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Vom Juniorpartner zum gleichberechtigten Akteur – Migrantenorganisationen ziehen bei der bundesweiten Dialogkonferenz in Berlin Bilanz

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Während die Gespräche über eine Jamaika-Regierungskoalition am Wochenende vor allem am Thema Zuwanderung scheiterte, diskutierte der Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. (NeMO) auf einer bundesweiten Dialogkonferenz die Ergebnisse seines Modellprojektes samo.fa (Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit) mit Wissenschaftlern, Integrationsbeauftragten aus Bund, Ländern und Kommunen und Vertretern der etablierten Wohlfahrtsverbände. „Der lange Sommer des Willkommens ist vorbei“, sagte Ümit Koşan, NeMO-Vorstand bei der Konferenz im Palais der Berliner KulturBrauerei. „Sein Erbe müssen wir gegen den erstarkenden Rechtspopulismus verteidigen, denn Flucht und Fluchtursachen bleiben.“

Ebenso bleiben viele Menschen, die im Flüchtlingssommer 2015 nach Deutschland gekommen sind – und für die es heute nicht mehr Erstversorgung geht, sondern um Teilhabe und das Ankommen im neuen Alltag. So lautete auch das Motto der Konferenz: „Den neuen Alltag bewältigen.“ Dazu gehört auch das große Streitthema der Bundesparteien: Familiennachzug. „Wie soll ich funktionieren, Deutsch lernen, Arbeit finden, wenn meine Familie nicht kommen darf?“, fragt ein Geflüchteter auf einer der 1.000 Sprechblasen, die aus den 30 samo.fa-Projektstädten mit nach Berlin gekommen waren – und über die die lokalen Projektkoordinatoren in der Kulturbrauerei mit Gästen wie Werner Schiffauer, Professor für Kultur- und Sozialanthropologie der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und Vorsitzender des Rats für Migration, aber auch Integrationsbeauftragten aus Bund, Ländern und Kommunen diskutierten.

Ungeklärter Familiennachzug, fehlende Wohnungen, zu wenige Sprachkurse in oft mangelhafter Qualität, keine Möglichkeit, Traumata behandeln zu lassen, weil Therapieplätze Mangelware sind. „Es gibt noch viele Hürden, die Geflüchteten das Ankommen im Alltag in Deutschland erschweren“, sagt Elizabeth Beloe, samo.fa-Netzwerkbegleiterin für die Region Nordost.

Aber auch Efolge des Projekts wurden präsentiert, zum Beispiel in Hannover, wo Bäckerinnung und Migrantenorganisationen ein Ausbildungsvereinbarung geschlossen haben: Durch sie finden norddeutschen Bäcker Auszubildende im Mangelberuf finden und die Geflüchteten eine Bleibeperspektive. Beim Deutschlernen und den Anforderungen der Berufsschule unterstützt ein Netzwerk aus Ehrenamtlichen des samo.fa-Projektes.

Oder durch Angebote wie SmartFit in Dortmund, das bei regelmäßigem Fitness-Training Ernährungsberatung zum noch ungewohnten Lebensmittelangebot im neuen Land macht –  weil Zugewanderte aus einigen Ländern Übergewicht als Zeichen von Wohlstand sehen und sich dadurch sehr ungesund ernähren, erklärt der Dortmunder samo.fa-Koodinator Armel Djine. „Diese Prävention ist dringend notwendig, um Krankheiten wie Diabetes vorzubeugen.“ Bei Geflüchteten, aber auch bei allen anderen Bewohnern der Stadt – das Angebot ist für alle offen. „Es geht auch um das Zusammenleben vor Ort.“

Im samo.fa-Projekt sind mittlerweile mehr als 300 Vereine in 30 verschiedenen Städten organisiert, die in 2017 mit ihren rund 1.000 Workshops und Beratungsangeboten rund 36.000 Geflüchtete erreichten – und ihr Wissen bei bundesweiten Veranstaltungen wie der Dialogkonferenz untereinander austauschen.

Aber: „Migrantenorganisationen sind bislang die Juniorpartner in der Flüchtlingshilfe – die gerne mithelfen, aber nur wenig mitbestimmen dürfen“, sagte Werner Schiffauer, Vorsitzender des Rats für Migration in seinem Konferenzvortrag. Dass sie bei der Integration von Neuzuwanderern dringend gebraucht werden, sei zwar mittlerweile im politischen und gesellschaftlichen Diskurs angekommen, sagt der Kulturwissenschaftler.

Eine große Baustelle sei allerdings die Strukturförderung von Migrantenselbstorganisationen: Ohne Teil von dauerhaften kommunalen Regelangeboten zum Beispiel als Bildungsträger zu sein, werde nachhaltige Arbeit ausgebremst – und die Migrantenorganisationen blieben Helfer statt Gestalter. Auch daran arbeitet samo.fa. „Dadurch, dass wir uns in den verschiedenen Arbeitsfeldern weiter professionalisieren und in Netzwerken zusammenschließen, können wir diese Rolle verlassen“, sagt Dilek Boyu, NeMO-Vorstandsmitglied und Vorsitzende der Brücke der Kulturen Hildesheim – ebenfalls ein samo.fa-Partner.

Die Forderungen und Vorschläge der Geflüchteten und Ehrenamtlichen auf den Sprechblasen der 30 Projektstädte und den Gesprächen der Konferenz gehen als Handlungsempfehlungen an die künftige Bundesregierung – deren Koalitionsbildungs-Dialoge am vergangenen Wochenende allerdings weniger konstruktiv gelaufen sind.

mib

Pressemitteilung downloaden

Die Teilnehmer*innen der Dialogkonferenz sprachen in der Kulturbrauerei auch über die vielen Herausforderungen, die die Geflüchteten in den lokalen Konferenzen der letzten zwei Monate auf Sprechblasen geschrieben haben. Für Berlin wurden diese Forderungen gesammelt und als Diskussionsgrundlage zusammengetragen. Foto: Nicole Grote.

Zu der bundesweiten Dialogkonferenz waren alle Koordinator*innen der 30 samo.fa Standorte geladen, um sich über ihre Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit auszutauschen und öffentlich zu diskutieren. Foto: Nicole Grote

In verschiedenen Gesprächsrunden diskutierten Vertreter*innen des Projekts und aus Politik und den Städten über die Rolle von Migrantenorganisationen für die Flüchtlingsarbeit. Foto: Nicole Grote.

