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samo.fa WissenKompakt: neue Veranstaltungs- und Fortbildungsreihe

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Asylpolitik und Arbeitsmarktintegration, aber auch der Umgang mit Rechtspopulismus und Vielfalt im Alltag stehen im Fokus der neuen Veranstaltungsreihe „samo.fa-Wissenkompakt“. Am 4. Mai kommen hierfür die lokalen samo.fa Partner und Vorstände aus mittlerweile 32 Partnerstädten mit Expert*innen aus dem migrationspolitischen Kontext in Dresden zusammen.

In zwei Blöcken findet in parallelen Arbeitsgruppen ein intensiver Austausch statt, der immer durch einen Inputbeitrag eines Experten eingeleitet wird. Gerahmt und thematisch ergänzt werden die Arbeitsgruppen-Blöcke durch Plenarsitzungen, an denen alle Gäste teilnehmen können. Am Ende des Tages steht ein gemeinsamer Besuch der Ausstellung „Hasan und die Enkel oder: Zusammenleben in Dresden“ auf der Tagesordnung.

Download des kompletten Programms hier.

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Zur Veranstaltung werden kommen:  

Kemal Bozay, Prof. Dr., Fachhochschule Dortmund und Universität Köln, (Mit-) Autor von Studien und Büchern zu „Migration und Bildung“ und zu Diskriminierung und Rassismus, u.a.  gemeinsam mit anderen der Sammelband Die haben gedacht, wir waren das. MigrantInnen über Rassismus und rechte Gewalt (2016)

Wolf-Dietrich Bukow, Prof. Dr., Universität Siegen, Professor am Forschungskolleg Siegen „Zukunft menschlich gestalten“, Forschungsschwerpunkte u.a. Diversität und städtische Räume, zahlreiche Veröffentlichungen, u.a.: (Zusammen mit Melanie Behrens, Karin Cudak, Christoph Strünck) Inclusive City – Überlegungen zum Verhältnis von Mobilität und Diversität zur Stadtgesellschaft. Wiesbaden 2015

Christian Demuth, Dr.  Politikwissenschaftler, Vorsitzender des Herbert-Wehner-Bildungswerks Dresden und Vorsitzender des Vereins Bürger.Courage Dresden

Daniela Di Pinto und Sebastian Miksch sind Studierende der TU Dresden und haben an der von Swen Steinberg initiierten Wanderausstellung „Kommen Gehen Bleiben: Migrationsgeschichte(n) aus Sachsen“ mitgearbeitet.

Andreas Germershausen, Integrationsbeauftragter des Berliner Senats

Matthias Knuth, Prof. Dr. Universität Duisburg-Essen, bis 2011 Forschungsdirektor am dortigen IAT Institut Arbeit und Qualifikation; Forschungs- und Beratungsschwerpunkte sind Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen als WISO-Diskurs 21/2016Juni 2011 Leiter der Forschungsabteilung „Arbeitsmarkt-Integration – Mobilität“ im Institut Arbeit und Qualifikation

Sascha Krannich, Dr., Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungskolleg Siegen, Schwerpunkt Migrationsforschung, Veröffentlichung u.a. 2013: Migrations- und Integrationspolitik im europäischen Vergleich. Einführung in das Buch [Migration and Integration Policies in an European Comparison], in: Migrations- und Integrationspolitik im europäischen Vergleich. Jahrbuch Migration 2012/2013, edited by Uwe Hunger, Roswitha Pioch, and Stefan Rother, Münster: LIT Verlag, 9-16 (with Uwe Hunger, Roswitha Pioch, Stefan Rother and Philipp Karl).

Natalia Loinaz, aktiv bei Inssan e.V. Berlin; Inssan setzt sich für die gleichberechtigte Teilhabe der muslimischen Communities ein. Die Informationswissenschaftlerin Natalia Loinaz ist Projektleiterin des Projektes Wegweiser: Mentor_innen für Flüchtlinge und organisiert das Netzwerktreffen muslimischer Akteure in der Sozialen Arbeit. Sie ist Trainerin für Diversity, Antidiskriminierung und Organisationsentwicklung.

Hermann Nehls, langjähriger DGB-Mitarbeiter im Bereich Berufliche Bildung und Weiterbildung, Sozialattaché an der Deutschen Botschaft in Washington, jetzt als Referent im Bereich Migrations- und Antirassismuspolitik beim Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds

als integralen Teil der Gesellschaft in Deutschland.ch seit Jahren für die gleichberechtigte Teilhabe

Rainer Ohliger, Historiker und Sozialwissenschaftler. Hauptforschungs- und Interessengebiete sind historische und internationale Migration, interethnische Beziehungen sowie Geschichte und Gedächtnis in der Einwanderungsgesellschaft, Vorstand von „Netzwerk Migration in Europa e.V.“, zahlreiche Veröffentlichungen

Düzgün Polat, interkultureller Trainer / Interkulturelle Öffnung / Diversity Management
Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH Augsburg

Swen Steinberg, Dr., lehrt und forscht im Fachbereich Geschichte der TU Dresden, von 2014 bis 2016 war er mit einem DFG-Forschungsstipendium an der University of California in Los Angeles, Mitarbeit im Netzwerk Flüchtlingsforschung, aktuell präsentiert er zusammen mit acht Studierenden in Dresden eine Wanderausstallung „Kommen Gehen Bleiben: Migrationsgeschichte(n) aus Sachsen“

Migrantenorganisationen aus Friedrichshafen für Frauen – Das INTERKULTURELLE FRAUENPROGRAMM 2018 beginnt

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HÄFLER Migrantenorganisationen für FRAUEN – Das INTERKULTURELLE FRAUENPROGRAMM 2018 beginnt

Friedrichshafen – Vier „Häfler“ Migrantenorganisationen veranstalten in Kooperation mit dem Projekt samo.fa des CJD Friedrichshafen von April bis Juli 2018 zehn interkulturelle Veranstaltungen für Frauen. Für den Herbst 2018 ist bereits eine Fortsetzung geplant.
In Friedrichshafen leben fast 30 000 Frauen. Diese Frauen sprechen verschiedene Sprachen und stammen aus verschiedenen Kulturen. Es sind Frauen, die verschiedene Leben führen, vielleicht verschiedene Vorlieben besitzen, sicher auch unterschiedliche Erfahrungen gesammelt haben und vielleicht auch verschiedene Ziele verfolgen. In zwei Punkten sind sich diese Frauen jedoch alle gleich. Sie sind Frauen, die in Friedrichshafen leben. Dabei spielt es in erster Linie keine Rolle, ob diese Frauen in Friedrichshafen geboren oder vielleicht erst vor Kurzem aus privaten oder beruflichen Gründen nach Friedrichshafen gekommen sind.
Gerade wenn Frauen erst kürzlich nach Friedrichshafen gekommen sind und sprachliche oder kulturelle Hintergründe den Zugang zur Öffentlichkeit erschweren, können Migrantenorganisationen als Netzwerk und Bindeglied integrative Arbeit leisten. Mit den kostenlosen Frauenprojekten möchten der Bildungshafen e.V., DITIB e.V., InDiBo e.V. und der interkulturelle Frauenarbeitskreis GEA e.V. ihren Beitrag dazu leisten. Das Projekt „Unter Frauen“ soll gezielt Frauen eine Plattform für gegenseitiges Kennenlernen und Austausch geben, unabhängig von Herkunft, Konfession und Sprache. Das Frauenprogramm ist ein Mix aus Workshops, Vorträgen und netten Gesprächen „Unter Frauen“. Ein Projekt, das auch von der Frauenbeauftragten der Stadt Friedrichshafen unterstützt wird.
Im Rahmen des Programms findet am Donnerstag, dem 26. April 2018 ab 19 Uhr im Theater „Atrium“, in der Caserne Fallenbrunnen, eine Lesung mit der Bestsellerautorin und Journalistin Alexandra Cavelius statt. Sie liest aus ihrem Buch „Ich bleibe eine Tochter des Lichtes“. Eine erschütternde Geschichte von Shirin, einer jungen Jesidin, welche von Terroristen des „IS“ verschleppt, als „Braut“ verkauft und als Sexsklavin gehalten wurde, bis ihr die Flucht gelang. Dies ist die einzige der zehn Veranstaltungen, welche auch für das männliche Publikum geöffnet ist.
Anmeldungen für einzelne Programmtermine nehmen die teilnehmenden Migrantenorganisationen direkt entgegen.

Das gesamte Programm gibt es hier als Download.

Die Pressemitteilung gibt es hier als Download.

Kontinuität und Stabilität in der lokalen Flüchtlingsarbeit – Migrantenorganisationen als zentrale Begleiter in den neuen schwierigen Alltag

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Zur Entwicklung der lokalen Flüchtlingsarbeit und der Rolle von Migrantenorganisationen im Rahmen von samo.fa – ein Rückblick

Dr. Wilfried Kruse, Dr. Ümit Koşan, Ismail Köylüoglu (samo.fa-Projektleitung), Stand 26.3.2018

In 2017 hat sich nicht nur die Lage der Geflüchteten verändert, sondern auch die Rolle von Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit vor Ort. Die Auswertung des Projektjahres 2017 fasst die Herausforderungen in den 30 samo.fa-Städten zusammen, gibt einen Überblick über die im Projekt aufgebauten Strukturen und Kooperationen und ordnet sie in den migrationspolitischen lokalen und überregionalen Kontext von Stadtgesellschaften ein, die im dritten Jahr – nach dem Flüchtlingssommer 2015 – neue Bedürfnisse haben.

Grundlage der Analyse sind die schriftlichen Dokumentationen – die so genannten Städtedossiers – der lokalen Partner und vor Ort-Besuche. Die Ergebnisse geben ein umfassendes Bild über die Arbeit mit Geflüchteten in Deutschland und die Rolle von Migrantenorganisationen. samo.fa ist nicht gleichmäßig über alle Bundesländer verteilt. Zudem ist davon auszugehen, dass die politische Mitbestimmung von Migrantenorganisationen in samo.fa-Städten ausgeprägter ist, weil auf dieses Ziel hingearbeitet wurde.

1. Die Situation Geflüchteter und die Herausforderungen im dritten Jahr des samo.fa-Projekts¹

Die Lage der Geflüchteten² ist Ende 2017 ganz deutlich durch die bereits lange andauernde Aufenthaltszeit geprägt. Für viele von ihnen ist der Eintritt in einen Alltag und seine Normalisierung noch durch diverse Umstände behindert und erschwert.Hierzu zählen insbesondere ein ungesicherter Aufenthaltsstatus bzw. eine drohende Abschiebung und die Unsicherheiten, was den Familiennachzug betrifft. In dem Maße, wie samo.fa in den Communities als eine Stelle bekannt geworden ist, der man Vertrauen schenken und von der man Unterstützung erwarten kann – was vielfach über „Mund-zu-Mund“-Kommunikation verläuft und von den jeweiligen sprachlichen Verständigungsmöglichkeiten abhängig ist – , werden die mit diesen Unsicherheiten verbundenen Belastungen immer deutlicher zum Ausdruck gebracht. Der Bedarf an stabiler, zugewandter Beratung und Begleitung steigt, aber auch das Risiko zunehmender Frustration.

Die Situation auf dem Wohnungsmarkt

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum bzw. der Wohnungsmarkt bedeuten nahezu durchgehend die aktuell größte Barriere in Hinblick auf die Normalisierung des Alltags, oftmals ohne Aussicht auf rasche Lösungen. Insbesondere in den Großstädten ist die Lage dramatisch und führt oftmals dazu, dass der Aufenthalt in den Übergangseinrichtungen verlängert wird oder ein Umzug in andere Gruppenunterkünfte erfolgt. Der Übergang in Wohnungen ist zur einen Seite hin ein wichtiger Schritt zur eigenständigen Lebensführung, birgt aber mindestens zwei Risiken: Zum einen findet sich bezahlbarer Wohnraum oftmals nur in prekären Wohnlagen, zum anderen droht mit dem Übergang in Wohnungen auch Vereinzelung und soziale Isolierung. Als Folge wächst das Erfordernis an stadteilbezogener Arbeit. Genau damit werden Migrantenorganisationen als Ort von gemeinschaftlicher Zugehörigkeit und heimisch Werden immer wichtiger. Aus allen Städten berichten Projektverantwortliche, dass das Bedürfnis nach sicheren Begegnungsräumen stark ansteigt.

Grundsätzlich geht es dabei nicht nur darum, über sichere Begegnungsräume verfügen zu können, sondern auch verlässliche Zeitstrukturen zu etablieren – also Treffpunkte und Beratungsangebote im wöchentlichen Turnus immer zu denselben Zeiten etc. Verlässliche Raum- und Zeitstrukturen bieten in einem Leben, das von den Herausforderungen eines neuen Alltags und vielen, oftmals sehr existentiellen Unsicherheiten geprägt ist, eine Art „Orientierungsrahmen“. Dieser muss aufrechterhalten werden, was erhebliche logistische Disziplin und Ressourcen erfordert.

Geflüchtete Frauen sind an vielen samo.fa-Orten zu einer wichtigen Zielgruppe geworden, mit denen – z.T. gemeinsam mit dem MUT-Projekt der Migrantinnenorganisation DaMigra – gearbeitet wird. Frauen sind – so die durchgehende Beobachtung – in besonders starker Weise in ihrem Radius auf die Wohnräume beschränkt. Um ihnen Gelegenheit zu geben, sich in der neuen Umgebung sicherer zu fühlen und auch außerhalb des Wohnbereichs aktiv am Leben teilzuhaben, sind sichere Begegnungsorte und eine verständnisvolle aber auch professionelle Begleitung erforderlich, was dies zu einem wichtigen Feld von weiblichen Aktiven aus Migrantenorganisationen macht. Nur eine solche Einbettung macht es möglich, auch über Gewalterfahrungen und weibliches Selbstverständnis zu sprechen. Die besondere Verletzlichkeit der Frauen, aber auch ihre solidarische Stärke sind durchgehend Thema in 2017.

Zugang zum Gesundheitssystem

In diesem Zusammenhang wird der Zugang zum Gesundheitssystem, der insgesamt mit vielen bürokratischen Hindernissen und sozial-psychologischen Barrieren belastet ist, besonders kritisch. Kulturelle Unterschiede im Umgang mit Krankheit und sprachliche Barrieren erschweren besonders für neuzugewanderte Frauen die selbstverständliche Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten. Auch diese Problematik wird standortübergreifend thematisiert: Einige samo.fa-Projekte haben darauf mit dem Konzept Gesundheitsmittler*in geantwortet: Eine Sonderform von Sprachmittler*innen, die aus den migrantischen Communities kommen und deren Einsatz im Alltag auf längere Zeit nicht entbehrlich sein wird. Traumabewältigung, die man auch als einen längerdauernden Prozess mit der Möglichkeit von Rückschlägen verstehen muss, gehört auch zu diesem Feld und befindet sich zugleich an einer sehr wichtigen und schwierigen Schnittstelle zwischen verständiger Alltagssolidarität und professioneller Hilfe.

Die besonderen Herausforderungen von Kindern und Jugendlichen

Von Beginn hatten die samo.fa-Partner vor Ort Kinder und Jugendliche, insbesondere auch Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, im Blick – mit einer Fülle von Aktivitäten, über Freizeit, Sport, bis zu sprachaktivierenden Kursen. Nahezu durchgehend wird nun die Beobachtung gemacht, dass es jenseits des – auch nicht immer gewährleisteten – Zugangs zu KiTas und normalem Schulunterricht bei vielen Kindern und jungen Leuten erhebliche Schwierigkeiten und Scheiter-Risiken gibt. Das Bildungssystem ist offenkundig nicht gut darauf vorbereitet und eingestellt, mit sehr heterogenen Kinder- und Schüler*innen-Gruppen fördernd umzugehen. Die Unterstützung, die vielfach vor Ort aufgebaut und betrieben wird, läuft im Grunde auf „Nachhilfe“ hinaus. Die ist keineswegs trivial weil, auch die Eltern in positiver Weise einbezogen werden müssen, um erfolgreich zu sein. In samo.fa mitarbeitende Migrantenorganisationen sind in diesem Feld an verschiedenen Orten aktiv und erproben auch neue Partnerschaften, z.B. mit Hochschulen, um „Mentor*innen“ zu gewinnen. Für die Älteren unter den jungen Leuten, von denen oft gesagt wird, dass sie „auf der Straße abhängen“, gilt im Übrigen auch, dass sie eigene und wenigstens in Teilen selbstverwaltete Räume benötigen.

Arbeitsmarkt

Diejenigen der 2015 Angekommen, deren Aufenthaltsstatus es zulässt, sind inzwischen dem Regelungsbereich des SGB II zugeordnet. Dennoch stehen sie dem Arbeitsmarkt zunächst zu einem erheblichen Teil noch nicht zur Verfügung, weil sie Deutsch- und Integrationskurse besuchen. Es ist zu erwarten, dass ihnen danach vor allem Beschäftigungen offenstehen, die vielfach prekäre Merkmale haben. Damit setzt sich die Instabilität ihrer Lebenslage fort. Durchgehend wird beobachtet, dass das Ausbleiben eigener Arbeitseinkünfte – nicht nur zu materiellen Schwierigkeiten und Glaubwürdigkeitsproblemen gegenüber den im Herkunftsland zurückgebliebenen Familien –, sondern auch zu einer erheblichen Beschädigung des Selbstwertgefühls führen kann – je länger, je dramatischer. Demgegenüber ist Arbeitsmarktzugang als Arbeitsfeld, das ohnehin nur kooperativ zusammen mit anderen Akteuren zu sehen ist, für die meisten samo.fa-Partner noch Neuland, das aber an Bedeutung in den nächsten Jahren erheblich gewinnen wird. Verknüpft mit dieser Frage ist die Anerkennung der vor der Flucht bereits erworbenen beruflichen Kompetenzen, ein leidiges Thema, dessen mangelhafte und zeit- und kraftraubende Regelung eine tatsächliche Barriere für positive Integration darstellt.

Berufsausbildung als Arbeitsmarktzugang wird öffentlich stark beworben, zumal viele Ausbildungsplätze nur schwer zu besetzen sind oder auch unbesetzt bleiben. Diesem öffentlich erzeugten Bild guter Ausbildungschancen auch für Jugendliche mit Fluchtgeschichte steht allerdings in der Realität eine erhebliche Zurückhaltung von Betrieben gegenüber. Auch hier können allerdings – wie samo.fa-Aktivitäten an verschiedenen Orten zeigen – Öffnungen erzielt werden, wenn sichergestellt wird, dass die jungen Leute auf ihrem Weg der beruflichen Ausbildung gut begleitet werden, insbesondere dann, wenn es Schwierigkeiten und Einbrüche bei den hohen, aber zumeist doch zerbrechlichen Motivationen gibt. Auch hier können als „Paten“ Menschen aus Migrantenorganisationen sehr hilfreich sein, weil sie – jungen Leuten wie Betrieben – überzeugend zeigen können, dass es sich lohnen kann durchzuhalten. Aber auch dies sind Begleitungen, die sich über die nächsten Jahre erstrecken.

Schließlich wird überall – aber besonders aus den ostdeutschen Städten – über Diskriminierungserfahrungen und Rassismus berichtet. In dem insgesamt schwieriger gewordenen gesellschaftlichen „Klima“ sind die Einzelnen oftmals hilflos. Ohnmachtsgefühle aber erschweren Integration. Auch hier sind es Migrantenorganisationen, die Rückhalt geben können.

¹ Zahlen zum Bestand der Geflüchteten vor Ort und zu ihrer Struktur und zur weiteren Zuwanderung finden sich in den Berichten und werden an anderer Stelle zusammengefasst. Hier geht es um eine qualitative Problemskizze.

² Zu einer Bestandsaufnahme haben auch die Ergebnisse der Arbeitsgruppen beim Bundesnetzwerktreffen in Halle im Herbst 2017 beitragen. Darauf wird an anderer Stelle eingegangen.

 

2. Kommunale Flüchtlingspolitik und Migrantenorganisationen

Zu beobachten ist, dass viele Städte nach 2016 ihre Flüchtlingsarbeit neu aufgestellt haben oder Ende 2017 dabei sind, dies zu tun. Durchgängige Ziele sind dabei eine höhere Effizienz des Verwaltungshandelns, auch durch Bündelung und verstärkte Querschnittskoordinierung und eine höhere Transparenz, was Mittel und Wirkungen betrifft. Teilweise ging es wohl auch darum, gegenüber einem Feld von Akteuren, das „naturwüchsig“ expandierte, faktische politische Entscheidungshoheit zu gewinnen und Aktivitäten in die als bewährt angesehene Arbeitsteilung zwischen Kommune und Wohlfahrtsverbänden zurückzuführen. Im Hintergrund ging und geht es auch darum, die städtischen Haushalte sukzessive von den Zusatzkosten, die die Flüchtlingsarbeit hervorruft, wieder zu entlasten.

Wie immer im Einzelnen die Entwicklung der kommunalen Flüchtlingsarbeit in der zurückliegenden Zeit zu bewerten ist: Die Notwendigkeit, die Zuweisung von Geflüchteten zu bewältigen, hat Kommunalverwaltung deutlich verändert und Kommunalpolitik zu neuen Herausforderungen geführt – mit welchen nachhaltigen Folgen ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt unklar.

Auch die Landespolitik musste reagieren. Dies taten die verschiedenen Landesregierungen im Detail zwar auf unterschiedliche Weise, jedoch mit der Gemeinsamkeit, dass Förderprogramme aufgelegt wurden, aus denen Kommunen sich für die Flüchtlingsarbeit auch personell verstärken konnten. In der Regel finden also Ende 2017 die Akteure vor Ort – z.B. im Kontext von samo.fa – ihr kommunales Gegenüber zentraler, „sortierter“ und personell gestärkt aufgestellt. Ob dies eher als ein vorübergehendes „Projekt“ funktioniert, oder strukturell nachwirkt, ist aktuell nicht zu erkennen.

Was die Beteiligung von Migrantenorganisationen an der Gestaltung der lokalen Flüchtlingsarbeit betrifft, so ist sie durch die Bank deutlich stärker als 2015. Die Rede ist hier nicht von ihrem tätigen Engagement für die Geflüchteten. Hierin haben manche Migrantenorganisationen eine lange Tradition und andere sind seit 2015 darin aktiv, insbesondere dann auch durch Initiativen wie samo.fa und andere. Gemeint ist hier die Rolle von Migrantenorganisationen bei der Konzipierung, Planung und Koordinierung der lokalen Flüchtlingsarbeit, bei der Gestaltung der kommunalen Flüchtlingspolitik und im öffentlichen lokalen Diskurs über sie.

In allen Städten gibt es – je nach Landesrecht unterschiedliche – Gremien, die städtische Politik aus der Perspektive der Bürger*innen mit Migrationsgeschichte beraten sollen. Sie heißen z.B. Integrationsräte, Migrationsbeiräte oder auch noch Ausländerbeiräte. Diese waren seit 2015 mehr oder weniger intensiv mit der Flüchtlingsfrage befasst. Von ihnen gingen aber – soweit erkennbar – sehr selten gestaltende Impulse aus.

Impulse kamen aber von Migrantenorganisationen, die ganz explizit in der Flüchtlingsarbeit engagiert waren und sind, und insbesondere auch aus dem samo.fa-Kontext, weil Präsenz und Stimme auf der lokalen Ebene dort förderliche Rahmenbedingungen für die Teilhabe der Geflüchteten angesehen und angestrebt wurde.

