Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit

 

samo.fa unterstützt Menschen mit eigener Migrationserfahrung und Migrantenorganisationen in ihrem Engagement, die gleichberechtigte Teilhabe von Geflüchteten in allen Bereichen des lokalen und kommunalen Lebens zu stärken. Das Kürzel samo.fa steht daher für Stärkung von Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit.

Hintergrund & Handlungsfelder

Die Zahl der Geflüchteten ist im Sommer 2015 stark gestiegen. Die Städte und Kreise forderte das in vielerlei Hinsicht heraus: Der Anspruch auf angemessene Unterbringung ebenso wie die elementare Versorgung und Sicherung des Zugangs zu schulischer Bildung sind gestiegen. Hinzu kommen Themen wie Gesundheit und die erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt. 2018 sind neue Herausforderungen hinzugekommen: Zwar kreist die politische Debatte vor allem um die Begrenzung von Neuzuwanderung, viele die 2015 in Deutschland Schutz suchten, sind aber hier geblieben – und lange nicht im neuen Alltag angekommen.

Die 32 lokalen samo.fa Partner sind daher in den Handlungsfeldern Arbeitsmarktintegration, Teilhabe an Bildung, dezentrale Unterbringen und Prävention einschließlich der Aufklärung über das Gesundheitssystem aktiv. Ohne zivilgesellschaftliches und ehrenamtliches Engagement von Menschen mit Migrationsgeschichte und ohne die Migrantenorganisationen ließe sich diese Aufgaben nur schwerlich bewältigen. In 2018 geht es daher auch darum, die entwickelten Angebote und Kooperationen langfristig in den Städten zu etablieren.

Warum Migrantenorganisationen?

Migrantenorganisationen sind wichtige Partner für gutes Ankommen und Teilhabe von Geflüchteten. Stärker als Einzelpersonen können Migrantenorganisationen der erfolgreichen Integration und gleichberechtigten Teilhabe ein notwendiges Gewicht verleihen. Ihre Mitglieder, deren Familien, Verwandte oder die Nachkommen kennen häufig die Erfahrung des Ankommens. Aufgrund ihrer eigenen Migrationserfahrung, ihrer Mehrsprachigkeit und ihres interkulturellen Wissens können sie Geflüchteten in der neuen Umgebung unterstützen und tragen zu einer erfolgreichen Teilhabe bei. Genau aus diesem Grund brauchen Migrantenorganisationen im lokalen und kommunalen Geschehen eine starke Stimme.

Nah an den Lebenszusammenhängen: ein lokal-kommunaler Ansatz

Grundlegend für samo.fa ist ein lokal-kommunaler Handlungsansatz. In 32 Städten und Kreisen in ganz Deutschland sind 32 lokale Partner koordinierend für samo.fa tätig. Unter den lokalen Partnern finden sich neben lokalen Verbünden vor allem migrantische Träger von Kultur- und Bildungsaktivitäten, die sich durch breite Kooperationsbeziehungen auszeichnen. In die Aktivitäten vor Ort sind daher bereits weitere Migrantenorganisationen einbezogen. Derzeit sind es über 300 Migrantenorganisationen. Der stetige Ausbau und das Wachstum der lokalen Netzwerkstrukturen gehört zu einem der Ziele der nächsten Jahre.

Ziele & Aufgaben

Stärkung, Vernetzung und Sichtbarmachung der Aktiven vor Ort sind neben der stetigen Verknüpfung von lokaler Handlungsebene und Bundesebene übergeordnete Ziele. Durch die Förderung der engen Zusammenarbeit beider Ebenen trägt samo.fa dazu bei, den Einsatz Aktiver mit Migrationsgeschichte wirksamer zu machen (Koordinierung) und ihre Potenziale nachhaltig zu stärken (Beratung, Qualifizierung, Erfahrungsaustausch). Regelmäßige Treffen, Qualifizierung, Netzwerkbegleitungen, Beratungen vor Ort und Veranstaltungen sind hierfür wesentliche Maßnahmen.

Ein starkes Netzwerk

Der bundesweite Träger von samo.fa ist der Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. (NeMO). Die im Bundesverband mitarbeitenden lokale Verbünde bilden eine wichtige Kerngruppe des samo.fa Projekt.

Weitere Informationen zum Projekt auf der Seite der Integrationsbeauftragten.

Von den Erfahungen des Anderen lernen: Lesia Brezitzka begleitet als Ehrenamtliche  Sharif Ahmad, der 2015 aus dem Sudan kam.

Zu den quartalsweise stattfindenden samo.fa-Bundesnetzwerktreffen kommen lokale Partner aus 32 Städten, um sich über die Herausforderungen und Chancen in der Arbeit mit Geflüchteten auszutauschen.

Dilek Boyu, von „Brücke der Kulturen e.V.“ – dem lokalen Träger aus Hildesheim – war eine der VertreterInnen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel zu sich ins Kanzleramt einlud. Foto: dpa