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Gesund bleiben in der neuen Heimat: SMART Fit gewinnt Ehrenamtspreis der FreiwilligenAgentur Dortmund

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Der Verein kamerunischer Ingenieure und Informatiker gewinnt den Ehrenamtspreis der Freiwilligen Agentur Dortmund mit interkulturellem Fitness-Projekt: Ehrenamtliche Trainer aus verschiedenen Herkunftsländern beraten zu Risiken und Nebenwirkungen von Lebensmitteln in Deutschland und bringen neue und langjährige Dortmunder mit Zirkeltraining ins Schwitzen.

Am 12. September verlieh der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau im Rathaus den Preis „Engagement anerkennen 2017“ der FreiwilligenAgentur Dortmund für ihr Projekt SMART Fit an die Vertreterinnen und Vertreter des Vereins kamerunischer Ingenieure und Informatiker (VKII), einem Mitglied beim Projektpartner VMDO e.V. in Dortmund.

SMART Fit will durch individuelle Sportprogramme Geflüchtete beim Ankommen in der neuen Heimatstadt unterstützen und so vor Gesundheitsschäden schützen. Daher beraten die Trainer die Teilnehmenden auch zu gesunder Ernährung. „In manchen Ländern wie zum Beispiel in Kamerun gilt Übergewicht als Zeichen von Wohlstand. Kombiniert mit dem für sie neuartigen Lebensmittelangebot in Deutschland kann das Neuzugewanderte schnell krank machen“, sagt Armel Djine, Vorsitzender des VKII und lokaler Koordinator bei samo.fa in Dortmund. 

SMART Fit richtet sich insbesondere – aber nicht ausschließlich – an Geflüchtete: Auch bereits in Deutschland Angekommene und hier Geborene sind eingeladen. „Es schließt niemanden aus“, betont Djine. Denn: Es geht bei SMART Fit auch um Integration und Zusammenwachsen in der Dortmunder Stadtgesellschaft – durch und mit Sport: Mehrmals wöchentlich treffen sich Menschen aus Syrien, Kamerun, Deutschland, Spanien oder Russland in und trainieren unter Anleitung ehrenamtlicher Trainer.

Mehr Informationen zu SMART Fit und der Preisverleihung finden Sie unter: http://www.vkii-ruhrbezirk.de/smart-fit/ und in der Pressemitteilung.

Die Preisträger mit VKII mit OB Ullrich Sierau (Mitte), links daneben Chanda Pathak, rechts daneben Thierry Monthé, die Initiiatoren des Projekts und Trainer im Projekt Foto: Alexander Völkel

Arbeitsmarktintegration: Leicht gesagt, schwer gemacht (Dortmund)

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„Verschiedene Perspektiven und Erfahrungen zu hören, ist sehr hilfreich“, fasst Johanna Jost, lokale Koordinatorin, das samo.fa Club Treffen zusammen, „dadurch wird aber auch die Komplexität des Themas besonders deutlich.“ Die Diskussion vom 27. März zeigt, wie wichtig und gleichzeitig schwierig die Arbeitsmarktintegration ist.

Unter den 25 Teilnehmern waren VertreterInnen verschiedener Migrantenorganisationen wie zum Beispiel Williams Atweri vom Verein „Begegnung mit Afrika“ und Beate Vogel vom „Train of Hope“. Sie alle trafen sich im Haus der Vielfalt, um über die Arbeit mit Geflüchteten zu sprechen. Außerdem brachte Alex Völkel, der als Journalist bei den Nordstadtbloggern arbeitet, ebenfalls seine Sicht ein.

Viele der Geflüchteten haben in ihren Heimatländern bereits Praxiserfahrung gesammelt, müssen in Deutschland aber wieder bei null anfangen. Die Chance, eine Ausbildung zu bekommen, ist in vielen Bereichen nicht besonders hoch, ein Studium finanziell kaum machbar. Das Interesse für eine Ausbildung zu wecken und gleichzeitig den Zugang zu allen Bereichen des Arbeitsmarkts zu ermöglichen, ist daher entscheidend.