Film: Geflüchtete. Neuer Alltag.

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In dem neuen Film des samo.fa Projekts bekommt der Zuschauer beispielhaft Einblicke aus 4 Städten in Deutschland, in denen sich Aktive aus Migrantenorganisationen für die Flüchtlingsarbeit vernetzt haben. Nach der Erstaufnahme vieler Geflüchteter 2015 findet nun ein Übergang in einen neuen Alltag statt. Anhand der Handlungsfelder des Projekts begleitet der Film die Dialogkonferenzen und verschiedene Einrichtungen: In Dresden steht die Diskriminierung im Fokus, in Saarbrücken die Wohnnungssuche, in Hannover der Zugang zum Arbeitsmarkt und in Dortmund die Gesundheitsversorgung.

 

 

Bilanz aus 30 Städten: 1000 Stimmen im Haus der Demokratie und Menschenrechte

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Die vielen Stimmen aus 30 samo.fa Partnerstädten, die die Projektpartner auf den lokalen Dialogkonferenzen gesammelt haben, wurden für die bundesweite Dialogkonferenz zusammengetragen und in Berlin  am Haus der Demokratie und Menschenrechte aufgehängt. So konnten sich die Menschen schon am 16., November ein Bild der Bedarfe der Geflüchteten in Deutschland machen. Die Forderungen und Herausforderungen des Neuen Alltags werden dann am 17. in der Kulturbrauerei diskutiert.

Die Pressemitteilung dazu gibt es hier.

Chancen, Ziele, Perspektiven – lokale Dialogkonferenz Köln

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Bei der lokalen Dialogkonferenz in Köln diskutierten verschiedene Vertreter*innen und Akteur*innen der lokalen Flüchtlingsarbeit in der alten Feuerwache die besondere Rolle von Migrantenorganisationen. So stellen diese häufig für Geflüchtete eine vertrauensvolle Anlaufstelle dar und können durch ihre Netzwerke eine Brücke zur Aufnahmegesellschaft bilden.

In drei Workshops zu den Themen Bedeutung von Migrantenorganisationen im Bereich Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, Komplexe Lebenswelten bei geflüchteten Menschen und Selbstorganisation geflüchteter Menschen erarbeiteten die Teilnehmenden zudem gemeinsam Herausforderungen und Handlungsempfehlungen. So seien zum Beispiel die Einrichtung mehr fester Stellen in diesem Bereich und Coaching für Ehrenämtler hilfreich, um eine Kontinuität der Arbeit zu garantieren.

Handlungsempfehlungen für die Flüchtlingsarbeit sind vor allem Kapazitätentwicklung von Migrantenorganisationen und deren lokale und regionale Vernetzung.

Ein komplettes Ergebnis-Papier gibt es hier. 

Weitere Informationen und Eindrücke gibt es auf: www.dialogkonferenz-koeln.de

Eine Kette von Herausforderungen – Statements der lokalen Dialogkonferenzen

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Bei allen lokalen samo.fa Dialogkonferenzen wurden Sprechblasen ausgelegt, damit Geflüchtete, Ehrenamtlich Aktive und andere Interessierte die Herausforderungen und Probleme der Flüchtlingsarbeit und ihre persönlichen Erfahrungen beim Ankommen in Deutschland aufschreiben konnten, sodass der Dialog nicht nur angestoßen, sondern auch festgehalten wird.

Die Ergebnisse der vielen Beiträge werden bei der bundesweiten Dialogkonferenz in Berlin am 17. November zusammengetragen.

Für den Filmdreh über das samo.fa Projekt haben wir einmal einen Bruchteil der gesammelten Ergebnisse im Dortmunder Westpark aufgehängt, um zu verdeutlichen, wie wichtig die Arbeit in diesem Bereich ist und wie lang die Kette der Herausforderungen noch reicht.

Bestandsaufnahme zur Migrations- und Flüchtlingsarbeit bei der lokalen Dialogkonferenz in München

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Bei der Münchner Dialogkonferenz ging es wie bei allen lokalen Konferenzen darum, zu zeigen, wie wichtig Migrantenorganisationen (MOs) in der Arbeit mit Geflüchteten sind. Bei der einen Gesprächsrunde lag der Fokus auf den Rahmenbedingungen der kommunalen Politik und der sich daraus ergebenden Konsequenzen und Perspektiven für das ehrenamtliche Engagement der Migrantenorganisationen. In der zweiten Gesprächsrunde standen Kooperationen zwischen Einrichtungen der Integrationsarbeit und Migrantenorganisationen im Zentrum. Zu Beginn bedankte sich SPD-Stadtrat Cumali Naz in seinem Grußwort für die Idee eine Dialogkonferenz, unterstrich den einmaligen Charakter und sprach über die Notwendigkeit einer solchen Veranstaltung.

Er und Franziska Szoldatits sprachen über den Gesamtplan Integration für Flüchtlinge (GIF) der LH München, der im Herbst noch dem Münchner Stadtrat vorgelegt wird. Hier zeigte Frau Szoldatits (LH München/Sozialreferat/Leitung des GIF) die Interesse für eine engerere Zusammenarbeit mit samo.fa bei der Zusammenstellung des GIF (M4/M7). Klaus Grothe-Bortlik von Selbsthilfezentrum (SHZ) sprach über das Potential von MO als Partner der kommunalen Integrationsarbeit. Er wies auf eine Studie hin, die das SHZ Anfang 2016 durchgeführt hat. Diese Studie zeigt das Potential und Engagement der MOs. Die Ergebnisse der Studie werden auch bei der Veranstaltung „Teilhabe als Menschenrecht“ im Bayerischen Landtag am 9. Dezember 2017 erneut vorgestellt). Ahmad Abbas, Chorleiter des Syrischen Friedenschors, neuerdings Vorsitzender der Syrischen Sozial- und Kulturverein in München e.V. und Mahbuba Maqsoodi von den afghanischen Frauen in München e.V. sprachen über ihr Engagement als migrantische Vertreter*innen.

