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Bildung

Film: Geflüchtete. Neuer Alltag.

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In dem neuen Film des samo.fa Projekts bekommt der Zuschauer beispielhaft Einblicke aus 4 Städten in Deutschland, in denen sich Aktive aus Migrantenorganisationen für die Flüchtlingsarbeit vernetzt haben. Nach der Erstaufnahme vieler Geflüchteter 2015 findet nun ein Übergang in einen neuen Alltag statt. Anhand der Handlungsfelder des Projekts begleitet der Film die Dialogkonferenzen und verschiedene Einrichtungen: In Dresden steht die Diskriminierung im Fokus, in Saarbrücken die Wohnnungssuche, in Hannover der Zugang zum Arbeitsmarkt und in Dortmund die Gesundheitsversorgung.

 

Bestandsaufnahme zur Migrations- und Flüchtlingsarbeit bei der lokalen Dialogkonferenz in München

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Bei der Münchner Dialogkonferenz ging es wie bei allen lokalen Konferenzen darum, zu zeigen, wie wichtig Migrantenorganisationen (MOs) in der Arbeit mit Geflüchteten sind. Bei der einen Gesprächsrunde lag der Fokus auf den Rahmenbedingungen der kommunalen Politik und der sich daraus ergebenden Konsequenzen und Perspektiven für das ehrenamtliche Engagement der Migrantenorganisationen. In der zweiten Gesprächsrunde standen Kooperationen zwischen Einrichtungen der Integrationsarbeit und Migrantenorganisationen im Zentrum. Zu Beginn bedankte sich SPD-Stadtrat Cumali Naz in seinem Grußwort für die Idee eine Dialogkonferenz, unterstrich den einmaligen Charakter und sprach über die Notwendigkeit einer solchen Veranstaltung.

Er und Franziska Szoldatits sprachen über den Gesamtplan Integration für Flüchtlinge (GIF) der LH München, der im Herbst noch dem Münchner Stadtrat vorgelegt wird. Hier zeigte Frau Szoldatits (LH München/Sozialreferat/Leitung des GIF) die Interesse für eine engerere Zusammenarbeit mit samo.fa bei der Zusammenstellung des GIF (M4/M7). Klaus Grothe-Bortlik von Selbsthilfezentrum (SHZ) sprach über das Potential von MO als Partner der kommunalen Integrationsarbeit. Er wies auf eine Studie hin, die das SHZ Anfang 2016 durchgeführt hat. Diese Studie zeigt das Potential und Engagement der MOs. Die Ergebnisse der Studie werden auch bei der Veranstaltung „Teilhabe als Menschenrecht“ im Bayerischen Landtag am 9. Dezember 2017 erneut vorgestellt). Ahmad Abbas, Chorleiter des Syrischen Friedenschors, neuerdings Vorsitzender der Syrischen Sozial- und Kulturverein in München e.V. und Mahbuba Maqsoodi von den afghanischen Frauen in München e.V. sprachen über ihr Engagement als migrantische Vertreter*innen.

In den Gesprächen ging es auch um Abschiebung und die Probleme, mit denen Geflüchtete konfrontiert sind. Yosief Embaye von der Eritreischen Union stellte sein Angebot, ein Computer-Kurs auf Tigrinya für Geflüchtete vor. Er erklärte die besondere Erfahrung, dass durch es durch den Kurs gelungen sei, geflüchtete Jugendliche als Lehrkräfte für muttersprachlichen Unterricht in Tigrinya zu gewinnen. Auf diese Weise sind die Geflüchteten nicht nur „Hilfsempfänger“ sondern auch Lehrende. Von den Kindern lernen die Jugendlichen wiederum Deutsch. Nasima Ebrahimi von der afghanischen Initiative „Aryana Schule“ sprach über Empowerment von afghanischen Frauen, die in Afghanistan lebensgefährlich diskriminiert werden, sich aber hier in Deutschland in ihrer Schule z.B. beim Musikunterrichten, Singen und Tanzen frei entfalten können. Juliette Bethancourt von dem Verein Urucungo e.V. stellte das Capoeira-Angebot ihres Vereins vor. Durch Capoeira werden die Geflüchteten gestärkt, fühlen sich gesünder und entfalten mehr Lebensfreude und erhalten Kontakt zu den anderen Vereinsmitgliedern.

