucungo e.V. stellte das Capoeira-Angebot ihres Vereins vor. Durch Capoeira werden die Geflüchteten gestärkt, fühlen sich gesünder und entfalten mehr Lebensfreude und erhalten Kontakt zu den anderen Vereinsmitgliedern.

Die Ergebnisse der 30 lokalen Dialogkonferenzen werden am 17. November  bei der bundesweiten Dialogkonferenz in Berlin zusammengetragen.

 

 

Bundestagskandidaten in der Diskussion übers Ankommen: Dialogkonferenz in Halle (Saale)

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Beim Partner in Halle (Salle), dem Verband der Migrantenorganisationen Halle e.V. (VeMo), diskutierten die Teilnehmenden der lokalen Dialogkonferenz politische Themen:

Bei der Podiumsdiskussion nahmen die Bundestagskandidat*innen Dr. Petra Sitte von die Linke, Gritt Michelmann von Bündnis 90/Die Grünen, Christoph Bernstiel von der CDU und Dr. Karamba Diaby von der SPD teil.

Das Publikum, darunter auch Geflüchtete und Migrant*innen, hatte die Möglichkeit, direkt mit den Bundestagskandidaten in Kontakt zu treten und die wichtigen Fragen zur Flüchtlings- und Migrationspolitik anzusprechen.

Themen waren dabei der Mangel an Sprachkursen, Bleibeperspektive, Arbeitserlaubnis, Wohnsituation und die damit einhergehende Perspektivlosigkeit. Mögliche Lösungen wurden in Abbau von bürokratische Hindernissen und einer schnellen Klärung des Flüchtlingsstatus/Aufenthaltsgenehmigung gesehen.

De Ergebnisse der einzelnen Dialogkonferenzen werden außerdem im November in Berlin zusammenzutragen.

Mehr Informationen gibt es auch im Artikel von Halle Spektrum.

Bei den Dialogkonferenzen können die Teilnehmenden ihre Forderungen und Beobachtungen (auch über die Sprechblasen) teilen.

samo.fa Aktionstag in fast 20 Städten: „Gemeinsam hier! Teilhabe jetzt!“

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Am 13. Mai war es soweit: In fast 20 Städten veranstalteten die Partner des Projekts samo.fa zeitgleich einen Aktionstag mit ganz unterschiedlichen Programmen: Von einem interkulturellen Familienfest in Hoyerswerda über einen langen Tisch der Begegnung am Hansaring in Köln bis hin zu einem Open Air Festival im Magdalenengarten in Hildesheim waren die Veranstaltungen sehr unterschiedlich. Sie alle verband jedoch das Motto „Gemeinsam hier! Teilhabe jetzt!“. Es verweist auf die Schwerpunkte des samo.fa Projekts im Jahr 2017, Geflüchteten die Teilhabe zu Bereichen wie Bildung und Arbeit zu ermöglichen. Durch die vielen Aktionen am selben Tag wurden diese Vorhaben und das Projekt an die Öffentlichkeit getragen. Außerdem fand ein interkultureller Austausch statt, bei dem die Besucher*innen in den Dialog mit Ehrenämtlern, Migrantenorganisationen und Geflüchteten treten konnten und so neue Kulturen kennen lernten.

Weitere Details und Eindrücke zum Aktionstag gibt es auf der Facebook-Seite von samo.fa. Zudem folgen noch einzelne Berichte der verschiedenen Veranstaltungen in ganz Deutschland.

samo.fa Aktionstag am 13. Mai: „Gemeinsam hier! Teilhabe jetzt!“

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Was verbindet eine eritreische Kaffezeremonie in München, eine Luftballonwolke auf dem Hansaring in Köln und eine interkulturelle Märchenstunde in Halle? Das alles sind Programmpunkte beim samo.fa  Aktionstag am 13. Mai, der in fast 20 Städten stattfindet. Unter dem Motto „Gemeinsam hier! Teilhabe jetzt!“ werden die teilnehmenden Partner die  Schwerpunkte des samo.fa Projekts in die Öffentlichkeit bringen: Die Teilhabe von Geflüchteten zu Arbeit und Bildung etwa und die Stärkung des Zusammenlebens im Quartier.

Die Programme sind so vielfältig wie die Standorte: Ein Open Air Festival im Magdalenengarten in Hildesheim, eine lange Tafel in Kiel und eine interkulturelle Jamsession in München sind nur Beispiele für die zahlreichen Events an diesem Tag.  Der Aktionstag macht einerseits die gemeinsame Arbeit mit Geflüchteten sichtbar, weist andererseits auch auf die Herausforderungen in der Teilhabe von Geflüchteten hin. Durch die Aktionen fördert dieser Tag in zahlreichen Städten das Gespräch von Geflüchteten, Migrant*innen und ehrenamtlich Aktiven mit Interessierten, kommunalen Vertreter*innen und Anwohnern.