In den Gesprächen ging es auch um Abschiebung und die Probleme, mit denen Geflüchtete konfrontiert sind. Yosief Embaye von der Eritreischen Union stellte sein Angebot, ein Computer-Kurs auf Tigrinya für Geflüchtete vor. Er erklärte die besondere Erfahrung, dass durch es durch den Kurs gelungen sei, geflüchtete Jugendliche als Lehrkräfte für muttersprachlichen Unterricht in Tigrinya zu gewinnen. Auf diese Weise sind die Geflüchteten nicht nur „Hilfsempfänger“ sondern auch Lehrende. Von den Kindern lernen die Jugendlichen wiederum Deutsch. Nasima Ebrahimi von der afghanischen Initiative „Aryana Schule“ sprach über Empowerment von afghanischen Frauen, die in Afghanistan lebensgefährlich diskriminiert werden, sich aber hier in Deutschland in ihrer Schule z.B. beim Musikunterrichten, Singen und Tanzen frei entfalten können. Juliette Bethancourt von dem Verein Urucungo e.V. stellte das Capoeira-Angebot ihres Vereins vor. Durch Capoeira werden die Geflüchteten gestärkt, fühlen sich gesünder und entfalten mehr Lebensfreude und erhalten Kontakt zu den anderen Vereinsmitgliedern.

Die Ergebnisse der 30 lokalen Dialogkonferenzen werden am 17. November  bei der bundesweiten Dialogkonferenz in Berlin zusammengetragen.

 

 

Migrantenorganisationen als wichtige Akteure in der lokalen Flüchtlingsarbeit – Dialogkonferenz Bielefeld

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Am 11. Oktober fand im Rochdale-Raum des Alten Rathauses die lokale samo.fa Dialogkonferenz von Bielefeld zum Thema „Migrantenorganisationen als wichtige Akteure in der lokalen Geflüchtetenhilfe in Bielefeld“ statt. Das Ziel der Konferenz: Der gemeinsame Dialog über mögliche Handlungs- und Lösungsansätze aus der Perspektive von Aktiven aus Migrantenorganisationen, Geflüchteten und Akteuren der Geflüchtetenhilfe.

Die Konferenz wurde vom lokalen Projektpartner Interkultureller Elternverein e.V. organisiert und fand in Kooperation mit dem Büro für integrierte Sozialplanung und Prävention und dem Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Bielefeld statt.

Begrüßung der Dialogkonferenz
Ingo Nürnberger, Sozialdezernent der Stadt Bielefeld, betonte die Wichtigkeit der Migrantenorganisationen als Akteure in der lokalen Geflüchtetenhilfe und dass er sich über das verstärkte und sichtbare Engagement von Ehrenamtlichen mit Einwanderungsgeschichte freue. Außerdem adressierte er direkt an die Vertreter*innen der Migrantenorganisationen: „Viele von Ihnen stehen für gelungene Integration, gleichzeitig für Bewahrung von Identität und Hineinfinden in die deutsche Gesellschaft.“

Kadim Uzunyayla, Koordinator Integrationsarbeit des Kommunales Integrationszentrum Bielefeld, wies auf die bereits bestehende und erfolgreiche Zusammenarbeit der Kommune mit den zahlreichen Bielefelder Migrantenorganisationen hin. Außerdem stellte er fest, dass mit dem Projekt „Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit“ (kurz: samo.fa) ein wertvoller Beitrag geleistet werde, damit sich die Migrantenorganisationen zunehmend lokal für Geflüchtete engagieren.

Cemalettin Özer, Vorstandsmitglied des Interkulturellen Elternverein e.V., (IKE) begrüßte die Teilnehmenden und sagte, dass die Migrantenorganisationen schon seit Jahren im Integrationsbereich aktiv seien, jetzt aber sichtbar werden würden. Der IKE wurde von mehreren Migrantenorganisationen im Jahre 2007 im Rahmen eines Landesprogramms als Fachorganisation für Elternarbeit gegründet. Cemalettin Özer stellte außerdem das Bielefelder Netzwerk von Migrantenorganisationen (BI-NEMO) und die Arbeitsschwerpunkte und Ziele des lokalen Projektträgervereins vor.

„Aktive aus Migrantenorganisationen haben einen leichteren Zugang zu Geflüchteten, weil sie das Ankommen in Deutschland aus eigener Erfahrung kennen“, betonte Tülay Zengingül, Netzwerkbegleiterin West des Bundesverbands Netzwerk der Migrantenorganisationen (NeMO e.V.) die Rolle des Projekts. Cynthia Krell und Carla Oberschelp, Lokale Koordinatorinnen  von samo.fa Bielefeld, stellten die Aktivitäten der elf samo.fa Ehrenamtlichen aus sechs verschiedenen Herkunftsländern und die aktuellen Kooperationsprojekte in unterschiedlichen Bielefelder Stadtteilen vor:

So gibt es zum Beispiel das samo.fa Sprachcafé im Caritas-Treff Oldentruper Str., ein monatliches Informationsfrühstück für geflüchtete Frauen und Migrantinnen im IBZ e.V., einen Nähkurs für geflüchtete Frauen im Quartierszentrum Oberlohmannshof oder das Projekt „Bielefelder Museen entdecken“ für geflüchtete Frauen in Kooperation mit dem ESTA Bildungswerk und Aktiven aus Migrantenorganisationen.

Diskussionsrunde 
Im Anschluss stand der Austausch zwischen Migrantenorganisationen, die sich in Bielefeld bereits aktiv für Geflüchtete engagieren, mit Einrichtungen, Trägern und Initiativen aus der Geflüchtetenhilfe sowie Geflüchteten, im Mittelpunkt. In der ersten Diskussionsrunde wurde das Thema „Stadtteilarbeit“ in den Stadtteilen Jöllenbeck und Sennestadt beispielhaft anhand von durchgeführten samo.fa Projekten wie einem Elterncafé für Geflüchtete in Sennestadt und einem Nähtreff für geflüchtete Frauen im Quartierszentrum Oberlohmannshof diskutiert. Dabei zeigte sich, dass geflüchtete Frauen in diesem Nähtreff die Möglichkeit erhalten soziale Kontakte in ihrer Nachbarschaft aufzubauen und sich in einem geschützten Rahmen persönlich weiterzubilden. Bezogen auf das Elterncafé in Sennestadt wurde deutlich, dass der Bedarf von Familien mit Fluchterfahrung darin besteht, möglichst stadtteilorientierte (Freizeit-)Angebote für Kinder und Jugendliche kennenzulernen sowie mehrsprachige Informationen über das Bildungs- und Ausbildungssystem zu erhalten.