Die Ergebnisse der 30 lokalen Dialogkonferenzen werden am 17. November  bei der bundesweiten Dialogkonferenz in Berlin zusammengetragen.

 

 

Kulturaustausch in der Backstube (Halle)

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Beim Workshop „Backen und Kochen in Deutschland“ für Migranten- und Flüchtlingsfamilien lernen Migrant*innen und Geflüchtete über das gemeinsame Zubereiten von Essen ganz praktisch die deutsche Sprache und die Gastronomie-Branche kennen. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit der „Initiative Sprache+Beruf“ beim Förderverein der Deutschen aus Russland Sachsen-Anhalt e.V. und dem samo.fa Partner in Halle. Das Ziel der Veranstaltung ist den Migrant*innen und auch Geflüchteten unterschiedliche Orientierungen für den Arbeitsmarkt zu vermitteln.

Aus einer Kooperation mit einer Biobäckerei ergibt sich hierbei das Angebot der Vermittlung von Sach- und Sprachkenntnissen auf dem Gebiet Backen und Kochen. Aus dem Kontakt mit Migrantenfamilien ergibt sich aber zugleich auch ein großes kulturelles Interesse, deutsche Rezepte und Arbeitsweisen auf diesem Gebiet kennen zulernen.

Nach dem gelungenen „Pilotworkshop“ vom 16. Oktober soll das Projekt wiederholt werden, etwa in größerer Runde beim gemeinsamen Brotbacken am 11. November.

Integration aus allen Perspektiven – Dialogkonferenz in Fulda

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Wie steht es mit der Integration Geflüchteter in Fulda, und welche Rolle haben die Fuldaer Migrantenorganisationen dabei? Mit dieser Frage haben sich unterschiedliche Akteurinnen und Akteure in der Fuldaer Office Factory beschäftigt, die das Interkulturelle Forum Fulda e.V., der hessische Partner des Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. und lokaler Träger des samo.fa Projekts, zu einem umfassenden Dialog eingeladen hatte.
Gekommen waren neben Geflüchteten aus verschiedenen Ländern und Fuldaer Migrantenorganisationen auch Vertreterinnen und Vertreter der Wohlfahrtsverbände, wie Caritas, Diakonie und AWO, von Institutionen wie der Arbeitsagentur oder den Fachstellen Integration von Stadt und Landkreis Fulda, Bildungsträger wie dem Hessencampus oder der Richard-Müller-Schule, freie Träger wie der Bildungsverein Kreidekreis und der Akademie für Bildung und Integration, aber auch die IHK, das Klinikum Fulda und die Deutsche Familienstiftung waren vertreten.
So konnte nach Begrüßung durch die Vorstände des Interkulturellen Forums und dem Bündnis Mittendrin ein umfassender Blick auf den Stand der Integration der Geflüchteten aus jeweils sehr unterschiedlichen Perspektiven geworfen werden. Die fünf verschiedenen Gruppen beleuchteten ihre jeweiligen Herausforderungen und stellten drei ihrer jeweils wichtigsten Anliegen dem Plenum vor.

Die Geflüchteten benannten hier als größte Schwierigkeit die Suche nach geeigneten Wohnungen, die Anerkennung ihrer Abschlüsse und den Zugang zum Arbeitsmarkt.
Migrantenorganisationen benannten eine zu große Bürokratie in den Ämtern, sowie ihre häufig fehlenden Räume und fehlende personelle Ressourcen, um ihre Angebote für Geflüchtete umzusetzen.
Die VertreterInnen der Fuldaer Institutionen sahen Bedarf nach mehr Alltagshilfen und nach Aufklärung von Missverständnissen aufgrund der beiderseitigen unterschiedlichen Denkweisen, sowie nach besserer Unterstützung im Übergang Schule/Ausbildung/Arbeit.