Im Ergebnis ist Ende 2017 – also nach vergleichsweise kurzer Zeit – festzustellen: In vielen Städten mit samo.fa-Präsenz werden die Koordinator*innen bzw. die migrantischen Trägerorganisationen von samo.fa von der städtischen Seite kontaktiert, in Beratungen einbezogen, zum Teil für Planungsprozesse mit Mandaten versehen und vor allem im Rahmen lokaler Dialoge als Gesprächspartner ernstgenommen.

Oder anders ausgedrückt: Verbünde oder Zusammenschlüsse von Migrantenorganisationen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, werden als Partner in der kommunalen Politik stärker anerkannt. Dies geschieht in unterschiedlichen Formen und nach wie vor wenig institutionalisiert, zuweilen auch nur punktuell; teilweise gibt es sogar Tendenzen zu einer Art „Rückbau“ der Zusammenarbeit (siehe oben). Mit der verstärkten Anerkennung der Migrantenorganisationen als Partner verbunden ist, dass ihre Stimme – als authentische Stimme aus dem Kreis der Menschen mit Migrationsgeschichte heraus – stärker im Interesse der Geflüchteten zur Geltung gebracht werden kann. Dass dies gelingt, ist auch an der wesentlich breiter gewordenen positiven Medienresonanz vor Ort erkennbar.

Drei wichtige „Hebel“, die – von samo.fa ausgehend – hier gewirkt haben, sind hervorzuheben: (1) die möglich gemachte Kontinuität des Engagements in der Flüchtlingsarbeit, (2) das zunehmende stabile Engagement einer größeren Zahl von Migrantenorganisationen und (3) die Initiierung öffentlicher Wahrnehmung und öffentlicher Diskurse durch Aktionstage, und Dialogkonferenzen und professionelle Öffentlichkeitsarbeit. Es ist also die Kombination aus Impulsen nach innen, in die Szene der Migrantenorganisationen hinaus, und nach außen, in die städtische Öffentlichkeit und zur kommunalen Politik, die das Bild deutlich zugunsten einer stärkeren Wahrnehmung der Lage und der Bedürfnisse und Interessen der Geflüchteten „vor Ort“ verändert haben.

In einer Reihe von Städteberichten wird auf eine neue Schieflage hingewiesen, die in ihren möglichen Folgen zu Besorgnis Anlass gibt: der erhöhten Aufmerksamkeit gegenüber den Geflüchteten steht gegenüber, dass Menschen mit Migrationsgeschichte, die schon lange hier leben oder junge Leute aus Familien mit Migrationsgeschichte, die hier geboren und aufgewachsen sind, weiterhin erhebliche Benachteiligungen erfahren. Es sind erneut die Migrantenorganisationen in ihrem breiten Spektrum, die sich auch für diese Menschen anwaltlich stark machen. Im Idealfall fänden beide Anliegen und Perspektiven in gemeinsamen Verbünden von Migrantenorganisationen vor Ort arbeitsteilig & kooperativ Platz.

3. Überlastungskrise des spontanen ehrenamtlichen Engagements

In vielen Städten gibt es die Beobachtung, dass sich das 2015 entstehende breite bürgerschaftliche Engagement gegen Ende 2017 immer stärker in einer Art „Krise“ zeigt. Dies hat verschiedene Gründe:

Zum einen ist spontanes bürgerschaftliches Engagement meist anlassbezogen und punktuell. Dauert sein Grund über eine längere Zeit fort, dann erlahmen oftmals Motiv und vor allem auch Kraft. Außerdem werden die Anforderungen mit der Zeit – wie oben skizziert – auch komplizierter und immer häufiger muss auch mit Enttäuschung und Verbitterung umgegangen werden. Mit spontaner Dankbarkeit, wie am Anfang, kann nicht mehr ohne Weiteres gerechnet werden.

Die Anzahl derjenigen, die weitermachen, geht zurück und damit – ein weiterer Grund – nimmt die Belastung der Verbleibenden zu und geht teilweise in Überlastung über. Das Gefühl, als „Lückenbüßer“ für eigentlich erforderliche staatliche Leistungen zu wirken, nimmt zu.

Zwar gibt es nahezu überall Ehrenamtskoordinator*innen, Arbeitskreise und andere Gruppenformen für diejenigen, die sich engagieren, dennoch fehlt ihnen oftmals ein gemeinschaftlicher, organisatorisch abgesicherter Rahmen, der sie stabilisieren könnte. Dies ist bei jenen Aktiven, die in die Arbeitszusammenhänge von samo.fa und/oder in „ihren“ Migrantenorganisationen eingebunden sind, anders. Auch hier wird beobachtet: Der Kreis der Aktiven wächst nicht mehr, aber ihr Engagement wird kontinuierlicher und geregelter.

4. Entwicklung bei den Migrantenorganisationen

Für diesen Typ von naher und verständiger Flüchtlingsarbeit, um die es hier geht, sind miteinander lokal kooperierende Migrantenorganisationen das Rückgrat. Ihre Zusammenarbeit folgt dabei wichtigen Prinzipien: Nämlich aus eigener Erfahrung als Menschen mit Migrations- und/oder Fluchtgeschichte solidarisch zu handeln, herkunftsübergreifend miteinander tätig zu werden und das gemeinsame Anliegen zu haben, dort, wo man jetzt lebt und wohin die Geflüchteten nun gekommen sind, die Lebensverhältnisse der Menschen mit Migrationsgeschichte zu verbessern.

Das sind wichtige Unterscheidungsmerkmale auch gegenüber manchen anderen migrantisch geprägten Organisationen, die z.B. vor allem religiös ausgerichtet oder vor allem auf ihr Herkunftsland bezogen sind, oder die als eine Art „Lobby“ fast ausschließlich nur die besonderen Interessen einer bestimmten Gruppe vertreten.

Es ist aus den Städtedossiers, aber auch bei Besuchen vor Ort und auf gemeinsamen bundesweiten Treffen spürbar, dass mit diesem Ansatz, wenn er vor Ort gelebt wird, eine Art neuer „spirit“ in die teilweise schon stagnierenden lokalen Szenen der Migrantenorganisationen Einzug hält. Dieser Dynamik einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit öffnen sich vor allem auch kleinere Migrantenorganisationen, die bisher – gemessen an den großen und etablierten – eher „abseits“ gestanden haben, so dass nun die tatsächliche Vielfalt von Herkünften, kulturellen Besonderheiten und Migrationsgeschichten vor Ort besser zum Tragen kommt – ein wichtiger „Schub“ für mehr Teilhabe und einer höheren Identifikation mit dem neuen Zuhause.

In einer Reihe von Städten waren schon 2015 die lokalen Partner Verbünde von Migrantenorganisationen³ – auch aufgrund der Tatsache, dass deren Zusammenschluss, der Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. (BV NeMO), Träger von samo.fa ist. Ein erheblicher Startvorteil für das ambitionierte Vorhaben. Allerdings waren auch diese Verbünde 2015 ganz unterschiedlich aufgestellt. Auch für sie war die Umsetzung des Konzepts einer Kombination von konkreter Flüchtlingsarbeit, Förderung und Unterstützung von Aktiven und der Öffnung von Migrantenorganisationen für die Flüchtlingsarbeit eine Herausforderung. Aber eine wichtige positive Voraussetzung war bei ihnen schon durch eine eingespielte Form der Zusammenarbeit gegeben.

Dabei musste eine wichtige Bedingung stets berücksichtigt werden: nicht alle schon in den Verbünden mitarbeitenden Organisationen waren zu einem Engagement in der Flüchtlingsarbeit bereit und/oder in der Lage. Und – noch wichtiger: Alle Organisationen hatten, vor allem auf der Basis ehrenamtlichen Engagements – ihre jeweilige Palette von Aktivitäten ausgebildet, die sie für Flüchtlingsarbeit vielleicht ein wenig zurückstellen, aber nicht aufgeben wollten und wollen. Für Migrantenorganisationen ist Flüchtlingsarbeit – wenn überhaupt – immer nur eine unter mehreren für sie, ihr Profil und ihr Selbstverständnis wichtige Aktivität. Weil Flüchtlingsarbeit in diesem doppelten Sinn immer nur ein Ausschnitt der Aktivitäten von Migrantenorganisationen ist, entstanden an verschiedenen Orten Netzwerke oder Arbeitsgemeinschaften derjenigen Migrantenorganisationen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind.

In manchen dieser in der Regel im samo.fa-Kontext entstandenen Netzwerke wurden 2017 Initiativen zur Bildung von lokalen Verbünden von Migrantenorganisationen⁴ ergriffen. An anderen Orten gibt es hierzu Diskussionen und Vorklärungen. Mit anderen Worten: Die Idee lokaler Verbünde von Migrantenorganisationen scheint attraktiv zu sein, weil sie verspricht, lokale zu einer deutlicher wahrnehmbaren Stimme zu gelangen. Eine fast logische Konsequenz ist ein engerer bundesweiter Zusammenschluss, dessen „Vorformen“, was das gemeinsame Engagement in der Flüchtlingsarbeit betrifft, die bundesweiten Netzwerktreffen und die Bundesdialogkonferenzen von samo.fa darstellen.

Allmählich gerät aber auch die wichtige Landesebene in den Blick. Aus vielen Städten wird berichtet, dass Geflüchtete selbst auf dem Weg sind, Vereine zu gründen. Diese Selbstorganisation von Geflüchteten findet im samo.fa-Kontext Unterstützung.

Schließlich zeigen die Städtedossiers auch: Viele beteiligte Organisationen sind traditionell auch in der durch Drittmittel geförderten Projektarbeit aktiv, andere haben dies erst – z.B. durch die Übernahme der Koordination von samo.fa – übernommen, bei weiteren besteht die Absicht, einen projektgeförderten Dienstleistungsbereich aufzubauen.

Damit tritt neben das zivilgesellschaftliche, ehrenamtliche Engagement verstärkt auch eine Aktivität professioneller Dienstleistung. Dadurch entstehen zusätzlich zum, bei samo.fa vordergründigen bürgerschaftlichen Engagement, vielfache Schnittstellen, aber auch Grauzonen. Für die Begleitung der Geflüchteten auf ihrem schwierigen Weg zu einem normalisierten Alltag bleiben die Aktiven – also jene, die sich neben ihrem eigenen Alltag ehrenamtlich engagieren – besonders wichtig. Es muss deshalb Vorkehr getroffen werden, dass sie nicht im Ergebnis des verstärkten Einsatzes von „Professionellen“ aus Projekten an den Rand gedrängt werden.

³ Lokale Verbünde als samo.fa-Träger, die 2015 schon Mitglied im BV NeMO waren: moveGlobal Berlin, Haus der Kulturen Braunschweig, vmdo Dortmund, VeMO Halle, MISO Hannover, Brücke der Kulturen Hildesheim, Haus der Kulturen Lübeck, MORGEN e.V. München, Raum der Kulturen Neuss, BIM Reutlingen und Forum der Kulturen Stuttgart.

⁴ Es gilt für Bielefeld, Düsseldorf, Heilbronn, Mönchengladbach.

5. Kontinuität und Stabilität durch samo.fa

Gegen Ende 2017 zeigt sich, dass samo.fa in den meisten Fällen erheblich dazu beigetragen hat, dass miteinander kooperierende Migrantenorganisationen ein Potenzial für Kontinuität und Stabilität in der lokalen Flüchtlingsarbeit geworden sind. Das gilt nicht für alle 30 Städte und es gilt auch nicht in gleicher Weise, dafür waren zum einen die Startbedingungen zu unterschiedlich, zum anderen ist es auch nicht an allen Orten „gleich gut gelaufen“. Über die unterschiedlichen Startbedingungen informiert der erste Zwischenbericht, der 2016 vorgelegt wurde. Es war absehbar, dass die von den Koordinator*innen übernommenen Aufgaben komplex und hinreichend schwierig sein würden. Um sie zu unterstützen, wurden Regionale Netzwerkbegleitungen etabliert, die nahe bei den Koordinator*innen agierten und in 2018 weiter agieren.

Dennoch kam es vor Ort teilweise zu größeren Schwierigkeiten. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und zum Teil direkte Folge des „Kaltstarts“ 2016. Auch komplizierte Machtstrukturen der lokalen Ausgangslagen spielen eine Rolle, ebenso personelle Fehlentscheidungen und/oder personellen Wechsel. Einen vergleichsweise leichteren Start hatten diejenigen Koordinator*innen, deren Trägerorganisationen bereits gut im lokalen Geschehen verankert waren und/oder es gewohnt waren, in Verbundstrukturen zu arbeiten. Dies galt insbesondere für jene, die sich explizit schon zu Verbünden von Migrantenorganisationen zusammengeschlossen hatten, Mitglied des Bundesverbands NeMO sind oder sich auf dem Weg zu solchen engeren Zusammenschlüssen befanden oder befinden. Besondere Herausforderungen waren überall dort gegeben, wo es eine unterentwickelte oder sogar keine „Szene“ von Migrantenorganisationen gab und/oder wo die Trägerorganisation sich erst auf die lokale Handlungsebene einstellen musste, z.B. weil sie als Diaspora-Organisation bislang eher entwicklungspolitisch ausgerichtet war.

In einer kleinen Anzahl von Fällen hatte die Stadt selbst oder eine nicht-migrantische Organisation gewissermaßen „stadthalterisch“ die Trägerrolle übernommen. Dies musste im Laufe der Zeit in Richtung auf migrantische Trägerschaft umgebaut werden. Ende 2017 hat sich die Mehrheit der beteiligten lokalen Partner in einem organisatorischen Sinne stabilisiert. Für einen Ende des Jahres ausgeschiedenen lokalen Partner und aufgrund einer gewissen Umverteilung der Mittel werden nun drei neue lokale Partner in das samo.fa- „Konsortium“ eintreten: aus Göttingen, Krefeld und Stralsund.

Sicherlich war die Tatsache, dass über die Projektförderung Koordinator*innen finanziert und auch in gewissem Umfange Finanzmittel für operative Tätigkeiten vor Ort zur Verfügung gestellt werden konnten, eine wichtige Basis, von der aus Wirksamkeit entwickelt werden konnte – gewissermaßen als „Injektion“ in einen traditionell finanzarmen Sektor. Aber es ist nicht nur das: In vielen Städtedossiers wird ausdrücklich hervorgehoben, dass das Gesamtarrangement von samo.fa – also neben der Finanzierung auch die nahe Begleitung und die bundesweit erarbeitenden gemeinsamen Rahmenorientierungen, der Erfahrungsaustausch, die Medienarbeit und insgesamt das respektvolle und solidarische „interne Klima“ – sehr hilfreich gewesen sei und weiter dringend benötigt wird.

Was für Aktivitäten frei verfügbare Finanzmittel betrifft, so wären solche Ansätze wie das vom BAMF an bundesweit 14 Standorten geförderte House of Resources hilfreich: Das Besondere am House of Resources ist nämlich, dass es keine pauschale Fördersumme wie bei einem Projekt gibt, sondern anlassbezogen und bedarfsgerecht konkrete Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Im Zentrum von samo.fa steht – und das macht das Besondere aus – ein Dreiklang auf der lokalen Ebene: Erstens Maßnahmen, die sich konkret und praktisch auf die Verbesserung der Lage der Geflüchteten und ihre Teilhabe beziehen. Zweitens werden diese mit einer systematischen Unterstützung der Aktiven in Migrantenorganisationen für eine erfolgreiche Tätigkeit in diesen Maßnahmen kombiniert. Und drittens eine weitere und stabile Öffnung von Migrantenorganisationen für die Flüchtlingsarbeit und ihre gleichberechtigte Teilnahme im Rahmen der Koordinierung der kommunalen Flüchtlingsarbeit.

Diese drei „Klänge“ bedingen und verstärken einander. Die Städtedossiers zeigen, dass es in vielen Fällen sowohl in den einzelnen der drei Felder als auch in ihrem Zusammenspiel erhebliche Fortschritte gegeben hat. Zu beobachten ist an vielen Orten – aber nicht überall – eine stetige, wenn auch langsame Erweiterung des Kreises der Migrantenorganisationen, die sich für Flüchtlingsarbeit punktuell oder auch im größeren Umfange öffnen und bei samo.fa mitwirken. Moscheegemeinden wurden dabei bisher kaum erreicht.

Wenn Neue hinzukommen, versteht es sich, dass sie beraten werden müssen und dass ihnen auch Qualifizierung zuteilwerden muss. Beratungs- und Qualifizierungsbedarfe bestehen aber auch bei jenen fort, die von Anfang an dabei sind. Dies hat zum einen mit den veränderten Lebensumständen der Geflüchteten zu tun, auf die richtig eingegangen werden muss. Zum anderen entsteht aber auch aufgrund der oft zu beobachtenden Entwicklung eines „Projektebereichs“ und den damit zusammenhängenden Bedingungen von Projektförderung Bedarf an Wissensvermittlung. Auch das schwieriger gewordene gesellschaftlichen Umfeld stellt neue Anforderungen an Migrantenorganisationen z.B. die einer argumentativen Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus.

Die Aktiven, also jene Menschen, die sich direkt und ehrenamtlich in der Arbeit mit den Geflüchteten engagieren, sind gewissermaßen das „Herzstück“ des samo.fa-Ansatzes – vor allem in Hinblick auf die Begleitung auf dem langen Weg zu einer Normalisierung des Alltags.

Projekte können die Arbeit unterstützen und auch professionelle Dienstleistungen anbieten, aber nicht diese mitmenschliche Brücke ersetzen. Deshalb steht der Umgang mit den Aktiven ganz oben auf der Agenda: samo.fa ist also zu einem erheblichen Teil auch Sich-Kümmern, ist die Pflege guter und vertrauensvoller Beziehungen, ist Respekt und Anerkennung.

samo.fa-Clubs oder Arbeitskreise der Aktiven und ähnliche Gremien und Organisationsformen sind deshalb wichtige Knotenpunkte für stabile Verbindungen und kontinuierliches Engagement – ebenso wie eine gemeinsame Feier am Jahresende, in der auch Dank und Anerkennung zum Ausdruck gebracht werden. Auch diese interne Kultur hat sich gut entwickelt, zeigen die Städtdossiers.

Würde das Engagement von Aktiven aus Migrantenorganisationen in der nächsten Zeit dramatisch zurückgehen, hätte dies negative Auswirkungen für Integration und Teilhabe der Geflüchteten auf ihrem langen Weg in einen normalen neuen Alltag. Denn es würden die „Lotsen“ für diesen Alltag fehlen, die notwendige Stadtteilorientierung könnte sich nicht auf die erforderliche Anzahl von Aktiven stützen und insbesondere das dringende Bedürfnis nach „sicheren Begegnungsräumen“ könnte nach Umfang und Qualität nicht befriedigt werden.

Die samo.fa-Koordination ist ein wichtiges Bindeglied zwischen den Migrantenorganisationen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, den Aktiven und den anderen lokalen Akteuren in der Flüchtlingsarbeit sowie der Stadtverwaltung und der kommunalen Politik. Fast schon kann man sagen, dass genau dieses Bindeglied gar auf längere Sicht unverzichtbar ist. Nicht nur müssen die Bündnisse erweitert werden, um über die unmittelbaren materiellen Lebensinteressen hinaus Lebensqualität zu ermöglichen, sondern es geht auch darum, das städtische Gemeinwesen und seine lebendige Kraft des fairen und friedlichen Zusammenlebens in Vielfalt als gemeinsames Anliegen zu betreiben.

6. Resümee

Der Weg zur Normalität im Alltag ist lang und beschwerlich. Der Bedarf einer unterstützenden und zuweilen auch beschützenden, nahen Begleitung nimmt in naher Zukunft nicht ab, sondern eher zu. Und: Sie muss verlässlich sein. Eine solche Begleitung hat vor allem drei zentrale Aufgaben: (1) die Geflüchteten darin zu unterstützen, an den Einrichtungen, Leistungen und dem gemeinschaftlichen lokalen Leben gleichberechtigt teilzuhaben (Teilhabe), (2) sie darin zu bestärken, Schwierigkeiten zu bewältigen, nicht den Mut zu verlieren und das eigene neue Leben bewusst „in die Hand“ zu nehmen (Selbstwert) und (3) sie darin zu unterstützen, ihre Anliegen selbstbewusst und zu vertreten und sich einzumischen (Stimme). Dies sind von Beginn an zentrale Aufgaben im samo.fa-Arbeitszusammenhang gewesen – und sie sind noch lange nicht erledigt.

Viele Städte haben ihre Flüchtlingsarbeit neu aufgestellt oder sind dabei, dies zu tun. Das hat verschiedene Motive: Rationalisierung, auch in Erwartung nachlassenden Handlungsdrucks, spielt hierbei eine erhebliche Rolle. Dabei kann es sehr wohl sein, dass zu früh an „Entwarnung“ gedacht wird. Zwar sind die Zugänge an neuen Geflüchteten stark zurückgegangen, aber die sozialen Probleme, die mit dem langen und schwierigen Weg der Neubürger*innen zur Normalität des Alltagslebens verbunden sind, bleiben als Aufgabe der nächsten Jahre. Die Migrantenorganisationen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, werden stärker als bisher von den Städten als wichtige Partner wahrgenommen. Samo.fa hat hierzu in verschiedener Weise erheblich beigetragen, nicht zuletzt durch die Initiierung öffentlicher Diskurse nicht nur über Geflüchtete, sondern mit ihnen. Damit wurden die Geflüchteten mit eigener Stimme vernehmbar. Es haben sich unterschiedliche Weisen der Beteiligung der Migrantenorganisationen aus dem samo.fa-Kontext bei der Gestaltung der lokalen Flüchtlingsarbeit herausgebildet; viele von ihnen sind allerdings noch punktuell, wenig institutionalisiert und damit für die kommende Zeit des langen Wegs in die Normalität noch nicht belastbar genug.

Das im „langen Sommer des Willkommens“ entstandene breite spontane bürgerschaftliche Engagement kommt mit der erforderlichen Dauer und Kontinuität der Begleitung und den schwieriger werdenden Anforderungen an seine Grenzen. Dort, wo die Aktiven im samo.fa-Kontext tätig sind, gibt ihnen ihre Rückbindung an Migrantenorganisationen einen Rahmen für ihr weiteres Engagement.

Lokal kooperierende Migrantenorganisationen sind das Rückgrat dieses Typs von Flüchtlingsarbeit. Sie folgen wichtigen gemeinsamen Prinzipien, zu denen aus der eigenen Erfahrung stammende Solidarität mit Geflüchteten ebenso gehört wie eine herkunftsübergreifende und respektvolle Zusammenarbeit und die Orientierung auf eine Verbesserung der Lebensverhältnisse „hier und jetzt“. Flüchtlingsarbeit ist – wenn überhaupt – in der Regel nur ein Ausschnitt aus den breiteren Aktivitäten von Migrantenorganisationen. Netzwerke, die vor Ort gegründet wurden, und jene Migrantenorganisationen umfassen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, wirken oftmals als Anregung und Vorform lokaler Verbünde von Migrantenorganisationen.

Dieser „neue Typ von Migrantenorganisationen“ hat offenkundig erhebliche Attraktivität: Er findet in den Diskursen stärkere Aufmerksamkeit und führt zu einer Reihe lokaler Initiativen. In denselben Zusammenhang einer neuen Dynamik in den lokalen „Szenen“ der migrantischen Organisationen gehört, dass an verschiedenen Orten – von samo.fa unterstützt – Geflüchtete sich selbst organisieren und Vereine gründen.

