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Arbeitsmarktintegration in Hannover – lokale Dialogkonferenz

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Am 18. September fand die lokale Dialogkonferenz des lokalen Partners MiSO e.V. im Freizeitheim Vahrenwald unter dem Motto „Flüchtlingsarbeit und Hannover 2020“ statt. Gäste wie Gabriele Haferlach vom Jobcenter Hannover diskutierten mit Vertreter*innen verschiedener Migrantenorganisationen und Geflüchteten in großer Runde die Herausforderungen und mögliche Lösungen für die Wohnungssuche und den Zugang zum Arbeitsmarkt für Geflüchtete in der Stadt.

Mangelberufe und Ausbildungsplätze für Geflüchtete

In Deutschland werden in verschiedenen Arbeitsbereichen Fachkräfte gebraucht, etwa in der Pflege oder als Bäcker. Unattraktive Arbeitszeiten sind nur ein Grund für eine hohe Abbruchquote. Geflüchtete könnten dieses Defizit auf dem Arbeitsmarkt ausgleichen, müssen aber die deutsche Sprache genügend beherrschen, um die Berufsschule zu bestehen, sofern sie überhaupt an einen Ausbildungsvertrag kommen. Eine weitere Herausforderung dabei ist die Unterbringung, die eine zusätzliche Belastung bei der Ausbildung darstellen kann – etwa, wenn der Arbeitsplatz nachts nur schwer zu erreichen ist oder junge Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften wohnen und zu unterschiedlichen Zeiten arbeiten.

Sprache als Schlüssel zur Integration

Trotzdem, so sind sich die Teilnehmenden einig, ist vor allem die Sprache entscheidend für eine gelungene Integration in die Stadtgesellschaft und den Arbeitsmarkt. Helfen dabei können Migrantenorganisationen, die  aufgrund eigener Erfahrung einen besseren Zugang zu Geflüchteten haben. Dr. Peyman Javaher-Haghighi, Vorstand des Dachverbands von MiSO, dem Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. (NEMO), betonte dabei die Rolle des Projekts samo.fa (Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit). Das im Jahr 2016 von NEMO ins Leben gerufene Projekt sei eine Ergänzung für die üblichen Akteur*innen in der Flüchtlingsarbeit, um auch Migrantenorganisationen für den Bereich zu öffnen. Erfolge des Projekts in Hannover sind zum Beispiel Rahmenvereinbarungen von MiSO mit der Bäcker-Innung, bis 2020  jährlich 14 Geflüchteten einen Ausbildungsvertrag zu verschaffen.

Stimme und Rolle von Migrantenorganisationen – Kieler Dialogkonferenz

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Die lokale samo.fa Dialogkonferenz zum Thema „Stimme und Rolle von Migrantenorganisationen“  fand im Rahmen der interkulturellen Wochen der Stadt Kiel in den Räumlichkeiten von „Kiel hilft Flüchtlingen e.V.“ statt. Veranstalter war der lokale Projektpartner Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein. Kooperationspartner waren das Forum für Migrantinnen und Migranten der Landeshauptstadt Kiel, Kiel hilft Flüchtlingen e.V., die Landeshauptstadt Kiel – Amt für Soziale Dienste – Referat für Migration, das nettekieler Ehrenamtsbüro Kiel, die Syrische Gemeinde in Kiel und Umgebung e.V. und die Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für Migrant*innen (ZBBS).

Mit um die 100 Gäste stieß die Konferenz in der Kieler Bevölkerung auf großen Anklang. Darunter waren viele Aktive mit Migrationshintergrund, geflüchtete Menschen, Politiker*innen, Mitglieder des Flüchtlingsrats Schleswig-Holsteins, Mitglieder verschiedener Migrantenselbstorganisationen, Mitarbeiter*innen des Referats für Migration und Diversität, Vertreter*innen aus dem Sozialministerium in Schleswig-Holstein, Menschen aus der Stadtverwaltung, Mitarbeiter*innen der Wohlfahrtsverbände (AWO, DRK, Caritas) und verschiedener Flüchtlingsunterkünfte sowie Ratsmitglieder der Stadt Kiel.