Die Ergebnisse aller lokalen Konferenzen werden auf einer bundesweiten Dialogkonferenz in Berlin am 17. November zusammengeführt.

Miteinander statt übereinander reden – 2. Fachveranstaltung in Dortmund

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Die lokale Dialogkonferenz in Dortmund fand in Form einer Fachveranstaltung unter dem Motto „Gemeinsam Geflüchtete im Alltag unterstützen“ statt, die die Ergebnisse einer früheren Fachveranstaltung zum Thema wieder aufgriff.

Verschiedene Vertreter*innen aus Migrantenorganisationen trafen auf Akteur*innen aus Dortmund, um sich über die lokale Flüchtlingsarbeit auszutauschen.

So folgten etwa auf  Gesprächsrunden mit der Sozialdezernentin der Stadt Dortmund Birgit Zoerner und weiteren Vertreter*innen  Vorträge von Dr. Kemal Bozay von der FH Dortmund und Tülay Zengingül,  Netzwerkbegleiterin von samo.fa in Nordrhein-Westfalen.

Dazwischen fanden Workshops zu den unterschiedlichen Themenfeldern in der Flüchtlingsarbeit statt, geleitet von Mitgliedern des lokalen samo.fa Partners VMDO e.V., Train Of Hope e.V. und Chancengleich in Europa e.V.

Bei den Diskussionen erklärten die Teilnehmenden ihre Ansätze darüber, was Migrantenorganisationen in der Stadtgesellschaft leisten können und welche Rolle sie in der Flüchtlingsarbeit einnehmen sollen: Als Brückenbauer zwischen den beiden genannten Institutionen können sie zum Beispiel ihre eigene Migrationserfahrung nutzen, um den Alltag von Geflüchteten in Deutschland zu erleichtern.

Expertenrunde zum Themenfeld Integration – Dialogkonferenz in Hoyerswerda

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Am 20. September fand auch in Hoyerswerda die erste samo.fa Dialogkonferenz statt – unter Kooperation mit „Hoyerswerda hilft mit Herz“. Im Jugendclubhaus „OSSI“ trafen sich neben Ehrenamtlich Aktiven, Geflüchteten und lokalen Akteur*innen auch Expert*innen aus den Bereichen Arbeit, Bildung und Wohnen.

Nach einer Vorstellung des Projektes samo.fa und einigen Hintergrundinformationen zur Lage Geflüchteter vor Ort und aktuellen Asylzahlen in Hoyerswerda durch den Bürgermeister, gab es eine kurze Interviewrunde mit vier samo.fa-Ehrenamtlichen, um die praktische Arbeit des Projekts vor Ort vorzustellen. Hierbei sprachen sie über Aktivitäten wie die monatlichen samo.fa-Arbeitstreffen, die Backgruppe oder Wandertage und Ferienaktionen.

Anschließend gab es drei parallel stattfindende Workshops (gruppiert nach den Geflüchteten-Gruppen „Alleinreisende“, „Familien“ und „Jugendliche“). Neben Geflüchteten nahmen an jedem Workshop Lokalakteur*innen und Expert*innen aus den jeweiligen Handlungsfeldern teil. In den ca. 60 Minuten haben die Teilnehmer*innen ihr jeweils dringendstes Problem gemeinsam diskutiert und Lösungsvorschläge erarbeitet.

Nichtgelöste Probleme und Forderungen an die Politik werden zur bundesweiten Dialogkonferenz am 17. November nach Berlin getragen.

Wir danken recht herzlich der Stadt Hoyerswerda sowie den Expert*innen des Landratsamtes Bautzen, der LebensRäume Hoyerswerda eG, der Wohnungsgesellschaft GmbH Hoyerswerda, des Jobcenters Landkreis Bautzen, der Agentur für Arbeit Bautzen, der ODS Ostsächsische Dienstleistungs- und Service GmbH, der Sächsischen Bildungsagentur, der 4. Grundschule Hoyerswerda  „Lindenschule “ und der Oberschule „Am Planetarium“. Wir freuen uns sehr, dass ebenso viele weitere lokale Akteur*innen, Ehrenamtliche und Geflüchtete zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben.