Viele der beteiligten Migrantenorganisationen und Verbünde haben bei sich auch drittmittelgeförderte Projekte angesiedelt, in denen professionell Ausgebildete hauptamtlich tätig sind. Für die Begleitung der Geflüchteten auf ihrem schwierigen Weg zu einem normalisierten Alltag bleiben die Aktiven – also jene, die sich neben ihrem eigenen Alltag ehrenamtlich engagieren – besonders wichtig. Es muss deshalb Vorkehr getroffen werden, dass sie nicht im Ergebnis des verstärkten Einsatzes von „Professionellen“ aus Projekten an den Rand gedrängt werden.

Die von Beginn an Grund legende Orientierung auf einen „Dreiklang“ von konkreter Arbeit mit Geflüchteten, Unterstützung der Aktiven aus Migrantenorganisationen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren und der (weiteren) Öffnung von Migrantenorganisationen für Flüchtlingsarbeit war zielführend. Nach dem „Kaltstart“ 2016 und vor dem Hintergrund der sehr unterschiedlichen Ausgangslagen in den 30 Städten „lief keineswegs alles rund“.

Aber: Gegen Ende 2017 zeigt sich, dass samo.fa in den meisten Fällen erheblich dazu beigetragen hat, dass miteinander kooperierende Migrantenorganisationen ein Potenzial für Kontinuität und Stabilität in der lokalen Flüchtlingsarbeit geworden sind. Gerade auch für den langen und schwierigen Weg in die Normalität, den die Geflüchteten gehen, bleiben die Aktiven das „Herzstück“ des samo.fa-Ansatzes, das aber ohne die produktive Bindung an miteinander lokal kooperierende Migrantenorganisationen nicht wirksam genug ist.

7. Ausblick auf 2018

Überlegungen zur Schwerpunktsetzung der Arbeit im 3. Jahr von samo.fa

Vorgestellt auf dem Bundesnetzwerktreffen am 5./6. Februar 2017 in Leipzig

Der „lange Sommer des Willkommens“ liegt weit zurück. Und dies in mehrerer Hinsicht: Die Geflüchteten selbst, die geblieben sind, sind schon zwei Jahre und länger in Deutschland. Sie müssen ihren neuen Alltag bewältigen. Dabei gibt es Gemeinsamkeiten, aber auch wichtige Unterschiede, was diesen Alltag ausmacht und prägt: Die Unterschiede hängen davon ab, wie weit der Entscheidungsprozess über den Status gediehen ist und welcher Aufenthaltsstatus schließlich zuerkannt wird, von der lokalen Wohnsituation, den Verhältnissen auf den lokalen bzw. regionalen Arbeitsmärkten, aber auch von der lokalen Flüchtlingsarbeit und der kommunalen Politik, der wiederum in verschiedener Weise von übergreifender staatlicher Politik Rahmenbedingungen gesetzt werden.

Der Weg zur Normalisierung der Lebenslage ist lang

Für diejenigen, die eine Anerkennung erhalten⁶, geht es um Integration in der Weise, dass eine selbständige Lebensführung erreicht wird – in der Regel auf der Basis von Erwerbstätigkeit – und dass – wenn dies gewünscht wird – die Kernfamilien unter akzeptablen Wohnverhältnissen zusammenleben können und es für die Kinder und Jugendlichen einen gleichberechtigen Zugang zu Bildung gibt.

Die vorliegenden ersten Studien, z.B. zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten, und viele andere empirische Fakten zeigen: Der Weg zur Normalisierung des Lebens ist für Geflüchtete – Ausnahmen bestätigen immer die Regel – kompliziert und langwierig. Expert*innen gehen davon aus, dass hierfür mehrere Jahre (man spricht von 5 bis 7 Jahren) erforderlich sind.

Und tatsächlich stehen der Integration Hindernisse im Weg, die sie erheblich verzögern. Diese beginnen bei der überaus langen Bearbeitungszeit im Anerkennungsverfahren, was zunächst für die Betroffenen andauernde Unsicherheit und eine faktische Einschränkung ihres Aktionsradius bedeuten (oder: bedeutet haben, also eine erste grundlegende Erfahrung bildet). Diejenigen aus dem Jahr 2015, deren Aufenthaltsstatus es zulässt, münden nun den Regelungsbereich des SGB II ein, stehen aber dem Arbeitsmarkt zunächst zu einem erheblichen Teil noch nicht zur Verfügung, weil sie Deutsch- und Integrationskurse besuchen. Es ist zu erwarten, dass ihnen danach vor allem Beschäftigungen offenstehen – die sie auch bereit sein werden anzunehmen –, die aber vielfach prekäre Merkmale haben. Damit setzt sich die Instabilität ihrer Lebenslage fort.

Vor allen in den Ballungsgebieten ist die Situation auf dem Wohnungsmarkt äußerst angespannt, so dass sich teilweise die Aufenthaltsdauer in Gemeinschaftsunterkünften verlängert oder dass in (preiswertere) Wohnungen eingemündet wird, die sich oftmals in sozial belasteten Quartieren befinden. Der Hoffnung, dass die Kinder und Jugendlichen hier eine bessere Zukunft haben, stehen vielfältige Engpässe beim Zugang zu Bildung, Ausbildung und Studium entgegen. Schließlich ist der Familiennachzug erschwert. Von Normalisierung des Lebens kann also bislang keine Rede sein.

Verzögerungen und Gefährdungen

In mancher Literatur wird suggeriert, als sei ein Zeitraum von sieben bis zehn Jahren für eine Integration von Eingewanderten „normal“. Manchmal liest sich das wie eine Art menschliches Naturgesetz. Nun mögen solche Zeiträume erforderlich sein, um die eigene Lebenssituation zu optimieren und auch, um mental in der neuen Heimat ganz anzukommen. Was aber die materiellen Voraussetzungen für Normalisierung betrifft – von denen oben die Rede war – , so handelt es sich um Verzögerungen, die aus Mängeln der Ankunftsgesellschaft, aus überforderten Bürokratien und aus gesetzlichen Restriktionen resultieren.

Verzögerungen und Gefährdungen in diesem komplizierten und komplexen Integrationsprozess treten auch dann ein, wenn die erforderlichen Unterstützungssysteme, wie Beratung, barrierefreie Zugänge zu Ämtern, Sprachmittlung, Willkommenskultur…, lokal unzulänglich entwickelt sind oder brüchig werden, weil z.B. die Kommunen keinen akuten Handlungsbedarf mehr sehen. Es gibt vermehrt Hinweise darauf, dass in kommunaler Politik die Flüchtlingsfrage auf der Agenda „nach unten“ rutscht. Gerade bei dem für samo.fa charakteristischen Ansatz bei lokalen Handlungsstrategien wäre dies sehr beunruhigend und muss beobachtet werden.

Als ein „Indikator“ für eine Art „schleichenden Ausstieg“ aus der Flüchtlingsarbeit von Kommunen wäre auch zu werten, wenn die Migrantenorganisationen, die bisher in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, als Partner am Rande verbleiben oder sogar in ihrer Rolle beschränkt werden, anstatt statt stärker als bisher wertgeschätzt zu werden.

Viele der vorliegenden neueren Studien, Gutachten und Memoranden – jedenfalls solche, die für eine wirksame und würdevolle Integration von Geflüchteten stehen – sehen nun angesichts des langen und komplizierten Wegs der Integration das Erfordernis einer nahen und gut zugänglichen kontinuierlichen Begleitung und Unterstützung.

Ein tragendes Argument für den samo.fa-Ansatz der gleichzeitigen Stärkung von Aktiven in der Flüchtlingsarbeit und von Migrantenorganisationen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren war und ist: Gerade bei der Bewältigung des Alltags sind die Migrantenorganisationen und jene Aktiven, die sie als „background“ haben, unverzichtbar. Nun werden die Erfahrungen, die die Menschen mit Migrationsgeschichte selbst oder vermittelt mit Ankommen, Sich-Einrichten und Heimischwerden gemacht haben, besonders wichtig. Sie produktiv weiterzugeben, setzt allerdings einen reflektierten Umgang mit ihnen voraus.

Besonderer Beitrag der Migrantenorganisationen

Migrantenorganisationen, wo kollektiv Migrationserfahrungen „aufbewahrt“ werden, sind wichtig. Gleichzeitig sind sie ein Ort, der den Aktiven Bezug und Stärke gibt und der sich für die Geflüchteten selbst öffnet. In und resultierend aus diesen drei „Funktionen“ sind Migrantenorganisationen im Grunde unverzichtbar. Und dies gilt umso mehr dann, wenn aus dem Kontext der Migrantenorganisationen auch Expertise für die Bewältigung des Alltags in den verschiedenen wichtigen Handlungsfeldern des neuen Alltags zu gewinnen ist. Im zweiten Jahr von samo.fa ging es dabei um die Bereiche Bildung & Ausbildung, Arbeitsmarkt, Wohnen und Gesundheit.

Stets ist bei der Unterstützung von Geflüchteten in ihrem neuen Alltag wichtig zu klären, welchen Beitrag die Aktiven mit Migrationsgeschichte und die Migrantenorganisationen dabei leisten (können). Sie sind keine Lückenbüßer für ausbleibende oder ungenügende Leistungen, die die hierfür vorhandenen zuständigen und verantwortlichen „Systeme“ erbringen müssten. Dort, wo Menschen mit Migrationsgeschichte als Professionelle tätig sind (was aus verschiedenen Gründen sehr wünschenswert ist), müssen sie auch entsprechend anerkannt und vergütet werden.

Was bringen also jene ein, die nicht im strikten Sinne von Ausbildung und fachlichem Profil Professionelle sind? Deren Expertise⁸ dient der Orientierung, der Unterstützung dabei, zu seinem/ihrem Recht zu kommen, der sensiblen Wahrnehmung von Notlagen und Krisen, der Ermutigung, dem Angebot von Vertrauen, Verlässlichkeit, der Stärkung von Durchhaltevermögen und dem Erleben gemeinsamer Lebensfreude. Die Aktiven und die Migrantenorganisationen können also in diesem Sinne nur wirksam werden, wenn sie Teil eines lokalen Unterstützungsnetzwerks sind, also in einem Kontext von Arbeitsteilung und Kooperation. Diese Erkenntnis war ebenfalls für das 2. Jahr von samo.fa leitend. Die lokalen Dialogkonferenzen der 30 samo.fa-Partner haben vielfach in bemerkenswerter Weise diese Kooperationsfortschritte demonstriert.

Stabile Begleitung langfristig erforderlich

Diese Art der Begleitung und Unterstützung, die nahe bei denen angesiedelt ist, die von Geflüchteten zu neuen Mitbürger*innen geworden sind, ohne sie zu bevormunden, wird also noch für einen erheblich langen Zeitraum benötigt, der weit den bisherigen zeitlichen Förderhorizont von samo.fa überschreitet. Außerdem, auch in den Folgejahren nach 2015/2016 hat es weiterhin Zuwanderung geben, und diese wird sich auch fortsetzen. Es ist also angeraten, basale lokale Unterstützungsstrukturen auf Dauer zu stellen, die auch (Stichwort: Arbeitsteilung und Kooperation) im bürgerschaftlichen Engagement verankert sind. Spontane Initiativen der Hilfe und Unterstützung fehlt die erforderliche Stabilität, und zwar sowohl im personellen wie auch im institutionellen Sinne. Migrantenorganisationen sind demgegenüber schon ihrem Sinne nach stärker auf Dauerhaftigkeit angelegt; manche von ihnen bestehen schon viele Jahre oder sogar Jahrzehnte, mit allen „Auf und Abs“, dem bürgerschaftliche Organisationen unterliegen.

Migrantenorganisationen haben also ein erhebliches Stabilitätspotenzial: sie werden also für die weitere Unterstützung von Geflüchteten und neuen Mitbürger*innen mit Fluchtgeschichte nicht nur gebraucht und haben darin nicht nur Erfahrungen gesammelt und Expertise aufgebaut, sie haben auch das Potenzial, mit langem Atem in diesem Feld tätig und wirksam zu sein. Es gibt in der Regel Aktive, die sich kontinuierlich um den Fortbestand sorgen, es gibt Kerngruppen, denen die Organisation ein Teil ihres Lebens ist, es sind in der Regel rechtliche Formen, wie ein Verein, gefunden worden, die eine gewisse Stabilität mit sich bringen, und es gibt Räumlichkeiten für Treffen und Vereinsaktivitäten, wenngleich dies oftmals auch ein „Engpass“ ist. Ihr Engagement im Feld der Flüchtlingsarbeit bleibt dennoch fragil, weil dieses Engagement einen Aktivitätsgrad und eine aktive Öffnung „nach außen“ erforderlich macht, das auf längere Dauer aufrecht zu erhalten eine große Herausforderung darstellt.

Die Förderentscheidung für samo.fa, über die Stellen der lokalen Koordinator*innen ein professionelles „Rückgrat“ zu sichern und die Bereitstellung „lokaler Fonds“ zu ermöglichen, war deshalb weitsichtig; an diesem Modell eines „professionellen Rückgrats“ plus „lokaler Fonds“ bzw. einer Variation dessen müsste sich auch eine weitere Förderung orientieren, wenn Wert darauf gelegt wird, Migrantenorganisationen in der lokalen Unterstützung von Menschen mit Fluchtgeschichte präsent und aktiv zu halten (und damit auch Vorkehr zu treffen, dass die Erfahrungen und die aufgebaute Expertise nicht verloren gehen).

Verbünde neuer und schon länger bestehender Migrantenorganisationen

Zu beobachten ist, dass sich Menschen mit Fluchtgeschichte selbst daran machen, Vereine zu gründen, um sich zu unterstützen und um in der lokalen Öffentlichkeit und gegenüber der lokalen Politik eine eigene „Stimme“ zu erhalten. Diese Neugründungen von Migrantenorganisationen sind für die lokale Flüchtlingsarbeit von Bedeutung, weil sie in authentischer Weise die Lebensbedingungen und Bedürfnisse von Menschen mit Fluchtgeschichte, die erst vor kurzem angekommen sind, spiegeln. Dies macht aber auch zugleich ihre Verletzlichkeit aus: ihnen fehlt die gediegene Erfahrung im Umgang mit den hiesigen Realitäten, die aber bei den schon länger bestehenden Migrantenorganisationen gegeben ist.

Der von samo.fa vor allem im zurückliegenden zweiten Jahr stark gemachte Vorschlag, vor Ort Arbeitsgemeinschaften oder Verbünde jener Migrantenorganisationen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, zu gründen, hat deshalb vor allen Dingen auch unter dem Aspekt von Stabilität Sinn und hierfür auch die neu gegründeten Vereine einzuladen. Solche Verbünde ermöglichen wechselseitige Unterstützung und die Entwicklung von „interner“ Arbeitsteilung und Kooperation, die zum einen entlastend wirken kann, und zum anderen auch ermöglicht, gegenüber den lokalen Partnern in der Flüchtlingsarbeit und gegenüber der lokalen Politik und Verwaltung mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen.

Die Formulierung „Migrantenorganisationen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind“ ist bewusst gewählt. Denn nicht alle Migrantenorganisationen sind dort aktiv, wobei ihre Nichtbeteiligung verschiedene Gründe und Motive hat⁹. Und es gibt auch Migrantenorganisationen, die sich in der einen oder anderen Weise erheblich in der Flüchtlingsarbeit engagiert haben, und nun vielleicht ermüdet sind oder auch (wieder) stärker zu Aktivitäten zurückkehren wollen, die auch zu ihrem Profil und Selbstverständnis gehören. Lokale Verbünde für die Arbeit mit Menschen mit Fluchtgeschichte könnte auch für diese Migrantenorganisationen eine „Ort“ sein, an dem sie sich in moderater Form weiter beteiligen würden.

samo.fa im dritten Jahr

Migrantenorganisationen vor Ort – auch in gerade, wenn sie sich zu Verbünden zusammen schließen- als ein stabiler und stabilisierender Faktor in der Flüchtlingsarbeit zu halten, ist auch angesichts des gesellschaftlichen Klimas, was Asyl betrifft, von großer Bedeutung: zunehmende Restriktionen in der Flüchtlingspolitik spielen mit der Zunahme ausländerfeindlicher, rassistischer, antiziganistischer und antisemitischer öffentlicher Auftritte zusammen zu einem Klima, das mit einer „Willkommenskultur“ immer weniger Ähnlichkeit hat, wenngleich de facto große Mehrheiten eine offenere Haltung haben ( die Strahlkraft des „langen Sommers des Willkommens“ also noch nicht ganz verblasst ist).

Das dritte Jahr von samo.fa sieht drei zentrale Aufgaben vor: Konsolidierung, Nachhaltigkeit und Transfer. Vor dem Hintergrund der hier vorgestellten Überlegungen geht es darum, diese drei Aufgabenfelder dadurch zu verknüpfen, dass die Voraussetzungen, Bedingungen und praktischen Vorkehrungen für eine dauerhafte Stabilität des Engagements von Migrantenorganisationen in der lokalen Flüchtlingsarbeit ins Zentrum gerückt wird.

⁵  Zusammenfassung und Weiterführung einer Diskussion auf dem 1. Treffen des Leitungsteams von samo.fa am 8. Januar 2018 in Dortmund

⁶ Für diejenigen, denen ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht verweigert wird und die unter Abschiebungsdrohung stehen, muss sichergestellt sein, dass sie die Zeit ihres Aufenthalts in Deutschland in Würde verbringen und ihn auch für sich im Sinne der Erweiterung ihrer schulischen und beruflichen Kompetenzen etc. nutzen können. Auch hierfür müssen Lösungen gefunden werden, die auf der lokalen Ebene – dort, wo diese Menschen sind – konkretisiert werden müssen.

⁷ Viele Migrantenorganisationen, die im Kontext von samo.fa aktiv sind, bieten auch – meist über diverse Projekte – professionelle Dienstleistungen an. Dies ist ein weiteres Feld, auf dem Migrantenorganisationen aktiv sind. Dadurch entstehen zu dem, was bei samo.fa im Vordergrund steht, nämlich bürgerschaftliches Engagement, vielfache Schnittstellen, aber auch Grauzonen.

⁸ Auch hierfür ist nötig, was oftmals „Professionalisierung“ genannt wird, aber nicht mit fachlich-beruflicher Professionalität verwechselt werden darf. Es geht eher um eine Verbesserung der Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit, um Orientierungs- und Anschlusswissen usw., usw. Zu diesem Zweck gab und gibt es im samo.fa-Kontext und darüber hinaus vielfältige Weiterbildungs- und Trainingsangebote.

⁹ Allerdings ist es in vielen Orten, an denen samo.fa aktiv ist, gelungen, die Anzahl der Migrantenorganisationen, die sich in der einen oder anderen Weise an der Flüchtlingsarbeit beteiligen, deutlich zu erhöhen.

 

 

Komm an – Der Talk im Haus der Vielfalt (Dortmund)

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Unsere Partner*innen kommen vor der Kamera ins Gespräch: Dank einer Kooperation mit dem Institut für Journalistik der TU Dortmund, der FH Dortmund und dem Bundesverband NeMO wird im Haus der Vielfalt an drei Tagen eine  Sendereihe produziert.  Die fertigen Sendungen werden nach den Osterferien bei dem Lernsender nrwision ausgestrahlt.

Inhaltlich werden unsere lokalen Partner über die konkrete Arbeit vor Ort erzählen: Vom Umgang mit geflüchteten Frauen bis hin zur Flüchtlingsarbeit in den Medien deckt die Reihe das Thema vielfältig ab.

Die 12 Folgen sind das Ergebnis eines Seminars an der FH Dortmund (im Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften), bei dem die Studierenden vorbereitet werden, um vor Ort bei den jeweiligen Partner*innen (die Studiogäste der Sendung) Leitfadeninterviews zu führen. Die Studierenden bekommen so Gelegenheit Einblicke in die Arbeit von Migrantenorganisationen zu bekommen, die sich in der Arbeit mit Geflüchteten engagieren. Durch die Kooperation mit dem Institut für Journalistik der TU Dortmund erarbeiten Studierende in einem Seminar zusätzlich die Sendungen, die bei nrwision ausgestrahlt werden.

Das Haus der Vielfalt wird zum Fernsehstudio

Flüchtlingsarbeit im ländlichen Raum
Elaine Yousef aus Waltrop und Merwan Resho sprechen über die besonderen Herausforderungen der Flüchtlingsarbeit im ländlichen Raum.

Kulturelle Bildungsaktivitäten mit Kindern und Jugendlichen mit Kin-Top Förderungszentrum e.V.
Für das Ankommen von Kindern ist es wichtig, dass die Kinder sich willkommen fühlen. Kinder und Jugendliche sind dann angekommen, wenn sie sich in die Gesellschaft einbringen können. Das will Kin-Top e.V. Düsseldorf mit ganz verschiedenen Angeboten erreichen. Wie sie das machen, erzählen Joana Gerdt und Sören Volkenborn jetzt vor der Kamera.

Flüchtlingsarbeit in den Medien (Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. / AfricanTide e.V.)
Bei der letzten Sendung sprechen Miriam Bunjes vom Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen und Dr. Rosalyn Dressman von AfricanTide über die Flüchtlingsarbeit in den Medien: Wird heute negativer berichtet? Wichtig ist es, mit den Leuten zu reden uns nicht über sie.

Die neue Stadtgesellschaft (Raum der Kulturen Neuss e.V.)
Muna Sukni om Raum der Kulturen Neuss e.V. und Habib Güneşli vom VMDO e.V. waren im Interview zum Thema: Wie verändern sich Städte und welches Lebensgefühl bringen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte mit in eine neue Stadt?

Erwartungen an die Politik (Bundesverband Netzwerke von Mirgantenorganisationen e.V.)
Dr. Ümit Koşan vom Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen spricht im Interview mit NRWision über die  Erwartungen an die Politik und Lobby-Arbeit.

Zugang zum Arbeitsmarkt für Geflüchtete, (WIIK e.V., Witten) 
Vivette Tchuissang Tchiwe und Clovis Njontié aus Witten sprechen in der ersten Aufzeichnung über den Arbeitsmarkt.

Vielfalt: Begegnungsstätte & Entfaltungsraum (Haus der Vielfalt, Dortmund)
Saziye Altundal-Köse und Jeyakumaran Kumarasamy vom VMDO e.V. sind das letzte Duo, das beim ersten Drehtag mit NRWision interviewt wurde. Sie sprachen über Vielfalt und Begegnungen – wie etwa am Drehort, im Haus der Vielfalt.

Die Folge gibt es in der Mediathek.

Wohnungsmarkt für Geflüchtete, (Solibund e.V., Köln) 
Kemal Sovuksu und Anna Kass vom Solibund e.V. Köln sprachen beim Dreh über den Zugang zum Wohnungsmarkt.

Die Folge gibt es in der Mediathek.

Geflüchtete Frauen (Interkultureller Elternverein e.V., Bielefeld)
Cynthia Krell und Hana Hamalatif aus Bielefeld sprachen im Talk mit NRWision über den Alltag geflüchteter Frauen!

Die Folge gibt es in der Mediathek. 

Gesundheit fördern durch Ernährungs- und Sportangebote für Geflüchtete (VKII e.V., Dortmund)
Thierry Monté und Armel Djine aus Dortmund sprechen über den Erfolg des Programms Smart Fit vom VKII Ruhrbezirk e.V.. Sport ist eine Möglichkeit, sprachliche und kulturelle Barrieren zu überwinden. Bei Smart Fit treffen sich Menschen aus 15 Nationen für ein vielfältiges Sportprogramm.

Ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingsarbeit (Mozaik e.V., Bielefeld und IRFAN e.V., Mönchengladbach)
Martina Gehler (IRFAN e.V.) und Cemalettin Özer (Mozaik e.V.) sind die letzten Gäste beim Dreh heute. Sie diskutierten zum Thema: Welche besondere Rolle spielt der eigene Migrantionshintergrund im Ehrenamt? Was sind Herausforderungen und Chancen? 10 Stunden im Monat braucht man mindestens, wenn man sich ehrenamtlich engagiert. Wenn man das den Ehrenamtlichen vermittelt, hat man gute Chancen, Menschen zu motivieren.

Was Orte über die Geschichte der Menschen erzählen

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Finissage der Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ im Museum Pankow

Es ist der letzte Abend in Pankow, bevor die Ausstellung „Hasan und die Generation der Enkel“ weiter durch Deutschland zieht. Entsprechend herrscht reges Treiben in den Fluren des Museums Pankow. Durch den bestuhlten Saal hinweg versuchen die letzten Gäste einen Platz zu finden, ehe das Programm beginnt.

Was in Pankow auch außerhalb der Wände des Museums spürbar ist: Einwanderung, wie in Deutschland insgesamt, ist Teil der gemeinsamen Geschichte, der Gegenwart aber auch einer gemeinsamen Zukunft. Katarina Niewidzial, Integrationsbeauftragte der Stadt Pankow, unterstrich – begeistert von der Ausstellung – Pankow sei eigentlich ein „typischer Ost-Bezirk“. Durch die Migration sei auch der Norden Berlins zum Zuhause von Menschen geworden, die vor allem aus Italien und Vietnam kommen. „Wir fragen uns, ob die Orte die Geschichte der Menschen erzählen?“ Die Frage gibt ungewollt einen roten Faden vor, der immer wieder ergänzt und erweitert wird.

„Hasan in Pankow“ – so der leicht abgewandelte Titel für das Museum Pankow – war seit dem 14. Dezember 2017 dort zu sehen. Ergänzt wurde die Ausstellung um insgesamt acht Veranstaltungen mit Einblicken in die „Migrationgeschichte(n) im Berliner Nordosten“. Diese Geschichten standen auch am letzten Abend noch einmal im Zentrum.

Kemal Karabulut sprach über Flucht aus politisch unerträglichen Verhältnissen und Jeyasangar Gopalapillai berichtete über das Exil der Tamilen. Auch die in Erinnerung von Hamze Bytyci, Leiter von RoMatrial, gibt berührende Einblicke. Gerade Sinti und Roma sind nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Europa Opfer jahrhundertelanger Diskriminierung und Ausgrenzung. „Ich bin geboren in einem Land, dass es heute so gar nicht mehr gibt“, erklärt Hamze. Zunächst im damaligen Jugoslawien geboren, wurde er Serbe, um nach der Unabhängigkeit 2008 plötzlich als Kosovare zu gelten. Diese Problematik habe ihn nach seiner Fluchterfahrung auch in Deutschland stark geprägt und ihm verdeutlicht, wie wichtig es sei, weiterhin sichtbar zu sein. Deshalb hat er RoMatrial, eine Bürgerrechtsorganisation für Sinti und Roma, gegründet. Das Ziel, die Narrative selber zu bestimmen und Identität nachhaltig zu stärken.

Bestärkende Geschichten, wie die von Hamze Bytyci, fanden einen Nachklang in der Vielfalt der musikalischen Darbietungen. In der Musik zeigte sich auf andere Weise die Mannigfaltigkeit der Migrationsgeschichten, die an diesem Abend exemplarisch für ganz viele Geschichten in Pankow, Berlin und Deutschland standen und stehen. Von Saz über Gitarre bis Kora boten sie die musikalische Untermalung für das, was auch ein Großteil der Besucher an diesem Abend verbindet: Migration, oder die Erinnerung daran.

Es versteht sich, dass am Ende einer solchen Sonderausstellung die Frage aufgerufen ist, wie es weitergeht: Wie kann Migration als Teil der gemeinsamen städtischen Geschichte in die Erinnerungsorte Einzug nehmen und dort ständig präsent sein? Und: Wie wird Einwanderung als ein prägender Teil der Stadtgesellschaft wahrgenommen bzw. besser als bisher wahrnehmbar gemacht? Hierüber sprachen – moderiert von Dr. Wilfried KruseProf. Dr. Felicitas Hillmann vom Leibnitz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner, Gülsah Stapel, Stadt- und Regionalplanerin an der Technischen Universität Berlin mit Bernt Roder, dem Leiter des Museums Pankow und mit dem Bezirksbürgermeister von Pankow, Sören Benn.

„Die Stadt ist in erster Linie ein Archiv der Gesellschaft“, unterstrich Stapel und machte deutlich, dass es wichtig sei, die Vielfalt an Erzählungen der Menschen zu hören. Vielfalt sei eine Stärke, so auch Bezirksbürgermeister Sören Benn. Und genau dieser Eindruck lasse sich für das Museum Pankow übersetzen. Das unterstrich schließlich auch der Museumsleiter Bernt Roder. Die Ausstellung habe ihn dazu bewegt, sich zu fragen, wie migrantische Perspektiven Eingang in die Museumsarbeit finden könnten.

Ganz am Ende dann der „Abschied“ aus Pankow und die Übergabe an Luiz Mazuze und Andreas Hempel von dem Verein Afropa e.V. aus Dresden. Im Jahr 2003 haben einige in Dresden lebende Afrikaner*innen und Deutsche die Initiative ergriffen, Afropa e.V. zur Förderung der afrikanisch-europäischen Verständigung zu gründen. Mittlerweile gibt es über 50 Mitglieder aus zehn Nationen. In der Dresdner Neustadt, wo auch Afropa zu Hause ist, wird „Hasan und die Enkel“ ab Anfang Mai 2018 zu sehen sein.

Afropa e.V. ist gleichzeitig einer von 32 Partnern des bundesweiten Projekts samo.fa. Ziel des Projektes des Bundesverbandes Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. ist es, dass die Menschen, die vor längerer Zeit selbst aus den unterschiedlichsten Gründen in Deutschland eine neue Heimat fanden, heute denjenigen eine Brücke in den Alltag bauen, die erst vor kurzem ankamen. Migrant*innen kennen die Bedürfnisse und Herausforderungen des Ankommens im neuen Alltag. Gleichzeitig bieten Migrantenorganisationen Räume, die Erinnerung an die eigene Herkunft zu bewahren. Und genau diese Möglichkeit, ein Raum zum Nachdenken über die eigene Geschichte zu schaffen, bietet die Ausstellung „Onkel Hasan“. Auch und gerade weil sie aus der Perspektive und unter aktiver Beteiligung von Migrantenorganisationen entstanden ist. Dabei setzt die Ausstellung zwei Blickrichtungen miteinander in Bezug: die Arbeitsmigranten der 1. Generation mit der Enkelgeneration, die in Deutschland aufgewachsen ist. Alle – Hasan, seine Frau und seine Kinder, die Verwandten und die Enkelgeneration –  sind die Gesichter der Ausstellung. Die Ausstellung gibt damit Migration, Einwanderung und ihren Geschichten und Erinnerungen ein Gesicht. Und das zeigt auch der letzte Abend in Pankow:  Neben den vielen Geschichten, Erinnerungen und Exponaten wird hier aufs Neue auch die Bedeutung der Vernetzung von Menschen unterschiedlicher Hintergründe spürbar. Damit wäre Onkel Hasan sicherlich auch sehr zufrieden gewesen wäre.

Weiter Informationen unter: www.onkel-hasan.de

Gemeinsam gegen Rassismus – Internationale Wochen gegen Rassismus (12.3-25.3)

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Internationale Wochen gegen Rassismus (12.3-25.3)

Zu viele Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte erleben in Deutschland Rassismus. Allein im Jahr 2017 gab es über 2.200 tätliche Angriffe auf Geflüchtete und etwa 1500 antisemitisch motivierte Straftaten. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus wollen rassistischer Diskriminierung, Vorurteilen, Stereotypen und Gewalt entgegenwirken und ein Zeichen für Solidarität und Miteinander setzen.

Rund um den 21. März, dem Internationalen UN-Gedenktag gegen Rassismus, finden unter dem Motto „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus“ bundesweit Veranstaltungen statt. Aus dem Projekt samo.fa des Bundesverbandes NeMO beteiligen sich die Partner aus München, Lübeck, Freiburg und Halle (Saale) mit ganz unterschiedlichen Veranstaltungen.

 

Forum der Kulturen Stuttgart e.V.
12.März-23.März
Vom 12. bis zum 23. März 2018 finden in Stuttgart unter dem Titel HEIMAT zum dritten Mal in Folge die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Diese sind Teil bundesweiter Aktionswochen, die rund um den 21. März, den Internationalen UN-Gedenktag gegen Rassismus, veranstaltet werden. Das vielseitige Programm umfasst Workshops für Kinder und Jugendliche, Fortbildungen für Multiplikator*innen und Mitarbeiter*innen von Unternehmen, Verwaltungen und Initiativen sowie Abendveranstaltungen für die breite Öffentlichkeit.
https://www.forum-der-kulturen.de/heimat_internationale_wochen_gegen_rassismus/

IKB e.V. Haus der Kulturen Lübeck
15. März-19.März
Antirassistische Kulturtage in Lübeck haben auch dieses Jahr das Ziel, den Gedanken der Völkerverständigung und des Friedens mit den Mitteln der Literatur, der Kultur und der Kunst der Argumente in öffentlichen Veranstaltungen zur Sprache zu bringen. Noch nie gab es so viel Solidarität und Gegenwehr, um dem Hass und der Diskriminierung entgegenzuwirken. Gleichzeitig schüren Populisten Ängste und Terror gegen Minderheiten, verüben Hassgetriebene Anschläge auf Einrichtungen und Flüchtlingsunterkünfte. Auch im Jahr 2018 ist menschenfeindliche Stimmungsmache keine Randerscheinung.
http://www.hausderkulturen.eu/fileadmin/content/media/Antirassistische_Kulturtage.pdf

Morgen e.V., München
21. März
Am 21. März ruft MORGEN e.V. mit vielen weiteren Akteur*innen zu einer bunten und lauten Aktion auf, um Solidarität gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung einzufordern. Rassismus ist ein gesellschaftliches Problem, das alle angeht. Fast täglich gibt es Aktionen und Kundgebungen von rechtsextremen und populistischen Gruppierungen, Angriffe auf Asylunterkünfte, Gewalttaten und rassistische Angriffe gegen Jüdinnen und Juden, gegen Sinti und Roma, gegen Muslim*innen, gegen Schwarze Menschen und gegen People of Color, gegen Geflüchtete und Migrant*innen. Gleichzeitig gibt es Solidarität, das Engagement derjenigen, die nicht bereit sind, Alltagsrassismus und rassistische Gewalt hinzunehmen. Lauterkeit (d.h. Anständigkeit) wird verbunden mit Lautstärke: „Wir wollen Lauter sein gegen Rassismus. Jeder ist
Die Aktion „LAUTER sein gegen Rassismus!“ wird am 21. März 2016 bayernweit durchgeführt. Kommt zahlreich und bringt (Musik-)Instrumente zum LAUTER sein mit!
http://www.morgen-muenchen.de/termine/

IFAK e.V., Bochum
21. März

Newroz ist der Name des Neujahrs- und Frühlingsfestes, das am 20. oder 21. März vor allem im indoiranischen Kulturraum gefeiert wird. Seit dem 10. Mai 2010 ist Newroz auf Beschluss der 64. Generalversammlung der Vereinten Nationen als internationaler Newroz-Tag anerkannt. Die Generalversammlung stellte in ihrer Erklärung fest, dass „Newroz ein Frühlingsfest ist, das von mehr als 300 Mio. Menschen seit mehr als 3000 Jahren in Kurdistan, auf der Balkanhalbinsel, in der Schwarzmeerregion, im Kaukasus, in Zentralasien und im Nahen Osten gefeiert wird“. Am 30. September 2009 hatte die UNESCO den Newroz-Tag in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen und gleichzeitig ist am 21. März 2018 der Internationale Tag gegen Rassismus. Die Veranstaltung richtet sich an alle Menschen, die gegen jeglicher Rassismus sind und natürlich Lust haben mit uns Newroz feiern. Erste Linie richtet sich für Geflüchteten, die als neues Jahr feiern und Nachbarschaften, die was Neues erleben möchten, jede darf traditional kleidet zu Feierlichkeit kommen. (Weitere Informationen zu Ort und Zeit im Veranstaltungskalender dieser Seite)

FAIRburg e.V., Freiburg
22. März
Die Szenische Lesung von „Ein Morgen vor Lampedusa” beruht auf Zeugenaussagen von Fischern und Geflüchteten, die eine Bootskatastrophe vor Lampedusa erlebt haben. Der Text veranschaulicht die unerträglichen Zustände auf dem Mittelmeer, die ohne humane Lösung bis heute andauern. In einer Podiumsdiskussion mit ResQship e.V. und dem Begründer der Lampedusa-Lesung Antonio Umberto Riccò soll die komplexe und andauernde Situation und ihre Hintergründe in der Öffentlichkeit im Bewusstsein gehalten und auch Möglichkeiten aufgezeigt werden, ganz konkret Unterstützung in Freiburg leisten zu können.
http://www.fairburg.de/

VeMo e.V.,  Halle (Saale)
24. März
”Ich habe ja nichts gegen Flüchtlinge, aber … ” – kennen Sie diesen Satz? Ob im Büro, bei der Familienfeier oder in der Straßenbahn, oft ist es nur die Einleitung zu rassistischen Äußerungen, die scheinbar mehr und mehr Platz finden. Im Workshop „Wie reagieren auf rassistische Sprüche?!” wollen wir über die Möglichkeiten und Grenzen des Eingreifens sprechen, die eigene Haltung bewusst machen und wirksame Gegenstrategien diskutieren.
www.vemo-halle.de
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Weitere Hintergrundinformationen zum Thema Alltagsrassismus zeigt auch in Ausschnitten der Film:  Geflüchtete. Neuer Alltag

Menschen mit Fluchtgeschichte „vor Ort“: Migrantenorganisationen haben Stabilitätspotenzial

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Überlegungen zur Schwerpunkt der Arbeiten im 3. Jahr von samo.fa[1]

Vorgestellt auf dem Bundesnetzwerktreffen am 5./6.Februar 2017 in Leipzig

 

Der „lange Sommer des Willkommens“ liegt nun schon weit zurück. Und dies in mehrerer Hinsicht. Die Geflüchteten selbst, die geblieben sind, sind nun schon zwei Jahre und mehr in Deutschland. Sie müssen ihren neuen Alltag bewältigen. Was diesen Alltag ausmacht und prägt: hierbei gibt es Gemeinsamkeiten, aber auch wichtige Unterschiede. Die Unterschiede hängen davon ab, wie weit der Entscheidungsprozess über den Status gediehen ist und welcher Aufenthaltsstatus schließlich zuerkannt wird, von der lokalen Wohnsituation, den Verhältnissen auf den lokalen bzw. regionalen Arbeitsmärkten, aber auch von der lokalen Flüchtlingsarbeit und der kommunalen Politik, der wiederum in verschiedener Weise von übergreifender staatlicher Politik Rahmenbedingungen gesetzt werden.

Der Weg zur Normalisierung der Lebenslage ist lang

Für diejenigen, die eine Anerkennung erhalten[2], geht es um Integration in der Weise, dass eine selbständige Lebensführung erreicht wird – in der Regel auf der Basis von Erwerbstätigkeit – und dass – wenn dies gewünscht wird – die Kernfamilien unter akzeptablen Wohnverhältnissen zusammenleben können und es für die Kinder und Jugendlichen einen gleichberechtigen Zugang zu Bildung gibt.

Die vorliegenden ersten Studien, z.B. zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten, und viele andere empirische Fakten zeigen nun: der Weg zur Normalisierung des Lebens ist für Geflüchtete – Ausnahmen bestätigen immer die Regel – kompliziert und langwierig. Expert*innen gehen davon aus, dass hierfür mehrere Jahre (man spricht von 5 bis 7 Jahren) erforderlich sind.

Und tatsächlich stehen der Integration Hindernisse im Weg, die sie erheblich verzögern. Diese beginnen bei der überaus langen Bearbeitungszeit im Anerkennungsverfahren, was zunächst für die Betroffenen andauernde Unsicherheit und eine faktische Einschränkung ihres Aktionsradius bedeuten (oder: bedeutet haben, also eine erste grundlegende Erfahrung bildet). Diejenigen aus dem Jahr 2015, deren Aufenthaltsstatus es zulässt, münden nun in (?) den Regelungsbereich des SGB II ein, stehen aber dem Arbeitsmarkt zunächst zu einem erheblichen Teil noch nicht zur Verfügung, weil sie Deutsch- und Integrationskurse besuchen. Es ist zu erwarten, dass ihnen danach vor allem Beschäftigungen offenstehen und die sie auch bereit sein werden anzunehmen, die vielfach prekäre Merkmale haben. Damit setzt sich die Instabilität ihrer Lebenslage fort.

Vor allen in den Ballungsgebieten ist die Situation auf dem Wohnungsmarkt äußerst angespannt, so dass sich teilweise die Aufenthaltsdauer in Gemeinschaftsunterkünften verlängert oder dass in (preiswertere) Wohnungen eingemündet wird, die sich oftmals in sozial belasteten Quartieren befinden. Der Hoffnung, dass die Kinder und Jugendlichen hier eine bessere Zukunft haben, stehen vielfältige Engpässe beim Zugang zu Bildung, Ausbildung und Studium entgegen. Schließlich ist der Familiennachzug erschwert; von Normalisierung des Lebens kann also bislang keine Rede sein.

Verzögerungen und Gefährdungen

In mancher Literatur wird suggeriert, als sei ein Zeitraum von 7 bis 10 Jahren für eine Integration von Eingewanderten „normal“; manchmal liest sich das wie eine Art menschliches Naturgesetz. Nun mögen solche Zeiträume erforderlich sein, um die eigene Lebenssituation zu optimieren und auch, um mental in der neuen Heimat ganz anzukommen. Was aber die materiellen Voraussetzungen für Normalisierung betrifft – von denen oben die Rede war –, so handelt es sich um Verzögerungen, die aus Mängeln der Ankunftsgesellschaft, aus überforderten Bürokratien und aus gesetzlichen Restriktionen resultieren.

Verzögerungen und Gefährdungen in diesem komplizierten und komplexen Integrationsprozess treten auch dann ein, wenn die erforderlichen Unterstützungssysteme, wie Beratung, barrierefreie Zugänge zu Ämtern, Sprachmittlung, Willkommenskultur und viele mehr, lokal unzulänglich entwickelt sind oder brüchig werden, weil z.B. die Kommunen keinen akuten Handlungsbedarf mehr sehen. Es gibt vermehrt Hinweise darauf, dass in kommunaler Politik die Flüchtlingsfrage auf der Agenda „nach unten“ rutscht. Gerade bei dem für samo.fa charakteristischen Ansatz bei lokalen Handlungsstrategien wäre dies sehr beunruhigend und muss beobachtet werden.

Als ein „Indikator“ für eine Art „schleichenden Ausstieg“ aus der Flüchtlingsarbeit von Kommunen wäre auch zu werten, wenn die Migrantenorganisationen, die bisher in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, als Partner am Rande verbleiben oder sogar in ihrer Rolle beschränkt werden, anstatt statt stärker als bisher wertgeschätzt zu werden.

Viele der vorliegenden neueren Studien, Gutachten und Memoranden – jedenfalls solche, die für eine wirksame und würdevolle Integration von Geflüchteten stehen – sehen nun angesichts des langen und komplizierten Wegs der Integration das Erfordernis einer nahen und gut zugänglichen kontinuierlichen Begleitung und Unterstützung.

Ein tragendes Argument für den samo.fa – Ansatz der gleichzeitigen Stärkung von Aktiven in der Flüchtlingsarbeit und von Migrantenorganisationen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren war: gerade bei der Bewältigung des Alltags sind die Migrantenorganisationen und jene Aktiven, die sie als „background“ haben, unverzichtbar. Nun werden die Erfahrungen, die die Menschen mit Migrationsgeschichte selbst oder vermittelt mit Ankommen, Sich-Einrichten und Heimischwerden gemacht haben, besonders wichtig. Sie produktiv weiterzugeben, setzt allerdings einen reflektierten Umgang mit ihnen voraus.

Besonderer Beitrag der Migrantenorganisationen

Hierfür sind die Migrantenorganisationen, wo kollektiv Migrationserfahrungen „aufbewahrt“ sind, wichtig, so wie sie als Ort, der den Aktiven Bezug und Stärke gibt und der sich für die Geflüchteten selbst öffnet, sehr wertvoll und in diesen drei „Funktionen“ im Grunde unverzichtbar sind. Und dies gilt umso mehr dann, wenn aus dem Kontext der Migrantenorganisationen auch Expertise für die Bewältigung des Alltags in den verschiedenen wichtigen Handlungsfeldern des neuen Alltags zu gewinnen ist. Im zweiten Jahr von samo.fa ging es dabei um die Bereiche Bildung / Ausbildung, Arbeitsmarkt, Wohnen und Gesundheit.

Stets ist bei der Unterstützung von Geflüchteten in ihrem neuen Alltag wichtig zu klären, welchen Beitrag die Aktiven mit Migrationsgeschichte und die Migrantenorganisationen dabei leisten (können). Sie sind keine Lückenbüßer für ausbleibende oder ungenügende Leistungen, die die hierfür vorhandenen zuständigen und verantwortlichen „Systeme“ erbringen müssten. Dort, wo Menschen mit Migrationsgeschichte als Professionelle[3] tätig sind (was aus verschiedenen Gründen sehr wünschenswert ist), müssen sie auch entsprechend anerkannt und vergütet werden.

Was bringen jene ein, die nicht im strikten Sinne von Ausbildung und fachlichem Profil Professionelle sind? Deren Expertise[4] dient der Orientierung, der Unterstützung dabei, zu seinem/ihrem Recht zu kommen, der sensiblen Wahrnehmung von Notlagen und Krisen, der Ermutigung, dem Angebot von Vertrauen, Verlässlichkeit, der Stärkung von Durchhaltevermögen und dem Erleben gemeinsamer Lebensfreude. Die Aktiven und die Migrantenorganisationen können in diesem Sinne nur wirksam werden, wenn sie Teil eines lokalen Unterstützungsnetzwerks sind, also in einem Kontext von Arbeitsteilung und Kooperation. Diese Erkenntnis war ebenfalls für das 2. Jahr von samo.fa leitend; die lokalen Dialogkonferenzen haben vielfach in bemerkenswerter Weise Kooperationsfortschritte demonstriert.

Stabile Begleitung langfristig erforderlich

Diese Art der Begleitung und Unterstützung, die nahe bei denen angesiedelt ist, die von Geflüchteten zu neuen Mitbürger*innen geworden sind, ohne sie zu bevormunden, wird also noch für einen erheblich langen Zeitraum benötigt, der weit den bisherigen zeitlichen Förderhorizont von samo.fa überschreitet. Außerdem: auch in den Folgejahren nach 2015/2016 hat es weiterhin Zuwanderung geben, und diese wird sich auch fortsetzen. Es ist also angeraten, basale lokale Unterstützungsstrukturen auf Dauer zu stellen, die auch (Stichwort: Arbeitsteilung und Kooperation) im bürgerschaftlichen Engagement verankert sind. Spontane Initiativen der Hilfe und Unterstützung fehlt die erforderliche Stabilität, und zwar sowohl im personellen wie auch im institutionellen Sinne. Migrantenorganisationen sind demgegenüber schon ihrem Sinne nach stärker auf Dauerhaftigkeit angelegt; manche von ihnen bestehen schon viele Jahre oder sogar Jahrzehnte, mit allen „Auf und Ab‘s“, dem bürgerschaftliche Organisationen unterliegen.

