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Gesundheit

Pressemitteilung: Geflüchtete: Noch nicht wirklich im neuen Alltag angekommen 5 – Schwieriger Zugang für Geflüchtete zum Gesundheitssystem

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Dortmund, 23. August 2018. Der Zugang zum Gesundheitssystem hat für Geflüchtete viele Hürden – auch, weil der Umgang mit Körper und Krankheit kulturell verschieden ist. Durch bürokratische Hindernisse, sozial-psychologische und sprachliche Barrieren fällt es Geflüchteten in Deutschland oft schwer, auch einfache medizinische Leistungen in Anspruch zu nehmen. Durch kulturelle Unterschiede im Umgang mit Krankheit sind besonders Frauen von diesen Problemen betroffen.

Einige Städte, in denen das samo.fa Projekt tätig ist, ermöglichen mit der Hilfe so genannter Gesundheitsmittler*innen  einen erleichterten Zugang zum Gesundheitssystem für Geflüchtete: dies ist eine Sonderform von Sprachmittler*innen, die selbst aus migrantischen Communities kommen und so Geflüchteten das deutsche Gesundheitssystem besser nahe bringen können. Samo.fa steht für Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisation in der Flüchtlingsarbeit. Das Projekt wird seit 2016 vom Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. organisiert. Im Projekt vernetzen sich vor Ort Aktive aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit miteinander und mit anderen lokalen Akteuren. Deutschlandweit beteiligen sich mehr als 500 migrantische Vereine und Initiativen in 32 Städten am Projekt, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert wird.

Gesundheitsmittler*innen sind zum Beispiel im Rahmen des samo.fa Projekts in Saarbrücken aktiv. Die Koordinatorin vor Ort, Lillian Petry, erklärt die Wichtigkeit der Betreuung durch sie: „Geflüchtete in Deutschland haben, so lange ihr Status nicht geklärt ist, an vielen Orten  keine Gesundheitskarte, mit der sie einfach zum Arzt gehen können. Ohne geklärten Bleibestatus benötigen sie eine amtliche Genehmigung für einen Arztbesuch.“ Und für eine professionelle Behandlung benötigen sie zudem Übersetzer*innen, die sie begleiten.

Kulturelle Unterschiede sind eine weitere Barriere für Geflüchtete. „Sexualität ist in einigen Communities ein Tabuthema“, erklärt Lillian Petry. „Die Themen Aufklärung und Verhütung, Geschlechtskrankheiten oder der erste Gang zum Frauenarzt sind für viele Geflüchtete neu und unangenehm. Deshalb müssen sie besonders kultursensibel begleitet werden.“  Menschen mit eigener Migrationserfahrung können die Situation der Betroffenen nachempfinden und schwierige Themen dementsprechend besser vermitteln. Migrantenorganisationen wie das Haus Afrika in Saarbrücken sind durch ihre Arbeit ein wichtiger Ansprechpartner in der Flüchtlingsarbeit geworden und arbeiten mit anderen Vereinen wie der deutschen AIDS-Hilfe zusammen, um Geflüchtete über Gesundheitsthemen aufzuklären und bei der Behandlung zu unterstützen. In Workshops schulen sie Aktive, die sich engagieren,  zum Thema Gesundheitsvermittlung und nehmen eine Vermittler- und Brückenrolle zu Ärzten und Sozialämtern ein. Die eigenen Erfahrungen des Ankommens in einen neuen Alltag können sie auf diese Weise den Geflüchteten weitergeben.

Ziel des laufenden dritten Projektjahres von samo.fa ist es in allen beteiligten Städten vor allem, die Unterstützung nahe beim Alltagsleben der Menschen mit Fluchtgeschichte zu stabilisieren und eine langfristige Verankerung und die Anerkennung der Rolle der Migrantenorganisationen in der lokalen Flüchtlingsarbeit zu erreichen. Dafür laufen seit Mai im ganzen Land lokale Konferenzen, an denen Akteure der Stadtgesellschaft über nachhaltige Kooperationsmöglichkeiten diskutieren.

Auf der bundesweiten samo.fa-Konferenz am  14./15. September in München  mit allen Projektpartner*innen und Vertreter*innen aus Stadt-, Landes- und Bundespolitik und Zivilgesellschaft wird Bilanz gezogen: Wie kann die erfolgreiche Arbeit der Migrantenorganisationen vor Ort weitergeführt werden?

Im Anhang und hier http://www.samofa.de/zusammenschau-der-staedtedossiers-2017-fuer-das-2-jahr-des-projekts-samo-fa/ gibt es Projektergebnisse.