Aktiv beteiligten sich während der Veranstaltung verschiedene Vertreter_innen von Migrantenselbstorganisationen – wie beispielsweise die syrische Gemeinde in Kiel und Umgebung e.V., LA Cultura, die Afghanische Gemeinschaft, die Al Djîlâniyy Moschee, die liberale jüdische Gemeinde und natürlich auch die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein – sowie Ehrenamtliche der ZBBS, des Sprachcafés und von samo.fa.

Bei einer Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung –mit Staatssekretär Torsten Geerdts (CDU), Serpil Midyatli (Grüne), Gerwin Stöcken (Stadtrat Kiel), Dr. Cebel Küçükkaraca (Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein) und Bashar Kanou (Syrische Gemeinde in Kiel und Umgebung e.V.) kamen alle Akteur*innen ins Gespräch.

Es ging um Vorteile, Handlungsoptionen und Unterstützungsmöglichkeiten von Migrantenorganisationen bei ihrem ehrenamtlichen Engagement für Geflüchtete. Der Tenor unter den Migrantenorganisationen war, dass Menschen mit Migrationshintergrund sich besser in die Lage von Geflüchteten hineinversetzen können, oft über kulturelles Wissen und Sprache verfügen, wodurch eine Arbeit auf Augenhöhe eher möglich sei. Auf die Frage, was die Landesregierung unter Unterstützung von Geflüchteten versteht, wies Torsten Geerdts vor allem den Bereich Bildung – insbesondere Sprachkompetenz- und Arbeitsmarktintegration hin.

Bestandsaufnahme zur Flüchtlingsarbeit – Dialogkonferenz in Mönchengladbach

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Die Dialogkonferenz  des lokalen samo.fa Partners in Mönchengladbach fand in den Räumlichkeiten des Bildung-, Kultur- und Integrationsvereins Irfan statt.

Die Referenten der Konferenz waren Herr Hardcastle, der Flüchtlingskoordinator für Mönchengladbach und Herr Meisterling-Riecks, Leiter des Integration Point Mönchengladbach. Beide haben je einen Workshop geleitet. Es waren circa 100  Mitglieder von Migrantenorganisationen, andere gemeinnützige Organisationen (Philippus Akademie, kirchliche Institutionen, etc.), Wohlfahrtsverbände, Vertreter der Kommune, Ehrenamtler und Flüchtlinge anwesend.

Ziel der Veranstaltung waren die Sichtbarkeit, Sensibilisierung, Anerkennung und Akzeptanz der Arbeit von Migrantenorganisationen in Mönchengladbach.

Die Dialogkonferenz hat allen die Möglichkeit gegeben, mit den Kommunalpolitikern, Migrantenorganisationen, anderen gemeinnützigen Organisationen, Wohlfahrtsverbänden, Ehrenamtlern und Flüchtlingen mehr zu kollaborieren.

Der Einsatz der kommunalen Vertreter hat bewiesen, dass die ehrenamtliche Arbeit akzeptiert und anerkannt wird.

Durch den Einsatz seit dem Anfang von samo.fa hat die Stadt einen kontinuierlichen Ansprechpartner für die Migrantenorganisationen gefunden.

Die konkreten Ergebnisse aller Konferenzen wird in Berlin zusammengetragen.

 

Herr Stipanovic, die Linke MG, Herr Hardcastle, Flüchtlingskoordinator MG, Herr Kayaci, Vorstandvorsitzender, Irfan e.V.

Frau Wasserlos-Strunck, Philippus Akademie

Herr Hardcastle, Flüchtlingskoordinator MG und Herr Meisterling-Riecks, Leiter des Integration Points MG, Abteilung des Job Centers.