Dilek Boyu trifft Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin

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Als Dilek Boyu vor einigen Monaten Post bekam, konnte sie es zuerst gar nicht fassen: Sie war eine von 200 ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer*innen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Kanzleramt einlud. Erst als ein paar Wochen später noch ein Anruf vom Kanzleramt folgte, wurde ihr die Größenordnung bewusst: Sie war eine von fünf Vertreter*innen, die live mit der Kanzlerin über die Flüchtlingsarbeit diskutierte.

Die nötige Erfahrung dafür bringt Dilek Boyu auf jeden Fall mit: Sie ist seit 2014 Vorsitzende des soziokulturellen Verbundes Brücke der Kulturen Hildesheim e.V. – ein Verbund, der sich schon lange für die Teilhabe der verschiedenen Ethnien einsetzt. Zudem ist Dilek Boyu Vorstandsmitglied des Bundesverbands Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. Dass sie sich bestens in der Arbeit mit Geflüchteten auskennt, änderte aber nichts an der Nervosität, die sich vor dem Termin einschlich.

Kurz vor dem großen Tag dann aber die Absage. Das Treffen wolle  die Kanzlerin aber auf jeden Fall im April nachholen. Der Termin im Kanzleramt mit Angela Merkel fand dann schließlich am 7. April statt, das ZDF berichtete im heute-Magazin.

In ihrer Eingangsrede bedankte sich die Bundeskanzlerin bei den vielen Flüchtlingshelfern. „Das Glas ist für mich eher halb voll“, fasste sie die aktuelle Situation zusammen, „trotzdem gibt es im Einzelnen noch so viel zu tun.“ Die Diskussion machte die konkreten Probleme in der ehrenamtlichen Arbeit deutlich. Mit Nachdruck sprachen die Vertreter*innen den notwendigen Bedarf an Schulungen für Ehrenämter an. Dilek Boyu betonte gezielt das Projekt samo.fa, das von der Bundesregierung bereits gefördert wird und sprach sich für eine Weiterführung der Förderung aus. Die Schwierigkeiten vieler Migrantenorganisationen, sich fest in kommunalen Strukturen zu verankern, war ebenso eines der zentralen Themen.

Auch wenn Angela Merkel auf viele der angesprochenen Punkte reagierte, blieb längst nicht genug Zeit, alle Themen anzusprechen. „Ich hätte gern noch die kommunale Andockung der bundesweiten Projekte wie das samo.fa Projekt erwähnt“, erklärt Dilek Boyu im Nachhinein, „und auch, dass Kommunen die Migrantenorganisationen intensiver unterstützen sollten.“ Dennoch hat sie ihre Punkte beim Treffen deutlich herausgestellt. Von Nervosität war dabei überhaupt nichts mehr zu spüren.

„Angela Merkel ist eine angenehme Person und sehr freundlich mit allen Menschen umgegangen“, beschreibt Dilek Boyu das Treffen, „sie ist außerdem daran interessiert, Lösungen zu finden, um ihrem Motto ‚wir schaffen das‘ gerecht zu werden.“ Auch wenn die Nervosität im Vorfeld groß war und sie nicht gern im Rampenlicht steht, ist Dilek Boyu zufrieden und hofft, dass die Veranstaltung etwas bewirkt. Nicht nur für die Wahlkampagne, sondern auch für die vielen ehrenamtlich Aktiven in der Flüchtlingsarbeit in Deutschland.

Fotos: dpa

Vielfalt sichtbar machen: Ausstellung „Neue Wurzeln“ in Hannover

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Die Ausstellung „Neue Wurzeln“ beschäftigt sich mit Flucht und Ankommen

Denkt man hierzulande an Geflüchtete, fallen den meisten wahrscheinlich zuerst die vielen tausend Menschen ein, die seit 2015 nach Deutschland gekommen sind. Hinter jedem von ihnen stehen eine eigene Geschichte und persönliche Gründe, die alte Heimat aufzugeben und sich eine neue zu suchen.

Die Ausstellung „Neue Wurzeln“ in Hannover will genau diese Vielfalt sichtbar machen. 29 Menschen hat das MigrantInnenSelbstOrganisationen-Netzwerk Hannover e.V. (MiSO) gemeinsam mit dem Fotografen Micha Neugebauer und der Journalistin Katharina Sieckmann für ein Interview getroffen. Daraus entstanden sind Fotos und Texte der unterschiedlichsten Menschen. Was sie alle vereint, ist ihre neue Heimat Hannover.

Viele von ihnen litten in ihrem Herkunftsland unter Krieg, Gewalt und Unterdrückung. Andere wurden unterdrückt oder diskriminiert. Sei es Syrien, Vietnam, der Irak oder die Ukraine: Von dort aus haben sie viele tausend Kilometer überwunden. Die Ausstellung gibt den Hintergründen der Flucht ein Gesicht verbunden mit einer immer sehr persönlichen und berührenden Geschichte.

„Es sind 29 Lebensläufe, die uns in Zeiten von politischem Rechtsruck, von Ignoranz und Aggressivität im Alltag gegenüber den sogenannten Fremden aufhorchen lassen“, erklären Katharina Sieckmann und Micha Neugebauer den aktuellen Bezug der Ausstellung, „sie sollen eine Einladung an alle sein, ihre Komfortzone zu verlassen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und für sich zu relativieren, auf welch hohem Niveau in unserer Gesellschaft oft geklagt wird.“

Im Kulturzentrum Pavillon ist die Ausstellung bis zum 25.4.2017 während der Öffnungszeiten im Foyer zu sehen. Weitere Stationen sind das Freizeitheim Vahrenwald, die Kunsthalle FAUST und das Neue Rathaus, immer beginnend am Vierten des Monats von Mai bis Juli.