Migrantenorganisationen haben also ein erhebliches Stabilitätspotenzial: sie werden also für die weitere Unterstützung von Geflüchteten und neuen Mitbürger*innen mit Fluchtgeschichte nicht nur gebraucht und haben darin nicht nur Erfahrungen gesammelt und Expertise aufgebaut, sie haben auch das Potenzial, mit langem Atem in diesem Feld tätig und wirksam zu sein. Es gibt in der Regel Aktive, die sich kontinuierlich um den Fortbestand sorgen, es gibt Kerngruppen, denen die Organisation ein Teil ihres Lebens ist, es sind in der Regel rechtliche Formen, wie ein Verein, gefunden worden, die eine gewisse Stabilität mit sich bringen, und es gibt Räumlichkeiten für Treffen und Vereinsaktivitäten, wenngleich dies oftmals auch ein „Engpass“ ist. Ihr Engagement im Feld der Flüchtlingsarbeit bleibt dennoch fragil, weil dieses Engagement einen Aktivitätsgrad und eine aktive Öffnung „nach außen“ erforderlich macht, das auf längere Dauer aufrecht zu erhalten eine große Herausforderung darstellt.

Die Förderentscheidung für samo.fa, über die Stellen der lokalen Koordinator*innen ein professionelles „Rückgrat“ zu sichern und die Bereitstellung „lokaler Fonds“ zu ermöglichen, war deshalb weitsichtig; an diesem Modell eines „professionellen Rückgrats“ plus „lokaler Fonds“ bzw. einer Variation dessen müsste sich auch eine weitere Förderung orientieren, wenn Wert darauf gelegt wird, Migrantenorganisationen in der lokalen Unterstützung von Menschen mit Fluchtgeschichte präsent und aktiv zu halten (und damit auch Vorkehr zu treffen, dass die Erfahrungen und die aufgebaute Expertise nicht verloren gehen).

Verbünde neuer und schon länger bestehender Migrantenorganisationen

Zu beobachten ist, dass sich Menschen mit Fluchtgeschichte selbst daran machen, Vereine zu gründen, um sich zu unterstützen und um in der lokalen Öffentlichkeit und gegenüber der lokalen Politik eine eigene „Stimme“ zu erhalten. Diese Neugründungen von Migrantenorganisationen sind für die lokale Flüchtlingsarbeit von Bedeutung, weil sie in authentischer Weise die Lebensbedingungen und Bedürfnisse von Menschen mit Fluchtgeschichte, die erst vor kurzem angekommen sind, spiegeln. Dies macht aber auch zugleich ihre Verletzlichkeit aus: ihnen fehlt die gediegene Erfahrung im Umgang mit den hiesigen Realitäten, die aber bei den schon länger bestehenden Migrantenorganisationen gegeben ist.

Der von samo.fa vor allem im zurückliegenden zweiten Jahr stark gemachte Vorschlag, vor Ort Arbeitsgemeinschaften oder Verbünde jener Migrantenorganisationen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, zu gründen, ergibt deshalb vor allen Dingen auch unter dem Aspekt von Stabilität Sinn und hierfür auch die neu gegründeten Vereine einzuladen. Solche Verbünde ermöglichen wechselseitige Unterstützung und die Entwicklung von „interner“ Arbeitsteilung und Kooperation, die zum einen entlastend wirken kann, und zum anderen auch ermöglicht, gegenüber den lokalen Partnern in der Flüchtlingsarbeit und gegenüber der lokalen Politik und Verwaltung mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen.

Die Formulierung „Migrantenorganisationen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind“ ist bewusst gewählt. Denn nicht alle Migrantenorganisationen sind dort aktiv, wobei ihre Nichtbeteiligung verschiedene Gründe und Motive hat[5]. Und es gibt auch Migrantenorganisationen, die sich in der einen oder anderen Weise erheblich in der Flüchtlingsarbeit engagiert haben, und nun vielleicht ermüdet sind oder (wieder) stärker zu Aktivitäten zurückkehren wollen, die zu ihrem Profil und Selbstverständnis gehören. Lokale Verbünde für die Arbeit mit Menschen mit Fluchtgeschichte könnte auch für diese Migrantenorganisationen eine „Ort“ sein, an dem sie sich in moderater Form weiter beteiligen würden.

samo.fa im dritten Jahr

Migrantenorganisationen vor Ort – auch und gerade, wenn sie sich zu Verbünden zusammen schließen – als ein stabiler und stabilisierender Faktor in der Flüchtlingsarbeit zu halten, ist auch angesichts des gesellschaftlichen Klimas, was Asyl betrifft, von großer Bedeutung: zunehmende Restriktionen in der Flüchtlingspolitik spielen mit der Zunahme ausländerfeindlicher, rassistischer, antiziganistischer und antisemitischer öffentlicher Auftritte zusammen zu einem Klima, das mit einer „Willkommenskultur“ immer weniger Ähnlichkeit hat, wenngleich de facto große Mehrheiten eine offenere Haltung haben ( die Strahlkraft des „langen Sommers des Willkommens“ also noch nicht ganz verblasst ist).

Das dritte Jahr von samo.fa sieht drei zentrale Aufgaben vor: Konsolidierung, Nachhaltigkeit und Transfer. Vor dem Hintergrund der hier vorgestellten Überlegungen geht es darum, diese drei Aufgabenfelder dadurch zu verknüpfen, dass die Voraussetzungen, Bedingungen und praktischen Vorkehrungen für eine dauerhafte Stabilität des Engagements von Migrantenorganisationen in der lokalen Flüchtlingsarbeit ins Zentrum gerückt wird.

(W. Kruse 10.1.2018)

 

[1] Zusammenfassung und Weiterführung einer Diskussion auf dem 1. Treffen des Leitungsteams von samo.fa am 8. Januar 2018 in Dortmund.

[2] Für diejenigen, denen ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht verweigert wird und die unter Abschiebungsdrohung stehen, muss sichergestellt sein, dass sie die Zeit ihres Aufenthalts in Deutschland in Würde verbringen und ihn auch für sich im Sinne der Erweiterung ihrer schulischen und beruflichen Kompetenzen etc. nutzen können. Auch hierfür müssen Lösungen gefunden werden, die auf der lokalen Ebene – dort, wo diese Menschen sind – konkretisiert werden müssen.

[3] Viele Migrantenorganisationen, die im Kontext von samo.fa aktiv sind, bieten auch – meist über diverse Projekte – professionelle Dienstleistungen an. Dies ist ein weiteres Feld, auf dem Migrantenorganisationen aktiv sind. Dadurch entstehen zu dem, was bei samo.fa im Vordergrund steht, nämlich bürgerschaftliches Engagement, vielfache Schnittstellen, aber auch Grauzonen.

[4] Auch hierfür ist nötig, was oftmals „Professionalisierung“ genannt wird, aber nicht mit fachlich-beruflicher Professionalität verwechselt werden darf. Es geht eher um eine Verbesserung der Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit, um Orientierungs- und Anschlusswissen usw., usw. Zu diesem Zweck gab und gibt es im samo.fa-Kontext und darüber hinaus vielfältige Weiterbildungs- und Trainingsangebote.

[5] Allerdings ist es in vielen Orten, an denen samo.fa aktiv ist, gelungen, die Anzahl der Migrantenorganisationen, die sich in der einen oder anderen Weise an der Flüchtlingsarbeit beteiligen, deutlich zu erhöhen.

 

Radio-MH e.V. gründet ersten Verband für Kultur und Integration in Mönchengladbach

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In Mönchengladbach ist dem lokalen samo.fa Partner Radio-MH e.V. etwas gelungen, was es so noch nie in der Stadt gab: Am 24. Januar gründete der Verein zusammen mit 10 weiteren Migrantenorganisationen und Vertretern des Integrationsrats und der Stadt Mönchengladbach einen Verband für Kultur und Integration (VKI MG e.V.).

„Wir wollen so gemeinsam in der Kommune arbeiten“, erklärt der lokale samo.fa Koordinator Alpha Ibrahima Balde, „um Migrantenorganisationen zu stärken und Parallelstrukturen abzubauen.“ Die  Entscheidung zur Verbandsgründung stamme unter anderem aus einem Integrationskonzept von 2012, ist jetzt aber endlich umgesetzt worden. „Die Gründung ist ein Riesenerfolg für uns, der ohne das Projekt samo.fa nicht möglich gewesen wäre“, so Balde.

Die Mitgliedsvereine sind sehr aktiv in der Arbeit mit Geflüchteten. Über die Schnittstelle samo.fa lag eine Kooperation mit dem Partner Radio-MH e.V. nahe. Jetzt können die Migrantenorganisationen sich in Mönchengladbach auch über samo.fa hinaus vernetzen und zusammen in der Kommune arbeiten, ganz im Sinne des thematischen Schwerpunkts für samo.fa 2018, der Nachhaltigkeit.

Zum 1. Vorsitzenden des neu gegründeten Verbandes ist Alpha Ibrahima Balde (samo.fa Koordinator Mönchengladbach) gewählt worden, die 2. Stellvertretende Vorsitzende ist Marghuba Saleh , Schatzmeisterin Natalia Bigler und Schriftführer Sedik Salimi. Geschäftsführer ist Wolfgan Riehn.

Am 25. Januar wurde zudem ein Kooperationsvertrag zwischen Irfan e.V. und RMH e.V. beschlossen. Das Ziel ist noch mehr Migrantenorganisationen für die Flüchtlingsarbeit zu gewinnen und zur Zusammenarbeit zu motivieren.

Bei der Gründungsveranstaltung des Verbands für Kultur und Integration Mönchengladbach (VKI MG e.V.) waren auch die Integrationsbeauftragte Marion Blinten (links) und der Vorsitzende des Integrationsrates Yilmaz Karaca (rechts) zugegen.

Der Oberbürgermeister von Mönchengladbach Hans Wilhelm Reiners gratuliert samo.fa Koordinator Alpha Balde, Martina Gehler, Koordinatorin von Irfan e.V., und Ali Kalayci, dem Vorsitzenden von Irfan e.V. zur Zusammenarbeit. Die beiden Vereine arbeiteten gemeinsam einen Kooperationsvertrag aus.

Fördermittel in der Flüchtlingshilfe kommen bei vielen Initiativen nicht an

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Wie eine Studie der Bertelsmann-Stiftung feststellte, erhalten kleine Flüchtlings-Initiativen oft keine öffentlichen Fördergelder, weil die bürokratischen Hürden zu hoch sind. Samo.fa Projektleiter Ismail Köylüoglu erklärt im Gespräch mit der Nachrichtenagentur epd die Problematik der Förderbedingungen.

Netzwerk fordert flexiblere Förderung von Flüchtlingsprojekten
epd-Gespräch: Holger Spierig
Dortmund/Gütersloh (epd). Experten der Flüchtlingsarbeit mahnen eine unbürokratischere und ortsnähere Förderung von Flüchtlingsprojekten an. Zentral vergebenen Fördermittel seien oft an Bedingungen geknüpft, die zwar im Grundsatz richtig seien, aber nicht immer mit der Wirklichkeit der verschiedenen örtlichen Gegebenheiten übereinstimmten, sagte Ismail Köylüoglo vom Bundesverband Netzwerk von Migrantenorganisationen (Nemo) in Dortmund dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Zentral in Berlin festzulegen, was kleinere Initiativen vor Ort für die Flüchtlingsarbeit benötigen, funktioniert oftmals nicht“, kritisierte Köylüoglo. Besonders für strukturschwache Initiativen seien die Hürden für öffentlichen Förderungen oft zu hoch, monierte Köylüoglo. Zwischen dem berechtigten Anliegen, Projektvorhaben und Maßnahmen nachzuweisen, und einer flexibleren, unbürokratischen, bedarfs- und anlassbezogenen Hilfe müsse immer wieder abgewogen werden. Für mehr Flexibilität sollten Förderungen unbürokratischer gewährt werden. Auch sollten bei der Planung von größeren Fördervorhaben Migrantenorganisationen bereits im Vorfeld stärker eingebunden werden, erklärte Köylüoglo, der auch ein Projektleiter bei dem Netzwerk Samo.fa (Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit) ist. Positive Modelle einer unbürokratischeren und bedarfsbezogenen Förderung sind nach Worten Köylüoglos das vom Bundesinnenministerium geförderte Projekt „House of Resources“ oder das von der Bundesintegrationsbeauftragten geförderte Projekt Samo.fa. Im „House of Resources“ würden in 14 Städten soziokulturelle Organisationen ausgewählt, die an ihrem Standort Ressourcen, Zugänge und geringere Fördergelder in eigener Verantwortung vergeben könnten. Über größere Fördersummen entscheide dann eine Jury mit Vertretern aus Kommunen, Behörden, freien Trägern und der Zivilgesellschaft. Die Unterstützung beschränke sich dabei nicht allein auf Fördergelder, erläuterte Köylüoglo. Durch eine zentrale Projektkoordinierung könnten Flüchtlingsinitiativen, die beispielsweise einen Versammlungsraum brauchen, kostenlose Räume für ihre Treffen zur Verfügung gestellt werden. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung erhält mehr als jede dritte Flüchtlingsinitiative keine öffentlichen Fördermittel. Viele kleinere Initiativen stellten erst gar keinen Förderantrag, weil die bürokratischen Hürden hoch und die Bedingungen nicht erfüllt werden könnten, hieß es. So dürften oft Projekte noch nicht begonnen haben, wenn sie Fördermittel erhalten wollten. Auch wiederkehrende Ausgaben würden selten gefördert.

(Quelle: epd-West Nr. 36, 20.02.2018, Seite 4, www.epd-west.de)

Die Ergebnisse der Studie und eine Einschätzung des Projektleiters aus dem Interview finden sich auch in folgenden Medien:

Evangelische Zeitung, WAZ, Goettinger Tageblatt, Op-Marburg, Migazin,

Eine der 100 besten Ideen für Engagement: Samofa-Fußballturnier im Heft des Handels vom Projekt Demokratie leben

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Interkulturelles Kicken als Anstoß für mehr gelebte Demokratie: Die zusammen mit dem Stuttgarter samofa-Projekt im Forum der Kulturen Stuttgart, mehreren Migrantenselbstorganisationen  und dem Verein SportKultur organisierte Veranstaltung am 1. Juli 2017 hat es in das Heft des Handelns  des Bundesprogrammes Demokratie leben geschafft – als Beispiel für besonders gelungenes Engagement für gelebte Demokratie vor Ort. Bei der Kampagne „Wer, wenn nicht wir – Demokratie leben“ des vom Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend getragenen Programmes wurden mehr als 1.200 kleine und große Ideen zusammengetragen, 100 davon hat das Ministerium in einer Broschüre zusammengestellt.

Zehn Mannschaften kickten in Stuttgart beim interkulturellen Fußballturnier. Das Besondere: Sportvereine öffnen sich hiermit interkulturell, kooperieren mit Migrantenvereine, die im Rahmen ihrer Vereinsarbeit für und mit Geflüchteten arbeiten: „Dies ist der Ort für große Spiele“ stand auf den von „Demokratie Leben“ geförderten Bannern für das Stuttgarter Fußballereignis – bei dem es um noch mehr ging als das Spiel.

Eine Kette von Herausforderungen – Statements der lokalen Dialogkonferenzen

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Bei allen lokalen samo.fa Dialogkonferenzen wurden Sprechblasen ausgelegt, damit Geflüchtete, Ehrenamtlich Aktive und andere Interessierte die Herausforderungen und Probleme der Flüchtlingsarbeit und ihre persönlichen Erfahrungen beim Ankommen in Deutschland aufschreiben konnten, sodass der Dialog nicht nur angestoßen, sondern auch festgehalten wird.

Die Ergebnisse der vielen Beiträge werden bei der bundesweiten Dialogkonferenz in Berlin am 17. November zusammengetragen.

Für den Filmdreh über das samo.fa Projekt haben wir einmal einen Bruchteil der gesammelten Ergebnisse im Dortmunder Westpark aufgehängt, um zu verdeutlichen, wie wichtig die Arbeit in diesem Bereich ist und wie lang die Kette der Herausforderungen noch reicht.

Bestandsaufnahme zur Migrations- und Flüchtlingsarbeit bei der lokalen Dialogkonferenz in München

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Bei der Münchner Dialogkonferenz ging es wie bei allen lokalen Konferenzen darum, zu zeigen, wie wichtig Migrantenorganisationen (MOs) in der Arbeit mit Geflüchteten sind. Bei der einen Gesprächsrunde lag der Fokus auf den Rahmenbedingungen der kommunalen Politik und der sich daraus ergebenden Konsequenzen und Perspektiven für das ehrenamtliche Engagement der Migrantenorganisationen. In der zweiten Gesprächsrunde standen Kooperationen zwischen Einrichtungen der Integrationsarbeit und Migrantenorganisationen im Zentrum. Zu Beginn bedankte sich SPD-Stadtrat Cumali Naz in seinem Grußwort für die Idee eine Dialogkonferenz, unterstrich den einmaligen Charakter und sprach über die Notwendigkeit einer solchen Veranstaltung.

Er und Franziska Szoldatits sprachen über den Gesamtplan Integration für Flüchtlinge (GIF) der LH München, der im Herbst noch dem Münchner Stadtrat vorgelegt wird. Hier zeigte Frau Szoldatits (LH München/Sozialreferat/Leitung des GIF) die Interesse für eine engerere Zusammenarbeit mit samo.fa bei der Zusammenstellung des GIF (M4/M7). Klaus Grothe-Bortlik von Selbsthilfezentrum (SHZ) sprach über das Potential von MO als Partner der kommunalen Integrationsarbeit. Er wies auf eine Studie hin, die das SHZ Anfang 2016 durchgeführt hat. Diese Studie zeigt das Potential und Engagement der MOs. Die Ergebnisse der Studie werden auch bei der Veranstaltung „Teilhabe als Menschenrecht“ im Bayerischen Landtag am 9. Dezember 2017 erneut vorgestellt). Ahmad Abbas, Chorleiter des Syrischen Friedenschors, neuerdings Vorsitzender der Syrischen Sozial- und Kulturverein in München e.V. und Mahbuba Maqsoodi von den afghanischen Frauen in München e.V. sprachen über ihr Engagement als migrantische Vertreter*innen.

In den Gesprächen ging es auch um Abschiebung und die Probleme, mit denen Geflüchtete konfrontiert sind. Yosief Embaye von der Eritreischen Union stellte sein Angebot, ein Computer-Kurs auf Tigrinya für Geflüchtete vor. Er erklärte die besondere Erfahrung, dass durch es durch den Kurs gelungen sei, geflüchtete Jugendliche als Lehrkräfte für muttersprachlichen Unterricht in Tigrinya zu gewinnen. Auf diese Weise sind die Geflüchteten nicht nur „Hilfsempfänger“ sondern auch Lehrende. Von den Kindern lernen die Jugendlichen wiederum Deutsch. Nasima Ebrahimi von der afghanischen Initiative „Aryana Schule“ sprach über Empowerment von afghanischen Frauen, die in Afghanistan lebensgefährlich diskriminiert werden, sich aber hier in Deutschland in ihrer Schule z.B. beim Musikunterrichten, Singen und Tanzen frei entfalten können. Juliette Bethancourt von dem Verein Urucungo e.V. stellte das Capoeira-Angebot ihres Vereins vor. Durch Capoeira werden die Geflüchteten gestärkt, fühlen sich gesünder und entfalten mehr Lebensfreude und erhalten Kontakt zu den anderen Vereinsmitgliedern.

Die Ergebnisse der 30 lokalen Dialogkonferenzen werden am 17. November  bei der bundesweiten Dialogkonferenz in Berlin zusammengetragen.

 

 

Bundestagskandidaten in der Diskussion übers Ankommen: Dialogkonferenz in Halle (Saale)

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Beim Partner in Halle (Salle), dem Verband der Migrantenorganisationen Halle e.V. (VeMo), diskutierten die Teilnehmenden der lokalen Dialogkonferenz politische Themen:

Bei der Podiumsdiskussion nahmen die Bundestagskandidat*innen Dr. Petra Sitte von die Linke, Gritt Michelmann von Bündnis 90/Die Grünen, Christoph Bernstiel von der CDU und Dr. Karamba Diaby von der SPD teil.

Das Publikum, darunter auch Geflüchtete und Migrant*innen, hatte die Möglichkeit, direkt mit den Bundestagskandidaten in Kontakt zu treten und die wichtigen Fragen zur Flüchtlings- und Migrationspolitik anzusprechen.

Themen waren dabei der Mangel an Sprachkursen, Bleibeperspektive, Arbeitserlaubnis, Wohnsituation und die damit einhergehende Perspektivlosigkeit. Mögliche Lösungen wurden in Abbau von bürokratische Hindernissen und einer schnellen Klärung des Flüchtlingsstatus/Aufenthaltsgenehmigung gesehen.

De Ergebnisse der einzelnen Dialogkonferenzen werden außerdem im November in Berlin zusammenzutragen.

Mehr Informationen gibt es auch im Artikel von Halle Spektrum.

Bei den Dialogkonferenzen können die Teilnehmenden ihre Forderungen und Beobachtungen (auch über die Sprechblasen) teilen.

samo.fa Aktionstag in fast 20 Städten: „Gemeinsam hier! Teilhabe jetzt!“

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Am 13. Mai war es soweit: In fast 20 Städten veranstalteten die Partner des Projekts samo.fa zeitgleich einen Aktionstag mit ganz unterschiedlichen Programmen: Von einem interkulturellen Familienfest in Hoyerswerda über einen langen Tisch der Begegnung am Hansaring in Köln bis hin zu einem Open Air Festival im Magdalenengarten in Hildesheim waren die Veranstaltungen sehr unterschiedlich. Sie alle verband jedoch das Motto „Gemeinsam hier! Teilhabe jetzt!“. Es verweist auf die Schwerpunkte des samo.fa Projekts im Jahr 2017, Geflüchteten die Teilhabe zu Bereichen wie Bildung und Arbeit zu ermöglichen. Durch die vielen Aktionen am selben Tag wurden diese Vorhaben und das Projekt an die Öffentlichkeit getragen. Außerdem fand ein interkultureller Austausch statt, bei dem die Besucher*innen in den Dialog mit Ehrenämtlern, Migrantenorganisationen und Geflüchteten treten konnten und so neue Kulturen kennen lernten.

Weitere Details und Eindrücke zum Aktionstag gibt es auf der Facebook-Seite von samo.fa. Zudem folgen noch einzelne Berichte der verschiedenen Veranstaltungen in ganz Deutschland.

samo.fa Aktionstag am 13. Mai: „Gemeinsam hier! Teilhabe jetzt!“

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Was verbindet eine eritreische Kaffezeremonie in München, eine Luftballonwolke auf dem Hansaring in Köln und eine interkulturelle Märchenstunde in Halle? Das alles sind Programmpunkte beim samo.fa  Aktionstag am 13. Mai, der in fast 20 Städten stattfindet. Unter dem Motto „Gemeinsam hier! Teilhabe jetzt!“ werden die teilnehmenden Partner die  Schwerpunkte des samo.fa Projekts in die Öffentlichkeit bringen: Die Teilhabe von Geflüchteten zu Arbeit und Bildung etwa und die Stärkung des Zusammenlebens im Quartier.