Miteinander statt übereinander reden – 2. Fachveranstaltung in Dortmund

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Die lokale Dialogkonferenz in Dortmund fand in Form einer Fachveranstaltung unter dem Motto „Gemeinsam Geflüchtete im Alltag unterstützen“ statt, die die Ergebnisse einer früheren Fachveranstaltung zum Thema wieder aufgriff.

Verschiedene Vertreter*innen aus Migrantenorganisationen trafen auf Akteur*innen aus Dortmund, um sich über die lokale Flüchtlingsarbeit auszutauschen.

So folgten etwa auf  Gesprächsrunden mit der Sozialdezernentin der Stadt Dortmund Birgit Zoerner und weiteren Vertreter*innen  Vorträge von Dr. Kemal Bozay von der FH Dortmund und Tülay Zengingül,  Netzwerkbegleiterin von samo.fa in Nordrhein-Westfalen.

Dazwischen fanden Workshops zu den unterschiedlichen Themenfeldern in der Flüchtlingsarbeit statt, geleitet von Mitgliedern des lokalen samo.fa Partners VMDO e.V., Train Of Hope e.V. und Chancengleich in Europa e.V.

Bei den Diskussionen erklärten die Teilnehmenden ihre Ansätze darüber, was Migrantenorganisationen in der Stadtgesellschaft leisten können und welche Rolle sie in der Flüchtlingsarbeit einnehmen sollen: Als Brückenbauer zwischen den beiden genannten Institutionen können sie zum Beispiel ihre eigene Migrationserfahrung nutzen, um den Alltag von Geflüchteten in Deutschland zu erleichtern.

Expertenrunde zum Themenfeld Integration – Dialogkonferenz in Hoyerswerda

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Am 20. September fand auch in Hoyerswerda die erste samo.fa Dialogkonferenz statt – unter Kooperation mit „Hoyerswerda hilft mit Herz“. Im Jugendclubhaus „OSSI“ trafen sich neben Ehrenamtlich Aktiven, Geflüchteten und lokalen Akteur*innen auch Expert*innen aus den Bereichen Arbeit, Bildung und Wohnen.

Nach einer Vorstellung des Projektes samo.fa und einigen Hintergrundinformationen zur Lage Geflüchteter vor Ort und aktuellen Asylzahlen in Hoyerswerda durch den Bürgermeister, gab es eine kurze Interviewrunde mit vier samo.fa-Ehrenamtlichen, um die praktische Arbeit des Projekts vor Ort vorzustellen. Hierbei sprachen sie über Aktivitäten wie die monatlichen samo.fa-Arbeitstreffen, die Backgruppe oder Wandertage und Ferienaktionen.

Anschließend gab es drei parallel stattfindende Workshops (gruppiert nach den Geflüchteten-Gruppen „Alleinreisende“, „Familien“ und „Jugendliche“). Neben Geflüchteten nahmen an jedem Workshop Lokalakteur*innen und Expert*innen aus den jeweiligen Handlungsfeldern teil. In den ca. 60 Minuten haben die Teilnehmer*innen ihr jeweils dringendstes Problem gemeinsam diskutiert und Lösungsvorschläge erarbeitet.

Nichtgelöste Probleme und Forderungen an die Politik werden zur bundesweiten Dialogkonferenz am 17. November nach Berlin getragen.

Wir danken recht herzlich der Stadt Hoyerswerda sowie den Expert*innen des Landratsamtes Bautzen, der LebensRäume Hoyerswerda eG, der Wohnungsgesellschaft GmbH Hoyerswerda, des Jobcenters Landkreis Bautzen, der Agentur für Arbeit Bautzen, der ODS Ostsächsische Dienstleistungs- und Service GmbH, der Sächsischen Bildungsagentur, der 4. Grundschule Hoyerswerda  „Lindenschule “ und der Oberschule „Am Planetarium“. Wir freuen uns sehr, dass ebenso viele weitere lokale Akteur*innen, Ehrenamtliche und Geflüchtete zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben.