Die Wanderausstellung ist ein Projekt des lokalen samo.fa Partners MiSO, dem MigrantInnenSelbstOrganisationen-Netzwerk Hannover e.V.

Eröffnungsfeier und Jubiläum: 24 Jahre Solibund e.V. (Köln)

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Der lokale samo.fa Partner Solibund e.V. hat am 1. April die Türen geöffnet, um seine neuen Räumlichkeiten feierlich einzuweihen. Die Mitglieder nutzten den Tag aber auch, um das Jubiläum des Vereins zu feiern: 24 Jahre existiert das Interkulturelle Zentrum nun und hilft ausländischen Mitbürgern bei der Bewältigung von täglichen Problemen aller Art.

Über 200 Besucher kamen in den Hof des Vereins und feierten bei einem großen Programm aus Vorträgen, Live-Musik und Tanz. Die Begrüßung übernahm Elfi Scho-Antwerpes , die Stellvertreterin der Oberbürgermeisterin Kölns. Weitere Redner waren Gesche Gehrmann, die Geschäftsführende im Vorstand der RheinEnergie Stiftung Familie und der Vorsitzende des Solibunds, Kemal Sovuksu.

Neben dem Rahmenprogramm konnten die Besucher die neuen und größeren Räume des Vereins besichtigen und Kulinarisches aus aller Welt probieren. Mit Unterstützung des samo.fa Projekts fand außerdem ein Malprojekt für geflüchtete Kinder statt. „Die Jubiläumsfeier war für uns rundum ein sehr großer Erfolg“, fasst Anna Kass die Veranstaltung zusammen. Sie und Yvonne Niggemann teilen sich seit März die Stelle als lokale samo.fa Koordinatoren.

Newroz-Flashmob an der Reinoldikirche (Dortmund)

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Neugierig bleiben die Fußgänger in der Dortmunder Innenstadt stehen und nehmen die bunten Tulpen entgegen. Kinder verteilen eifrig diesen Frühlingsgruß und Informationen über das Fest, das sie heute feiern. Die Erwachsenen stellen sich im Kreis auf und beginnen, zu traditioneller Musik ihrer Kultur zu tanzen. Für sie ist heute ein Feiertag so wichtig wie für andere Weihnachten oder Ostern.

„Newroz“ setzt sich aus den Wörtern „nu“ (neu) und „roj“ (Tag) zusammen und gilt im kurdischen und persischen Kulturraum als Neujahrs- und Frühlingsfest. Es gibt kulturspezifische Unterschiede wie etwa das genaue Datum, aber das Fest wird im Allgemeinen gefeiert, um den Winter zu verabschieden und den Frühling zu empfangen. Obwohl unpolitisch, bleibt es dennoch ein Symbol des Widerstands und geht zurück auf den Tag, als sich das Volk von einem tyrannischen Herrscher befreite.

Die Gruppe aus Geflüchteten und Aktiven des kurdischen Vereins Hêvî wollten mit Unterstützung des lokalen samo.fa Partners  Verbund sozial-kultureller Migrantenvereine Dortmund e.V. (VMDO) den Dortmundern diese Tradition mit ihrem Flashmob am 21. März näher bringen. Zudem soll das Event in der Innenstadt der Start sein für einen lebendigen, interkulturellen Kalender mit weiteren Aktionen, die den Dialog zwischen den Kulturen fördern.

Planungstreffen des Verbunds Netzwerk Düsseldorfer Migrantenorganisationen e.V. (NDMO) (Düsseldorf)

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In Düsseldorf hat sich mithilfe von samo.fa und dem dem lokalen Partner Kin-Top e.V. ein neuer Verbund aus verschiedenen Organisationen gegründet. Schon im Dezember ist das Netzwerk Düsseldorfer Migrantenorganisationen e.V. (NDMO) entstanden. Am 3. März gab es ein erstes, größeres Planungstreffen, bei dem Vertreter der Gründungsorganisationen sowie Aktive aus der Migrationsarbeit anwesend waren.

Der Verbund soll dazu dienen, sich besser zu vernetzen und zukünftige Projekte unter den Mitgliedern aufzuteilen. Je nach Verein sind die Arbeitsschwerpunkte zum Beispiel die Wohnungsvermittlung oder Informationen zu Gesundheit und Bildung. Größere Veranstaltungen können zudem von allen zusammen diskutiert und organisiert werden. Der Verbund plant, sich jeden Monat zu treffen.

Ausstellungseröffnung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ (Neuss)

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„Onkel Hasan“, ist der Name und das Gesicht der Ausstellung, die jetzt nach Dortmund und Hagen Station in Neuss macht. Dort ist die Aus­stellung vom 6. März bis zum 4. Mai 2017 im Rat­hausfoyer zu sehen.