Newroz-Flashmob an der Reinoldikirche (Dortmund)

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Neugierig bleiben die Fußgänger in der Dortmunder Innenstadt stehen und nehmen die bunten Tulpen entgegen. Kinder verteilen eifrig diesen Frühlingsgruß und Informationen über das Fest, das sie heute feiern. Die Erwachsenen stellen sich im Kreis auf und beginnen, zu traditioneller Musik ihrer Kultur zu tanzen. Für sie ist heute ein Feiertag so wichtig wie für andere Weihnachten oder Ostern.

„Newroz“ setzt sich aus den Wörtern „nu“ (neu) und „roj“ (Tag) zusammen und gilt im kurdischen und persischen Kulturraum als Neujahrs- und Frühlingsfest. Es gibt kulturspezifische Unterschiede wie etwa das genaue Datum, aber das Fest wird im Allgemeinen gefeiert, um den Winter zu verabschieden und den Frühling zu empfangen. Obwohl unpolitisch, bleibt es dennoch ein Symbol des Widerstands und geht zurück auf den Tag, als sich das Volk von einem tyrannischen Herrscher befreite.

Die Gruppe aus Geflüchteten und Aktiven des kurdischen Vereins Hêvî wollten mit Unterstützung des lokalen samo.fa Partners  Verbund sozial-kultureller Migrantenvereine Dortmund e.V. (VMDO) den Dortmundern diese Tradition mit ihrem Flashmob am 21. März näher bringen. Zudem soll das Event in der Innenstadt der Start sein für einen lebendigen, interkulturellen Kalender mit weiteren Aktionen, die den Dialog zwischen den Kulturen fördern.

Lokal Vernetzen: Treffen des samo.fa Clubs Dortmund

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In Dortmund fand am 22. Februar das monatliche Treffen des samo.fa Clubs im Haus der Vielfalt statt. „Es ist wichtig, dass wir in einer Stadt wissen, was die anderen machen. Es geht uns nicht darum, die eigenen Projekte in den Himmel zu loben, sondern aus unserer Erfahrung zu berichten“, beschreibt die lokale Koordinatorin Johanna Jost die Veranstaltung.

So stellte Simone Steif vom Integrationsdienst der Malteser ihre Arbeit vor. Die Malteser bieten Ehrenamtlichen verschiedene Qualifizierungsangebote und setzen sich für eine ausführliche Betreuung von Geflüchteten ein. Die Chance, den eigenen Verein vorzustellen, nutzte auch Sami Kbaierv von der „Bunten Schule“, einem interkulturellen Familienhaus in der Dortmunder Nordstadt. Er beantwortete den anderen Ehrenamtlern an diesem Abend viele Fragen. Gleichzeitig nutzte er das Netzwerk für ein wichtiges Anliegen: Die „Bunte Schule“ sucht dringend jemanden, der die Kinder in der Nordstadt regelmäßig beim Fußballspielen trainiert.

„Gemeinsam Erfahrungen aus dem Alltag austauschen und gemeinsam Lösungen und Schnittstellen zu finden, an denen man sich gegenseitig ergänzen und unterstützen kann, das ist ein Ziel des samo.fa Clubs in Dortmund“, so Jost. Bei Sami ist das geglückt: Sofort wussten die anderen, wen man fragen kann, um die Kids künftig zu trainieren.

samo.fa Clubs gibt es in allen 31 teilnehmenden Städten. Sie finden an festen Orten statt oder, wie in Bielefeld, als samo.fa Club on Tour an wechselnden Orten in verschiedenen Stadtteilen. Eines haben aber alle Clubs gemeinsam: Ehrenamtliche können sich vor Ort vernetzen, um den Dialog mit Geflüchteten zu stärken. Je nach Club planen die Mitglieder während der regelmäßigen Treffen gemeinsame Aktivitäten und Projekte. Geleitet werden die Clubs von den lokalen samo.fa Koordinatoren.