Fotos: Martina Wolf

Gut vernetzt! – Dialogkonferenz in Neuss

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Die lokale Dialogkonferenz beim Partner in Neuss, dem Raum der Kulturen Neuss e.V.​, hat wichtige Akteur*innen der Stadt zusammengebracht, um unter anderem über die Stadtteilarbeit, Bildung, Gesundheit und Arbeit zu diskutieren. Am 8. September konnten alle Teilnehmenden ihre Meinung zur Situation in Neuss kundtun und gemeinsam Lösungsansätze für Herausforderungen sammeln.

Die Dialogkonferenz ist somit ihrem Titel „Gut vernetzt?“ mehr als gerecht geworden und hat einen entscheidenden Beitrag zum offenen Dialog in der Stadtgesellschaft geleistet. Die Ergebnisse dieser übergreifenden Kooperation werden bei der bundesweiten Dialogkonferenz in Berlin vorgestellt.

Fotos: Melanie Stegemann

Geflüchtete auf dem Arbeitsmarkt: Dialogkonferenz in Waltrop

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Bei der Dialogkonferenz in Waltrop diskutierten Vertreter*innen der Stadt die Situation von Geflüchteten und Migrant*innen in Waltrop. Zu den Referenten gehörten Akteur*innen aus Politik und Verwaltung, Migrantenorganisationen und ehrenamtlich Aktive. Eine besondere Herausforderung ist immer noch die Arbeitsmarktintegration, eines der zentralen Handlungsfelder des samo.fa Projekts 2017. Aber auch die Bildung, im Speziellen die Sprache, ist ein wichtiger Faktor der Integration und den Zugang zu Arbeit. Gesamtschulleiterin Ulrike Waterkamp etwa betonte in der Diskussion den Zugang von Geflüchteten zu Bildungseinrichtungen.

Die Dialogkonferenzen der 30 lokalen Partner sollen die Erfolge, aber auch Herausforderungen vor Ort sichtbar machen. Die gesammelten Ergebnisse werden zudem am 17. November in Berlin zusammengetragen.

Erfahrungen weitergeben

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14 Ausbildungsverträge in Hannover und erfolgreiche Ausbildungs- und Jobbörse in Freiburg: Erfolge im Handlungsfeld Arbeit beim Projekt samo.fa. 

Sharif und Lesia sind zum bundesweiten Aktionstag des lokalen samo.fa-Partners, dem MiSO-Netzwerk Hannover e.V., gekommen und spielen heute die Hauptrolle. Lesia gibt als Ehrenamtliche beim Afrikanischen Dachverband Norddeutschland e.V. Deutschkurse, Sharif ist einer ihrer Schüler. Gleichzeitig begleitet sie ihn zu Behörden oder schreibt mit ihm Bewerbungen. Seit vier Jahren lebt Lesia nun in Deutschland, studiert Politikwissenschaften und hilft Geflüchteten bei der Orientierung in dem fremden Land.

„Ich bin selbst die Schritte gegangen, die Geflüchtete jetzt gehen müssen. Es ist gerade am Anfang verdammt schwer“, sagt Lesia. Die 25-Jährige kommt gebürtig aus der Ukraine. Heute sitzt sie im Kulturzentrum Faust in Hannover in der ersten Reihe – direkt neben Sharif, mit dem sie durch die enge Begleitung mittlerweile eine gute Freundschaft verbindet. Sharif kam 2015 über das Mittelmeer nach Deutschland. Zwei Tage war er in einem Schlauchboot unterwegs, bis er seinen langen Weg nach Deutschland fortsetzte.