Neuss ist eine Ein­wan­de­rungsstadt – wie Dortmund und Hagen auch. Deshalb passt die „Onkel-Hasan-Ausstellung“- ursprünglich in und für Dortmund gemacht und nun von NeMO, dem Bun­des­verband lokaler Verbünde von Migran­ten­or­ga­ni­sa­tionen“ auf Wan­der­schaft“ geschickt, – auch zu Neuss.

Der Raum der Kulturen Neuss e.V. – Dach­verband von Migran­ten­or­ga­ni­sa­tionen und Mitglied bei NeMO – ist Gastgeber und gibt der Aus­stellung lokale Farbe: durch Neusser Exponate und Geschichten und durch ein Begleitprogramm.

Mit jedem neuen Ort wächst die Ausstellung und wird thematisch um Exponate vom jeweiligen Standort erweitert. Entsprechend wird auch in Neuss eine extra Säule aufgestellt werden, die lokale Dokumente zum Thema bereithält. Dennoch war Neuss von Anfang an in der Aus­stellung präsent: Der Streik der Arbeits­mi­gran­tinnen bei Pierburg im Jahr 1973 steht als Beispiel dafür, dass die Arbeitsmi­gration der 1960er und 70er Jahr auch weiblich war, und dafür, dass Teilhabe nicht geschenkt wurde, sondern erstritten werden musste – und muss.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist Hasan. Er wurde in Dortmund von Hoesch angeworben und hat viele Jahre bis zu seinem Tod in Dortmund gewohnt. Die Ausstellung zeigt, dass die „Migrationsketten“ Wirklichkeit sind, auch wenn die Migration aus unterschiedlichen Gründen erfolgt. „Onkel Hasan“ steht daher exemplarisch für die Arbeitsmigration. Die Ausstellung verbindet dabei die Vergangenheit mit der Gegenwart: Ein Teil zeigt die Arbeits­mi­granten der 1. Gene­ration während sich der zweite Teil auf die Enkel­ge­ne­ration, die in Deutschland auf­ge­wachsen ist, bezieht.

Wie es danach mit „Onkel Hasan“ weitergeht, steht noch nicht fest. Der lokale samo.fa Koordinator aus Neuss Hamdi Berdid berichtet, dass bereits Anfragen aus weiteren Städten bestehen, die Wanderausstellung fortzuführen. Auch mit der Eröffnung im Rathausfoyer ist er sehr zufrieden: „Für die Netzwerkreichweite war die Veranstaltung ein voller Erfolg.“ Es kamen zahlreiche Vertreter verschiedener Parteien und Migrantenorganisationen zusammen, um die Eröffnung zu feiern.

Bis zum 4. Mai 2017 ist die Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ im Rathausfoyer zu sehen (Markt 2, 41460 Neuss).

Öffnungszeiten: Mo-Mi 8 – 16 Uhr, Do 8 – 18 Uhr, Fr 8 – 12 Uhr.

Weitere Informationen gibt es hier.

Lokal Vernetzen: Treffen des samo.fa Clubs Dortmund

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In Dortmund fand am 22. Februar das monatliche Treffen des samo.fa Clubs im Haus der Vielfalt statt. „Es ist wichtig, dass wir in einer Stadt wissen, was die anderen machen. Es geht uns nicht darum, die eigenen Projekte in den Himmel zu loben, sondern aus unserer Erfahrung zu berichten“, beschreibt die lokale Koordinatorin Johanna Jost die Veranstaltung.

So stellte Simone Steif vom Integrationsdienst der Malteser ihre Arbeit vor. Die Malteser bieten Ehrenamtlichen verschiedene Qualifizierungsangebote und setzen sich für eine ausführliche Betreuung von Geflüchteten ein. Die Chance, den eigenen Verein vorzustellen, nutzte auch Sami Kbaierv von der „Bunten Schule“, einem interkulturellen Familienhaus in der Dortmunder Nordstadt. Er beantwortete den anderen Ehrenamtlern an diesem Abend viele Fragen. Gleichzeitig nutzte er das Netzwerk für ein wichtiges Anliegen: Die „Bunte Schule“ sucht dringend jemanden, der die Kinder in der Nordstadt regelmäßig beim Fußballspielen trainiert.

„Gemeinsam Erfahrungen aus dem Alltag austauschen und gemeinsam Lösungen und Schnittstellen zu finden, an denen man sich gegenseitig ergänzen und unterstützen kann, das ist ein Ziel des samo.fa Clubs in Dortmund“, so Jost. Bei Sami ist das geglückt: Sofort wussten die anderen, wen man fragen kann, um die Kids künftig zu trainieren.

samo.fa Clubs gibt es in allen 31 teilnehmenden Städten. Sie finden an festen Orten statt oder, wie in Bielefeld, als samo.fa Club on Tour an wechselnden Orten in verschiedenen Stadtteilen. Eines haben aber alle Clubs gemeinsam: Ehrenamtliche können sich vor Ort vernetzen, um den Dialog mit Geflüchteten zu stärken. Je nach Club planen die Mitglieder während der regelmäßigen Treffen gemeinsame Aktivitäten und Projekte. Geleitet werden die Clubs von den lokalen samo.fa Koordinatoren.