In der zweiten Runde wurde über die Situation von „geflüchteten Frauen und Mädchen“ sowie über die Teilhabe und den Zugang zur (Sprach-)Bildung gesprochen. So lernen zum Beispiel im Rahmen des Projektes „Bielefelder Museen entdecken“ geflüchtete Frauen nicht nur Kultureinrichtungen und ihre pädagogischen Angebote kennen, sondern auch sinnvolle Familien- und Freizeitaktivitäten, die eine kulturelle Teilhabe ermöglichen. Den Zugang für Geflüchtete mit Kleinkindern zu Sprachkursen sahen viele kritisch, es fehle immer noch an Sprachkursen mit einer Kinderbetreuung – gerade aufgrund fehlender Kita-Plätze in Wohnortnähe. In allen Dialogrunden wurde jeweils der Frage nachgegangen, welchen Beitrag Migrantenorganisationen und deren Aktive im Rahmen der vorhandenen Infrastruktur der lokalen Geflüchtetenhilfe konkret leisten können.

„Es ist notwendig, sich miteinander zu vernetzen, Kooperationen in der lokalen Geflüchtetenhilfe weiterzuentwickeln und insbesondere die Perspektive und Erfahrungen von Menschen mit Einwanderungsgeschichte und Fluchterfahrung einzubeziehen“, betonte Cynthia Krell bei der Konferenz. Es wurde deutlich, dass eine stärkere Einbindung von Migrantenorganisationen auf Stadtteilebene erwünscht ist – besonders in Stadtteilen in denen der Anteil von Migranten und Geflüchteten höher liegt. Perspektivisch wird der neu gegründete Fachverbund BI-NEMO eine wesentliche Rolle als Netzwerk übernehmen und sich ebenfalls für die Stärkung der Migrantenorganisationen als lokale Akteure in der Geflüchtetenhilfe stark machen.

Insgesamt 42 Ehrenamtliche aus Migrantenorganisationen, Geflüchtete, Hauptamtliche, Kooperationspartner, kommunale Vertreter/-innen und Akteure der Geflüchtetenhilfe nahmen an der Dialogkonferenz teil.

v.l.n.r.: Kadim Uzunyayla (Kommunales Integrationszentrum Bielefeld), Tülay Zengingül (Netzwerkbegleiterin West, Bundesverband NeMO e.V.), Cynthia Krell (Lokale Koordinatorin, samo.fa Bielefeld), Ingo Nürnberger (Sozialdezernent, Stadt Bielefeld), Cemalettin Özer (Vorstandsmitglied Interkultureller Elternverein e.V.)

Am Dialogtisch „Stadtteilarbeit Sennestadt“ berichtete Stadtteilkoordinator Alex Kanobaire von der Situation der Geflüchteten im Stadtteil Sennestadt und Carla Oberschelp, Lokale Koordinatorin, stellte exemplarisch das samo.fa Projekt „Internationale Elterncafés für Geflüchtete“ zur Diskussion.

samo.fa Ehrenamtliche und Teilnehmende füllen die Sprechblasen mit aktuellen Bedarfen der Geflüchteten aus.

Reger Austausch bei der Dialogkonferenz in Bochum

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Die lokale Dialogkonferenz des lokalen Partners in Bochum,, IFAK e.V.  stand unter dem Motto „Bochumer Geflüchtetenarbeit im Dialog“.

Die Dialogkonferenz bot Geflüchteten, Migrantenselbstorganisationen, Politik sowie Beteiligten aus der Verwaltung den Raum, gemeinsam ins Gespräch zu kommen.

Gäste waren unter anderem:

Serdar Yüksel (MdL), Frau Khonaf Hajo (Vorsitzende Integrationsrat), Sebastian Hammer (Stellvertrendender Geschäftsführer IFAK e.V.), Tarek Alaows (Refugee Strike), Mustafa Calikoglu (Herr im Rat für die Grüne), Nicole Ulrich (Rosa Strippe e.V.), Sera Massakidi (Bosangani e.V.), Vanessa Du (Vifi e.V.), Wahiba El Khechen (Psychologische Beratungsstelle), Alpha Barry (Guinee-Coop e.V.), Jan Betram (Diakonie), Zoubeyda Khoder (HSME e.V.), Mahommod Alomari (CF-kurdistan e.V.) Dorte Huneke-Hollman (Neu in Deutschland), Ulle Thomas (Ronahi e.V.), Veysi Toku (Eziden Gemeinde e.V.), Mahmud Smo (Magazin Here).

Zur Eröffnung begrüßte Herr Hammer die teilnehmenden Gäste. Im besonders bedankte er sich bei Frau Hajo, Frau Ulrich, Frau Huneke-Hollman, Herrn Yüksel und Herrn Calikoglu und den Vertreter*innen der Migrantenorganisationen und den Geflüchteten.

Im Anschluss an die Begrüßung hat der lokale samo.fa Koordinator Mustafa Birhimeoglu über das Projekt samo.fa berichtet. Besonders hervorgetan hat er die noch unsichtbare und sehr engagierte Arbeit von Migrantenselbstorganisationen und hat ihre Rolle in der Geflüchtetenarbeit gewürdigt. Bei der Beschreibung des samo.fa Projekts hat er die bisherige Zusammenarbeit mit den Migrantenorganisationen dargelegt.

Im zweiten Teil der Tagung konnten sich die Ogranisationen vorstellen. Vor dem Hintergrund „Migrantenselbstorganisationen und ihre Rolle in der Geflüchtetenarbeit“ haben die Vertreter*innen ihre Angebote und Schwerpunkte beschrieben.

Deutlich wurde hierbei, welch großes Spektrum von Migrantenorganisationen in Bochum angeboten wird. Die Angebote beinhalteten Begegnungsorte wie Sprachcafes, Übersetzung, Begleitung und Beratung.

 

Auch die Geflüchteten kamen zu Wort. In Form eines Interviews interessierte die Teilnehmer*innen und Veranstalter wie das Ankommen in Deutschland/Bochum war, wo und durch wen sie Unterstützung erfahren haben.

Eindrucksvoll schilderten sie ihre aktuelle Situation und berichteten, welche große Bedeutung die Migrantenorganisationen bei ihrer Ankunft in Deutschland gespielt haben. In Bochum ging dies weit über eine erste Orientierungshilfe hinaus. Z. B. unterstützten viele der Migrantenorganisationen das Bochumer Protestcamp, mit dem die Geflüchteten auf die desolaten Unterbringungsmöglichkeiten in den Sammelunterkünften aufmerksam machten.