 

Lesia Brezitzka begleitet als Ehrenamtliche  Sharif Ahmad, der 2015

aus dem Sudan kam. Foto: Kristin Wenzel

Erfahrung des Ankommens und Fremdseins

Aufgrund ihrer eigenen Migrationserfahrung, ihrer Mehrsprachigkeit, ihres interkulturellen Wissens, aber besonders durch ihre Erfahrung des Ankommens und Fremdseins, kann Lesia Geflüchtete ganz anders begleiten als jemand, der diese Erfahrung nicht gemacht hat. „Lesia ist ein Vorbild für mich“, sagt Sharif. „Ich kann mit ihr reden, und merke, dass sie genau versteht, was ich meine. Manchmal bin ich ganz enttäuscht, dass ich nicht schneller Deutsch lerne. Dann berichtet Lesia von ihrer Erfahrung und ich denke, ich schaffe das auch. Und wenn ich so gut Deutsch spreche wie Lesia, werde ich mich auch für Geflüchtete einsetzen und weitergeben, was ich erfahren durfte.“

In 30 Städten und Kreisen in ganz Deutschland sind lokale Partner koordinierend für samo.fa in der Flüchtlingsarbeit tätig. In Hannover wird samo.fa vom MiSO Netzwerk getragen. MiSO ist ein Netzwerk von und für Migrant*innen, das sich für das gleichberechtigte Zusammenleben in der Stadt einsetzt. Der lokal-kommunale Handlungsansatz ist grundlegend für samo.fa – in Hannover und 29 weiteren Städten. Unter den bundesweiten Partnern finden sich neben lokalen Verbünden vor allem migrantische Träger von Kultur- und Bildungsaktivitäten, die sich durch breite Kooperationsbeziehungen auszeichnen. In die Aktivitäten vor Ort sind dabei schon über 300 Migrantenorganisationen einbezogen. Lokale Migrantenorganisationen sind wichtige Partner für gutes Ankommen und die Teilhabe von Geflüchteten. Stärker als Einzelpersonen können sie der erfolgreichen Integration und gleichberechtigten Teilhabe ein notwendiges Gewicht verleihen. Ihre Mitglieder, deren Familien, Verwandte oder die Nachkommen kennen die Erfahrung des Ankommens.

Diese Strukturen und damit verbunden die enge Begleitung durch Lesia haben auch Sharif den Übergang in den Alltag erleichtert. Seit 2015 lebt er in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Sharif floh vor dem Bürgerkrieg im Sudan. In Dafour hat er als Verkäufer und Brückenbauer gearbeitet. Insgesamt ist die Zahl der Geflüchteten in Deutschland seit dem Sommer 2015 stark gestiegen. Damit erhöht sich für die Städte und Kreise der Anspruch auf angemessene Unterbringung und die elementare Versorgung und Sicherung des Zugangs zu schulischer Bildung. Hinzu kommen Themen wie Gesundheit und die erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt. Allein das Thema Arbeitsmarktintegration stellt eine besondere Herausforderung für die nächsten Jahre dar.

Rahmenvereinbarungen mit dem Handwerk

Einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden, ist ein großes Thema gerade für Geflüchte. Der Aktionstag, der mindestens einmal im Jahr in Hannover und bei den anderen 29 samo.fa-Partnern stattfindet, beschäftigt sich daher im Mai in Hannover mit diesem Themenfeld. „Wir wollen an diesem Tag einer breiten Öffentlichkeit zeigen, welchen wichtigen Beitrag Menschen mit Migrationsgeschichte spielen“, berichtet Wolfgang Hellwig. Er ist einer der Verantwortlichen für samo.fa in Hannover und hat zum Aktionstag einen großen Erfolg zu verkünden: Mit der Bäcker-Innung Hannover hat er eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen, so dass 14 Flüchtlinge pro Jahr einen Ausbildungsvertrag erhalten können – und das bis zum Jahr 2020. Auch mit der Friseurinnung, mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband oder mit den Altenpflegeverbänden wurden solche Rahmenvereinbarungen geschlossen. „Jetzt haben wir auf einmal viele Ausbildungsplätze und müssen dafür sorgen, dass die Flüchtlinge so gut Deutsch können, dass sie am Ende ihre Prüfung bestehen“, betont er vor großem Publikum.