Die Programme sind so vielfältig wie die Standorte: Ein Open Air Festival im Magdalenengarten in Hildesheim, eine lange Tafel in Kiel und eine interkulturelle Jamsession in München sind nur Beispiele für die zahlreichen Events an diesem Tag.  Der Aktionstag macht einerseits die gemeinsame Arbeit mit Geflüchteten sichtbar, weist andererseits auch auf die Herausforderungen in der Teilhabe von Geflüchteten hin. Durch die Aktionen fördert dieser Tag in zahlreichen Städten das Gespräch von Geflüchteten, Migrant*innen und ehrenamtlich Aktiven mit Interessierten, kommunalen Vertreter*innen und Anwohnern.

Dilek Boyu trifft Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin

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Als Dilek Boyu vor einigen Monaten Post bekam, konnte sie es zuerst gar nicht fassen: Sie war eine von 200 ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer*innen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Kanzleramt einlud. Erst als ein paar Wochen später noch ein Anruf vom Kanzleramt folgte, wurde ihr die Größenordnung bewusst: Sie war eine von fünf Vertreter*innen, die live mit der Kanzlerin über die Flüchtlingsarbeit diskutierte.

Die nötige Erfahrung dafür bringt Dilek Boyu auf jeden Fall mit: Sie ist seit 2014 Vorsitzende des soziokulturellen Verbundes Brücke der Kulturen Hildesheim e.V. – ein Verbund, der sich schon lange für die Teilhabe der verschiedenen Ethnien einsetzt. Zudem ist Dilek Boyu Vorstandsmitglied des Bundesverbands Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. Dass sie sich bestens in der Arbeit mit Geflüchteten auskennt, änderte aber nichts an der Nervosität, die sich vor dem Termin einschlich.

Kurz vor dem großen Tag dann aber die Absage. Das Treffen wolle  die Kanzlerin aber auf jeden Fall im April nachholen. Der Termin im Kanzleramt mit Angela Merkel fand dann schließlich am 7. April statt, das ZDF berichtete im heute-Magazin.

In ihrer Eingangsrede bedankte sich die Bundeskanzlerin bei den vielen Flüchtlingshelfern. „Das Glas ist für mich eher halb voll“, fasste sie die aktuelle Situation zusammen, „trotzdem gibt es im Einzelnen noch so viel zu tun.“ Die Diskussion machte die konkreten Probleme in der ehrenamtlichen Arbeit deutlich. Mit Nachdruck sprachen die Vertreter*innen den notwendigen Bedarf an Schulungen für Ehrenämter an. Dilek Boyu betonte gezielt das Projekt samo.fa, das von der Bundesregierung bereits gefördert wird und sprach sich für eine Weiterführung der Förderung aus. Die Schwierigkeiten vieler Migrantenorganisationen, sich fest in kommunalen Strukturen zu verankern, war ebenso eines der zentralen Themen.

Auch wenn Angela Merkel auf viele der angesprochenen Punkte reagierte, blieb längst nicht genug Zeit, alle Themen anzusprechen. „Ich hätte gern noch die kommunale Andockung der bundesweiten Projekte wie das samo.fa Projekt erwähnt“, erklärt Dilek Boyu im Nachhinein, „und auch, dass Kommunen die Migrantenorganisationen intensiver unterstützen sollten.“ Dennoch hat sie ihre Punkte beim Treffen deutlich herausgestellt. Von Nervosität war dabei überhaupt nichts mehr zu spüren.

„Angela Merkel ist eine angenehme Person und sehr freundlich mit allen Menschen umgegangen“, beschreibt Dilek Boyu das Treffen, „sie ist außerdem daran interessiert, Lösungen zu finden, um ihrem Motto ‚wir schaffen das‘ gerecht zu werden.“ Auch wenn die Nervosität im Vorfeld groß war und sie nicht gern im Rampenlicht steht, ist Dilek Boyu zufrieden und hofft, dass die Veranstaltung etwas bewirkt. Nicht nur für die Wahlkampagne, sondern auch für die vielen ehrenamtlich Aktiven in der Flüchtlingsarbeit in Deutschland.

Fotos: dpa

Vielfalt sichtbar machen: Ausstellung „Neue Wurzeln“ in Hannover

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Die Ausstellung „Neue Wurzeln“ beschäftigt sich mit Flucht und Ankommen

Denkt man hierzulande an Geflüchtete, fallen den meisten wahrscheinlich zuerst die vielen tausend Menschen ein, die seit 2015 nach Deutschland gekommen sind. Hinter jedem von ihnen stehen eine eigene Geschichte und persönliche Gründe, die alte Heimat aufzugeben und sich eine neue zu suchen.

Die Ausstellung „Neue Wurzeln“ in Hannover will genau diese Vielfalt sichtbar machen. 29 Menschen hat das MigrantInnenSelbstOrganisationen-Netzwerk Hannover e.V. (MiSO) gemeinsam mit dem Fotografen Micha Neugebauer und der Journalistin Katharina Sieckmann für ein Interview getroffen. Daraus entstanden sind Fotos und Texte der unterschiedlichsten Menschen. Was sie alle vereint, ist ihre neue Heimat Hannover.

Viele von ihnen litten in ihrem Herkunftsland unter Krieg, Gewalt und Unterdrückung. Andere wurden unterdrückt oder diskriminiert. Sei es Syrien, Vietnam, der Irak oder die Ukraine: Von dort aus haben sie viele tausend Kilometer überwunden. Die Ausstellung gibt den Hintergründen der Flucht ein Gesicht verbunden mit einer immer sehr persönlichen und berührenden Geschichte.

„Es sind 29 Lebensläufe, die uns in Zeiten von politischem Rechtsruck, von Ignoranz und Aggressivität im Alltag gegenüber den sogenannten Fremden aufhorchen lassen“, erklären Katharina Sieckmann und Micha Neugebauer den aktuellen Bezug der Ausstellung, „sie sollen eine Einladung an alle sein, ihre Komfortzone zu verlassen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und für sich zu relativieren, auf welch hohem Niveau in unserer Gesellschaft oft geklagt wird.“

Im Kulturzentrum Pavillon ist die Ausstellung bis zum 25.4.2017 während der Öffnungszeiten im Foyer zu sehen. Weitere Stationen sind das Freizeitheim Vahrenwald, die Kunsthalle FAUST und das Neue Rathaus, immer beginnend am Vierten des Monats von Mai bis Juli.

Die Wanderausstellung ist ein Projekt des lokalen samo.fa Partners MiSO, dem MigrantInnenSelbstOrganisationen-Netzwerk Hannover e.V.

Eröffnungsfeier und Jubiläum: 24 Jahre Solibund e.V. (Köln)

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Der lokale samo.fa Partner Solibund e.V. hat am 1. April die Türen geöffnet, um seine neuen Räumlichkeiten feierlich einzuweihen. Die Mitglieder nutzten den Tag aber auch, um das Jubiläum des Vereins zu feiern: 24 Jahre existiert das Interkulturelle Zentrum nun und hilft ausländischen Mitbürgern bei der Bewältigung von täglichen Problemen aller Art.

Über 200 Besucher kamen in den Hof des Vereins und feierten bei einem großen Programm aus Vorträgen, Live-Musik und Tanz. Die Begrüßung übernahm Elfi Scho-Antwerpes , die Stellvertreterin der Oberbürgermeisterin Kölns. Weitere Redner waren Gesche Gehrmann, die Geschäftsführende im Vorstand der RheinEnergie Stiftung Familie und der Vorsitzende des Solibunds, Kemal Sovuksu.

Neben dem Rahmenprogramm konnten die Besucher die neuen und größeren Räume des Vereins besichtigen und Kulinarisches aus aller Welt probieren. Mit Unterstützung des samo.fa Projekts fand außerdem ein Malprojekt für geflüchtete Kinder statt. „Die Jubiläumsfeier war für uns rundum ein sehr großer Erfolg“, fasst Anna Kass die Veranstaltung zusammen. Sie und Yvonne Niggemann teilen sich seit März die Stelle als lokale samo.fa Koordinatoren.

Newroz-Flashmob an der Reinoldikirche (Dortmund)

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Neugierig bleiben die Fußgänger in der Dortmunder Innenstadt stehen und nehmen die bunten Tulpen entgegen. Kinder verteilen eifrig diesen Frühlingsgruß und Informationen über das Fest, das sie heute feiern. Die Erwachsenen stellen sich im Kreis auf und beginnen, zu traditioneller Musik ihrer Kultur zu tanzen. Für sie ist heute ein Feiertag so wichtig wie für andere Weihnachten oder Ostern.

„Newroz“ setzt sich aus den Wörtern „nu“ (neu) und „roj“ (Tag) zusammen und gilt im kurdischen und persischen Kulturraum als Neujahrs- und Frühlingsfest. Es gibt kulturspezifische Unterschiede wie etwa das genaue Datum, aber das Fest wird im Allgemeinen gefeiert, um den Winter zu verabschieden und den Frühling zu empfangen. Obwohl unpolitisch, bleibt es dennoch ein Symbol des Widerstands und geht zurück auf den Tag, als sich das Volk von einem tyrannischen Herrscher befreite.

Die Gruppe aus Geflüchteten und Aktiven des kurdischen Vereins Hêvî wollten mit Unterstützung des lokalen samo.fa Partners  Verbund sozial-kultureller Migrantenvereine Dortmund e.V. (VMDO) den Dortmundern diese Tradition mit ihrem Flashmob am 21. März näher bringen. Zudem soll das Event in der Innenstadt der Start sein für einen lebendigen, interkulturellen Kalender mit weiteren Aktionen, die den Dialog zwischen den Kulturen fördern.

Planungstreffen des Verbunds Netzwerk Düsseldorfer Migrantenorganisationen e.V. (NDMO) (Düsseldorf)

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In Düsseldorf hat sich mithilfe von samo.fa und dem dem lokalen Partner Kin-Top e.V. ein neuer Verbund aus verschiedenen Organisationen gegründet. Schon im Dezember ist das Netzwerk Düsseldorfer Migrantenorganisationen e.V. (NDMO) entstanden. Am 3. März gab es ein erstes, größeres Planungstreffen, bei dem Vertreter der Gründungsorganisationen sowie Aktive aus der Migrationsarbeit anwesend waren.

Der Verbund soll dazu dienen, sich besser zu vernetzen und zukünftige Projekte unter den Mitgliedern aufzuteilen. Je nach Verein sind die Arbeitsschwerpunkte zum Beispiel die Wohnungsvermittlung oder Informationen zu Gesundheit und Bildung. Größere Veranstaltungen können zudem von allen zusammen diskutiert und organisiert werden. Der Verbund plant, sich jeden Monat zu treffen.

Ausstellungseröffnung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ (Neuss)

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„Onkel Hasan“, ist der Name und das Gesicht der Ausstellung, die jetzt nach Dortmund und Hagen Station in Neuss macht. Dort ist die Aus­stellung vom 6. März bis zum 4. Mai 2017 im Rat­hausfoyer zu sehen.

Neuss ist eine Ein­wan­de­rungsstadt – wie Dortmund und Hagen auch. Deshalb passt die „Onkel-Hasan-Ausstellung“- ursprünglich in und für Dortmund gemacht und nun von NeMO, dem Bun­des­verband lokaler Verbünde von Migran­ten­or­ga­ni­sa­tionen“ auf Wan­der­schaft“ geschickt, – auch zu Neuss.

Der Raum der Kulturen Neuss e.V. – Dach­verband von Migran­ten­or­ga­ni­sa­tionen und Mitglied bei NeMO – ist Gastgeber und gibt der Aus­stellung lokale Farbe: durch Neusser Exponate und Geschichten und durch ein Begleitprogramm.

Mit jedem neuen Ort wächst die Ausstellung und wird thematisch um Exponate vom jeweiligen Standort erweitert. Entsprechend wird auch in Neuss eine extra Säule aufgestellt werden, die lokale Dokumente zum Thema bereithält. Dennoch war Neuss von Anfang an in der Aus­stellung präsent: Der Streik der Arbeits­mi­gran­tinnen bei Pierburg im Jahr 1973 steht als Beispiel dafür, dass die Arbeitsmi­gration der 1960er und 70er Jahr auch weiblich war, und dafür, dass Teilhabe nicht geschenkt wurde, sondern erstritten werden musste – und muss.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist Hasan. Er wurde in Dortmund von Hoesch angeworben und hat viele Jahre bis zu seinem Tod in Dortmund gewohnt. Die Ausstellung zeigt, dass die „Migrationsketten“ Wirklichkeit sind, auch wenn die Migration aus unterschiedlichen Gründen erfolgt. „Onkel Hasan“ steht daher exemplarisch für die Arbeitsmigration. Die Ausstellung verbindet dabei die Vergangenheit mit der Gegenwart: Ein Teil zeigt die Arbeits­mi­granten der 1. Gene­ration während sich der zweite Teil auf die Enkel­ge­ne­ration, die in Deutschland auf­ge­wachsen ist, bezieht.

Wie es danach mit „Onkel Hasan“ weitergeht, steht noch nicht fest. Der lokale samo.fa Koordinator aus Neuss Hamdi Berdid berichtet, dass bereits Anfragen aus weiteren Städten bestehen, die Wanderausstellung fortzuführen. Auch mit der Eröffnung im Rathausfoyer ist er sehr zufrieden: „Für die Netzwerkreichweite war die Veranstaltung ein voller Erfolg.“ Es kamen zahlreiche Vertreter verschiedener Parteien und Migrantenorganisationen zusammen, um die Eröffnung zu feiern.

Bis zum 4. Mai 2017 ist die Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ im Rathausfoyer zu sehen (Markt 2, 41460 Neuss).

Öffnungszeiten: Mo-Mi 8 – 16 Uhr, Do 8 – 18 Uhr, Fr 8 – 12 Uhr.

Weitere Informationen gibt es hier.

Lokal Vernetzen: Treffen des samo.fa Clubs Dortmund

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In Dortmund fand am 22. Februar das monatliche Treffen des samo.fa Clubs im Haus der Vielfalt statt. „Es ist wichtig, dass wir in einer Stadt wissen, was die anderen machen. Es geht uns nicht darum, die eigenen Projekte in den Himmel zu loben, sondern aus unserer Erfahrung zu berichten“, beschreibt die lokale Koordinatorin Johanna Jost die Veranstaltung.

So stellte Simone Steif vom Integrationsdienst der Malteser ihre Arbeit vor. Die Malteser bieten Ehrenamtlichen verschiedene Qualifizierungsangebote und setzen sich für eine ausführliche Betreuung von Geflüchteten ein. Die Chance, den eigenen Verein vorzustellen, nutzte auch Sami Kbaierv von der „Bunten Schule“, einem interkulturellen Familienhaus in der Dortmunder Nordstadt. Er beantwortete den anderen Ehrenamtlern an diesem Abend viele Fragen. Gleichzeitig nutzte er das Netzwerk für ein wichtiges Anliegen: Die „Bunte Schule“ sucht dringend jemanden, der die Kinder in der Nordstadt regelmäßig beim Fußballspielen trainiert.

„Gemeinsam Erfahrungen aus dem Alltag austauschen und gemeinsam Lösungen und Schnittstellen zu finden, an denen man sich gegenseitig ergänzen und unterstützen kann, das ist ein Ziel des samo.fa Clubs in Dortmund“, so Jost. Bei Sami ist das geglückt: Sofort wussten die anderen, wen man fragen kann, um die Kids künftig zu trainieren.

samo.fa Clubs gibt es in allen 31 teilnehmenden Städten. Sie finden an festen Orten statt oder, wie in Bielefeld, als samo.fa Club on Tour an wechselnden Orten in verschiedenen Stadtteilen. Eines haben aber alle Clubs gemeinsam: Ehrenamtliche können sich vor Ort vernetzen, um den Dialog mit Geflüchteten zu stärken. Je nach Club planen die Mitglieder während der regelmäßigen Treffen gemeinsame Aktivitäten und Projekte. Geleitet werden die Clubs von den lokalen samo.fa Koordinatoren.

Smart Fit Dortmund: UNITED we stand, DEVIDED we fall!

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Durch die laute Musik dringt immer wieder die Frage: „Geht es euch gut?“. Ein Chor antwortet mit einem lauten euphorischen „Jaaaa“. Thierry Monthé motiviert gerade eine Gruppe von 40 Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern zum schweißtreibenden Zirkeltraining. Sie strecken alle ihre Arme in die Luft, so als würden sie Gewichte heben und wieder senken. Dabei zählen alle zusammen: einmal auf Deutsch, ein anderes Mal auf Französisch oder auf Englisch. In einer stetig wachsenden Gruppe trainieren Frauen, Kinder und Männer bei Smart Fit absolut selbstverständlich miteinander.

Einen wichtigen Ausgangspunkt hat das Projekt in den erheblichen Differenzen zwischen den Lebensweisen in Deutschland und in den Herkunftsländern Geflüchteter. In Kamerun beispielsweise gilt Übergewicht als Zeichen des Wohlstands. Das Projekt richtet sich damit zwar an Geflüchtete, schließt aber keinen aus. Das Konzept geht auf: Wöchentlich versammeln sich Menschen aus Syrien, Kamerun, Deutschland, Spanien, Russland oder Indien – woher man kommt, spielt keine Rolle. Smart Fit gelingt es so zugleich, die Berührungsängste zwischen Deutschen und Geflüchteten abzubauen „Ich habe noch nie so viel gelacht beim Sport und dabei mit so vielen Menschen aus anderen Ländern trainiert“, sagt eine deutsche Teilnehmerin am Ende der anstrengenden 90 Minuten.

 Bewegung – Ernährung – Vernetzung

Geleitet wird der Kurs von Chanda Pathak und Thierry Monthé. Chanda Pathak kommt aus Indien und lebt seit 2014 in Deutschland. Thierry Monthé ist in Kamerun geboren. Er ist schon seit 2003 in Dortmund. Beide sind Beispiele gelungener Integration: Hauptberuflich arbeiten sie bei GEA Farm Technologies GmbH. Pathak ist Projektmanagerin und Monthé arbeitet im Bereich der Big Data Analyse. Nach Feierabend und am Wochenende geben sie ehrenamtlich Sportkurse und bieten wichtige Hilfestellungen, beispielsweise zu gesunder Ernährung. Ihr gemeinsam konzipiertes Sportprogramm verbindet dabei auch ihre eigenen Kulturen: Nach dem Training mit Thierry folgt Yoga mit Chanda zur Entspannung.

 samo.fa – Stärkung der Aktiven

Smart Fit ist über samo.fa in ein enges Netzwerk von Aktiven eingebunden. Der regelmäßige Austausch heißt, dass man sich gegenseitig unterstützt und berät. Über samo.fa konnten für das Projekt Räume beim Stadtsportbund und im Haus der Vielfalt organisiert werden.„samo.fa war ein wichtiger Türöffner“, betont Armel Djine. Er ist Vorsitzender beim Verein Kamerunischer Ingenieure und Informatiker Ruhrbezirk e.V. (VKII Ruhrbezirk e.V.) und lokaler Koordinator bei samo.fa Dortmund. „Das Gute an samo.fa ist, dass wir mit unserem Verein nicht allein waren, sondern in einen größeren Kontext eingebunden waren“, erzählt Djine weiter.

 Professionalisierung und Qualifizierung

Ein wichtiges Ziel von samo.fa ist es, die Ehrenamtler zu professionalisieren. Chanda Pathak und Thierry Monthé nahmen daher an Schulungen zum Thema „Sozialrecht für Geflüchtete“ und an einem Training zu „interkultureller Kompetenz“ teil. „Die Schulungen sind wichtig, um die Aktiven zu sensibilisieren und mit Hintergrundwissen über Geflüchtete zu versorgen. So wollen wir Missverständnisse vermeiden und ein Verständnis für die Lebensrealität Geflüchteter in Deutschland schaffen“, sagt Armel Djine.

 

ZAHLEN UND FAKTEN

  •  Smart Fit für alle: freitags, 19.00-20.30 Uhr, Haus der Vielfalt, Raum C6 (ohne Anmeldung)
  • Smart Fit – Personal Training: donnerstags von 18.00-21.00 Uhr: Die Programmverantwortlichen entwickeln für jeden einzelnen Teilnehmer ein abgestimmtes Programm von ca. 30 Minuten. (Nur mit Anmeldung)
  • Smart Fit für alle: sonntags, 15.30-17.00 Uhr, Petri-Grundschule, Beurhausstraße 15-17, 44137 Dortmund (ohne Anmeldung)

Weitere Infos gibt es hier.

Regionalsitzung WEST

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Am 23.02. fand im VMDO Haus Der Vielfalt in Dortmund die erste Regionalsitzung WEST in 2017 statt. Der Schwerpunkt der Sitzung lag in der Planung und Organisation der Aktivitäten im Rahmen von samo.fa für das Jahr 2017.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in den Handlungsfeldern Unterbringung, Arbeitsmarkt, Bildung und Gesundheit – das sind wichtige gesellschaftliche Bereiche, in denen die Teilhabemöglichkeiten von Geflüchteten gestärkt werden müssen.

Teilgenommen haben die lokalen Koordinatoren/-innen aus den Städten Bielefeld, Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Bochum, Neuss, Waltrop und Witten, die sich über ihre regionalen Erfahrungen ausgetauscht haben.

Nach der inhaltlichen Besprechung stand Marcell Steinhoff (BUNDESVERBAND NEMO e.V.) für Fragen rund um die Finanzen in Rahmen von samo.fa zur Verfügung. Nach dem Vortrag über die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Dr. Kristin Wenzel (Bundesverband NEMO e.V.) wurde die Sitzung beendet. Die nächste Regionalsitzung WEST wird im Mai stattfinden.

Erstes Treffen des samo.fa Clubs im Heliodrom

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Am 21.2. fand das erste Treffen des samo.fa Clubs in Freiburg statt. Verschiedene Aktive und Ehrenamtliche von Migantenorganisationen und Flüchtlingsinitiativen trafen sich im Heliodrom, einer kulturellen Begegnungsstätte für Freiburger und Geflüchtete. In dem großen Zelt diskutierte der offene Arbeitskreis geplante Projekte und Ideen für  Veranstaltungen im  Jahr 2017. Im Fokus stand etwa die bevorstehende Jobbörse für Geflüchtete in Freiburg. Diese findet zum zweiten Mal statt und war im letzten Jahr ein Riesenerfolg.

Wie oft der sich der Arbeitskreis in Zukunft in Freiburg treffen wird und ob er sich auf bestimmte Arbeitsfelder spezialisiert, zeigt sich im Verlauf des Jahres. „Ziel dieser ersten Veranstaltung war die Vernetzung“, berichtet die lokale samo.fa Koordinatorin Patricia Aparicio, „und die diese ist gelungen.“ Ebenfalls anwesend war die samo.fa Netzwerkbegleiterin Beatrix Butto aus Stuttgart.

Die samo.fa Clubs unterstützen Ehrenamtliche, sich auf regionaler Ebene zu vernetzen und fördern den Dialog mit Geflüchteten. Je nach Club können die Mitglieder sich an verschiedenen Projekten und Aktivitäten beteiligen. Für das Jahr 2017 stehen vier übergeordnete Handlungsfelder im Zentrum der Aktivitäten: Zum Beispiel Geflüchteten Informationen über das Gesundheitssystem vermitteln oder den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern.

samo.fa ist jetzt auch in der Stadt Waltrop aktiv

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Seit diesem Jahr hat das Bundesprojekt samo.fa einen neuen lokalen Partner in Waltrop. Ansprechpartnerin vor Ort ist die lokale Koordinatorin Elaine Yousef.