Smart Fit Dortmund: UNITED we stand, DEVIDED we fall!

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Durch die laute Musik dringt immer wieder die Frage: „Geht es euch gut?“. Ein Chor antwortet mit einem lauten euphorischen „Jaaaa“. Thierry Monthé motiviert gerade eine Gruppe von 40 Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern zum schweißtreibenden Zirkeltraining. Sie strecken alle ihre Arme in die Luft, so als würden sie Gewichte heben und wieder senken. Dabei zählen alle zusammen: einmal auf Deutsch, ein anderes Mal auf Französisch oder auf Englisch. In einer stetig wachsenden Gruppe trainieren Frauen, Kinder und Männer bei Smart Fit absolut selbstverständlich miteinander.

Einen wichtigen Ausgangspunkt hat das Projekt in den erheblichen Differenzen zwischen den Lebensweisen in Deutschland und in den Herkunftsländern Geflüchteter. In Kamerun beispielsweise gilt Übergewicht als Zeichen des Wohlstands. Das Projekt richtet sich damit zwar an Geflüchtete, schließt aber keinen aus. Das Konzept geht auf: Wöchentlich versammeln sich Menschen aus Syrien, Kamerun, Deutschland, Spanien, Russland oder Indien – woher man kommt, spielt keine Rolle. Smart Fit gelingt es so zugleich, die Berührungsängste zwischen Deutschen und Geflüchteten abzubauen „Ich habe noch nie so viel gelacht beim Sport und dabei mit so vielen Menschen aus anderen Ländern trainiert“, sagt eine deutsche Teilnehmerin am Ende der anstrengenden 90 Minuten.

 Bewegung – Ernährung – Vernetzung

Geleitet wird der Kurs von Chanda Pathak und Thierry Monthé. Chanda Pathak kommt aus Indien und lebt seit 2014 in Deutschland. Thierry Monthé ist in Kamerun geboren. Er ist schon seit 2003 in Dortmund. Beide sind Beispiele gelungener Integration: Hauptberuflich arbeiten sie bei GEA Farm Technologies GmbH. Pathak ist Projektmanagerin und Monthé arbeitet im Bereich der Big Data Analyse. Nach Feierabend und am Wochenende geben sie ehrenamtlich Sportkurse und bieten wichtige Hilfestellungen, beispielsweise zu gesunder Ernährung. Ihr gemeinsam konzipiertes Sportprogramm verbindet dabei auch ihre eigenen Kulturen: Nach dem Training mit Thierry folgt Yoga mit Chanda zur Entspannung.

 samo.fa – Stärkung der Aktiven

Smart Fit ist über samo.fa in ein enges Netzwerk von Aktiven eingebunden. Der regelmäßige Austausch heißt, dass man sich gegenseitig unterstützt und berät. Über samo.fa konnten für das Projekt Räume beim Stadtsportbund und im Haus der Vielfalt organisiert werden.„samo.fa war ein wichtiger Türöffner“, betont Armel Djine. Er ist Vorsitzender beim Verein Kamerunischer Ingenieure und Informatiker Ruhrbezirk e.V. (VKII Ruhrbezirk e.V.) und lokaler Koordinator bei samo.fa Dortmund. „Das Gute an samo.fa ist, dass wir mit unserem Verein nicht allein waren, sondern in einen größeren Kontext eingebunden waren“, erzählt Djine weiter.

 Professionalisierung und Qualifizierung

Ein wichtiges Ziel von samo.fa ist es, die Ehrenamtler zu professionalisieren. Chanda Pathak und Thierry Monthé nahmen daher an Schulungen zum Thema „Sozialrecht für Geflüchtete“ und an einem Training zu „interkultureller Kompetenz“ teil. „Die Schulungen sind wichtig, um die Aktiven zu sensibilisieren und mit Hintergrundwissen über Geflüchtete zu versorgen. So wollen wir Missverständnisse vermeiden und ein Verständnis für die Lebensrealität Geflüchteter in Deutschland schaffen“, sagt Armel Djine.

 

ZAHLEN UND FAKTEN

  •  Smart Fit für alle: freitags, 19.00-20.30 Uhr, Haus der Vielfalt, Raum C6 (ohne Anmeldung)
  • Smart Fit – Personal Training: donnerstags von 18.00-21.00 Uhr: Die Programmverantwortlichen entwickeln für jeden einzelnen Teilnehmer ein abgestimmtes Programm von ca. 30 Minuten. (Nur mit Anmeldung)
  • Smart Fit für alle: sonntags, 15.30-17.00 Uhr, Petri-Grundschule, Beurhausstraße 15-17, 44137 Dortmund (ohne Anmeldung)

Weitere Infos gibt es hier.