Fotos: Martina Wolf

Situation in Saarbrücken: Dialogkonferenz im Haus Afrika e.V.

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Bei der Dialogkonferenz im Rahmen der Afrika-Woche des Partners Haus Afrika e.V. in Saarbrücken stand  unter anderem das Handlungsfeld Wohnen im Vordergrund. So diskutierten die Teilnehmenden zum Beispiel intensiv mit Guido Freidinger, Leiter des Amtes für soziale Angelegenheiten, über die aktuelle Wohnsituation für Geflüchtete. Eine der Herausforderungen, die sich hieraus ergeben: bezahlbare Wohnungen für Großfamilien.

Forderungen an die Politik: Erste lokale Dialogkonferenz in Hildesheim

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Der samo.fa Partner in Hildesheim, die Brücke der Kulturen Hildesheim e.V., hat am 2. September die erste lokale samo.fa Dialogkonferenz im Hildesheimer Rathaus abgehalten. Dabei diskutierten Vertreter*innen aus Politik und verschiedenen Vereinen über die Rolle von Migrantenorganisationen in der Stadtgesellschaft.

In der Diskussion haben Plenum und Publikum viele Forderungen an die kommunale und bundesweite Politik formuliert. Bei dem daraus entstandenen Forderungskatalog setzen die Teilnehmenden sich etwa für Zugang zu Sprachkursen für alle Geflüchteten ein oder für einen leichteren Zugang zu Bildung und Arbeit.  Der Forderungskatalog wird außerdem bei der bundesweiten samo.fa Dialogkonferenz am 17.11.2017 in Berlin präsentiert.

Im ganzen September und Oktober finden an allen 30 Standorten des Projekts Dialogkonferenzen statt. Das Ziel hierbei ist es, wie in Hildesheim, mit den Akteur*innen vor Ort in den Dialog zu treten, um Potenziale, Erfolge und Herausforderungen in der Flüchtlingsarbeit sichtbar zu machen und die Ergebnisse im November in Berlin zusammenzutragen.

Erfahrungen weitergeben

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14 Ausbildungsverträge in Hannover und erfolgreiche Ausbildungs- und Jobbörse in Freiburg: Erfolge im Handlungsfeld Arbeit beim Projekt samo.fa. 

Sharif und Lesia sind zum bundesweiten Aktionstag des lokalen samo.fa-Partners, dem MiSO-Netzwerk Hannover e.V., gekommen und spielen heute die Hauptrolle. Lesia gibt als Ehrenamtliche beim Afrikanischen Dachverband Norddeutschland e.V. Deutschkurse, Sharif ist einer ihrer Schüler. Gleichzeitig begleitet sie ihn zu Behörden oder schreibt mit ihm Bewerbungen. Seit vier Jahren lebt Lesia nun in Deutschland, studiert Politikwissenschaften und hilft Geflüchteten bei der Orientierung in dem fremden Land.

„Ich bin selbst die Schritte gegangen, die Geflüchtete jetzt gehen müssen. Es ist gerade am Anfang verdammt schwer“, sagt Lesia. Die 25-Jährige kommt gebürtig aus der Ukraine. Heute sitzt sie im Kulturzentrum Faust in Hannover in der ersten Reihe – direkt neben Sharif, mit dem sie durch die enge Begleitung mittlerweile eine gute Freundschaft verbindet. Sharif kam 2015 über das Mittelmeer nach Deutschland. Zwei Tage war er in einem Schlauchboot unterwegs, bis er seinen langen Weg nach Deutschland fortsetzte.