Als dringendste Probleme wurden benannt:

  • Erfolglose Wohnungssuche
  • Fehlende Sprachkurse und Kinderbetreuung
  • Aufenthaltsprobleme
  • Zu wenige und schlechte Dolmetscher beim BAMF

Die zum Abschluss geplante Podiumsdiskussion mit Khonaf Hajo, Serdar Yüksel, Mustafa Calikoglu und Sebastian Hammer wurde kurzerhand in einen Gesprächskreis umgewandelt, um mehr Nähe zu erzeugen. In seinem Eingangsstatement ging Mustafa Calikoglu noch einmal auf die Wohnungssituation ein und betonte, dass es in Bochum kaum noch Sammelunterkünfte gebe und die Stadt viel tue, um ausreichend Wohnraum zu schaffen. Dabei sei es wichtig, dass die Neu Bochumer*innen über das ganze Stadtgebiet verteilt werden. Herr Calikoglu lobte auch die Bemühungen der Stadt Bochum, die geflüchteten Kinder auf alle Schulformen zu verteilen. Herr Hammer gab zu bedenken, dass zwar alle Schulen geflüchtete Kinder aufgenommen haben, jedoch viele diese Kinder mangels richtiger Förderung wieder abgehen mussten.

Nach dem Eingangsstatement von Serdar Yüksel wurde von Tarek Alaows ein Thema angesprochen, dass nun, nachdem die Wohnungssituation sich entspannt hat, viele sehr beschäftigt, nämlich das Thema berufliche Anerkennung bzw. Ausbildung. Hier wurden vor allem Maßnahmen des Jobcenters hinsichtlich ihrer Sinnhaftigkeit in Frage gestellt. Betont wurde, dass die Menschen nicht als unbeschriebene Blätter nach Bochum kamen, sondern in ihrem Land bereits einen Beruf ausgeübt haben oder ein Studium begonnen haben und es nicht zu verstehen sei, warum sie hier in Maßnahmen jenseits ihrer Ressourcen und Kompetenzen gesteckt werden. Serdar Yüksel sagte in diesem Kontext ein gemeinsames Treffen mit dem Leiter des Arbeitsamtes zu, um Einzelfälle besprechen zu können.

Arbeitsmarktintegration in Hannover – lokale Dialogkonferenz

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Am 18. September fand die lokale Dialogkonferenz des lokalen Partners MiSO e.V. im Freizeitheim Vahrenwald unter dem Motto „Flüchtlingsarbeit und Hannover 2020“ statt. Gäste wie Gabriele Haferlach vom Jobcenter Hannover diskutierten mit Vertreter*innen verschiedener Migrantenorganisationen und Geflüchteten in großer Runde die Herausforderungen und mögliche Lösungen für die Wohnungssuche und den Zugang zum Arbeitsmarkt für Geflüchtete in der Stadt.

Mangelberufe und Ausbildungsplätze für Geflüchtete

In Deutschland werden in verschiedenen Arbeitsbereichen Fachkräfte gebraucht, etwa in der Pflege oder als Bäcker. Unattraktive Arbeitszeiten sind nur ein Grund für eine hohe Abbruchquote. Geflüchtete könnten dieses Defizit auf dem Arbeitsmarkt ausgleichen, müssen aber die deutsche Sprache genügend beherrschen, um die Berufsschule zu bestehen, sofern sie überhaupt an einen Ausbildungsvertrag kommen. Eine weitere Herausforderung dabei ist die Unterbringung, die eine zusätzliche Belastung bei der Ausbildung darstellen kann – etwa, wenn der Arbeitsplatz nachts nur schwer zu erreichen ist oder junge Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften wohnen und zu unterschiedlichen Zeiten arbeiten.

Sprache als Schlüssel zur Integration

Trotzdem, so sind sich die Teilnehmenden einig, ist vor allem die Sprache entscheidend für eine gelungene Integration in die Stadtgesellschaft und den Arbeitsmarkt. Helfen dabei können Migrantenorganisationen, die  aufgrund eigener Erfahrung einen besseren Zugang zu Geflüchteten haben. Dr. Peyman Javaher-Haghighi, Vorstand des Dachverbands von MiSO, dem Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. (NEMO), betonte dabei die Rolle des Projekts samo.fa (Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit). Das im Jahr 2016 von NEMO ins Leben gerufene Projekt sei eine Ergänzung für die üblichen Akteur*innen in der Flüchtlingsarbeit, um auch Migrantenorganisationen für den Bereich zu öffnen. Erfolge des Projekts in Hannover sind zum Beispiel Rahmenvereinbarungen von MiSO mit der Bäcker-Innung, bis 2020  jährlich 14 Geflüchteten einen Ausbildungsvertrag zu verschaffen.

Stimme und Rolle von Migrantenorganisationen – Kieler Dialogkonferenz

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Die lokale samo.fa Dialogkonferenz zum Thema „Stimme und Rolle von Migrantenorganisationen“  fand im Rahmen der interkulturellen Wochen der Stadt Kiel in den Räumlichkeiten von „Kiel hilft Flüchtlingen e.V.“ statt. Veranstalter war der lokale Projektpartner Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein. Kooperationspartner waren das Forum für Migrantinnen und Migranten der Landeshauptstadt Kiel, Kiel hilft Flüchtlingen e.V., die Landeshauptstadt Kiel – Amt für Soziale Dienste – Referat für Migration, das nettekieler Ehrenamtsbüro Kiel, die Syrische Gemeinde in Kiel und Umgebung e.V. und die Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für Migrant*innen (ZBBS).

Mit um die 100 Gäste stieß die Konferenz in der Kieler Bevölkerung auf großen Anklang. Darunter waren viele Aktive mit Migrationshintergrund, geflüchtete Menschen, Politiker*innen, Mitglieder des Flüchtlingsrats Schleswig-Holsteins, Mitglieder verschiedener Migrantenselbstorganisationen, Mitarbeiter*innen des Referats für Migration und Diversität, Vertreter*innen aus dem Sozialministerium in Schleswig-Holstein, Menschen aus der Stadtverwaltung, Mitarbeiter*innen der Wohlfahrtsverbände (AWO, DRK, Caritas) und verschiedener Flüchtlingsunterkünfte sowie Ratsmitglieder der Stadt Kiel.