Regionalsitzung WEST

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Am 23.02. fand im VMDO Haus Der Vielfalt in Dortmund die erste Regionalsitzung WEST in 2017 statt. Der Schwerpunkt der Sitzung lag in der Planung und Organisation der Aktivitäten im Rahmen von samo.fa für das Jahr 2017.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in den Handlungsfeldern Unterbringung, Arbeitsmarkt, Bildung und Gesundheit – das sind wichtige gesellschaftliche Bereiche, in denen die Teilhabemöglichkeiten von Geflüchteten gestärkt werden müssen.

Teilgenommen haben die lokalen Koordinatoren/-innen aus den Städten Bielefeld, Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Bochum, Neuss, Waltrop und Witten, die sich über ihre regionalen Erfahrungen ausgetauscht haben.

Nach der inhaltlichen Besprechung stand Marcell Steinhoff (BUNDESVERBAND NEMO e.V.) für Fragen rund um die Finanzen in Rahmen von samo.fa zur Verfügung. Nach dem Vortrag über die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Dr. Kristin Wenzel (Bundesverband NEMO e.V.) wurde die Sitzung beendet. Die nächste Regionalsitzung WEST wird im Mai stattfinden.

Erstes Treffen des samo.fa Clubs im Heliodrom

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Am 21.2. fand das erste Treffen des samo.fa Clubs in Freiburg statt. Verschiedene Aktive und Ehrenamtliche von Migantenorganisationen und Flüchtlingsinitiativen trafen sich im Heliodrom, einer kulturellen Begegnungsstätte für Freiburger und Geflüchtete. In dem großen Zelt diskutierte der offene Arbeitskreis geplante Projekte und Ideen für  Veranstaltungen im  Jahr 2017. Im Fokus stand etwa die bevorstehende Jobbörse für Geflüchtete in Freiburg. Diese findet zum zweiten Mal statt und war im letzten Jahr ein Riesenerfolg.

Wie oft der sich der Arbeitskreis in Zukunft in Freiburg treffen wird und ob er sich auf bestimmte Arbeitsfelder spezialisiert, zeigt sich im Verlauf des Jahres. „Ziel dieser ersten Veranstaltung war die Vernetzung“, berichtet die lokale samo.fa Koordinatorin Patricia Aparicio, „und die diese ist gelungen.“ Ebenfalls anwesend war die samo.fa Netzwerkbegleiterin Beatrix Butto aus Stuttgart.

Die samo.fa Clubs unterstützen Ehrenamtliche, sich auf regionaler Ebene zu vernetzen und fördern den Dialog mit Geflüchteten. Je nach Club können die Mitglieder sich an verschiedenen Projekten und Aktivitäten beteiligen. Für das Jahr 2017 stehen vier übergeordnete Handlungsfelder im Zentrum der Aktivitäten: Zum Beispiel Geflüchteten Informationen über das Gesundheitssystem vermitteln oder den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern.

samo.fa ist jetzt auch in der Stadt Waltrop aktiv

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Seit diesem Jahr hat das Bundesprojekt samo.fa einen neuen lokalen Partner in Waltrop. Ansprechpartnerin vor Ort ist die lokale Koordinatorin Elaine Yousef.

„Wir müssen den Menschen helfen, selbstständig zu werden und aufhören, sie zu bemuttern.“ Das ist das Credo, mit dem die gebürtige Libanesin ihre Arbeit aufgenommen hat. Die Sprache sei laut Yousef die erste und eine der größten Barrieren, die einer erfolgreichen Integration im Weg stehen. Um diese Barriere zu überwinden, sei es wichtig, Alphabetisierungs- und Deutschkurse anzubieten.

Hierfür arbeitet sie eng mit Ehrenamtler*innen aus Waltrop zusammen. Aktiv möchte sie diese in die Arbeit mit Geflüchteten einbinden und gemeinsam mit der Stadt Waltrop ein stabiles Netzwerk von Aktiven aus Migrantenorganisationen aufbauen. Wichtig sei Yousef, die ca. 500 Geflüchteten vor Ort in direkten Kontakt mit Waltroper*innen zu bringen.

Elaine Yousef hat seit 2014 als stellvertretende Leiterin in der Flüchtlingsunterkunft Adlerstraße in Dortmund gearbeitet. Sie selbst kennt die Erfahrung der Flucht und des Ankommens. 20 Jahre hat sie im Libanon im Krieg gelebt. „Ich bin dort von den Bombeneinschlägen aufgewacht. Ich habe so viele Leichen gesehen. Ich kann daher sehr gut nachvollziehen, was die Menschen gerade durchmachen und wie schwer es ist, in einem fremden Land anzukommen“, erzählt Yousef. Seit 25 Jahren lebt sie in Deutschland und engagiert schon lange Zeit als Ehrenamtlerin in diversen Vereinen. Auf die Koordination in Waltrop freue sie sich sehr. „Mein Ziel ist es, als lokale Koordinatorin, die Menschen zu integrieren und sie an der Gesellschaft teilhaben zu lassen“, so Yousef.

„Wir müssen den Menschen helfen, selbstständig zu werden und aufhören, sie zu bemuttern“, so Yousef.