Smart Fit Dortmund: UNITED we stand, DEVIDED we fall!

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Durch die laute Musik dringt immer wieder die Frage: „Geht es euch gut?“. Ein Chor antwortet mit einem lauten euphorischen „Jaaaa“. Thierry Monthé motiviert gerade eine Gruppe von 40 Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern zum schweißtreibenden Zirkeltraining. Sie strecken alle ihre Arme in die Luft, so als würden sie Gewichte heben und wieder senken. Dabei zählen alle zusammen: einmal auf Deutsch, ein anderes Mal auf Französisch oder auf Englisch. In einer stetig wachsenden Gruppe trainieren Frauen, Kinder und Männer bei Smart Fit absolut selbstverständlich miteinander.

Einen wichtigen Ausgangspunkt hat das Projekt in den erheblichen Differenzen zwischen den Lebensweisen in Deutschland und in den Herkunftsländern Geflüchteter. In Kamerun beispielsweise gilt Übergewicht als Zeichen des Wohlstands. Das Projekt richtet sich damit zwar an Geflüchtete, schließt aber keinen aus. Das Konzept geht auf: Wöchentlich versammeln sich Menschen aus Syrien, Kamerun, Deutschland, Spanien, Russland oder Indien – woher man kommt, spielt keine Rolle. Smart Fit gelingt es so zugleich, die Berührungsängste zwischen Deutschen und Geflüchteten abzubauen „Ich habe noch nie so viel gelacht beim Sport und dabei mit so vielen Menschen aus anderen Ländern trainiert“, sagt eine deutsche Teilnehmerin am Ende der anstrengenden 90 Minuten.

 Bewegung – Ernährung – Vernetzung

Geleitet wird der Kurs von Chanda Pathak und Thierry Monthé. Chanda Pathak kommt aus Indien und lebt seit 2014 in Deutschland. Thierry Monthé ist in Kamerun geboren. Er ist schon seit 2003 in Dortmund. Beide sind Beispiele gelungener Integration: Hauptberuflich arbeiten sie bei GEA Farm Technologies GmbH. Pathak ist Projektmanagerin und Monthé arbeitet im Bereich der Big Data Analyse. Nach Feierabend und am Wochenende geben sie ehrenamtlich Sportkurse und bieten wichtige Hilfestellungen, beispielsweise zu gesunder Ernährung. Ihr gemeinsam konzipiertes Sportprogramm verbindet dabei auch ihre eigenen Kulturen: Nach dem Training mit Thierry folgt Yoga mit Chanda zur Entspannung.

 samo.fa – Stärkung der Aktiven

Smart Fit ist über samo.fa in ein enges Netzwerk von Aktiven eingebunden. Der regelmäßige Austausch heißt, dass man sich gegenseitig unterstützt und berät. Über samo.fa konnten für das Projekt Räume beim Stadtsportbund und im Haus der Vielfalt organisiert werden.„samo.fa war ein wichtiger Türöffner“, betont Armel Djine. Er ist Vorsitzender beim Verein Kamerunischer Ingenieure und Informatiker Ruhrbezirk e.V. (VKII Ruhrbezirk e.V.) und lokaler Koordinator bei samo.fa Dortmund. „Das Gute an samo.fa ist, dass wir mit unserem Verein nicht allein waren, sondern in einen größeren Kontext eingebunden waren“, erzählt Djine weiter.

 Professionalisierung und Qualifizierung

Ein wichtiges Ziel von samo.fa ist es, die Ehrenamtler zu professionalisieren. Chanda Pathak und Thierry Monthé nahmen daher an Schulungen zum Thema „Sozialrecht für Geflüchtete“ und an einem Training zu „interkultureller Kompetenz“ teil. „Die Schulungen sind wichtig, um die Aktiven zu sensibilisieren und mit Hintergrundwissen über Geflüchtete zu versorgen. So wollen wir Missverständnisse vermeiden und ein Verständnis für die Lebensrealität Geflüchteter in Deutschland schaffen“, sagt Armel Djine.