Aktiv beteiligten sich während der Veranstaltung verschiedene Vertreter_innen von Migrantenselbstorganisationen – wie beispielsweise die syrische Gemeinde in Kiel und Umgebung e.V., LA Cultura, die Afghanische Gemeinschaft, die Al Djîlâniyy Moschee, die liberale jüdische Gemeinde und natürlich auch die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein – sowie Ehrenamtliche der ZBBS, des Sprachcafés und von samo.fa.

Bei einer Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung –mit Staatssekretär Torsten Geerdts (CDU), Serpil Midyatli (Grüne), Gerwin Stöcken (Stadtrat Kiel), Dr. Cebel Küçükkaraca (Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein) und Bashar Kanou (Syrische Gemeinde in Kiel und Umgebung e.V.) kamen alle Akteur*innen ins Gespräch.

Es ging um Vorteile, Handlungsoptionen und Unterstützungsmöglichkeiten von Migrantenorganisationen bei ihrem ehrenamtlichen Engagement für Geflüchtete. Der Tenor unter den Migrantenorganisationen war, dass Menschen mit Migrationshintergrund sich besser in die Lage von Geflüchteten hineinversetzen können, oft über kulturelles Wissen und Sprache verfügen, wodurch eine Arbeit auf Augenhöhe eher möglich sei. Auf die Frage, was die Landesregierung unter Unterstützung von Geflüchteten versteht, wies Torsten Geerdts vor allem den Bereich Bildung – insbesondere Sprachkompetenz- und Arbeitsmarktintegration hin.

Bestandsaufnahme zur Flüchtlingsarbeit – Dialogkonferenz in Mönchengladbach

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Die Dialogkonferenz  des lokalen samo.fa Partners in Mönchengladbach fand in den Räumlichkeiten des Bildung-, Kultur- und Integrationsvereins Irfan statt.

Die Referenten der Konferenz waren Herr Hardcastle, der Flüchtlingskoordinator für Mönchengladbach und Herr Meisterling-Riecks, Leiter des Integration Point Mönchengladbach. Beide haben je einen Workshop geleitet. Es waren circa 100  Mitglieder von Migrantenorganisationen, andere gemeinnützige Organisationen (Philippus Akademie, kirchliche Institutionen, etc.), Wohlfahrtsverbände, Vertreter der Kommune, Ehrenamtler und Flüchtlinge anwesend.

Ziel der Veranstaltung waren die Sichtbarkeit, Sensibilisierung, Anerkennung und Akzeptanz der Arbeit von Migrantenorganisationen in Mönchengladbach.

Die Dialogkonferenz hat allen die Möglichkeit gegeben, mit den Kommunalpolitikern, Migrantenorganisationen, anderen gemeinnützigen Organisationen, Wohlfahrtsverbänden, Ehrenamtlern und Flüchtlingen mehr zu kollaborieren.

Der Einsatz der kommunalen Vertreter hat bewiesen, dass die ehrenamtliche Arbeit akzeptiert und anerkannt wird.

Durch den Einsatz seit dem Anfang von samo.fa hat die Stadt einen kontinuierlichen Ansprechpartner für die Migrantenorganisationen gefunden.

Die konkreten Ergebnisse aller Konferenzen wird in Berlin zusammengetragen.

 

Herr Stipanovic, die Linke MG, Herr Hardcastle, Flüchtlingskoordinator MG, Herr Kayaci, Vorstandvorsitzender, Irfan e.V.

Frau Wasserlos-Strunck, Philippus Akademie

Herr Hardcastle, Flüchtlingskoordinator MG und Herr Meisterling-Riecks, Leiter des Integration Points MG, Abteilung des Job Centers.

Integration aus allen Perspektiven – Dialogkonferenz in Fulda

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Wie steht es mit der Integration Geflüchteter in Fulda, und welche Rolle haben die Fuldaer Migrantenorganisationen dabei? Mit dieser Frage haben sich unterschiedliche Akteurinnen und Akteure in der Fuldaer Office Factory beschäftigt, die das Interkulturelle Forum Fulda e.V., der hessische Partner des Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. und lokaler Träger des samo.fa Projekts, zu einem umfassenden Dialog eingeladen hatte.
Gekommen waren neben Geflüchteten aus verschiedenen Ländern und Fuldaer Migrantenorganisationen auch Vertreterinnen und Vertreter der Wohlfahrtsverbände, wie Caritas, Diakonie und AWO, von Institutionen wie der Arbeitsagentur oder den Fachstellen Integration von Stadt und Landkreis Fulda, Bildungsträger wie dem Hessencampus oder der Richard-Müller-Schule, freie Träger wie der Bildungsverein Kreidekreis und der Akademie für Bildung und Integration, aber auch die IHK, das Klinikum Fulda und die Deutsche Familienstiftung waren vertreten.
So konnte nach Begrüßung durch die Vorstände des Interkulturellen Forums und dem Bündnis Mittendrin ein umfassender Blick auf den Stand der Integration der Geflüchteten aus jeweils sehr unterschiedlichen Perspektiven geworfen werden. Die fünf verschiedenen Gruppen beleuchteten ihre jeweiligen Herausforderungen und stellten drei ihrer jeweils wichtigsten Anliegen dem Plenum vor.

Die Geflüchteten benannten hier als größte Schwierigkeit die Suche nach geeigneten Wohnungen, die Anerkennung ihrer Abschlüsse und den Zugang zum Arbeitsmarkt.
Migrantenorganisationen benannten eine zu große Bürokratie in den Ämtern, sowie ihre häufig fehlenden Räume und fehlende personelle Ressourcen, um ihre Angebote für Geflüchtete umzusetzen.
Die VertreterInnen der Fuldaer Institutionen sahen Bedarf nach mehr Alltagshilfen und nach Aufklärung von Missverständnissen aufgrund der beiderseitigen unterschiedlichen Denkweisen, sowie nach besserer Unterstützung im Übergang Schule/Ausbildung/Arbeit.

Die Ergebnisse aller lokalen Konferenzen werden auf einer bundesweiten Dialogkonferenz in Berlin am 17. November zusammengeführt.