Ansprechpartner Saarbrücken: Haus Afrika e.V. http://www.samofa.de/leipzig/; Lillian Petry unter 0175 223 406 6.

Eine Übersicht über alle Projektstandorte und weitere Pressemitteilungen befinden sich hier: www.samo.fa.de

Mehr Informationen über den Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. unter: www.bv-nemo.de

Die Pressemitteilung als pdf downloaden

Pressekontakt: Miriam Bunjes 0231-286 78 164,  presse@bv-nemo.de

Frauentreff in Kooperation mit einem Frauenpatinnenprojekt „Von Frau zu Frau“ (Halle)

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Der Frauentreff bietet einen gemeinsamen Treffpunkt für Mädchen und Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in Halle Neustadt. Von 10-12 Uhr kann man sich bei Kaffee und Kuchen unterhalten. Jeden Mittwochvormittag ist die Kirchengemeinde Halle-Neustadt, Schulplatz 4,06124 Halle für Frauen geöffnet. Das Ziel ist es, einen sicheren Ort zu schaffen, an dem die Frauen sich entfalten und austauschen könnten. Es existiert eine Sprachgruppe und die Frauen können dort traditionelle und gesunde Speisen zubereiten. Außerdem werden gemeinsame Veranstaltungen  zusammen mit Verbraucherzentralen, Krankenkassen, Gesundheitszentren geplant.

Eine der 100 besten Ideen für Engagement: Samofa-Fußballturnier im Heft des Handels vom Projekt Demokratie leben

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Interkulturelles Kicken als Anstoß für mehr gelebte Demokratie: Die zusammen mit dem Stuttgarter samofa-Projekt im Forum der Kulturen Stuttgart, mehreren Migrantenselbstorganisationen  und dem Verein SportKultur organisierte Veranstaltung am 1. Juli 2017 hat es in das Heft des Handelns  des Bundesprogrammes Demokratie leben geschafft – als Beispiel für besonders gelungenes Engagement für gelebte Demokratie vor Ort. Bei der Kampagne „Wer, wenn nicht wir – Demokratie leben“ des vom Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend getragenen Programmes wurden mehr als 1.200 kleine und große Ideen zusammengetragen, 100 davon hat das Ministerium in einer Broschüre zusammengestellt.

Zehn Mannschaften kickten in Stuttgart beim interkulturellen Fußballturnier. Das Besondere: Sportvereine öffnen sich hiermit interkulturell, kooperieren mit Migrantenvereine, die im Rahmen ihrer Vereinsarbeit für und mit Geflüchteten arbeiten: „Dies ist der Ort für große Spiele“ stand auf den von „Demokratie Leben“ geförderten Bannern für das Stuttgarter Fußballereignis – bei dem es um noch mehr ging als das Spiel.

Film: Geflüchtete. Neuer Alltag.

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In dem neuen Film des samo.fa Projekts bekommt der Zuschauer beispielhaft Einblicke aus 4 Städten in Deutschland, in denen sich Aktive aus Migrantenorganisationen für die Flüchtlingsarbeit vernetzt haben. Nach der Erstaufnahme vieler Geflüchteter 2015 findet nun ein Übergang in einen neuen Alltag statt. Anhand der Handlungsfelder des Projekts begleitet der Film die Dialogkonferenzen und verschiedene Einrichtungen: In Dresden steht die Diskriminierung im Fokus, in Saarbrücken die Wohnnungssuche, in Hannover der Zugang zum Arbeitsmarkt und in Dortmund die Gesundheitsversorgung.

 

 

Schwangeren- und Familienberatung für Migrantinnen

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Schwangerentreff von DaMigra und samo.fa

„Verhütung ist für mich Neuland“ sagt eine Teilnehmerin im heutigen vom Mut-Projekt bei DaMigra e.V. und dem Projekt samo.fa bei VeMo e.V. initiierten Schwangerentreffs. Was und wie man als Frau (kostenlos) verhüten kann, darüber informiert heute Frau Franziska Rehwald vom Projekt BIKO bei Pro Familia. Neben einem geschützten Raum für (werdende) Mütter mit und ohne Migrationshintergrund, referieren und informieren regelmäßig verschiedene Akteur*innen der Schwangeren- und Familienberatung.

Der Schwangerentreff findet seit April wöchentlich montags von 11-13:00 in Kooperation mit dem Mut-Projekt von DaMigra e.V. statt.

Den Flyer zur Veranstaltungsreihe gibt es hier.

Hintergründe

Hintergründe

Ärztinnen vor Ort

Schwangerenberatung vor Ort

Netzwerke von Migrantinnen

Smart Fit Dortmund: UNITED we stand, DEVIDED we fall!