 

Lesia Brezitzka begleitet als Ehrenamtliche  Sharif Ahmad, der 2015

aus dem Sudan kam. Foto: Kristin Wenzel

Erfahrung des Ankommens und Fremdseins

Aufgrund ihrer eigenen Migrationserfahrung, ihrer Mehrsprachigkeit, ihres interkulturellen Wissens, aber besonders durch ihre Erfahrung des Ankommens und Fremdseins, kann Lesia Geflüchtete ganz anders begleiten als jemand, der diese Erfahrung nicht gemacht hat. „Lesia ist ein Vorbild für mich“, sagt Sharif. „Ich kann mit ihr reden, und merke, dass sie genau versteht, was ich meine. Manchmal bin ich ganz enttäuscht, dass ich nicht schneller Deutsch lerne. Dann berichtet Lesia von ihrer Erfahrung und ich denke, ich schaffe das auch. Und wenn ich so gut Deutsch spreche wie Lesia, werde ich mich auch für Geflüchtete einsetzen und weitergeben, was ich erfahren durfte.“

In 30 Städten und Kreisen in ganz Deutschland sind lokale Partner koordinierend für samo.fa in der Flüchtlingsarbeit tätig. In Hannover wird samo.fa vom MiSO Netzwerk getragen. MiSO ist ein Netzwerk von und für Migrant*innen, das sich für das gleichberechtigte Zusammenleben in der Stadt einsetzt. Der lokal-kommunale Handlungsansatz ist grundlegend für samo.fa – in Hannover und 29 weiteren Städten. Unter den bundesweiten Partnern finden sich neben lokalen Verbünden vor allem migrantische Träger von Kultur- und Bildungsaktivitäten, die sich durch breite Kooperationsbeziehungen auszeichnen. In die Aktivitäten vor Ort sind dabei schon über 300 Migrantenorganisationen einbezogen. Lokale Migrantenorganisationen sind wichtige Partner für gutes Ankommen und die Teilhabe von Geflüchteten. Stärker als Einzelpersonen können sie der erfolgreichen Integration und gleichberechtigten Teilhabe ein notwendiges Gewicht verleihen. Ihre Mitglieder, deren Familien, Verwandte oder die Nachkommen kennen die Erfahrung des Ankommens.

Diese Strukturen und damit verbunden die enge Begleitung durch Lesia haben auch Sharif den Übergang in den Alltag erleichtert. Seit 2015 lebt er in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Sharif floh vor dem Bürgerkrieg im Sudan. In Dafour hat er als Verkäufer und Brückenbauer gearbeitet. Insgesamt ist die Zahl der Geflüchteten in Deutschland seit dem Sommer 2015 stark gestiegen. Damit erhöht sich für die Städte und Kreise der Anspruch auf angemessene Unterbringung und die elementare Versorgung und Sicherung des Zugangs zu schulischer Bildung. Hinzu kommen Themen wie Gesundheit und die erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt. Allein das Thema Arbeitsmarktintegration stellt eine besondere Herausforderung für die nächsten Jahre dar.

Rahmenvereinbarungen mit dem Handwerk

Einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden, ist ein großes Thema gerade für Geflüchte. Der Aktionstag, der mindestens einmal im Jahr in Hannover und bei den anderen 29 samo.fa-Partnern stattfindet, beschäftigt sich daher im Mai in Hannover mit diesem Themenfeld. „Wir wollen an diesem Tag einer breiten Öffentlichkeit zeigen, welchen wichtigen Beitrag Menschen mit Migrationsgeschichte spielen“, berichtet Wolfgang Hellwig. Er ist einer der Verantwortlichen für samo.fa in Hannover und hat zum Aktionstag einen großen Erfolg zu verkünden: Mit der Bäcker-Innung Hannover hat er eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen, so dass 14 Flüchtlinge pro Jahr einen Ausbildungsvertrag erhalten können – und das bis zum Jahr 2020. Auch mit der Friseurinnung, mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband oder mit den Altenpflegeverbänden wurden solche Rahmenvereinbarungen geschlossen. „Jetzt haben wir auf einmal viele Ausbildungsplätze und müssen dafür sorgen, dass die Flüchtlinge so gut Deutsch können, dass sie am Ende ihre Prüfung bestehen“, betont er vor großem Publikum.