Empowerment in die Gesellschaft – Dialogkonferenz in Stuttgart

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An der lokalen Dialogkonferenz in Stuttgart beim samo.fa Partner Forum der Kulturen Stuttgart e.V. haben sich mehr
als 50 Personen beteiligt. Die Kooperationsveranstaltung zwischen samo.fa Träger und der Abteilung Integrationspolitik der
Landeshauptstadt Stuttgart hatte zum Ziel, städtische Akteur*innen, Vertreter*innen aus Migrantenorganisationen sowie Geflüchtete selbst in einen Dialog zu bringen, um über die Aktivitäten der Migrantenvereine für Geflüchtete und deren Feedback, Bedürfnisse, Erfahrungen und Anregungen zu diskutieren. Mitglieder*innen aus den Migrantenvereinen, die sich mit und für Geflüchtete engagieren, berichteten über viele Fehlinformationen und Erwartungshaltungen, die Flüchtlinge mitbringen oder haben. Hier sehen die Vereine Handlungsbedarf und versuchen über ihre ehrenamtliche Tätigkeit dagegen zu steuern. Somit ist Aufklärung (in den verschiedenen Bereichen) ein wesentlicher Bestandteil der ehrenamtlichen Arbeit.

Eine weitere Herausforderung, die auf der Dialogkonferenz angesprochen wurde, war der schwierige Zugang zum Arbeitsmarkt. Oftmals bekommen Geflüchtete nach einer Bewerbung bzw. ersten Kontaktaufnahme zu potentiellen Arbeitgebern mehrseitige Fragebögen mit bis zu 150 Fragen zugeschickt und keinerlei weitere Hilfestellungen. Auch Vereinsmitglieder*innen bemängeln dies, denn sie sind keine Hauptamtlichen und können Geflüchtete nur begrenzt unterstützen. Es gibt zu wenig Unterstützungsangebote was das Bewerbungsverfahren in den deutschen Arbeitsmarkt betrifft.

Viele Teilnehmer*innen waren sich darin einig, dass das Empowerment in die hiesige Gesellschaft ein wesentlicher Bestandteil des ehrenamtlichen Engagements ist bzw.sein muss. Geflüchtete zu motivieren die vorhandenen Angebote selbstbewusst wahrzunehmen und sie ggf. am Anfang hierbei zu begleiten ist eine wichtige und notwendige Hilfestellung. Geflüchtete selbst äußerten, dass sie oftmals nicht wissen,
wo z.B. Sportangebote zu finden sind etc. Die Geflüchteten meinten, dass es Ihnen wichtig sei, nicht nur unter sich zu sein, sondern in einen aktiven Kontakt mit Stuttgarterinnen und Stuttgartern zu treten.

Es gab auch Stimmen, die der Ansicht waren, dass Dankbarkeit, Respekt und Geduld seitens der Geflüchteten eingefordert werden muss. Dies betonten insbesondere Personen, die selbst vor einigen Jahren nach Deutschland geflohen sind. Sie meinten, dass es früher viel weniger Hilfestellungen und Ehrenamtliche gab und sich hier einiges zum Positiven entwickelt hätte. Auch die Eigenmotivation istmaßgeblicher Bestandteil, ob man in einer neuen Umgebung, einem neuen Land, in einer neuen Gesellschaft ankommt oder nicht. Dies wurde auch von den Geflüchteten selbst bejaht und vertreten.

Miteinander statt übereinander reden – 2. Fachveranstaltung in Dortmund

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Die lokale Dialogkonferenz in Dortmund fand in Form einer Fachveranstaltung unter dem Motto „Gemeinsam Geflüchtete im Alltag unterstützen“ statt, die die Ergebnisse einer früheren Fachveranstaltung zum Thema wieder aufgriff.

Verschiedene Vertreter*innen aus Migrantenorganisationen trafen auf Akteur*innen aus Dortmund, um sich über die lokale Flüchtlingsarbeit auszutauschen.

So folgten etwa auf  Gesprächsrunden mit der Sozialdezernentin der Stadt Dortmund Birgit Zoerner und weiteren Vertreter*innen  Vorträge von Dr. Kemal Bozay von der FH Dortmund und Tülay Zengingül,  Netzwerkbegleiterin von samo.fa in Nordrhein-Westfalen.

Dazwischen fanden Workshops zu den unterschiedlichen Themenfeldern in der Flüchtlingsarbeit statt, geleitet von Mitgliedern des lokalen samo.fa Partners VMDO e.V., Train Of Hope e.V. und Chancengleich in Europa e.V.

Bei den Diskussionen erklärten die Teilnehmenden ihre Ansätze darüber, was Migrantenorganisationen in der Stadtgesellschaft leisten können und welche Rolle sie in der Flüchtlingsarbeit einnehmen sollen: Als Brückenbauer zwischen den beiden genannten Institutionen können sie zum Beispiel ihre eigene Migrationserfahrung nutzen, um den Alltag von Geflüchteten in Deutschland zu erleichtern.

Expertenrunde zum Themenfeld Integration – Dialogkonferenz in Hoyerswerda

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Am 20. September fand auch in Hoyerswerda die erste samo.fa Dialogkonferenz statt – unter Kooperation mit „Hoyerswerda hilft mit Herz“. Im Jugendclubhaus „OSSI“ trafen sich neben Ehrenamtlich Aktiven, Geflüchteten und lokalen Akteur*innen auch Expert*innen aus den Bereichen Arbeit, Bildung und Wohnen.

Nach einer Vorstellung des Projektes samo.fa und einigen Hintergrundinformationen zur Lage Geflüchteter vor Ort und aktuellen Asylzahlen in Hoyerswerda durch den Bürgermeister, gab es eine kurze Interviewrunde mit vier samo.fa-Ehrenamtlichen, um die praktische Arbeit des Projekts vor Ort vorzustellen. Hierbei sprachen sie über Aktivitäten wie die monatlichen samo.fa-Arbeitstreffen, die Backgruppe oder Wandertage und Ferienaktionen.

Anschließend gab es drei parallel stattfindende Workshops (gruppiert nach den Geflüchteten-Gruppen „Alleinreisende“, „Familien“ und „Jugendliche“). Neben Geflüchteten nahmen an jedem Workshop Lokalakteur*innen und Expert*innen aus den jeweiligen Handlungsfeldern teil. In den ca. 60 Minuten haben die Teilnehmer*innen ihr jeweils dringendstes Problem gemeinsam diskutiert und Lösungsvorschläge erarbeitet.