Regionaltreffen SÜD

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Am 9.2.17 fand in der schwäbischen Landeshauptstadt Stuttgart die regionale Netzwerksitzung SÜD statt. Lokale Partner aus Saarbrücken (Haus Afrika e.V.), Freiburg (FAIRburg e. V.), Reutlingen (BiM e. V.), Heilbronn (Amt für Familie, Jugend und Senioren), Nürnberg (Interkultur Büro), Stuttgart Forum der Kulturen Stuttgart e. V. und München (Netzwerk Morgen e.V.) haben gemeinsam Ideen für die nächsten Aktionen in samo.fa entwickelt.

Ganz stark stand dabei die Planung des nächsten bundesweiten samo.fa-Aktionstages am 13.5.17 im Fokus. Weitere Themen waren: „Wie gelingt uns eine gelungene Presse- und Öffentlichkeitsarbeit?“ (Referentin Frau Dr. Kristin Wenzel vom BUNDESVERBAND NEMO e.V.) und „Was gilt es zu beachten, wenn wir Migrantenvereine finanziell unterstützen?“ (Referent Herr Marcell Steinhoff vom BUNDESVERBAND NEMO e.V.)

Regionaltreffen NORDOST

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Am 7.2.17 fand in Berlin das samo.fa Regionaltreffen Nordost statt. Das Treffen findet viermal im Jahr statt. Zentral für der erste Treffen waren unter anderem Fragen der Öffentlichkeitsarbeit.

Mit dabei waren unsere Partner aus Berlin moveGLOBAL -Migranten orientieren, vernetzen und empowern GLOBAL, aus Kiel Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein Tgs-h, aus Braunschweig Haus der Kulturen Braunschweig e.V., aus Dresden Afropa e.V., aus Halle (Saale) VeMo Halle, aus Hannover MiSO-Netzwerk Hannover e.V., aus Hildesheim Brücke der Kulturen Hildesheim e.V., aus Hoyerswerda RAA, aus Leipzig und Potsdam Projekt samo.fa Leipzig / Potsdam MEPa Verband und aus Lübeck Haus der Kulturen.

Wir sagen: Danke für die konstruktive und ergebnisorientierte Diskussion an Euch alle.

Arbeitstreffen in München bei Morgen e.V.

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Heute hatten wir ein sehr produktives Arbeitstreffen bei unserem lokalen Partner Netzwerk Morgen in München. Es ging um die Grundlagen für das Jahr 2017.

Die Sichtbarkeit der Migrantenorganisationen vor Ort zu erhöhen, ist eines der zentralen Ziele. Ab März wird es in München zudem den samo.fa Club geben. Als regelmäßiges Event dient der Club unter anderem dem Erfahrungsaustausch von Ehrenamtlern.

Wir freuen uns auf den Start und sagen für heute: Danke an Friederike und Paulo!

Erstes Bundesnetzwerktreffen 2017 in Dresden

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Erstes Bundesnetzwerktreffen 2017

„In der Straßenbahn setzt man sich nicht neben einen Menschen mit dunkler Hautfarbe, lieber steht man – dann aber drei Meter weit weg.“ Dr. Hussein Jinah, Vorstand von Afropa e.V. aus Dresden und Vorsitzender des Integrations- und Ausländerbeirats Dresden, berichtet über seine Erfahrungen in Dresden. Er lebt seit über 30 Jahre in der Stadt. Jinah eröffnet das erste samo.fa Bundesnetzwerktreffen in diesem Jahr. Die Wahl des Ortes ist dabei bewusst auf Dresden gefallen, um – in den Worten Jinahs – zu zeigen: „Dresden ist nicht Pegida“.

samo.fa hat in der sächsischen Landeshauptstadt viel bewirkt, berichtet Andreas Hempel, lokaler samo.fa Koordinator. Den Kontakt zu den Geflüchteten weiter auszubauen, ist im zweiten Projektjahr eines seiner Ziele.  Was Hempel dabei immer wieder als unerlässlich in seiner Arbeit hervorhebt, sind die interkulturellen Teams der Migrantenorganisationen.

In Dresden, aber auch in den weiteren 30 Standorten, war 2016 ein gutes Jahr für samo.fa. Das Projekt ist ohne Vorbereitung gestartet und hat in der achtmonatigen Laufzeit viele  Ziele erreicht. Die Bundesbeauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration hat das Projekt jetzt um ein weiteres Jahr verlängert. Das bedeutet zugleich, die neuen Ziele zu erreichen.

Die mit diesen Zielen verknüpften Arbeitsschwerpunkte standen im Zentrum des ersten Bundesnetzwerktreffens, zu dem die lokalen Partner aus 31 Städten kamen. Insgesamt gibt es überall vor Ort eine Fülle von Plänen zu Aktivitäten, die in 2017 auf die veränderte Situation bezogen fortgesetzt werden. Im Detail betrifft das die Handlungsfelder: Unterbringung von Geflüchteten, Gesundheitssystem, Bildung und Arbeitsmarkt.

Das Bundesnetzwerktreffen fand in Dresden in der Motorenhalle von riesa efau statt. Ein inspirierender Ort, um das Jahr 2017 zu planen.