Dann ist der Moment gekommen, auf den Lesia und Sharif an diesem Tag schon so lange warten: Sharif erhält auf der Bühne durch samo.fa den ersten Ausbildungsvertrag innerhalb des bundesweiten Projekts. Die Übergabe ist einer der Höhepunkte des Aktionstags in Hannover und ein Erfolg für das gesamte Projekt.

 

Sharif Ahmad ist einer der ersten, der am 1. August seine Ausbildung

    als Bäcker beginnt. Foto: Kristin Wenzel

Ausbildungs- und Jobbörse in Freiburg

Auch in Freiburg beginnt für viele Geflüchtete der Alltag mit der Frage nach Möglichkeiten zu studieren, eine Ausbildung zu beginnen oder zu arbeiten. Um Geflüchtete und Unternehmen zusammenzubringen, hat FAIRburg e.V. – der lokale samo.fa Partner in Freiburg – eine Ausbildungs- und Jobbörse ins Leben gerufen. Kleine und große regionale Unternehmen wie der Europapark, Hochschulen und Verbände konnten sich erstmalig Geflüchteten präsentieren und ihnen freie Stellen und Ausbildungsplätze anbieten. Das war Anfang September 2016. 700 Menschen nahmen allein im letzten Jahr an der Jobbörse teil. Es war bisher die größte Veranstaltung im Rahmen des Projekts in Freiburg.

 

Bei der Ausbildungs- und Jobbörse in Freiburg konnten Geflüchtete

   Kontakte mit Vertreter*innen von Unternehmen knüpfen.

Foto: Bülent Gençdemir

 

„Die Idee kam beim wöchentlichen Stadtteilcafé“, erklärt Patricia Aparicio, die lokale samo.fa Koordinatorin von FAIRburg e.V. „Die Ehrenamtlichen und Geflüchteten haben den Bedarf einer Jobbörse geäußert und dann einfach losgelegt. Dass so viele Leute kommen, hatten wir nicht erwartet.“

Im Januar 2018 geht die Ausbildungs- und Jobbörse daher in die zweite Runde, diesmal noch größer. So wie die Jobbörse in Freiburg ein Erfolg für das Projekt ist, ist es in Hannover die Übergabe das ersten Ausbildungsvertrages an Sharif:„Ich freue mich sehr auf meinen ersten Tag als Azubi“, erklärt Sharif, „und die ersten selbst gebacken Brötchen esse ich zusammen mit Lesia.“

Hochschule Merseburg heißt studieninteressierte Geflüchtete sehr willkommen

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Am 12.01.2017 fand der Hochschulinformationstag in Merseburg statt. Studieninteressierten konnten sich über alle Studiengänge der Hochschule  informieren. Auch Geflüchtete waren bei dieser Veranstaltung willkommen. Eine Gruppe Geflüchteter, bestehend aus 20 Afghanen, nahm diese Möglichkeit wahr und verschaffte sich einen ausgiebigen  Überblick über die Studienmöglichkeiten. samo.fa Lokalkoordinatorin Winnie Mampe aus Halle (Saale) begleitete diese Gruppe und berichtet: „Sowohl die Geflüchteten  als auch die Hochschule Merseburg haben sich sehr über diese Möglichkeit gefreut. Sie haben die Veranstaltung extra  für Geflüchtete zugeschnitten.“
Informationen über  Studienvoraussetzungen, Finanzierungsmöglichkeiten und Gasthörerangebote wurden auf Deutsch vermittelt und von einem Übersetzer auf Farsi übersetzt.
Besonderes Interesse weckte das Schnupperstudium. samo.fa wird die Geflüchteten bei dem Zugang zu einem Schnupperstudium unterstützen.
Die Möglichkeit am Hochschulinformationstag  wurde von den Geflüchteten sehr begrüßt. Allerdings beklagten sie sich über die Anzahl der Plätze, die auf 20 Personen limitiert waren.
Da das Angebot auf so viel Interesse gestoßen ist, wird am 24.02.2017 in Halle (Saale) eine weitere Informationsveranstaltung stattfinden.

Partner vor Ort    III