„Wir müssen den Menschen helfen, selbstständig zu werden und aufhören, sie zu bemuttern.“ Das ist das Credo, mit dem die gebürtige Libanesin ihre Arbeit aufgenommen hat. Die Sprache sei laut Yousef die erste und eine der größten Barrieren, die einer erfolgreichen Integration im Weg stehen. Um diese Barriere zu überwinden, sei es wichtig, Alphabetisierungs- und Deutschkurse anzubieten.

Hierfür arbeitet sie eng mit Ehrenamtler*innen aus Waltrop zusammen. Aktiv möchte sie diese in die Arbeit mit Geflüchteten einbinden und gemeinsam mit der Stadt Waltrop ein stabiles Netzwerk von Aktiven aus Migrantenorganisationen aufbauen. Wichtig sei Yousef, die ca. 500 Geflüchteten vor Ort in direkten Kontakt mit Waltroper*innen zu bringen.

Elaine Yousef hat seit 2014 als stellvertretende Leiterin in der Flüchtlingsunterkunft Adlerstraße in Dortmund gearbeitet. Sie selbst kennt die Erfahrung der Flucht und des Ankommens. 20 Jahre hat sie im Libanon im Krieg gelebt. „Ich bin dort von den Bombeneinschlägen aufgewacht. Ich habe so viele Leichen gesehen. Ich kann daher sehr gut nachvollziehen, was die Menschen gerade durchmachen und wie schwer es ist, in einem fremden Land anzukommen“, erzählt Yousef. Seit 25 Jahren lebt sie in Deutschland und engagiert schon lange Zeit als Ehrenamtlerin in diversen Vereinen. Auf die Koordination in Waltrop freue sie sich sehr. „Mein Ziel ist es, als lokale Koordinatorin, die Menschen zu integrieren und sie an der Gesellschaft teilhaben zu lassen“, so Yousef.

„Wir müssen den Menschen helfen, selbstständig zu werden und aufhören, sie zu bemuttern“, so Yousef.

Regionaltreffen SÜD

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Am 9.2.17 fand in der schwäbischen Landeshauptstadt Stuttgart die regionale Netzwerksitzung SÜD statt. Lokale Partner aus Saarbrücken (Haus Afrika e.V.), Freiburg (FAIRburg e. V.), Reutlingen (BiM e. V.), Heilbronn (Amt für Familie, Jugend und Senioren), Nürnberg (Interkultur Büro), Stuttgart Forum der Kulturen Stuttgart e. V. und München (Netzwerk Morgen e.V.) haben gemeinsam Ideen für die nächsten Aktionen in samo.fa entwickelt.

Ganz stark stand dabei die Planung des nächsten bundesweiten samo.fa-Aktionstages am 13.5.17 im Fokus. Weitere Themen waren: „Wie gelingt uns eine gelungene Presse- und Öffentlichkeitsarbeit?“ (Referentin Frau Dr. Kristin Wenzel vom BUNDESVERBAND NEMO e.V.) und „Was gilt es zu beachten, wenn wir Migrantenvereine finanziell unterstützen?“ (Referent Herr Marcell Steinhoff vom BUNDESVERBAND NEMO e.V.)

Regionaltreffen NORDOST

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Am 7.2.17 fand in Berlin das samo.fa Regionaltreffen Nordost statt. Das Treffen findet viermal im Jahr statt. Zentral für der erste Treffen waren unter anderem Fragen der Öffentlichkeitsarbeit.

Mit dabei waren unsere Partner aus Berlin moveGLOBAL -Migranten orientieren, vernetzen und empowern GLOBAL, aus Kiel Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein Tgs-h, aus Braunschweig Haus der Kulturen Braunschweig e.V., aus Dresden Afropa e.V., aus Halle (Saale) VeMo Halle, aus Hannover MiSO-Netzwerk Hannover e.V., aus Hildesheim Brücke der Kulturen Hildesheim e.V., aus Hoyerswerda RAA, aus Leipzig und Potsdam Projekt samo.fa Leipzig / Potsdam MEPa Verband und aus Lübeck Haus der Kulturen.

Wir sagen: Danke für die konstruktive und ergebnisorientierte Diskussion an Euch alle.

Arbeitstreffen in München bei Morgen e.V.

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Heute hatten wir ein sehr produktives Arbeitstreffen bei unserem lokalen Partner Netzwerk Morgen in München. Es ging um die Grundlagen für das Jahr 2017.

Die Sichtbarkeit der Migrantenorganisationen vor Ort zu erhöhen, ist eines der zentralen Ziele. Ab März wird es in München zudem den samo.fa Club geben. Als regelmäßiges Event dient der Club unter anderem dem Erfahrungsaustausch von Ehrenamtlern.

Wir freuen uns auf den Start und sagen für heute: Danke an Friederike und Paulo!

Erstes Bundesnetzwerktreffen 2017 in Dresden

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Erstes Bundesnetzwerktreffen 2017

„In der Straßenbahn setzt man sich nicht neben einen Menschen mit dunkler Hautfarbe, lieber steht man – dann aber drei Meter weit weg.“ Prof. Dr. Hussein Jinah, Vorstand von Afropa e.V. aus Dresden und Vorsitzender des Integrations- und Ausländerbeirats Dresden, berichtet über seine Erfahrungen in Dresden. Er lebt seit über 30 Jahre in der Stadt. Jinah eröffnet das erste samo.fa Bundesnetzwerktreffen in diesem Jahr. Die Wahl des Ortes ist dabei bewusst auf Dresden gefallen, um – in den Worten Jinahs – zu zeigen: „Dresden ist nicht Pegida“.

samo.fa hat in der sächsischen Landeshauptstadt viel bewirkt, berichtet Andreas Hempel, lokaler samo.fa Koordinator. Den Kontakt zu den Geflüchteten weiter auszubauen, ist im zweiten Projektjahr eines seiner Ziele.  Was Hempel dabei immer wieder als unerlässlich in seiner Arbeit hervorhebt, sind die interkulturellen Teams der Migrantenorganisationen.

In Dresden, aber auch in den weiteren 30 Standorten, war 2016 ein gutes Jahr für samo.fa. Das Projekt ist ohne Vorbereitung gestartet und hat in der achtmonatigen Laufzeit viele  Ziele erreicht. Die Bundesbeauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration hat das Projekt jetzt um ein weiteres Jahr verlängert. Das bedeutet zugleich, die neuen Ziele zu erreichen.

Die mit diesen Zielen verknüpften Arbeitsschwerpunkte standen im Zentrum des ersten Bundesnetzwerktreffens, zu dem die lokalen Partner aus 31 Städten kamen. Insgesamt gibt es überall vor Ort eine Fülle von Plänen zu Aktivitäten, die in 2017 auf die veränderte Situation bezogen fortgesetzt werden. Im Detail betrifft das die Handlungsfelder: Unterbringung von Geflüchteten, Gesundheitssystem, Bildung und Arbeitsmarkt.

Das Bundesnetzwerktreffen fand in Dresden in der Motorenhalle von riesa efau statt. Ein inspirierender Ort, um das Jahr 2017 zu planen.

Tahera Ameer von der Antonio Amadeu Stiftung spricht über die Veränderung des gesellschaftlichen Klimas in Deutschland

Eine gut strukturierte Tagesordnung war die Grundlage für einen produktiven Tag in Dresden

Prof. Dr. Hussein Jinah hält die Eröffnungsrede

Patricia Okello von Der Zeitgeist Shareity e.V. aus Ludwigshafen

Mona Al-Masri ist lokale Koordinatorin aus Braunschweig

Ismail Köylüoglu Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes Netzwerke von Migrantenorganisationen (NeMO) e.V. stellt das Programm vor und leitet durch den Tag

Nah an den Lebenszusammenhängen der Geflüchteten

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Zentral für samo.fa ist es, nah an den Lebenszusammenhängen der Geflüchteten zu arbeiten. Daher sind wir in 30 Städten und Kreisen in ganz Deutschland mit lokalen Partnern tätig.

Als Netzwerkbegleiterin hat Tülay Zengingül die Region West übernommen. Ihre Aufgabe ist es, die Migrantenorganisationen in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Dazu gehört auch die Qualifizierung und Professionalisierung von Ehrenamtlichen.

„Migrantenorganisationen spielen eine sehr wichtige Rolle im Teilhabeprozess von Menschen mit Migrationsgeschichte, einschließlich Geflüchteter. Durch den BUNDESVERBAND NEMO e.V. und das Bundesprojekt samo.fa ist es gelungen, ein bundesweites Netzwerk von aktiven und integrativen Migrantenorganisationen aufzubauen, das sich nach kurzer Zeit bundesweit als auch kommunal – in der Arbeit mit Geflüchteten etabliert hat. Ich bin sehr glücklich darüber, Teil dieses Netzwerks zu sein und die Migrantenorganisationen in der Region WEST begleiten zu dürfen!“

Mittendrin! Neues Bündnis in Fulda

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Mittendrin! Neues Bündnis in Fulda

Migrantenorganisationen zu vernetzen, war schon immer das Ziel des lokalen Partners Interkulturelles Forum Fulda. Allerdings gestaltete sich das Vorhaben lange Zeit als recht schwierig, berichtet Martina Möller-Öncü – die lokale Koordinatorin aus Fulda. „Dank samo.fa konnten wir verschiedene Migrantenorganisationen und interkulturelle Initiativen an einen Tisch bringen, die nur kurze Zeit später zu dem Bündnis Mittendrin! wurden.

Gestern wurde in Fulda der Vorstand von Mittendrin! gewählt. Alle sieben zu besetzenden Positionen wurden einstimmig bestätigt.

Zum ersten Vorsitz gratulieren wir Martina Möller-Öncü vom IKF e.V., Vera Link von Welcome In zum zweiten Vorsitz und Hashem Savoji von Uno, eine Welt in Fulda zum dritten Vorsitz.

Beisitzer sind Noor Taskin (Harmonie), Tanja Fast (Rodnik e.V. Fulda), Hasan Karslioglu (Ringen Fulda), Saba Hussein (Somalia White Star).

Wir freuen uns und sagen herzlichen Glückwunsch.

Den ersten Vorsitz des Bündnisses übernimmt Martina Möller-Öncü (Mitte) vom IKF e.V., Vera Link (links) von Welcome In wurde zu zweiten Vorsitzen gewählt und Hashem Savoji von Uno, eine Welt in Fulda zum dritten Vorsitzenden (rechts).

Integrationspreis der Stadt Mönchengladbach

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H.W.Reiners und Alpha_FB

Wunderbare Neuigkeiten aus Mönchengladbach: Unser lokaler Partner Radio MH e.V. hat den Integrationspreis 2016 der Stadt Mönchengladbach verliehen bekommen. „Ohne die Unterstützung durch den BUNDESVERBAND NEMO e.V.und die Umsetzung von samo.fa in Mönchengladbach wäre das nicht möglich gewesen“, betont Alpha Ibrahima Balde der samo.fa Koordinator. Wir freuen uns und sagen: Herzlichen Glückwunsch!

Neue Netzwerkbegleiterin in der Region West: Tülay Zengingül

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Zentral für samo.fa ist es, nah an den Lebenszusammenhängen der Geflüchteten zu arbeiten. Daher sind wir in 30 Städten und Kreisen in ganz Deutschland mit lokalen Partnern tätig.

Als Netzwerkbegleiterin hat Tülay Zengingül die Region West übernommen. Ihre Aufgabe ist es, die Migrantenorganisationen in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Dazu gehört auch die Qualifizierung und Professionalisierung von Ehrenamtlichen.

„Migrantenorganisationen spielen eine sehr wichtige Rolle im Teilhabeprozess von Menschen mit Migrationsgeschichte, einschließlich Geflüchteter. Durch den Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen und das Bundesprojekt samo.fa ist es gelungen, ein bundesweites Netzwerk von aktiven und integrativen Migrantenorganisationen aufzubauen, das sich nach kurzer Zeit bundesweit als auch kommunal – in der Arbeit mit Geflüchteten etabliert hat. Ich bin sehr glücklich darüber, Teil dieses Netzwerks zu sein und die Migrantenorganisationen in der Region WEST begleiten zu dürfen!“

Dokumentation der Veranstaltungen von September bis Dezemer 2016

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Eine schöne Zusammenfassung aller Aktivitäten zwischen September und Dezember bietet die Dokumentation mit vielen Bildern und Texten. Besonders schön zu sehen, ist die Vielfalt des ersten bundesweiten Aktionstages unter dem Motto „Gemeinsam hier“. In 30 Städten haben wir an einem Tag ca. 10000 Menschen erreicht. Das Ziel: Einen Einblick in die vielfältige Arbeit von Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit zu ermöglichen.

Von Kiel bis Friedrichshafen fand in jeder Stadt unserer lokalen Partner ein individuelles Programm statt: In Fulda beispielsweise stand der Aktionstag ganz im Zeichen des neuen Bündnisses Mittendrin!, in Nürnberg wurden in einer mobilen Küche auf Rädern und ohne Strom länderspezifische Süßspeisen hergestellt und verteilt, in Bielefeld ließen die Bürgermeisterin, Ehrenamtliche, Migrantinnen, Geflüchtete und Bürgerinnen vor dem Alten Rathaus Luftballons steigen – symbolisch für jeden Bürger der Stadt; an vielen der 30 Orte, wie zum Beispiel in Neuss, Hannover oder Berlin, spielten Orchester, Chöre bestehend aus Geflüchteten und Bürgern  sangen. Wie mannigfaltig die Aktionen aller Städte waren, zeigen unzählige Fotos.

Die Dokumentation bietet nicht nur einen Rückblick auf den Aktionstag, sondern auch auf die Dialogkonferenz und die Auftaktveranstaltung des bundesweiten Aktionstages.

Download Veranstaltungen September bis November

Unser Team sucht Verstärkung

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Der Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen – Täger des Bundesprojekts samo.fa – wächst! Wir suchen tatkräftige Unterstützung für unsere Öffentlichkeitsarbeit. Wenn Sie im Rahmen Ihres Studiums, Ihr Wissen  in der der Praxis erfolgreich umsetzen wollen, bieten wir Ihnen zahlreiche Kontakte, vielfältigen Austausch und intensive Auseinandersetzung im Themenfeld Migration, Integration und Teilhabe.

Wir suchen zum nächstmöglichen Termin eine/einen:

samo.fa Aktionstag: Gemeinsam hier – Bochum

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Vom Sprint in den Marathon

Am 26.11.2016 fand im Herbert-Siebolt Haus der bundesweit erste samo.fa Aktionstag „GEMEINSAM HIER.“ mit insgesamt drei Kooperationspartnern (IFAK e.V., Vifi e.V. und Kommunales Integrationszentrum Bochum) statt. Die Veranstaltung fand eine hohe Resonanz und die angebotenen Workshops waren sehr gut besucht. In den Workshops zu den Themen Kultur, Patenschaften, Sprache und Rechtsextremismus konnten die Teilnehmer ihre eigenen Erfahrungen einbringen und sich gegenseitig austauschen. Anschließend wurden die Arbeitsergebnisse im Plenum vorgestellt. Dabei gab es viel Raum für Gespräche. Ein Ergebnis der Workshops: Geflüchteten fehlt es nicht an Betreuung. Vielmehr fehlt es am Informationsfluss und an der Kommunikation mit Einheimischen.

Nach viel Austausch wurde es Zeit, sich der internationalen Küche zu widmen, bevor es zum kulturellen Teil überging. Es traten eine vietnamesische Tanzgruppe „Lotus“, der Chor International und die afrikanische Trommelgruppe Bosangani, die Ost-West Musikgruppe auf. Die gesamte Veranstaltung war geprägt von einer inspirierenden Atmosphäre. Am späten Abend konnten die ca. 200 Teilnehmer mit vielen neuen Eindrücken den Heimweg antreten.

(Mustafa Birhimeoglu, lokaler samo.fa-Koordinator, IFAK e.V.)

samo.fa Aktionstag: Gemeinsam hier – München

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MORGEN für Geflüchtete: Mitmachen, Mitgehen, Mitentscheiden

„Am Aktionstag hat zeigt sich die Vielfalt unserer Vereine und ihres Engagements für Teilhabe und Empowerment besonders gezeigt“, freut sich Projektkoordinator, Paulo Cesar dos Santos Conceição. So hat der Verein Üç Beş Kişi e.V., der in Neuaubing ansässig ist, ein abwechslungsreiches Programm für Austausch und Begegnung im Stadtteil auf die Beine gestellt. Ein anderes MORGEN-Mitglied, der neugegründete Verein Integration und Entwicklung e.V., hat einen Workshop zur politischen Partizipation konzipiert. Ziel war es, Menschen mit Migrations- oder Fluchterfahrung Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln, sich aktiv(er) politisch zu beteiligen. Im Anschluss an den Workshop besuchten alle Interessierten zusammen den Bayerischen Landtag und die Staatskanzlei.

Eingerahmt war der Aktionstag von zwei weiteren Veranstaltungen mit und für Migrantenorganisationen bzw. Geflüchtete: Am 25.11.2016 luden MORGEN e.V., die Förderstelle Bürgerschaftliches Engagement (FÖBE) und das Selbsthilfezentrum zu einem Informationsabend von 18-21 Uhr zu Fördermöglichkeiten für Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit ein. Am 27.11.2016 organisierte die afghanische Aryana-Schule ein Begegnungsfest von 16-20 Uhr für Geflüchtete im Kulturzentrum GOROD.

(Friederike Junker, lokale samo.fa-Koordinatorin, MORGEN – Netzwerk Münchner Migrantenorganisationen)

Fotos: Angelika Bär

samo.fa Aktionstag: Gemeinsam hier – Hildesheim

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Kulturwanderung der Menschen

Eröffnet wurde der bundesweite Aktionstag im Magdalenengarten unter anderem von Jörg Bredschneider, dem Bürgermeister der Stadt Hildesheim und den samo.fa-Koordinatoren. Das Projekt, Garten der Länder im Magdalenengarten, war bei strahlendem Sonnenschein die erste Station des Aktionstages „Gemeinsam hier.“. Die Kulturwanderung der Pflanzen und Menschen war das große Thema: Geflüchtete haben gemeinsam mit Hildesheimern 68 Pflanzen aus verschiedenen Ländern im Magdalenengarten gepflanzt. Nach der Vorstellung des Projekts für die zahlreichen Besucher ging es anschließend weiter mit der mehrsprachigen Stadtführung.

Die Podiumsdiskussion mit dem Thema: Kulturelle Vielfalt – die Wahrnehmung fand am späten Nachmittag im Hildesheimer Rathaus statt. Gäste waren Jörg Bredschneider, Bürgermeister der Stadt Hildesheim; Dilek Boyu, Brücke der Kulturen Hildesheim e.V.; Selvaratnam Gangatharan, Tamilischer Kultur- und Sportverein Hildesheim e.V.; Mostafa Arki, Internationales Kulturwerk zur Forderung einer demokratischen Entwicklung für Farssi – sprechender Völker (Verein i. G.); Rosita Jung-Concha, EL PUENTE e.V., Fahim Khalaf Audi, Mala Ezidya für Hildesheim und Umgebung (Verein i. G.); Hermann Müller, Deutsch – russischer Kulturverein Hildesheim e.V.; Aiman Isamil, Sudanesicher Verein (Verein i. G.).

Im Anschluss an die lebhafte Diskussion standen erstens die Verköstigung – auch als gemeinsame Begegnung unter dem Aspekt des Kulinarischen – und später ein buntes Programm für Kinder und Erwachsene im Rathaus an. Alle Speisen wurden von den sudanesischen Geflüchteten vorbereitet.

 (Dilek Boyu, lokale samo.fa-Koordinatorin, Brücke der Kulturen Hildesheim)

Sie werden drehende bzw. tanzende Derwische genannt, weil einer ihrer charakteristischen Riten, der so genannte „Sema“, aus kreisenden Bewegungen besteht. Foto: Andreas Witt

Vom Garten aus gingen die Gäste zum gemütlichen Beisammensein und Austausch mit Geflüchteten und Einheimischen. Foto: Andreas Witt

Podiumsdiskussion mit dem Thema „Kulturelle Vielfalt – die Wahrnehmung“ im Rathaus Ratssitzungssaal (v.l.n.r.):  Dilek Boyu, Brücke der Kulturen Hildesheim e.V.; Selvaratnam Gangatharan, Tamilischer Kultur- und Sportverein Hildesheim e.V.; Mostafa Arki, Internationales Kulturwerk zur Forderung einer demokratischen Entwicklung für Farssi – sprechender Völker (Verein i. G.); Rosita Jung-Concha, EL PUENTE e.V., Fahim Khalaf Audi, Mala Ezidya für Hildesheim und Umgebung (Verein i. G.); Jörg Bredschneider, Bürgermeister der Stadt Hildesheim; Hermann Müller, Deutsch – russischer Kulturverein Hildesheim e.V.; Aiman Isamil, Sudanesicher Verein (Verein i. G.). Foto: Andreas Witt

samo.fa Aktionstag: Gemeinsam hier – Mönchengladbach

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Tag der offenen Tür und Veranstaltung für Geflüchtete und Ehrenamtliche

Von 14 Uhr bis 17.30 Uhr wurde in den Räumlichkeiten des RMH e.V. der Aktionstag in Mönchengladbach eingeleitet. Wir veranstalteten einen Tag der offenen Tür, der unsere bisherigen Tätigkeiten bekannt machen sollte. Zugleich stellten wir Objekte afrikanischer Künstler aus.

Zu unseren Gästen zählten Frau Michaela Morschhoven, Leiterin der Geschäftsstelle des Integrationsrates Mönchengladbach, Herr Karakan Yilmaz, der erste Vorsitzende vom Integrationsrat Mönchengladbach und Bojan Stipanovic, Vertreter der Linken Partei Mönchengladbach. Herr Balde als samo.fa-Koordinator hat alle Gäste zu Beginn der Veranstaltung herzlich begrüßt und über die samo.fa Aktivitäten berichtet. Bojan Stipanovic hat die sichtbaren Ergebnisse sehr gelobt und uns angespornt, genauso weiter zu machen.

Herr Käsmacher referierte anschließend über die Möglichkeiten der Zusammenführung von Kunst, Kultur und Immigration. Auch er war begeistert von unserem ersten Aktionstag. Frau Morschhoven fand die Idee und Ausführung des samo.fa Aktionstages in 30 Städten ebenso sehr sinnvoll und hat alle ermutigt, mit voller Kraft weiter zu machen. Gleichzeitig bot sie uns jegliche Hilfe bei Problemen an. Des Weiteren hat sie sich bei Herrn Balde dafür bedankt, dass seit der Gründung von RMH e.V. eine kontinuierliche Zusammenarbeit stattgefunden hat. Diese Kontinuität besteht besonders seit Beginn des samo.fa-Projektes.