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Durch die laute Musik dringt immer wieder die Frage: „Geht es euch gut?“. Ein Chor antwortet mit einem lauten euphorischen „Jaaaa“. Thierry Monthé motiviert gerade eine Gruppe von 40 Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern zum schweißtreibenden Zirkeltraining. Sie strecken alle ihre Arme in die Luft, so als würden sie Gewichte heben und wieder senken. Dabei zählen alle zusammen: einmal auf Deutsch, ein anderes Mal auf Französisch oder auf Englisch. In einer stetig wachsenden Gruppe trainieren Frauen, Kinder und Männer bei Smart Fit absolut selbstverständlich miteinander.

Einen wichtigen Ausgangspunkt hat das Projekt in den erheblichen Differenzen zwischen den Lebensweisen in Deutschland und in den Herkunftsländern Geflüchteter. In Kamerun beispielsweise gilt Übergewicht als Zeichen des Wohlstands. Das Projekt richtet sich damit zwar an Geflüchtete, schließt aber keinen aus. Das Konzept geht auf: Wöchentlich versammeln sich Menschen aus Syrien, Kamerun, Deutschland, Spanien, Russland oder Indien – woher man kommt, spielt keine Rolle. Smart Fit gelingt es so zugleich, die Berührungsängste zwischen Deutschen und Geflüchteten abzubauen „Ich habe noch nie so viel gelacht beim Sport und dabei mit so vielen Menschen aus anderen Ländern trainiert“, sagt eine deutsche Teilnehmerin am Ende der anstrengenden 90 Minuten.

 Bewegung – Ernährung – Vernetzung

Geleitet wird der Kurs von Chanda Pathak und Thierry Monthé. Chanda Pathak kommt aus Indien und lebt seit 2014 in Deutschland. Thierry Monthé ist in Kamerun geboren. Er ist schon seit 2003 in Dortmund. Beide sind Beispiele gelungener Integration: Hauptberuflich arbeiten sie bei GEA Farm Technologies GmbH. Pathak ist Projektmanagerin und Monthé arbeitet im Bereich der Big Data Analyse. Nach Feierabend und am Wochenende geben sie ehrenamtlich Sportkurse und bieten wichtige Hilfestellungen, beispielsweise zu gesunder Ernährung. Ihr gemeinsam konzipiertes Sportprogramm verbindet dabei auch ihre eigenen Kulturen: Nach dem Training mit Thierry folgt Yoga mit Chanda zur Entspannung.

 samo.fa – Stärkung der Aktiven

Smart Fit ist über samo.fa in ein enges Netzwerk von Aktiven eingebunden. Der regelmäßige Austausch heißt, dass man sich gegenseitig unterstützt und berät. Über samo.fa konnten für das Projekt Räume beim Stadtsportbund und im Haus der Vielfalt organisiert werden.„samo.fa war ein wichtiger Türöffner“, betont Armel Djine. Er ist Vorsitzender beim Verein Kamerunischer Ingenieure und Informatiker Ruhrbezirk e.V. (VKII Ruhrbezirk e.V.) und lokaler Koordinator bei samo.fa Dortmund. „Das Gute an samo.fa ist, dass wir mit unserem Verein nicht allein waren, sondern in einen größeren Kontext eingebunden waren“, erzählt Djine weiter.

 Professionalisierung und Qualifizierung

Ein wichtiges Ziel von samo.fa ist es, die Ehrenamtler zu professionalisieren. Chanda Pathak und Thierry Monthé nahmen daher an Schulungen zum Thema „Sozialrecht für Geflüchtete“ und an einem Training zu „interkultureller Kompetenz“ teil. „Die Schulungen sind wichtig, um die Aktiven zu sensibilisieren und mit Hintergrundwissen über Geflüchtete zu versorgen. So wollen wir Missverständnisse vermeiden und ein Verständnis für die Lebensrealität Geflüchteter in Deutschland schaffen“, sagt Armel Djine.

 

ZAHLEN UND FAKTEN

  •  Smart Fit für alle: freitags, 19.00-20.30 Uhr, Haus der Vielfalt, Raum C6 (ohne Anmeldung)
  • Smart Fit – Personal Training: donnerstags von 18.00-21.00 Uhr: Die Programmverantwortlichen entwickeln für jeden einzelnen Teilnehmer ein abgestimmtes Programm von ca. 30 Minuten. (Nur mit Anmeldung)
  • Smart Fit für alle: sonntags, 15.30-17.00 Uhr, Petri-Grundschule, Beurhausstraße 15-17, 44137 Dortmund (ohne Anmeldung)

Weitere Infos gibt es hier.

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