Tahera Ameer von der Antonio Amadeu Stiftung spricht über die Veränderung des gesellschaftlichen Klimas in Deutschland

Eine gut strukturierte Tagesordnung war die Grundlage für einen produktiven Tag in Dresden

Prof. Dr. Hussein Jinah hält die Eröffnungsrede

Patricia Okello von Der Zeitgeist Shareity e.V. aus Ludwigshafen

Mona Al-Masri ist lokale Koordinatorin aus Braunschweig

Ismail Köylüoglu Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes Netzwerke von Migrantenorganisationen (NeMO) e.V. stellt das Programm vor und leitet durch den Tag

Nah an den Lebenszusammenhängen der Geflüchteten

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Zentral für samo.fa ist es, nah an den Lebenszusammenhängen der Geflüchteten zu arbeiten. Daher sind wir in 30 Städten und Kreisen in ganz Deutschland mit lokalen Partnern tätig.

Als Netzwerkbegleiterin hat Tülay Zengingül die Region West übernommen. Ihre Aufgabe ist es, die Migrantenorganisationen in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Dazu gehört auch die Qualifizierung und Professionalisierung von Ehrenamtlichen.

„Migrantenorganisationen spielen eine sehr wichtige Rolle im Teilhabeprozess von Menschen mit Migrationsgeschichte, einschließlich Geflüchteter. Durch den BUNDESVERBAND NEMO e.V. und das Bundesprojekt samo.fa ist es gelungen, ein bundesweites Netzwerk von aktiven und integrativen Migrantenorganisationen aufzubauen, das sich nach kurzer Zeit bundesweit als auch kommunal – in der Arbeit mit Geflüchteten etabliert hat. Ich bin sehr glücklich darüber, Teil dieses Netzwerks zu sein und die Migrantenorganisationen in der Region WEST begleiten zu dürfen!“

Mittendrin! Neues Bündnis in Fulda

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Mittendrin! Neues Bündnis in Fulda

Migrantenorganisationen zu vernetzen, war schon immer das Ziel des lokalen Partners Interkulturelles Forum Fulda. Allerdings gestaltete sich das Vorhaben lange Zeit als recht schwierig, berichtet Martina Möller-Öncü – die lokale Koordinatorin aus Fulda. „Dank samo.fa konnten wir verschiedene Migrantenorganisationen und interkulturelle Initiativen an einen Tisch bringen, die nur kurze Zeit später zu dem Bündnis Mittendrin! wurden.

Gestern wurde in Fulda der Vorstand von Mittendrin! gewählt. Alle sieben zu besetzenden Positionen wurden einstimmig bestätigt.

Zum ersten Vorsitz gratulieren wir Martina Möller-Öncü vom IKF e.V., Vera Link von Welcome In zum zweiten Vorsitz und Hashem Savoji von Uno, eine Welt in Fulda zum dritten Vorsitz.

Beisitzer sind Noor Taskin (Harmonie), Tanja Fast (Rodnik e.V. Fulda), Hasan Karslioglu (Ringen Fulda), Saba Hussein (Somalia White Star).

Wir freuen uns und sagen herzlichen Glückwunsch.

Den ersten Vorsitz des Bündnisses übernimmt Martina Möller-Öncü (Mitte) vom IKF e.V., Vera Link (links) von Welcome In wurde zu zweiten Vorsitzen gewählt und Hashem Savoji von Uno, eine Welt in Fulda zum dritten Vorsitzenden (rechts).

Integrationspreis der Stadt Mönchengladbach

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H.W.Reiners und Alpha_FB

Wunderbare Neuigkeiten aus Mönchengladbach: Unser lokaler Partner Radio MH e.V. hat den Integrationspreis 2016 der Stadt Mönchengladbach verliehen bekommen. „Ohne die Unterstützung durch den BUNDESVERBAND NEMO e.V.und die Umsetzung von samo.fa in Mönchengladbach wäre das nicht möglich gewesen“, betont Alpha Ibrahima Balde der samo.fa Koordinator. Wir freuen uns und sagen: Herzlichen Glückwunsch!

Neue Netzwerkbegleiterin in der Region West: Tülay Zengingül

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Zentral für samo.fa ist es, nah an den Lebenszusammenhängen der Geflüchteten zu arbeiten. Daher sind wir in 30 Städten und Kreisen in ganz Deutschland mit lokalen Partnern tätig.

Als Netzwerkbegleiterin hat Tülay Zengingül die Region West übernommen. Ihre Aufgabe ist es, die Migrantenorganisationen in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Dazu gehört auch die Qualifizierung und Professionalisierung von Ehrenamtlichen.

„Migrantenorganisationen spielen eine sehr wichtige Rolle im Teilhabeprozess von Menschen mit Migrationsgeschichte, einschließlich Geflüchteter. Durch den Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen und das Bundesprojekt samo.fa ist es gelungen, ein bundesweites Netzwerk von aktiven und integrativen Migrantenorganisationen aufzubauen, das sich nach kurzer Zeit bundesweit als auch kommunal – in der Arbeit mit Geflüchteten etabliert hat. Ich bin sehr glücklich darüber, Teil dieses Netzwerks zu sein und die Migrantenorganisationen in der Region WEST begleiten zu dürfen!“

Partner vor Ort    III