Dann ist der Moment gekommen, auf den Lesia und Sharif an diesem Tag schon so lange warten: Sharif erhält auf der Bühne durch samo.fa den ersten Ausbildungsvertrag innerhalb des bundesweiten Projekts. Die Übergabe ist einer der Höhepunkte des Aktionstags in Hannover und ein Erfolg für das gesamte Projekt.

 

Sharif Ahmad ist einer der ersten, der am 1. August seine Ausbildung

    als Bäcker beginnt. Foto: Kristin Wenzel

Ausbildungs- und Jobbörse in Freiburg

Auch in Freiburg beginnt für viele Geflüchtete der Alltag mit der Frage nach Möglichkeiten zu studieren, eine Ausbildung zu beginnen oder zu arbeiten. Um Geflüchtete und Unternehmen zusammenzubringen, hat FAIRburg e.V. – der lokale samo.fa Partner in Freiburg – eine Ausbildungs- und Jobbörse ins Leben gerufen. Kleine und große regionale Unternehmen wie der Europapark, Hochschulen und Verbände konnten sich erstmalig Geflüchteten präsentieren und ihnen freie Stellen und Ausbildungsplätze anbieten. Das war Anfang September 2016. 700 Menschen nahmen allein im letzten Jahr an der Jobbörse teil. Es war bisher die größte Veranstaltung im Rahmen des Projekts in Freiburg.

 

Bei der Ausbildungs- und Jobbörse in Freiburg konnten Geflüchtete

   Kontakte mit Vertreter*innen von Unternehmen knüpfen.

Foto: Bülent Gençdemir

 

„Die Idee kam beim wöchentlichen Stadtteilcafé“, erklärt Patricia Aparicio, die lokale samo.fa Koordinatorin von FAIRburg e.V. „Die Ehrenamtlichen und Geflüchteten haben den Bedarf einer Jobbörse geäußert und dann einfach losgelegt. Dass so viele Leute kommen, hatten wir nicht erwartet.“

Im Januar 2018 geht die Ausbildungs- und Jobbörse daher in die zweite Runde, diesmal noch größer. So wie die Jobbörse in Freiburg ein Erfolg für das Projekt ist, ist es in Hannover die Übergabe das ersten Ausbildungsvertrages an Sharif:„Ich freue mich sehr auf meinen ersten Tag als Azubi“, erklärt Sharif, „und die ersten selbst gebacken Brötchen esse ich zusammen mit Lesia.“

Arbeitsmarktintegration: Leicht gesagt, schwer gemacht (Dortmund)

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„Verschiedene Perspektiven und Erfahrungen zu hören, ist sehr hilfreich“, fasst Johanna Jost, lokale Koordinatorin, das samo.fa Club Treffen zusammen, „dadurch wird aber auch die Komplexität des Themas besonders deutlich.“ Die Diskussion vom 27. März zeigt, wie wichtig und gleichzeitig schwierig die Arbeitsmarktintegration ist.

Unter den 25 Teilnehmern waren VertreterInnen verschiedener Migrantenorganisationen wie zum Beispiel Williams Atweri vom Verein „Begegnung mit Afrika“ und Beate Vogel vom „Train of Hope“. Sie alle trafen sich im Haus der Vielfalt, um über die Arbeit mit Geflüchteten zu sprechen. Außerdem brachte Alex Völkel, der als Journalist bei den Nordstadtbloggern arbeitet, ebenfalls seine Sicht ein.

Viele der Geflüchteten haben in ihren Heimatländern bereits Praxiserfahrung gesammelt, müssen in Deutschland aber wieder bei null anfangen. Die Chance, eine Ausbildung zu bekommen, ist in vielen Bereichen nicht besonders hoch, ein Studium finanziell kaum machbar. Das Interesse für eine Ausbildung zu wecken und gleichzeitig den Zugang zu allen Bereichen des Arbeitsmarkts zu ermöglichen, ist daher entscheidend.

Partner vor Ort    III