Nichtgelöste Probleme und Forderungen an die Politik werden zur bundesweiten Dialogkonferenz am 17. November nach Berlin getragen.

Wir danken recht herzlich der Stadt Hoyerswerda sowie den Expert*innen des Landratsamtes Bautzen, der LebensRäume Hoyerswerda eG, der Wohnungsgesellschaft GmbH Hoyerswerda, des Jobcenters Landkreis Bautzen, der Agentur für Arbeit Bautzen, der ODS Ostsächsische Dienstleistungs- und Service GmbH, der Sächsischen Bildungsagentur, der 4. Grundschule Hoyerswerda  „Lindenschule “ und der Oberschule „Am Planetarium“. Wir freuen uns sehr, dass ebenso viele weitere lokale Akteur*innen, Ehrenamtliche und Geflüchtete zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben.

Fotos: Martina Wolf

Gut vernetzt! – Dialogkonferenz in Neuss

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Die lokale Dialogkonferenz beim Partner in Neuss, dem Raum der Kulturen Neuss e.V.​, hat wichtige Akteur*innen der Stadt zusammengebracht, um unter anderem über die Stadtteilarbeit, Bildung, Gesundheit und Arbeit zu diskutieren. Am 8. September konnten alle Teilnehmenden ihre Meinung zur Situation in Neuss kundtun und gemeinsam Lösungsansätze für Herausforderungen sammeln.

Die Dialogkonferenz ist somit ihrem Titel „Gut vernetzt?“ mehr als gerecht geworden und hat einen entscheidenden Beitrag zum offenen Dialog in der Stadtgesellschaft geleistet. Die Ergebnisse dieser übergreifenden Kooperation werden bei der bundesweiten Dialogkonferenz in Berlin vorgestellt.

Fotos: Melanie Stegemann

Geflüchtete auf dem Arbeitsmarkt: Dialogkonferenz in Waltrop

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Bei der Dialogkonferenz in Waltrop diskutierten Vertreter*innen der Stadt die Situation von Geflüchteten und Migrant*innen in Waltrop. Zu den Referenten gehörten Akteur*innen aus Politik und Verwaltung, Migrantenorganisationen und ehrenamtlich Aktive. Eine besondere Herausforderung ist immer noch die Arbeitsmarktintegration, eines der zentralen Handlungsfelder des samo.fa Projekts 2017. Aber auch die Bildung, im Speziellen die Sprache, ist ein wichtiger Faktor der Integration und den Zugang zu Arbeit. Gesamtschulleiterin Ulrike Waterkamp etwa betonte in der Diskussion den Zugang von Geflüchteten zu Bildungseinrichtungen.

Die Dialogkonferenzen der 30 lokalen Partner sollen die Erfolge, aber auch Herausforderungen vor Ort sichtbar machen. Die gesammelten Ergebnisse werden zudem am 17. November in Berlin zusammengetragen.

Situation in Saarbrücken: Dialogkonferenz im Haus Afrika e.V.

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Bei der Dialogkonferenz im Rahmen der Afrika-Woche des Partners Haus Afrika e.V. in Saarbrücken stand  unter anderem das Handlungsfeld Wohnen im Vordergrund. So diskutierten die Teilnehmenden zum Beispiel intensiv mit Guido Freidinger, Leiter des Amtes für soziale Angelegenheiten, über die aktuelle Wohnsituation für Geflüchtete. Eine der Herausforderungen, die sich hieraus ergeben: bezahlbare Wohnungen für Großfamilien.

Bundestagskandidaten in der Diskussion übers Ankommen: Dialogkonferenz in Halle (Saale)

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Beim Partner in Halle (Salle), dem Verband der Migrantenorganisationen Halle e.V. (VeMo), diskutierten die Teilnehmenden der lokalen Dialogkonferenz politische Themen:

Bei der Podiumsdiskussion nahmen die Bundestagskandidat*innen Dr. Petra Sitte von die Linke, Gritt Michelmann von Bündnis 90/Die Grünen, Christoph Bernstiel von der CDU und Dr. Karamba Diaby von der SPD teil.

Das Publikum, darunter auch Geflüchtete und Migrant*innen, hatte die Möglichkeit, direkt mit den Bundestagskandidaten in Kontakt zu treten und die wichtigen Fragen zur Flüchtlings- und Migrationspolitik anzusprechen.

Themen waren dabei der Mangel an Sprachkursen, Bleibeperspektive, Arbeitserlaubnis, Wohnsituation und die damit einhergehende Perspektivlosigkeit. Mögliche Lösungen wurden in Abbau von bürokratische Hindernissen und einer schnellen Klärung des Flüchtlingsstatus/Aufenthaltsgenehmigung gesehen.

De Ergebnisse der einzelnen Dialogkonferenzen werden außerdem im November in Berlin zusammenzutragen.

Mehr Informationen gibt es auch im Artikel von Halle Spektrum.

Bei den Dialogkonferenzen können die Teilnehmenden ihre Forderungen und Beobachtungen (auch über die Sprechblasen) teilen.

Forderungen an die Politik: Erste lokale Dialogkonferenz in Hildesheim

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Der samo.fa Partner in Hildesheim, die Brücke der Kulturen Hildesheim e.V., hat am 2. September die erste lokale samo.fa Dialogkonferenz im Hildesheimer Rathaus abgehalten. Dabei diskutierten Vertreter*innen aus Politik und verschiedenen Vereinen über die Rolle von Migrantenorganisationen in der Stadtgesellschaft.

In der Diskussion haben Plenum und Publikum viele Forderungen an die kommunale und bundesweite Politik formuliert. Bei dem daraus entstandenen Forderungskatalog setzen die Teilnehmenden sich etwa für Zugang zu Sprachkursen für alle Geflüchteten ein oder für einen leichteren Zugang zu Bildung und Arbeit.  Der Forderungskatalog wird außerdem bei der bundesweiten samo.fa Dialogkonferenz am 17.11.2017 in Berlin präsentiert.

Im ganzen September und Oktober finden an allen 30 Standorten des Projekts Dialogkonferenzen statt. Das Ziel hierbei ist es, wie in Hildesheim, mit den Akteur*innen vor Ort in den Dialog zu treten, um Potenziale, Erfolge und Herausforderungen in der Flüchtlingsarbeit sichtbar zu machen und die Ergebnisse im November in Berlin zusammenzutragen.

Partner vor Ort    III