Gemeinsam im AlltagHildesheim

„Gemeinsam im Alltag“ in Hildesheim

By 4. Juni 2018

„Wenn wir Demokratie stärken wollen, müssen wir Migrantenorganisationen stärken“: Lokale Konferenz in Hildesheim

Zu dem Thema „Wie kann eine nachhaltige kommunale Integrationspolitik in Hildesheim gelingen?“ hat der Verbund Brücke der Kulturen Hildesheim e.V. im Rahmen des samo.fa Projekts und in Kooperation mit der Stadt Hildesheim am 02.05.2018  ins Hildesheimer Rathaus eingeladen. Es war die erste lokale Konferenz der Themenreihe „Gemeinsam im Alltag“.

Das Motto der Veranstaltung war „Miteinander, nicht übereinander diskutieren“, betonte die Vorsitzende des Verbundes, Dilek Boyu. Die Konferenz war in diesem Format eine Premiere für Hildesheim und leitete die Reihe von Konferenzen aller samo.fa Partner 2018 ein. Zum ersten Mal konnten die Vertreter*innen von lokalen Migrantenorganisationen (Dilek Boyu (Brücke der Kulturen Hildesheim e.V.), Aiman Ismail (Sudanhaus in Hildesheim i.G.), Rahime Kir (Atatürk Kültür Dernegi e.V.), Mostafa Arki (IKW e.V.) und Nazim Calisir (Alevitische Gemeinde in Hildesheim und Umgebung e.V.) direkt mit relevanten Akteuren im Bereich der Integrationspolitik auf kommunaler und Landesebene in den Dialog treten und diskutieren.

Forderungen nach mehr Teilhabe- und Unterstützungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch strukturelle Förderung und die Einbeziehung migrantischer Akteure in politische Entscheidungsprozesse sowie die Wiederbelebung des Migrantenbeirats durch die Migrantenselbstorganisationen (kurz MSO) wurden in diesem Zusammenhang vor allem an den Sozialdezernenten Malte Spitzer sowie Dr. Heuer vom Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gerichtet.

Elizabeth Beloe, stellvertretende Vorsitzende des BV-NeMO e.V., betonte zusätzlich, wie wichtig die nachhaltige Förderung des Engagements von MSOs in ihrer  Arbeit mit Geflüchteten ist, da ihr Engagement oftmals langfristig ausgelegt und der Zugang aufgrund sprachlicher und kultureller Nähe leichter ist. Ein Modellprojekt wie samo.fa, welches die MSOs auf kommunaler Ebene stärkt, gilt es daher unbedingt fortzusetzen. Eine Idee wäre laut Beloe zum Beispiel eine Anschlussförderung der vier samo.fa Koordinierungsstellen in Niedersachsen durch das Land.

Auch Dr. Anwar Hadeed, Geschäftsführer des Arbeitsgemeinschaft für Migrantinnen, Migranten und Flüchtlinge in Niedersachsen e.V., betonte die Notwendigkeit langfristiger, also institutioneller Förderung und verdeutlichte, wie wichtig die Vernetzung auf Landesebene für die Sichtbarkeit der MSOs ist. Diese Forderungen wurden auch durch Prof. Dr. Hannes Schammann von der Universität Hildesheim unterstützt, der die wichtige Rolle der MSOs für den demokratischen Prozess betonte. Im Anschluss wurde mit einer gelben Wolle symbolisch die voran gegangene Vernetzung der unterschiedlichen Akteure dargestellt.

Die Vorsitzende Dilek Boyu und der Sozialdezernent Malte Spitzer zeigten sich zufrieden mit der Veranstaltung: „Die Konferenz war ein wichtiger erster Schritt in eine intensivere Zusammenarbeit.“

Weitere Bilder und Informationen gibt es auf der Seite der Brücke der Kulturen Hildesheim e.V. 

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