 

ZAHLEN UND FAKTEN

  •  Smart Fit für alle: freitags, 19.00-20.30 Uhr, Haus der Vielfalt, Raum C6 (ohne Anmeldung)
  • Smart Fit – Personal Training: donnerstags von 18.00-21.00 Uhr: Die Programmverantwortlichen entwickeln für jeden einzelnen Teilnehmer ein abgestimmtes Programm von ca. 30 Minuten. (Nur mit Anmeldung)
  • Smart Fit für alle: sonntags, 15.30-17.00 Uhr, Petri-Grundschule, Beurhausstraße 15-17, 44137 Dortmund (ohne Anmeldung)

Weitere Infos gibt es hier.

samo.fa Aktionstag: Gemeinsam hier – Dortmund

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Samo.fa-Aktionstag in Dortmund „Start Up – Zukunftsperspektiven gestalten“

„Tolle Party, interessante Leute, viele Kontakte,“  sagt Martin Schön-Chanishvili vom georgischen Kulturverein DedaEna. Am 26.11. kamen rund 200 Menschen unter dem Motto „Start Up – Zukunftsperspektiven gestalten“ in Dortmund zusammen. Seit April 2016 setzt der VMDO e.V. das Projekt samo.fa – Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit um. Neben Dortmund wirken 29 weitere Orte in diesem Projekt mit, um ehrenamtliches Engagement zu stärken und zu fördern. So fand auch der Aktionstag unter dem verbindenden Leitmotiv „Gemeinsam hier“ deutschlandweit an allen 30 Orten statt. Lokal waren die Veranstaltungen so heterogen, wie auch die Realisierung von samo.fa an die Gegebenheiten vor Ort angepasst ist.

Menschen mit und ohne Migrationshintergrund kamen am Samstag in der Flüchtlingseinrichtung Leuthardstraße zusammen, tauschen sich aus, vernetzen sich und waren gemeinsam aktiv. In einer Podiumsdiskussion trafen Karola Jaschewski (Freiwilligenagentur Dortmund), Saziye Altundal-Köse (VMDO e.V.), Williams Atweri (Vertreter der Migrantenorganisationen) und David Graumann (Lehrer in einer Willkommensklasse) aufeinander. In einer Zukunftswerkstatt waren alle Besucherinnen gefragt, ihre Erfahrungen aus dem letzten Jahr zu reflektieren, gemeinsam zu überlegen, welche Voraussetzungen es für eine gelingende Zukunft braucht.  Große Themen, wie einen Einstieg in die Arbeit zu finden, das begonnene Studium wieder aufzunehmen, zur Schule gehen zu können, spiegelten sich hier sowie auch im Dialogforum mit Geflüchteten wider

12 Migrantenorganisationen brachten sich an diesem Tag aktiv ein: Organisierten einen Ausflug zum Computermuseum, präsentierten ihre Arbeit an Infoständen und zauberten am Abend ein tolles Länderbuffet, so dass alle in „einer Gemeinschaft – viele Geschmäcker“ zusammen kamen.

Gesa Harbig (Einrichtungsleiterin Leuthardstraße) und Williams Atweri (VMDO Vorstand, hier als Vertreter der Migrantenorganisationen) anlässlich der Podiumsdiskussion (Foto: Simon Jost)

Was sind Voraussetzungen es für eine gelingende Zukunft? In der Zukunftswerkstatt waren alle Besucherinnen gefragt. (Foto: Simon Jost)

Gesa Harbig und Hatun Citkin (VMDO, Projekt: House of Resources) hat das Dialogforum mit Geflüchteten geleitet. im Hintergrund v.l.n.r.: Ayad Khalo, Barzan Abdurrahman, Mohammed Al Sied, Hussam Al Agha, Esmail Hossyni. (Foto: Simon Jost)

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