Ehrenamtler, Flüchtlinge, Vertreter der Stadt und Organisatoren der verschiedenen Organisationen.

samo.fa Aktionstag: Gemeinsam hier – Nürnberg

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Durch den Magen – Mitten ins Herz

Großen Zuspruch bekamen am 26. November die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Aktion „Gemeinsam süße Vielfalt erleben“. Mit der Unterstützung des Inter-Kultur-Büros (IKB), des Amtes für Kultur und Freizeit (KUF) und der „Mobilen Küche“, lockten wir die Nürnbergerinnen und Nürnberger mit einer Kochinsel mitten in der Innenstadt an unseren Stand. An der Kochbar-Theke gab es neben landesspezifischem Gebäck aus Syrien, Afghanistan, Aserbaidschan, der Türkei und aus dem Irak auch interkulturelle Gespräche mit den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, den mitwirkenden Geflüchteten und den interessierten Nürnbergerinnen und Nürnberger. Mit dem Stand boten wir, das samo.fa-Team, eine schöne Aktion, sich kulinarisch und kulturell auszutauschen, aber auch über die Bedingungen der aktuellen Unterbringungen und Umstände von Geflüchteten zu informieren.

Neben den erlesenen Köstlichkeiten half Andra-Maria Jebelean, Theaterpädagogin des Nürnberger Stadttheaters, die Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen. Mit jungen Ehrenamtlichen und Geflüchteten spielte sie ein kleines Theaterstück mit musikalischer Begleitung und Tanzperformance.

Unsere Aktion erfreute sich bereits vor Ort über positives Feedback. Migrantenorganisationen gemeinsam mit Familienangehörigen und Geflüchteten halfen tatkräftig und rundeten das Bild ab.

Eine wunderbare Aktion, die uns in unserer Arbeit bekräftigt und dazu ermutigt, zukünftig weitere Aktionen ins Leben zu rufen. Der Weg zum Herzen führt nun mal durch den Magen.

Durch Tanz und Musik einig: Ehrenamtlich und Geflüchtete performen gemeinsam. Foto: Christin Schmidt

samo.fa Aktionstag: Gemeinsam hier – Braunschweig

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Die neuen Braunschweigerinnen und Braunschweiger sind da!

Bei unserem Beteiligungs-Workshop mit dem samo.fa-Koordinator Adama Logosu-Teko und der samo.fa-Koordinatorin Mona Al-Masri, knapp eine Woche vor dem großen samo.fa-Aktionstag am 26. November, stand im Mittelpunkt, welchen Ort die neuen Braunschweigerinnen und Braunschweiger vermisst haben oder auch noch immer in Braunschweig vermissen?

Die Frage richtete sich an die 110 Teilnehmenden aus den Herkunftsländern Syrien, Afghanistan, Libyen, Algerien, dem Iran, dem Sudan und Palästina, wobei etwa dreiviertel Geflüchtete im Alter von 6 bis 82 Jahren sind.

Die Stadt Braunschweig und wir lokalisierten so die Bedürfnisse von Geflüchteten und nahmen dadurch die richtungsweisenden Impulse dankend auf. Jeder Wortbeitrag wurde simultan ins Arabische, Farsi, Französisch und Deutsch übersetzt. Das verhalf uns, ein besseres Verständnis für die Belange der Geflüchteten in Braunschweig zu erhalten.

Am Bundesweiten Aktionstag wurden die Ergebnissse des Worshops in einer Diskussionsrunde abschließend dargestellt. Im Haus der Kulturen herrschte schnell Einigkeit darüber, dass die Eingliederung von Geflüchten sprachlich stattfinden muss. So zeigt Braunschweig, dass ihnen die Willkommenskultur ernst ist: Wir begrüßen nicht mehr Geflüchtete, sondern neue Braunschweigerinnen und Braunschweiger. Ein weiteres Ergebnis des Aktionstages ist die Einführung eines mehrsprachigen samo.fa-Flyers. Er ist Orientierungshilfe für neue Braunschweigerinnen und Braunschweiger und spricht zugleich zukünftge Ehrenamtler an.

Die Flyer werden von den unterstützenden Kooperationspartnern Braunschweiger Verkehrs GmbH und Stadtmarketing GmbH verteilt.

Ein großer Dank geht an die Migrantenorganistionen und Kooperationspartner Deutsch-Arabische Bildungsverein e. V., die Islamische Gemeinschaft Braunschweig e. V. sowie die Deutsch-Afghanisch-Iranische Initiative für Flüchtlinge.

Norbert Rüscher – Adama Logosu-Teko – Mona Al-Masri – Julia Retzlaff. Foto: Heike Schwaab

Auftaktveranstaltung: Gemeinsam hier.

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Der Startschuss ist gefallen: Am 25. November fand in Berlin der Auftakt für den bundesweit ersten Aktionstag von samo.fa „Gemeinsam hier“ statt. samo.fa steht für: Stärkung von Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit. Während des Aktionstages gaben Migrantenorganisationen in 30 Städten Einblicke in ihr ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingsarbeit.

Zum Auftakt kamen neben Honey Deihimi (Referatsleiterin im Arbeitsstab der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung), Dr. Andreas Germershausen (Beauftragter des Senats von Berlin für Integration und Migration) und Susanna Kahlefeld (Mitglied Bündnis 90/Die Grünen in der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung) zahlreiche Geflüchtete, Aktive und natürlich sehr viele VertreterInnen aus Migrantenorganisationen.

samo.fa – Förderung auch im Jahr 2017

Die gute Nachricht schickte Honey Deihimi gleich voraus: „Ja, es geht weiter im Jahr 2017.“ Bis zur Auftaktveranstaltung war unklar, ob samo.fa auch im nächsten Jahr durch die Bundesbeauftrage gefördert wird. Mit der Zusage geht es jetzt darum, das Projekt und die Aufgaben zu verstetigen, schließlich – so Deihimi, „heißt Gutes zu meinen noch lange nicht, es auch gut zu machen.“ Das Engagement der Migrantinnen und Migranten in der Flüchtlingsarbeit muss, so führt es auch Dr. Andreas Germershausen aus, muss professionell gestärkt werden. „Professionalisierung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um die bisherigen Strukturen zu verstetigen.“

Auf dem Weg zur Verbundwerdung – ein großer Erfolg nach 20 Jahren

Joana Gerdt, lokale samo.fa Koordinatorin aus Düsseldorf, zeigt wie diese Forderung durch samo.fa gelungen ist. Seit kurzer Zeit beginnen sich Migrantenorganisationen in Düsseldorf immer stärker zu vernetzten. Diese Verbundwerdung ist notwendig, um auf kommunaler Ebene sichtbarer zu werden. Das Beispiel Düsseldorf zeigt darüber hinaus, wie wichtig die von Andreas Germershausen geforderte Professionalisierung ist. „Durch samo.fa haben wir Kompetenzen erworben, die einen bisher langen Prozess jetzt enorm beschleunigt haben“, betont Gerdt.

Win-Win-Kooperation zwischen samo.fa und der TU Braunschweig

Ein weiteres Projekt, das neben vielen anderen an diesem Tag vorgestellt wird, stammt von Mona Al-Masri und Adama Logosu-Teko vom Haus der Kulturen aus Braunschweig. Sie sorgen mit ihrem Projekt „Studierende als Mentoren für Geflüchtete“ dafür, dass Kinder von Geflüchteten nachhaltig unterstützt werden. Das Projekt ist eine Win-Win-Kooperation zwischen samo.fa und der TU Braunschweig. Studierende erarbeiten unter professioneller Anleitung Lernkonzepte, um Flüchtlingskinder unter anderem bei den Hausaufgaben zu unterstützen. „Davon profitieren beide, die Kinder und Studierende“, betont Adama Logosu-Teko.

Sichtbarkeit in der Lokalpolitik

Helin Haug vom Forum der Kulturen aus Stuttgart berichtet, dass immer mehr Aktive aus Migrantenorganisationen an wichtigen Veranstaltungen im Stuttgarter Rathaus teilnehmen – der Ort, an dem mittel- und langfristig über die Flüchtlingsarbeit entschieden wird. Damit wurde eine wirksame Plattform geschaffen, sich inhaltlich auszutauschen und untereinander zu vernetzen. Wie sehr über Stuttgart hinaus migrantisches Engagement bereits auf kommunaler Ebene eingebunden ist, zeigen die bundesweiten Programme des Aktionstages: Gemeinsam hier. An vielen Orten sind die Bürgermeister der Stadt, Integrationsbeauftragte oder Bundestagsabgeordnete zu Besuch, um in einen Dialog mit den Migrantenorganisationen zu treten.

Bewegende Kurzfilme als Ausdruck des Ankommens

Hanif Anwari, ein Junge aus Afghanistan, kam, wie viele andere auch, unbegleitet nach Deutschland. Während der Auftaktveranstaltung stellt er ein Filmprojekt vor, in dem sich unbegleitete Jugendlichen dem Thema Entwurzelung widmen. In den Kurzfilmen haben die Jugendlichen ihre Fluchterfahrungen, die Ankunft in einem neuen Land aber auch den Abschied aus der alten Heimat verarbeitet. Die bewegenden Kurzfilme feierten im Rahmen des bundesweiten Aktionstages  ihre Premiere.

Die Auftaktveranstaltung hat gezeigt, wie vielfältig das Engagement ist. Ein Fazit, das Elizabeth Beloe von moveGlobal e.V., dem Berliner Partner, daher ganz sicher auch für den bundesweiten Aktionstag (vor-) formuliert hat: „Gut gemeint, ist auch gut gemacht.“

Joana Gerdt, samo.fa Koordinatorin, und Beatrix Butto, samo.fa Netzwerkbegleiterin (v.l.n.r.) berichten aus ihrem Alltag vor Ort. (Foto: Emmanuel K. Agbelessessy)

Hanif Anwari erzählt in Kurzfilmen nicht ganz ohne Ironie von seinem neu-en Leben in Berlin. (Foto: Emmanuel K. Agbelessessy)

Honey Deihimi im Gespräch mit Dr. Ümit Kosan. Sie würdigt den bisherigen Erfolg von samo.fa – fordert aber zugleich eine Verstetigung der Strukturen. Foto: Emmanuel K. Agbelessessy

Hamdi Berdid aus Neuss beschreibt die Highlights des bundesweiten Aktionstages in seiner Stadt. Im Hintergrund Ismail Köylüoglu ­– NeMO-Geschäftsleitung – dem Verbund von Migrantenorganisationen und Träger von samo.fa. (Foto: Emmanuel K. Agbelessessy)

samo.fa Aktionstag: Gemeinsam hier – Saarbrücken

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Die Flüchtlinge als Sündenbock? Die Flüchtlinge äußerten den Parteien ihre Ängste.

Mit ca. 300 Teilnehmern aus verschiedenen Nationen begann der bundesweite Aktionstag in Saarbrücken. Klaus Kunz vom Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie, Dagmar Trenz, die ehrenamtliche Regionalverbandsbeigeordnete, Christine Mhamdi vom Zuwanderungs- und Integrationsbüro und Ivan Iliev, Sprecher des Integrationsbeirates der Landeshauptstadt Saarbrücken begrüßten die Gäste. Alle lobten den Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen NEMO e.V. und seinen lokalen Partner Haus Afrika e.V. für die im Rahmen des Bundesprojektes samo.fa bisher erzielten Ergebnisse. In seinem Impulsreferat präsentierte Klaus Kunz die aktuelle Situation der Flüchtlingsarbeit im Saarland. Von der Aufnahme bis zur Einschulung der Kinder arbeiten die Landesbehörden sowie mehr als 80 private Initiativen mit viel Engagement, damit die im Saarland lebenden 16.000 Flüchtlinge beispielsweise mit Wohnungen versorgt werden können. Es sei davon auszugehen, dass die Flüchtlingsbewegungen noch nicht abgeschlossen sind.

Die samofa.fa-Koordinatorin Lillian Petry präsentierte die bisherigen Ergebnisse des Projektes samo.fa: „Seit April 2016 hat die lokale Koordinierungsstelle das Projekt bei den zuständigen Behörden und Akteuren sowohl bei der Stadt Saarbrücken als auch beim Land vorgestellt. Die Bildung eines Netzwerkes von Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit ist zu einer Realität geworden. Der Prozess läuft weiter. Wir werden in Zukunft dieses Netzwerk an bereits aktive Netzwerke der Aufnahmegesellschaft anschließen.“ Durch zahlreiche Seminare wurden Ehrenamtler mit Migrationshintergrund zur Qualifizierung in der Flüchtlingsarbeit geschult. Außerdem hat samo.fa verschiedene Aktivitäten der Ehrenamtler und Migrantenorganisationen finanziell und logistisch unterstützt. Lillian Petry bedankte sich bei allen Landes- und kommunalen Einrichtungen und Verantwortlichen, die durch Ihre Offenheit und Akzeptanz diese positiven Ergebnisse ermöglicht haben.

Einleitend in die Podiumsdiskussion wurde ein Film über die Fluchtursachen und Fluchtwege gezeigt. In diesem Film berichtet ein Junge von seiner 241-tätigen Flucht von Somalia über Äthiopien nach Europa. Die Podiumsdiskussion zum Thema „Die Flüchtlinge als Sündenbock. Was kann man dagegen tun?“ war der zentraler Programmpunkt. Wesentliches Fazit der Diskussion: Ankommen sei gut. Aber Weiterkommen sei besser.

Trotz der Aufnahmebereitschaft  Deutschlands gibt es viele bürokratische Hürden, die den Flüchtlingen das Ankommen erschweren. Ein weiterer Aspekt der Podiumsdiskussion war die Frage nach Flüchtlingen aus Afghanistan. In diesem Zusammenhang bedauern die anwesenden Politiker, dass Afghanistan zu Unrecht zu einem sicheren Land erklärt wurde. Das führe zu einer Diskriminierung der Flüchtlinge. Die Bereitschaft der Innen- und rechtspolitischen Sprecherin der Linken, mit den Betroffenen im Landtag zu sprechen, kann den anwesenden jungen Afghanen ihre Unsicherheit nicht nehmen. „Ihr braucht in Saarbrücken keine Angst zu haben, da die Mehrheit der Menschen hier bereits mit Flüchtlingen in Frieden leben“, antworteten Vertreter der politischen Parteien auf dem Podium. Auch das Thema Islamunterricht löste eine heftige Diskussion aus. Ivan Iliev erklärte, dass die Integration von Flüchtlingen und Migranten nur durch ein gemeinsames Handeln beider Seiten erfolgen kann.

Ein mindestens genauso wichtiger Programmpunkt waren die 8-Länder-Kostbarkeiten – ein interkulturelles Büffet mit Küchenspezialitäten aus Deutschland, Syrien, Afghanistan, Sri Lanka, Ghana, Senegal, Irak, Pakistan. Die Veranstaltung endete mit  einem interkulturellen Rahmenprogramm, wobei die Kinder-Tanzgruppe von ELFE e.V., Die  syrische Gruppe TURAS ALSHAM, die Kinder-Tanzgruppe von Haus Afrika e.V. sowie die Künstler Kevin Alamba (Nigeria) und Mamadou Diallo (Senegal) das Publikum absolut begeisterten.

samo.fa Aktionstag: Gemeinsam hier – Hoyerswerda

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Sprachcafé von samo.fa Hoyerswerda und „Hoyerswerda hilft mit Herz“

Mehr als 200 Menschen kamen am Samstagnachmittag ins Jugendclubhaus „OSSI“ in Hoyerswerda. Grund war das Sprachcafé des samo.fa-Stammtisches Hoyerswerda und weiteren Unterstützern aus dem Bürgerbündnis „Hoyerswerda hilft mit Herz“. Zu dem vorweihnachtlichen Abend war jedermann herzlich eingeladen. Ab 15 Uhr öffneten sich die Türen.

Im Sprachcafé kamen Geflüchtete und Deutsche über die deutsche Sprache in einen Austausch und erhielten so die Möglichkeit, sich über die deutsche Sprache näher kennen zu lernen. Viele unterschiedliche Sprachspiele erleichterten und erheiterten das Deutschlernen. Natürlich konnten sich die Gäste auch eigene Themen widmen und sich ganz freie unterhalten. Ein Austausch fand nicht nur auf sprachlicher Ebene statt – auch kulinarisch gab es viel zu entdecken. Familien aus dem Asylbewerberheim in der Thomas-Müntzer-Straße brachten Baklava mit, die in kürzester Zeit verspeist waren.

Auch an die Kleinen wurde gedacht: Sie konnten Memory spielen, Bilder ausmalen, Kickern oder Ketten herstellen. Am späten Nachmittag. brachte die Trommel- und Percussiongruppe „DrumTastic“, angeleitet vom Stammtischmitglied Chris, viele in Tanzstimmung. Der DJ hatte Not, die die Massen bis zum Abend in Zaum zu halten. Spontane Showeinlagen von unseren jungen Gästen, wie zum Beispiel einstudierte Tänze und Weihnachtslieder, erfreuten sich großer Beliebtheit. Wir bedanken uns recht herzlich bei ALLEN Helfern, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben und freuen uns auf eine Fortsetzung.

Vielen Dank an die fleißigen BäckerInnen aus dem AWO-Heim! (Foto: Cindy Paulick)

„DrumTastic“ geben alles! (Foto: Jens Leschner)

samo.fa Aktionstag: Gemeinsam hier – Heilbronn

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 „Wohin und nicht zurück“ Film mit anschließender Podiumsdiskussion

Kurz nach sechs Uhr trafen bereits die ersten Gäste ein, die bei Kaffee und Süßspeisen ins Gespräch kamen. Nach und nach füllte sich der Saal in der Volksbank immer stärker. Zunächst begrüßte der Vorstand der Griechischen Gemeinde Heilbronn, Herr Panagiotis Pantaliokas die Gäste mit einem kritischen Blick auf die europäische Flüchtlingspolitik. Anschließend folgte das Grußwort der Flüchtlingsbeauftragten der Stadt, Frau Mona Klenk, welches einen Einblick in die Arbeit in Heilbronn und das ehrenamtliche Engagement vor Ort lieferte und die Relevanz der Migrantenorganisationen und ihre Aktivitäten im Flüchtlingsbereich hervorhob.

Die Veranstaltung war vielfältig: Neben der Kommunal- und Landespolitik war auch die Politik auf Bundes- und Kontinentalebene Themen, die die Diskussion des Abends prägten. Die Arbeit der Ehrenamtlichen spielte dabei eine große Rolle. Um auch Unterstützungsformen europaweit darzustellen berichtet Dr. Anastasios Giakoumis vom Zusammenschluss „Ärzte ohne Grenzen“ über die Situation der ankommenden Flüchtlinge in Griechenland.

Eine der Hauptrollen an diesem Abend nahm der österreichische Autor und Filmemacher Fabian Eder ein. Sein Dokumentarfilm „Wohin und nicht zurück“ thematisiert die Flüchtlingssituation in Österreich. Er stellt die Erfahrungen der Geflüchteten dar. Zu sehen sind Bilder von ihrer schweren und ermüdenden Flucht. Der Film beleuchtet damit zugleich die europäische Flüchtlingspolitik und stellt die Frage, was auf europäischer Ebene getan werden muss. Die Botschaft ist dabei aber durchaus positiv. Die Betreuung der Geflüchteten in den verschiedenen Einrichtungen und das Engagement der Bevölkerung tragen maßgeblich dazu bei, dass die Flüchtlingssituationen gelöst werden können: Voraussetzung hierfür: Der Wille, es zu schaffen.

An den Film schloss sich eine von Fabian Eder moderierte Podiumsdiskussion zur europäischen Flüchtlingspolitik an. Die Mitglieder des Bundestages Josip Juratovic,  SPD und Richard Pitterle, Linke, nahmen ebenso wie die Mitglieder des baden-württembergischen Landtages Susanne Bay, Die Grünen, Dr. Bernhard Lasotta, CDU und Niko Weinmann, FDP als Podiumsteilnehmer zu den unterschiedlichen Fragen rund um die Themen Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft Stellung. Dr. Anastasios Giakoumis war neben dem Fachanwalt für Arbeitsrecht Nikolas Sakellariou ein erfahrener Engagierter aus der Praxis.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Liederkranz Ellhofen, welcher internationale Stücke vortrug. Zum Abschluss des Abends um ca. 22:30 Uhr gab es noch einen kleinen Imbiss mit informellen Gesprächen. So ging der erfolgreiche Abend in einer angenehmen Atmosphäre zu Ende.

Ausschnitt aus dem Film „Wohin und nicht zurück“ von Fabian Eder, Autor und Filmemacher. (Foto: Samira Lamparth)

Dr. Anastiasios Giakoumis, Ärzte ohne Grenzen, hält seine Präsentation. (Foto: Samira Lamparth)

Podiumsdiskussion (v.l.n.r.):  Josip Jurativic, Mitglied des Deutschen Bundestages der SPD-Bundesfraktion; Niko Weinmann, Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg Freie Demokraten FDP; Richard Pitterle, Mitglied des Deutschen Bundestages Die Linke; Dr. Anastasios Giakoumis, Ärzte ohne Grenzen; Kiriakos Gkekas; Fabian Eder, Autor und Filmemacher; Susanne Bay, Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg Bündnis 90-Die Grünen; Dr. Bernhard Lasotta, Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg der CDU-Landtagsfraktion; Nikolaos Sakellariou, Fachanwalt für Arbeitsrecht)

(Foto: Samira Lamparth)

samo.fa Aktionstag: Gemeinsam hier – Leipzig

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Juntos aquí . Gemeinsam hier

Von Anfang an war das Haus voll – es kamen knapp 150 Menschen: Geflüchtete und Nichtgeflüchtete aus Syrien, der Türkei, dem Irak, aus  Argentinien, Mexiko, Spanien, El Salvador, Kolumbien und aus Deutschland, um miteinander zu reden, zu tanzen, basteln, essen und zu musizieren. Mitarbeiter und Geflüchtete aus der Gemeinschaftsunterkunft Ardnstraße, Schüler vom Lenguage Coach Institut, Mitglieder der Leipziger Syrienhilfe und der Deutsch-Spanischen Freundschaft e.V. haben den Aktionstag auf ganz individuelle Weise gestaltet. Es gab Leckereien aus den unterschiedlichsten Ländern: Zum Beispiel Kaffee mit Cardamom, Süßigkeiten aus Syrien und vieles mehr. Und natürlich gab es Musik: Man konnte zusammen mexikanisch musizieren und abends haben drei Geflüchtete gemeinsam syrische Musik gemacht.

Essen und Musik waren aber nur ein Teil des Programms. Am Aktionstag kam ein Zahnarzt und Dolmetscher aus Syrien, der wichtige Auskünfte über binationale Ärzte in Leipzig erteilte. Es gab Workshops für Kinder und Jugendliche und Radio Blau hat Interviews geführt. Alles unterstand dem Ziel, möglichst viele Begegnungen zu ermöglichen und den persönlichen Kontakten zu fördern. Die Veranstaltung war der Anfang für eine weitere und enge Zusammenarbeit. „Das sollen wir öfter machen“ äußerte sich auch Abedin Zeinel Hassan, Mitglied des Migrantenbeirats der Stadt Leipzig, sehr zufrieden über die Veranstaltung und über die Zusammenarbeit der Vereine.

Marisa Sanchez, (Koordinatorin samo.fa Leipzig), Isabel Herling, (Mitglied der Leipziger Syrienhilfe e.V.), Abedin Zeinel Hassan (Mitglieder des Migrantenbeirates der Stadt Leipzig) und Louai Haj Bakri (stellv. Vorsitzender der Leipziger Syrienhilfe e.V.) (v.l.n.r.) Fotografin: Yameli Gómez

Botschaften der Liebe auf Holzstücken, die im Workshop verarbeitet wurden (Fotografin: Yameli Gómez)

Buntes Büffet mit leckeren hausgemachten Spezialitäten (Fotografin: Yameli Gómez)

Partner vor Ort    III